MARIA HEIMSUCHUNG


Nachdem Maria ihr großes Ja gesprochen hat, beeilt sie sich, Elisabet aufzusuchen; beide Frauen sind gesegnet und in besonderer Weise in den Heilsplan Gottes einbezogen. Der Vorläufer spürt die Nähe des Herrn und beginnt schon im Mutterschoß, vom Heiligen Geist erfüllt (Lk 1, 15), auf den Größeren hinzuweisen, der nach ihm kommt. Elisabet begrüßt mit Freude und Ehrfurcht ihre jüngere Verwandte; als Glaubende bezeugt sie das Geheimnis Marias und bestätigt deren Glauben. Der Lobgesang Marias, das Magnificat, ist ihre Antwort auf das, was ihr von Gott her geschehen und in diesem Augenblick neu bewusst geworden ist. Der Lobgesang aller Glaubenden Israels und der aller kommenden Generationen fügt sich in dieses Danklied ein. Niedrigkeit und Erhöhung, demütiger Glaube und das Hochgefühl der Erwählung klingen im Leben und im Lied Marias zusammen. Das Lied feiert die Größe Gottes, seine Macht, seine Barmherzigkeit und seine ewige Treue (1 Sam 2, 1-10).

Begegnung von Maria und Elisabet

Der biblische Ursprung dieses Festes liegt im Bericht des Lukas (Lk 1,39-45) über Marias Besuch bei ihrer Verwandten Elisabeth. Daher wird das Fest auch "Heimsuchung" genannt. Als die schwangere Elisabeth Marias Gruß hört, „hüpft das Kind in ihrem Bauch“. Elisabeth, die im sechsten Monat schwanger ist, antwortet mit den Worten: „Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wie kommt es, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“

Das Gebet Mariens - das Magnifikat

Freudig jubelt Maria darum auch über Gottes „Auftrag” an sie: „Meine Seele preist die Größe des Herrn...” (Lk 1,46, auf lateinisch: „Magnificat anima mea Dominum”) – damit erinnert das Fest Mariä Heimsuchung auch an die Geburtsstunde des sogenannten „Magnificats”. Dieser Lobgesang Mariens ist spätestens seit dem heiligen Benedikt von Nursia Teil der Vesper und wird überall auf der Welt gebetet. Die Aufnahme in das tägliche Gebet verdeutlicht damit auch die Bedeutsamkeit der Aussage des Magnificats, denn in ihm wird verdeutlicht, dass Gott das Leben möchte und stets bei jenen ist, die trotz aller Schwierigkeiten und Mühen auf ihn vertrauen wie Maria und Elisabet.


Meine Seele preist die Größe des Herrn,

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.

Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:

Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben

und lässt die Reichen leer ausgehen.

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,

das er unsern Vätern verheißen hat,

Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. 

(Lk 1, 46b-55)


 

Quellen:
Tagesimpuls Schott Erzabtei Beuron
Katholische Kirche Oberösterreich