Zeugnis von Martin Bader, Diakon, Essen

 

Martin machte eine ganz besondere Erfahrung mit einer Fastennovene. Wie sie das Leben seiner Familie verändert hat – und dass durch Fasten wirklich Wunder geschehen, lest ihr im folgenden Zeugnis.

Mein Name ist Martin Bader. Ich bin verheiratet, habe sechs Kinder, zwei Enkelkinder und bin ständiger Diakon für das Bistum Essen in Deutschland.

Das Fasten war für mich eine große Hürde

Als ich vor ca. 30 Jahren damit begann, die Botschaften von Medjugorje im Alltag zu leben, fielen mir das Rosenkranzgebet, das Bibellesen, das Beichten und der Besuch der Hl. Messe nicht schwer. Das Fasten allerdings war für mich eine große Hürde. Das Verzichten hatte ich nie wirklich gelernt und so konnte ich mich nicht richtig darauf einlassen, mittwochs und freitags mit Wasser und Brot zu leben. Ich verstand nicht, warum ich überhaupt fasten sollte. Einmal hörte ich einen Vortrag von Pater Slavko, der sinngemäß sagte, dass Fasten und Beten immer zusammengehören. Fasten, so erklärte er, wäre das Gebet des Leibes. Dies machte mich nachdenklich und ebnete mir einen ersten Zugang. Was mir allerdings immer noch fehlte, das war die Erkenntnis, dass das Fasten keine menschliche Leistung ist, die ich „abarbeiten muss“, sondern viel mehr ein Geschenk, eine Gnade ist, die mich näher zu Gott bringen kann. Diese Erfahrung wurde mir im Sommer 2000 geschenkt.

 

In dieser Situation konnte nur noch ein Wunder helfen

Eines Tages stand meine Mutter völlig verzweifelt und aufgelöst vor meiner Wohnungstür. Sie war fest entschlossen, meinen Vater verlassen zu wollen. Mein Vater war zu diesem Zeitpunkt 74 Jahre alt und seit ca. 20 Jahren Alkoholiker. Meine Mutter hatte dies über all die Jahre erduldet, nun war aber ein Punkt gekommen, wo sie es nicht mehr tragen konnte. Meiner Frau und mir war sofort klar, dass hier nur noch ein Wunder helfen konnte. So beteten wir den Rosenkranz und entschieden uns, im Anschluss daran das Botschaftenbüchlein aus Medjugorje aufzuschlagen, um uns von Maria eine Hilfe zu erbitten. Wir schlugen es auf und dort stand u. a.: „Ich rufe euch zur Entsagung für neun Tage auf.“ Wir waren geschockt, dies konnte die Muttergottes doch nicht von uns wollen. Wir schlugen ein zweites Mal auf und wieder war es diese Botschaft. Sicherlich war ein Knick in der Seite schuld daran, also noch einmal. Wieder schlugen wir die Botschaft vom 25.08.1991 auf. Somit wussten wir, dass es wohl der Wille des Himmels war, für meine Eltern diese Fastennovene zu halten.

 

Die geistliche Kraft des Fastens

Nach anfänglichen Schwierigkeiten, wie Kopfschmerzen und Müdigkeit, war es vom dritten Tag an eine echte Gnadenzeit. Wir beteten in dieser Zeit sehr intensiv für meine Eltern und spürten, dass der Himmel etwas vorbereitet hatte. Einen Tag nach Ende der Novene bekam ich mittags bei der Arbeit einen Anruf von meiner Frau. Sie teilte mir mit, dass mein Vater im betrunkenen Zustand im Hausflur die Treppe heruntergefallen war und sich eine schwere Schädelfraktur zugezogen hatte. Bei aller Sorge, die ich in diesem Moment empfand, war da aber auch eine ganz große Gewissheit, dass dies nun die Wende bedeuten würde, und sich der Himmel meines Vaters angenommen hatte. Und tatsächlich, nach einem anfänglich kritischen Zustand, erholte er sich sehr schnell von seiner Verletzung. Als Folge des Sturzes war aber sein Geschmacks- und Geruchssinn für immer zerstört. Mein Vater blieb von diesem Tag an, bis zu seinem Tod vor neun Jahren, trocken und rührte keinen Alkohol mehr an. Diese Erfahrung ließ mich die geistliche Kraft und tiefere Bedeutung des Fastens erkennen, durch die der Himmel konkret in unserem Leben wirken kann.


Quelle: Medjugorje aktuell
Foto: ICMM