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"Seid frohe Zeugen des Wortes und der Liebe Gottes und mit Hoffnung im Herzen, die alles Böse besiegt."

Monatsbotschaft vom 25. Juli 2022

Zeugnis von Doro: Gott vergibt mir auch so - oder?

Doro gibt immer wieder Zeugnis zum Thema Beichte. Doch wie kam es eigentlich dazu, dass sie vom Beichtverweigerer zum -verfechter wurde? Das lest ihr im folgenden Zeugnis.

 

Es gibt wohl wenige Themen, über die ich so leidenschaftlich spreche, wie über die Beichte. Das habe ich selbst so nicht kommen sehen. Mein Einstieg zu dem Thema war wohl so, wie bei vielen anderen auch: die Erstkommunion - das macht man ja so. Danach hatte sich das für mich eigentlich erledigt; wer braucht das schon?

Ich brauche die Beichte nicht!
Bei der Firmung hätte sich der Priester zwar gefreut, meine Beichte zu hören, aber ich war so frei, ihm einen langen Vortrag darüber zu halten, warum ICH die Beichte NICHT brauche. Noch heute kann ich nicht aufhören über diese Situation zu lachen. Der Priester fragte mich nämlich, warum ich mich firmen lassen wollte, also schilderte ich sehr eindrücklich, warum die Sakramente so wichtig sind. Bis heute frage ich mich, warum der arme Priester meinen beeindruckenden Monolog nicht unterbrochen hat, um mich darauf aufmerksam zu machen, dass die Beichte ebenfalls ein Sakrament ist. Damit, dachte ich, wäre das Thema dann auch wirklich beendet. Mein Motto: Gott vergibt mir auch so. Dann kam die erste große Veränderung: Ich habe bei Exerzitien so richtig krass überwältigend gelernt, wie sehr Jesus mich liebt. Nichts war mehr so wie vorher. Naja, außer meiner Einstellung zur Beichte. Ich hatte Freunde, die eine ähnliche Erfahrung bei diesen Exerzitien gemacht hatten, und relativ schnell stellte ich fest, dass deren Beziehung zu Gott irgendwie schneller wuchs als meine und ich gefühlt nur gegen eine Wand lief. Das konnte ich natürlich nicht zugeben, also fake it, till you make it.

Da kann ich doch nicht alles sagen …
Egal, was ich auch versuchte, die Wand war immer gleich. Dann dachte ich mir: „Okay gehst du halt doch zum Beichten!“ Problem: Der Priester kannte mich voll gut, da konnte ich ja nicht wirklich ALLES sagen. Meine Sünden waren ja auch gar nicht „so“ schlimm, immerhin hatte ich niemanden umgebracht! Also habe ich ein paar „harmlosere“ Sachen rausgekramt und das ganze mit der Aussage abgerundet: „… und alles, was ich noch vergessen habe!“ Das Problem war nur, ich hatte die Sachen ja gar nicht vergessen, und so kam ich auch total unzufrieden aus dieser Beichte.
Zwischen Gott und mir war eine Wand
Einige Zeit später, an einem Sonntagabend in einer Jugendmesse, dachte ich mir einmal mehr: „Eigentlich muss ich das mit dem Glauben alles hinschmeißen. Ich weiß, Jesus liebt mich und Gott und die Kirche sind auch irgendwie toll, das will ich gar nicht unter den Teppich kehren, aber mehr ist da auch nicht; zumindest bei mir. Da ist eine Wand und vielleicht soll die da auch einfach sein, sonst hätte Gott sie ja auch wegräumen können.

„Kein Wunder, dass du nicht beten kannst!“
Bei dieser Messe war ausnahmsweise ein auswärtiger Priester zu Besuch, der schon eine Predigt hingelegt hatte, die mir sprichwörtlich die Schuhe ausgezogen hatte und ich wusste: Mit dem Priester muss ich reden! Also sprach ich ihn nach der Messe an, wusste aber eigentlich gar nicht, was ich ihm sagen sollte. Peinliches Schweigen, dann sagte ich: „Ich kann nicht beten!“ Der Priester, ein echter Seelsorger, lächelte mir nett zu und sagte mit ganz viel Liebe: „Kann es sein, dass du einfach faul bist?“ Kurze Schnappatmung auf meiner Seite! Was fällt dem ein? Dann hatte ich die passende Antwort: „Wenn ich faul wäre, würde ich ja wohl kaum hier sitzen und diese Info mit Ihnen teilen! Wenn ich faul wäre, wäre ich zu Hause!“ Er fing an mir Fragen zu stellen und nachzuhaken und irgendwann purzelte dann auch der Satz aus mir raus: „Das habe ich noch nie jemandem erzählt!“ Der Priester schaute mich an und fragte: „Auch nicht in der Beichte?“ - „Nein, noch nie, niemandem!“ Er sprang auf, nahm mich an der Hand, schleifte mich in die Kirche und sagte: „Und du beichtest jetzt!“ Ich dachte mir: “Gut jetzt sind wir schon so weit, ich habe ihm eh schon die peinlichsten Sachen gesagt, dass kann jetzt nicht mehr schlimmer werden.“ Also ging es ans Eingemachte. Ich packte aus, und zwar ALLES, alles, alles, alles, alles, alles – und es war so hart! Ich habe in der Kirche gekniet, geweint, ich hatte Schmerzen und dann kamen die erlösenden Worte vom Priester: „Oh Doro, mit dem ganzen Mist, kein Wunder dass du nicht beten kannst!“ Und dann kamen die noch viel erlösenderen Worte – nämlich die der Lossprechung! Alle Schmerzen und die Mauer waren weg. Es gibt keine Beschreibung, wie erlösend das war. Ich war so frei – so – so – so FREIIIIIII! Erst mal dachte ich, ich schwebe - in mir drin war alles sowas von leicht, dass ich zu 100% davon überzeugt war, dass ich dies am nächsten Morgen auch auf der Waage sehen würde; das ist aus irgendwelchen Gründen nicht eingetreten, auch wenn ich bis heute ziemlich sicher bin, dass es an einer kaputten Waage lag, weil diese unglaubliche Leichtigkeit musste sichtbar sein. Natürlich läuft bei mir nicht jede Beichte so ab, aber diese Erinnerung trägt bis heute.

Eine Anekdote zum Schluss
Zum Schluss noch eine Anekdote. Trotz meiner krassen Erfahrung fällt es mir oft nicht leicht, mich zur Beichte aufzuraffen und so war eine ganze Zeit lang meine Strategie, mir immer wieder zu sagen: Der Priester hat eh schon alles gehört. Das war meine Beichtvorbereitung. Vor ein paar Jahren saß ich also in einer Kirche und für ca. eine Stunde war dies der einzige Satz in meinem Kopf. Dann, kurz bevor die Beichtzeit vorbei war, raffte ich mich für meinen persönlichen „Frühjahrsputz“ auf. Der Priester hörte mir zu, schaute einmal kurz komisch, aber ich sagte mir gleich wieder, dass er ja eh schon alles gehört hat und redete weiter. Zum Schluss teilte ich ihm auch noch mit, wie ich mich auf diese Beichte vorbereitet hatte. Er gab mir ein paar extrem hilfreiche Tipps und Vorschläge, eine Buße, die Lossprechung und bevor ich aus dem Beichtzimmer raus ging sagte er mir noch: „Liebe Doro, nur dass du es weißt, ich wurde letzte Woche zum Priester geweiht!“

Quelle: medjugorje aktuell Heft 136 / 2023