von P. Marinko Šakota, OFM -

„Liebe Kinder! Heute rufe ich euch auf, dass ihr Gebet und Segen seid für all jene, die die Liebe Gottes nicht kennengelernt haben. Meine lieben Kinder, seid anders als die anderen und seid positive Menschen des Gebets und der Liebe zu Gott, damit ihr mit eurem Leben ein Zeichen der Liebe Gottes für andere seid. Ich segne euch mit meinem mütterlichen Segen und halte Fürsprache für jeden von euch vor meinem Sohn Jesus. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid.“ 

(Mit kirchlicher Erlaubnis)

1. „Heute rufe ich euch auf, dass ihr Gebet und Segen seid für all jene, die die Liebe Gottes nicht kennengelernt haben.“

Es ist gut, sich in Medjugorje an einige grundlegende Gedanken zu erinnern:
Die Muttergottes ist die Mutter, und wir sind ihre „lieben Kinder“. Die Muttergottes wünscht den Frieden in derWelt, aber mit uns und mit unserer Hilfe. Wenn wir das leben, wozu sie uns ruft, werden wir ihre Mitarbeiter für den Frieden.

Auf welche Weise können wir Mitarbeiter der Muttergottes sein?

Zuerst, indem wir für jene beten, die die Liebe Gottes noch nicht kennengelernt haben, und, indem wir sie segnen. Dann, indem wir unsere Hände nach ihnen ausstrecken.

Herz und Hände – das ist grundlegend in der Schule der Muttergottes. Das Herz setzt immer die Hände in Bewegung. Alles muss im Gebet beginnen. Nichts ohne Gebet. Das Herz öffnet im Gebet zuerst die Hände, und nach dem Gebet öffnen sich die Hände den Menschen gegenüber.

Wir können immer auf zwei Arten handeln:
Wir können dabei stehen bleiben, Menschen nur anzusehen, über sie zu sprechen und Urteile über sie zu fällen. Oder wir stellen uns die Frage: Wie ist mein Herz? Gibt es Liebe in meinem Herzen, und wie ist diese Liebe?

 

2. „Meine lieben Kinder, seid anders als die Anderen und seid positive Menschen des Gebets und der Liebe zu Gott, damit ihr mit eurem Leben ein Zeichen der Liebe Gottes für andere seid.“

Wer sind jene „die die Liebe Gottes noch nicht kennengelernt haben“?
Vielleicht sind es Menschen, die nicht an Gott glauben (Atheisten, Agnostiker …), jene, die Böses tun, Unruhe stiften, Konflikte und Kriege verbreiten.

Wie verhalten wir uns ihnen gegenüber? Vielleicht sprechen wir negativ über sie, vielleicht verurteilen wir sie?
Unterscheiden wir klar: Natürlich können wir mit ihnen nicht übereinstimmen. Wir teilen weder dieselben Meinungen noch dieselben Lebensanschauungen. Doch der Wunsch der Muttergottes ist, dass wir „anders“ sind, dass wir uns von ihnen unterscheiden. Anders sind wir dann, wenn wir sie nicht zurückweisen, wenn wir ihnen Gutes wünschen, wenn wir für sie beten.

Vielleicht denken wir, wir würden dadurch Schwäche zeigen. Nein – das ist Stärke. Das ist der Sieg über das Böse, das uns in seinen Kreis hineinziehen und vor seinen Wagen spannen will. Das Böse will immer Spaltung, Hass und Konflikt zwischen den Menschen. Es will, dass wir neue Feinde schaffen und unser Herz und unsere Hände vor ihnen verschließen. Wenn wir das annehmen, werden wir Mitarbeiter des Bösen und Verbreiter der Unruhe.

Die Muttergottes aber wünscht, dass wir „anders“ sind. Anders sind wir, wenn wir Herz und Hände ihnen gegenüber öffnen, wenn wir sie nicht verurteilen, nicht schlecht über sie sprechen, sondern für sie beten und sie segnen. Und wer weiß – vielleicht wird der Heilige Geist uns eingeben, auf sie zuzugehen und ihnen zu helfen, die Liebe Gottes kennenzulernen.

 

3. „ Ich segne euch mit meinem mütterlichen Segen und halte Fürsprache für jeden von euch vor meinem Sohn Jesus …“

Mit diesen Worten ist es, als würde Maria uns sagen: Wozu ich euch rufe, das tue ich selbst euch gegenüber. Ich rufe euch auf, für jene zu beten, die die Liebe Gottes noch nicht kennengelernt haben, und sie zu segnen. Genau das tue ich für euch: Ich segne euch und lege Fürsprache für euch bei Jesus ein.

Wenden wir uns nun Maria zu und empfangen wir ihren mütterlichen Segen. Danken wir ihr, dass sie uns segnet und für uns bei Jesus eintritt. Danken wir ihr für diese ihre wunderbare Liebe, die der Liebe Jesu ähnlich ist.

Wie ist die Liebe Jesu?

Diese Liebe hat Petrus erfahren, als er vor Jesus erkannte, dass er ein Sünder ist:
„Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder.“

Nun ist wichtig zu sehen, wie Jesus Petrus in diesem Moment anschaut, als dieser seine Sündhaftigkeit erkennt, und wie Jesus reagiert: „Jesus sagte zu Simon: ‘Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen .’“ (Lk 5,8–10

Es ist, als würde Jesus zu Petrus sagen: Petrus, fürchte dich nicht, dass ich dich wegen deiner Sünde zurückweisen könnte! Niemals und unter keinen Umständen! Nicht nur, dass ich dich nicht verwerfe – gerade dir, so schwach und sündig, gebe ich eine besondere Aufgabe und Sendung: Du wirst Menschenfischer sein! Du wirst meine Schafe weiden! Du wirst deine Brüder stärken! Dir gebe ich die Schlüssel! Du wirst anderen vorangehen!

Welch ein Glück für Petrus! Sein Leben ist nicht verfehlt. Obwohl er ein Sünder ist, rechnet Jesus mit ihm. Sein Leben hat nun Sinn, Gründe und Motivation, sich für andere hinzugeben.

Die Liebe Mariens ist der Liebe Jesu ähnlich, denn auch sie weist uns, die wir schwach und sündig sind, nicht zurück. Mehr noch: Gerade uns Schwachen gibt sie eine besondere Aufgabe und Sendung. Sie möchte, dass wir ihre Mitarbeiter bei der Verbreitung des Friedens Gottes in der Welt sind.

Gibt es eine erhabenere Berufung als diese? Gibt es eine schönere und wichtigere Aufgabe? Ähnlich wie bei Petrus hat auch unser Leben Sinn; auch wir haben Gründe und Motivation, uns für andere hinzugeben.

Zögern wir nicht, sondern beginnen wir sofort: Nachdem wir den Segen der Muttergottes empfangen haben, wenden wir uns im Geist jenen zu, die die Liebe Gottes noch nicht kennengelernt haben. Beginnen wir, für sie zu beten und sie zu segnen. Was wir empfangen haben, geben wir weiter …

Das Deutschsprachige Informationszentrum für Medjugorje dankt P. Marinko Šakota OFM für seine Betrachtung, die uns helfen soll, die Botschaften der Gottesmutter zu leben.


Foto: ICMM