Betrachtung der Monatsbotschaft vom 25. Februar 2026
- von P. Marinko Šakota, OFM -
„Liebe Kinder! In dieser Zeit der Gnade rufe ich euch erneut auf, euer Leben Gott darzubringen damit Er euch, durch eure persönliche Umkehr zur Auferstehung führt. Meine lieben Kinder, Gott ist euch nahe und erhört eure Gebete, aber ihr seid schläfrig und deshalb hat Er mich zu euch gesandt, um euch zu wecken und damit ihr in Heiligkeit strahlt wie eine Frühlingsblume. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“
(Mit kirchlicher Erlaubnis)

1. „In dieser Zeit der Gnade rufe ich euch erneut auf, euer Leben Gott darzubringen, damit Er euch, durch eure persönliche Umkehr zur Auferstehung führt.“
Vielleicht meinen wir, dass die Zeit, in der wir leben, wegen der Kriege, Konflikte und so vieler Herausforderungen alles andere als eine gnadenvolle Zeit ist. Aber die Muttergottes sagt dennoch: „In dieser Zeit der Gnade.“
Kürzlich fragte mich eine Frau aus Brotnjo (ein Gebiet, zu dem auch Medjugorje gehört): „Wie geht es dir in Drinovci?“ (Der Pfarrei, in der ich jetzt im Dienst bin.) Ich sagte: „Es geht mir gut. Es sind gute Menschen. Nur ist mir Medjugorje ein wenig weit weg.“ Sie aber entgegnete: „Medjugorje ist nicht fern von Dir, sondern von uns!“
Die Muttergottes ist seit 45 Jahren mit uns, und so viele Gnaden gehen unbeachtet an so vielen in der Pfarrei Medjugorje und in der Umgebung vorüber. Warum? Eine gnadenhafte Zeit ist nicht laut. Äußerlich betrachtet gibt es nichts Spektakuläres. Das Wunderbare verbirgt sich in der Einfachheit. Elisabeth spürte die Zeit der Gnade, als Maria zu ihr kam: „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ (Lk 1,43)
Welch ein Verlust, wenn so viele Gnaden, die uns der Herr durch die Muttergottes schenkt, an uns vorübergehen!
Die Muttergottes sagt, dass Gott uns zur Auferstehung führen will. Der Grund für unsere Auferstehung ist der geistliche Tod. Johannes lehrt uns, dass es ihn gibt:
„Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben. Wer nicht liebt, bleibt im Tod.“ (1 Joh 3,14)
Warum habe ich keine Zeit, zur Heiligen Messe zu gehen und zu beten? Weil ich geistlich gestorben bin – die Liebe ist erloschen. Wäre im Herzen Liebe, würde das Herz die Füße in Bewegung setzen. Warum kann ich einen Menschen nicht grüßen, der mir nicht sympathisch ist? Warum kann ich nicht vergeben? Weil ich geistlich gestorben bin – die Liebe ist gestorben. Wichtig ist noch etwas zu wissen: Wenn die Liebe schwächer wird oder stirbt, wird etwas anderes stärker: negative Gedanken und Gefühle, Hass, Unversöhnlichkeit …
Die Fastenzeit und die Karwoche – das ist die Zeit von der Asche am Aschermittwoch bis zum Feuer in der Osternacht. In dieser Zeit soll sich in uns ein Prozess vom Aschestaub zum Feuer vollziehen – dass die Liebe erwacht und stärker wird. Die Fastenzeit ist eine gnadenhafte Zeit. Geschieht dieser Prozess in uns, in mir und in dir?
Wie wird Gott uns zur Auferstehung führen? Die Muttergottes lehrt uns: durch unsere persönliche Umkehr. Nicht wenn die anderen sich bekehren, sondern wenn ich, ich persönlich, mich bekehre und verändere. Als der jüngere Sohn nach Hause zurückkehrte, nahm ihn der Vater auf und führte ihn zur Auferstehung: „… denn dieser, dein Bruder, war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.“ (Lk 15,32)
In unserem Leben gibt es keine Veränderung, weil wir immer mit dem Finger auf die anderen zeigen: Die anderen sind schuld! Und wir warten, bis sie sich ändern. Doch es ist gut, die Frage zu stellen: Brauche vielleicht ich die Umkehr? Selbst dann, wenn die anderen nicht im Recht sind, wenn sie sich nicht gut verhalten, ist es wichtig zu fragen: Vielleicht brauche ich die Umkehr? Warum? Erstens, weil ich die anderen nicht ändern kann, sondern nur mich selbst. Und zweitens: Wenn sich mein Herz ändert, dann sieht alles anders aus, auch diese Menschen. Andere mögen an etwas schuldig sein, aber wenn sich mein Herz ändert, wenn in mir die Liebe wächst, dann wirkt das auf mich. Wie? Die Liebe verändert mein Sehen, mein Denken und meine Entscheidungen. Dann findet die Liebe in mir einen Weg, auf das konkrete Problem zu antworten.
Warum bekehren wir uns nicht, und warum gibt es keine Auferstehung in unserem Leben? Die Muttergottes gibt uns die Antwort: Weil wir unser Leben Gott nicht darbringen. Wir wissen uns Gott nicht zu übergeben, sondern behalten die Kontrolle über alles. Wir glauben, aber es gibt ein „Aber“. Das blockiert die Umkehr.
Möge nun dein Herz wiederholen:
Jesus, ich übergebe dir mein Leben.
Oder: Jesus, ich vertraue auf dich.
2. „Meine lieben Kinder, Gott ist euch nahe und erhört eure Gebete, aber ihr seid schläfrig und deshalb hat Er mich zu euch gesandt, um euch zu wecken und damit ihr in Heiligkeit strahlt wie eine Frühlingsblume.“
Die Muttergottes betont immer wieder, dass Gott nahe ist. „Gott ist uns näher als wir uns selbst.“ (hl. Augustinus) Warum spüren wir das nicht? Weil wir schläfrig sind. Wenn wir schläfrig sind, verlieren wir das Gespür für die Nähe Gottes.
Beten bedeutet, in der Nähe Gottes zu sein. Warum beten wir, und das immer von Neuem? Weil wir uns von Gott entfernen. Wenn die Liebe in uns erkaltet, spüren wir nicht mehr das Bedürfnis, zur Heiligen Messe zu gehen oder zu beten. Wir werden kalt, gleichgültig und schläfrig. Und gerade dieser innere Zustand macht uns blind für die Nähe Gottes.
Die Muttergottes sagt uns auch, dass Gott unsere Gebete erhört. Wenn wir meinen, Gott erhöre unsere Gebete nicht, ist es gut, sich an Paulus zu erinnern. Dreimal flehte er den Herrn an, er möge ihn von dem Stachel im Fleisch befreien, doch Er erhörte ihn nicht. Er erfüllte nicht das, worum Paulus bat, aber Er gab ihm mehr als das. Als Paulus das verstand und annahm, geschah eine Verwandlung in seinem Herzen, und alles änderte sich. Der Stachel blieb zwar in seinem Fleisch, aber Paulus blickte anders darauf: „Meine Gnade genügt dir; denn die Kraft wird in der Schwachheit vollendet.“ (…) „Deshalb will ich mich vielmehr meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt. Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ (2 Kor 12,9–10)
Die Muttergottes möchte uns wecken, weil wir schläfrig sind. Durch das Erwachen aus dem Zustand der Schläfrigkeit möchte sie, dass wir blühen und in Heiligkeit leuchten wie eine Blume. Was heißt es, in Heiligkeit zu leuchten? Wie leuchtet eine Blume? Eine Blume „leuchtet in Heiligkeit“ durch ihr Dasein. Ihr Sein ist ein Bild der wahren Liebe. Die Blume macht keinen Unterschied zwischen Guten und Bösen. Das ist wahre Liebe. In der Blume gibt es kein: Den Guten erlaube ich, meine Schönheit zu betrachten und meinen Duft zu genießen, und den Bösen verbiete ich es. Die Blume blüht, und sie hat keinen Grund, warum sie blüht.
„Die Ros ist ohn Warum; sie blühet, weil sie blühet. Sie achtet nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet.“ (Angelus Silesius)
Das ist Liebe.
Während sie blüht und den Menschen ihre Schönheit und ihren Duft schenkt, verlangt die Blume nichts zurück. Es liegt in ihrer Natur, so zu handeln. Das ist bedingungslose Liebe. Die Blume ist frei und schenkt Freiheit. Sie blüht nicht, damit jemand sie sieht, und sie zwingt niemanden, sie zu lieben. Sie gibt dem Menschen die Freiheit, selbst zu entscheiden, ob er sie betrachten, an ihr riechen oder sie pflücken will. So ist die Liebe.
Das ist Heiligkeit – blühen und leuchten in Liebe und Freiheit. Am schönsten ist es, wenn wir uns nicht bewusst sind, dass wir blühen und leuchten, und wenn wir nicht erwarten, dass andere sehen, wie wir blühen und leuchten. Am schönsten ist es, wenn wir dies tun, als wäre es das Einzige, was normal ist, als könnten wir gar nicht anders.
Der Frühling steht vor der Tür. Aus der Erde sind die Blumen „auferstanden“. Schau auf die Blume und meditiere über sie. Vielleicht hilft sie dir, dass auch du blühst und in Heiligkeit leuchtest wie eine kleine Frühlingsblume.
Das Deutschsprachige Informationszentrum für Medjugorje dankt P. Marinko Šakota OFM für seine Betrachtung, die uns helfen soll, die Botschaften der Gottesmutter zu leben.
Foto: ICMM