Zeugnis P. Davide Costalunga
Jugendfestival 2023
Schwere Kindheit und Alkohol
Ich wurde 1977 in einem kleinen Ort mit 180 Einwohnern geboren. Meine Kindheit war sehr schwer, weil mein Vater einen schweren Berufsunfall hatte und deshalb nicht mehr arbeiten konnte. Die kleine Rente, die wir hatten, verbrauchte er für Alkohol und Zigaretten. Meine Mutter arbeitete sehr hart, um uns die Schule zu ermöglichen. Auch mein Bruder und ich fingen sehr früh an zu arbeiten um Geld zu verdienen. Obwohl ich mir als kleines Kind geschworen hatte nie zu trinken, fing ich sehr früh selbst damit an. Ich bin mit 15 Jahren schon in die Nachtclubs gegangen und habe viel getrunken, um meine schüchterne Natur zu überwinden. Die Folge davon war, dass ich meine Identität und meine Freiheit verloren habe. Vor allem aber bin ich wie ein Sklave geworden, um anderen zu gefallen. Mein Leben ist von Jahr zu Jahr schlimmer geworden.
2007 bekam ich die Diagnose Krebs und zwei Jahre später verlor ich meine Arbeit. Als Abfindung bekam ich circa 17.000 Euro und all das habe ich in einem einzigen Jahr vertrunken. In dieser Zeit habe ich ungefähr drei bis sechs Liter Alkohol am Tag getrunken. Eines Tages, nachdem ich gerade zehn Nächte im Krankenhaus verbracht hatte, holte meine Schwester mich ab und wir machten an einer Kirche halt. Wir trafen eine kleine Gruppe von Menschen, die nach Medjugorje fahren wollten und es gab noch genau einen freien Platz. Ich wollte absolut nicht mit, tat es aber schließlich doch meiner Schwester zuliebe.
„Maria, ich bin hier. Ich habe mein totes Leben zu dir gebracht. Heute möchte ich dir dieses Leben anvertrauen. Ich verspreche dir, dass ich immer ja sagen werde zu dir. Ich bitte dich, hilf mir. Hilf mir aufzustehen.“
Die Wende nach der Beichte
Für mich war alles, was ich sah, einfach nur falsch und ich verbrachte die ersten drei Tage mit Biertrinken und damit, mich über die Pilger lustig zu machen. Die Neugierde zog mich aber dann doch zum Erscheinungsberg - und um einer Beichte bei unserem Gruppenleiter zu entgehen fragte ich beim Aufstieg einen fremden Priester, ob ich bei ihm beichten könne. Zweieinhalb Stunden später waren wir fertig. Ich kann diese zwei Stunden nicht wiedergeben, aber ich kann sagen: Gott hat meine Hölle besucht. In dieser Beichte wurde ich nach all den Jahren zum ersten Mal angehört, ohne verurteilt zu werden. Und obwohl ich all meine Sünden und Schwächen erzählt habe, bekam ich eine Umarmung von diesem Franziskanerpater und wir haben beide geweint. Ich rannte zur Statue der Muttergottes und habe dort um nur eine Sache gebeten: „Maria, ich bin hier. Ich habe mein totes Leben zu dir gebracht. Heute möchte ich dir dieses Leben anvertrauen. Ich verspreche dir, dass ich immer ja sagen werde zu dir. Ich bitte dich, hilf mir. Hilf mir aufzustehen.“
Nach dieser lebensverändernden Reise bin ich nach Hause zurückgekehrt und 2012 ins Kloster der Passionisten eingetreten und bin bis heute hier. Am 9. Oktober 2022 bin ich in der Kathedrale von Verona zum Priester geweiht worden. Heute bin ich in der Pastoral mit Jugendlichen engagiert und kümmere mich um die Menschen, die drogen-, alkohol- und pornographieabhängig sind. Ich habe viele Gnaden und Wunder in meinem Leben gesehen. Das größte Wunder war jedoch die Bekehrung meines Herzens.
Auf unserem Youtube-Kanal findet Ihr das Zeugnis von P. Davide in kompletter Länge und im Original (mit Simultanübersetzung in die deutsche Sprache).
