Ein Blick auf die Geschichte von Medjugorje


Der fünfte Tag - 28.06.1981

Die ersten Tage in Medjugorje waren voller Spannung. Wie lange würden die Erscheinungen andauern? Würde sie auch morgen wiederkommen? Schauen wir auf den fünften Tag.

28.06.1981

„Am 28. Juni 1981 sammelte sich vom frühen Morgen an eine große Menschenmenge von überall her, am Abend waren es ungefähr 15.000 Menschen. Am gleichen Tag rief der Ortspfarrer die Kinder zu sich und fragte sie genau über die Erlebnisse der vergangenen Tage aus, was sie gesehen und gehört hätten.“

In ihrem Buch „Mein Herz wird triumphieren“ berichtet die Seherin Mirjana über das Gespräch mit P. Jozo Zovko, OFM, dem damaligen Ortspfarrer von Medjugorje:

„P. Jozo fragte mich anschließend, was die Muttergottes während der Erscheinungen genau tat. Obwohl ich keine Worte fand, welche meinem Gefühl während der Begegnung mit ihr Ausdruck verleihen konnten, versuchte ich trotzdem, die Frage zu beantworten:  „Sie sah häufig zu den Menschen um uns herum“, erklärte ich, „und wir baten sie, ein Zeichen zu hinterlassen, damit uns die Leute glauben – damit sie nicht über uns spotten. Aber darauf gab sie uns keine Antwort. Sie sagte nur, dass sie am nächsten Tag wiederkommen würde.“
„Ist sie schön?“, fragte P. Jozo. - „Oh ja! Unbeschreiblich! Sie hat schwarzes, etwas nach hinten genommenes Haar und blaue Augen.“
„Hast du je ein Mädchen wie sie gesehen?“ - „Nein, niemals.“
„Wie groß ist sie? Ist sie kleiner als du?“ - „So wie ich, aber sie ist schlanker. Sie ist wirklich wunderschön.“ Ich hätte so gerne in Worte gefasst, was es genau war, dass ihre Schönheit so atemberaubend machte, aber ich konnte es nicht. Wenn die Menschen von körperlicher Schönheit sprechen, dann betonen sie oft die Augen oder das Haar oder andere Körperstellen eines Menschen. Mit der Schönheit der Muttergottes war es anders, denn alles an ihr war wunderschön; alles war wunderbar aufeinander abgestimmt. Das ovale Gesicht wurde von einem weißen Schleier umrahmt und ihr Teint deutete darauf hin, dass sie aus einer mediterranen Gegend stammte. Zusammen mit ihrem schwarzen Haar glich sie den jungen Frauen aus dem Nahen Osten. Ihre zierliche Nase war perfekt abgestimmt auf ihre mandelförmigen Augen und die leichte Rosigkeit ihrer Wangen war eins mit der Farbe ihrer vollen, schmalen und zierlichen Lippen. Aber ihre Erscheinung war auch ein Gefühl, das man am besten mit dem Wort mütterlich beschreiben kann. Ihr Gesichtsausdruck war voller Fürsorge, Mitgefühl, Geduld und Zärtlichkeit – alles Eigenschaften einer wahren Mutter. Ihre Augen waren so voller Liebe, dass sich jeder ihrer Blicke wie eine Umarmung anfühlte.“

Auch an diesem 28. Juni erschien die Muttergottes zur gewohnten Zeit. Die Kinder beteten mit Ihr und stellten Ihr Fragen. Vicka fragte: „Liebe Gottesmutter, was möchtest du von uns und was erwartest du von unseren Priestern?" Die Gottesmutter antwortete: „Die Leute sollen beten und fest glauben!" Was die Priester angeht, so sagte Sie, dass sie fest glauben sollen und den anderen helfen, das gleiche zu tun.

An diesem Tag kam und ging die Gottesmutter viele Male. Bei einer Gelegenheit fragten die Kinder Sie, warum Sie nicht in der Kirche erscheine und für alle zu sehen sei. Sie gab zur Antwort: „Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben!"

Obwohl die Menschenmenge die Kinder mit ihren Fragen und ihrer Neugier bedrängten und es ein schwerer und schwüler Tag war, fühlten sich die Kinder so, als wären sie im Himmel.“