Alles hängt von unserem Herzen ab
Betrachtung der Monatsbotschaft vom 25. März 2026
- von P. Marinko Šakota, OFM -
"Liebe Kinder! Das Gift des Egoismus und des Hasses beherrscht die menschlichen Herzen und deshalb habt ihr keinen Frieden. Ich rufe euch auf, meine lieben Kinder: Seid Liebe und meine ausgestreckten Hände für alle jene, denen ihr begegnet. Betet in Demut für den Frieden und arbeitet an der Versöhnung unter den Menschen, damit es jedem Menschen auf Erden gut ergehe. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid."
(Mit kirchlicher Erlaubnis)

1. Das Gift des Egoismus und des Hasses beherrscht die menschlichen Herzen und deshalb habt ihr keinen Frieden.“
Es gibt in letzter Zeit viele Kriege und Unruhen in der Welt. Doch nicht nur zwischen Staaten, sondern auch unter den Menschen. Leider geschieht dies sogar zwischen Brüdern und Schwestern, zwischen Eltern und Kindern, unter Freunden.
Wenn wir Politiker oder Menschen, die in Konflikten stehen, nach den Ursachen von Kriegen und Unruhen fragen, wird jeder seine eigenen Gründe nennen. Jeder sieht im anderen die Ursache des Konflikts. Doch die Muttergottes sieht anders. Sie lenkt unseren Blick auf das Herz. Die Ursachen der kleinen und großen Kriege müssen im Herzen gesucht werden. Kriege und Unruhen beginnen im Herzen, in dem Egoismus und Hass herrschen. Dort liegt der Auslöser für Bomben, Kanonen, Drohnen und Flugzeuge.
Egoismus und Hass sind negative Zustände und Regungen – mehr noch: ein Gift. Doch nicht nur für den Einzelnen, in dem sie herrschen, sondern auch für andere. Wer von Egoismus und Hass erfüllt ist, vergiftet auch die anderen.
Wie Gift den Menschen töten kann, so können Egoismus und Hass den geistlichen Tod verursachen. Sie vergiften und zerstören alles Gute und Schöne: jeden guten Gedanken und jedes gute Wort, die freundschaftliche Atmosphäre und die guten zwischenmenschlichen Beziehungen. Wo sie herrschen, gibt es kein geordnetes Leben, keinen Frieden und keine Gemeinschaft. Wenn auch nur eine Person von Egoismus und Hass beherrscht wird, kann sie dieses Gift verbreiten und andere Herzen vergiften, sodass Familien in Streit geraten und entzweit werden.
Wenn der Apostel sagt, dass „die Liebe Gottes ausgegossen ist in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Röm 5,5), wo ist dann diese Liebe im Herzen eines Menschen, in dem Egoismus und Hass herrschen? Ist sie verschwunden?
Die Muttergottes gebraucht das Wort „herrschen“. Egoismus und Hass sind nicht nur Gift, sondern auch eine Macht. Sie können im Herzen des Menschen herrschen – und was im Herzen herrscht, ist stärker als alles andere. Es ist schwer vorstellbar, dass im Herzen eines Menschen nur Egoismus und Hass sind. In jedem Menschen gibt es einen Kampf zwischen Gut und Böse. Doch wenn die Liebe schwach ist und Egoismus und Hass stärker werden, dann werden sie die Liebe besiegen.
Ein Mensch, in dem Egoismus und Hass herrschen, ist verblendet. Und wer blind ist, den kann man leicht täuschen. Die Taktik des Bösen ist von Anfang an, den Menschen zu täuschen. Deshalb sagt Jesus Christus vom Satan, er sei „ein Lügner und der Vater der Lüge“ (Joh 8,44). Die Täuschung besteht darin, dass sich Egoismus und Hass niemals als böse zeigen, sondern als gut. Der getäuschte Mensch erkennt nicht, dass in ihm Gift ist und dass er gefangen ist. Er ist so sehr verblendet, dass er meint, frei zu sein und Gutes zu tun, während er in Wirklichkeit zur Marionette des Bösen wird. Seine Gedanken und Gefühle, seine Worte und Entscheidungen werden von Egoismus und Hass gelenkt. Die Folge ist: Er wird zum Mitarbeiter des Bösen, zum Träger und Verbreiter des Übels in seiner Umgebung.
Jesus Christus sagt uns, was geschehen kann, wenn der Mensch blind ist und unter der Herrschaft des Bösen steht: „Ja, es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten.“ (Joh 16,2)
2. „Ich rufe euch auf, meine lieben Kinder: Seid Liebe und meine ausgestreckten Hände für alle jene, denen ihr begegnet.“
Die Muttergottes gibt uns nicht nur die Diagnose, sondern auch die Therapie. Sie zeigt uns Wege der Heilung und der Befreiung vom Gift des Egoismus und des Hasses und öffnet uns so den Weg zum Frieden.
So sehr wir uns auch bemühen – meist können wir andere Menschen, in denen Egoismus und Hass herrschen, nicht verändern. Doch eines können wir: Wir können uns nicht von Egoismus und Hass befreien, wenn wir selbst egoistisch sind und hassen. Nur wenn wir anders sind. Und die Muttergottes sagt uns, wie wir anders sein können: indem wir Liebe sind und ihre ausgestreckten Hände für die Menschen, denen wir begegnen.
Herz und Hände – ein wunderbares Bild: die Statue der Muttergottes vor der Pfarrkirche in Medjugorje und auf dem Erscheinungsberg.
Wenn im Herzen die Liebe herrscht, setzt sie die Hände in Bewegung. Und auch die Füße, die Gedanken, den Willen, die Worte … Wenn aber im Herzen das Gift von Egoismus und Hass herrscht, verschließt sich das Herz gegenüber den anderen. Ein verschlossenes Herz blockiert den Verstand und die rechte Sicht, und es verschließt die Hände, die sich zu geballten Fäusten formen, bereit zuzuschlagen. Wenn jedoch die Liebe im Herzen stark ist, öffnen sich die Hände und sind bereit, den anderen zu umarmen. Sie sind bereit zu vergeben und Hilfe zu leisten. Alles hängt also vom Herzen ab.
Wie kann ein Herz heilen, das durch Egoismus oder Hass verwundet ist? Wie kann die Liebe wieder herrschen?
Als in der Wüste die Schlangen die Israeliten bissen und die Menschen an ihrem Gift starben, stellte Mose die Schlange aus Kupfer auf, damit sie auf sie schauen. Schauend auf die Schlange, wurden sie geheilt: „Da machte Mose eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Stange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.“ (Num 21,9)
Jesus Christus greift dieses Bild auf. Deshalb ruft Er uns, auf Ihn zu schauen, wenn Er am Kreuz erhöht wird: „Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben hat ...“. (Joh 3,14–15)
Wenn wir das Kreuz vor uns haben, schauen wir auf das Kreuz! Wenn wir in Unruhe und Konflikt sind, wenn wir keine Lösung für unsere Probleme sehen, schauen wir auf das Kreuz Jesu – auf die gekreuzigte Liebe! Wenn uns die „Schlange“ beißt, wenn Menschen uns verletzen, sollen wir nicht nur auf sie schauen, nicht nur von ihnen sprechen und uns nur mit ihnen beschäftigen, sondern auf Jesus schauen. Das sagt uns die Muttergottes:
„Heute lade ich euch auf besondere Weise ein, das Kreuz in die Hände zu nehmen und die Wunden Jesu zu betrachten. Bittet Jesus, dass Er eure Wunden heilt, …“ (25.03.1997)
„Meine lieben Kinder, nehmt das Kreuz in die Hände. Möge es euch Ermutigung sein, damit die Liebe immer siegt …“. (25.07.2020)
Ein weiterer Weg der Heilung ist das Gebet um Liebe. Die Muttergottes möchte, dass wir um Liebe bitten – besonders für den Menschen, der uns verletzt hat. Der Grund ist klar: Egoismus und Hass können uns nicht heilen, denn sie sind Gift. Heilen kann nur die Liebe. Denn die Liebe ist das Heilmittel.
3. „Betet in Demut für den Frieden und arbeitet an der Versöhnung unter den Menschen, damit es jedem Menschen auf Erden gut ergehe.“
Was können wir tun, damit der Friede in unsere Welt zurückkehrt?
Die Muttergottes lehrt uns: Beten wir um den Frieden und arbeiten wir an der Versöhnung. Doch all das sollen wir in Demut tun. In Demut – das bedeutet im Bewusstsein, dass auch wir selbst schwach sind, dass auch wir sündigen und Unruhe verursachen. Wenn wir mit diesem Bewusstsein für andere beten und versuchen, ihnen zur Versöhnung zu helfen, werden wir es auf eine andere Weise tun. Es geht um die Haltung. Es heißt nicht: Ich werde das lösen! Ich weiß es! Nein – sondern mit dem Herrn. Denn ich kann eine gute Absicht haben, doch noch etwas ist entscheidend: die Art und Weise.
Schauen und hören wir nicht nur die Nachrichten und sprechen über Kriege und Unruhen in der Welt, sondern beten wir! Bitten wir den Herrn, uns Seinen Frieden zu schenken. Die Muttergottes sagt uns erneut: Nichts ohne das Gebet! Denn wenn wir beten, arbeiten wir mit Gott zusammen. Viele Politiker und Menschen in Konflikten kämpfen nur mit ihren eigenen Kräften für die Rückkehr des Friedens. Das ist nicht unbedingt falsch, aber es ist unzureichend. Wir müssen es mit Gott tun – und glauben, dass für Gott nichts unmöglich ist. Wenn wir beten, ist es, als würden wir sagen: „Herr, für uns ist es unmöglich, den Frieden zu verwirklichen, aber für Dich nicht; Dir ist alles möglich.“
Neben dem Gebet für den Frieden sollen wir auch tätig werden. Nicht beim Gebet stehen bleiben, sondern konkret an der Versöhnung zwischen den Menschen arbeiten. Wenn wir sehen, dass jemand im Streit lebt, sollen wir nicht nur darüber sprechen, sondern etwas Konkretes tun. Vielleicht können wir zu beiden Seiten gehen und mit ihnen sprechen, um ihnen einen Weg zur Lösung anzubieten. Und oft ist die Lösung sehr einfach – so wie auch die Entstehung des Problems oft keinen großen Anlass hatte.
4. „damit es jedem Menschen auf Erden gut ergehe“.
Betrachten wir die Weite des Herzens der Muttergottes: „Damit es jedem Menschen gut ergehe.“ – jedem Menschen! So zu sprechen vermag nur eine Mutter, deren Herz von wahrhaft göttlicher Liebe erfüllt ist. Die Muttergottes wünscht, dass jeder Mensch zum Frieden findet und dass es ihm gut ergeht. Jedem Menschen – nicht nur den Gläubigen, nicht nur den Katholiken! Denn in jedem Menschen erkennt sie ihr Kind: im Glaubenden wie im Nichtglaubenden, im Christen wie im Muslim, im Buddhisten, im Hindu …
Noch etwas erscheint mir wichtig: Als der sterbende Jesus Christus am Kreuz hing, eröffnete Er Maria eine neue Perspektive. Er vertraute ihr einen neuen Sohn an – Johannes – und in ihm die ganze Menschheit. So wird Maria zur Mutter aller Menschen.
Ebenso eröffnet uns die Muttergottes in unserer Zeit eine neue Perspektive: dass wir die Grenzen unseres Herzens erweitern und unsere „Familie“ vergrößern. Wir sind gerufen, in jedem Menschen dieser Welt unseren Bruder und unsere Schwester zu erkennen.
Das Deutschsprachige Informationszentrum für Medjugorje dankt P. Marinko Šakota OFM für seine Betrachtung, die uns helfen soll, die Botschaften der Gottesmutter zu leben.
Foto: ICMM