Beten wir - wie nie zuvor - um den Frieden!
- Betrachtung zur Botschaft der Muttergottes vom 25. September 2026 von P. Marinko Šakota, OFM -
„Liebe Kinder! Möge diese Zeit eine Zeit des Gebetes für den Frieden sein. Ich rufe euch auf, in euren Familien das Rosenkranzgebet in meinen Anliegen zu erneuern, damit ich eure Gebete vermehren und für euch beim Allerhöchsten Fürsprache halten kann, damit Er eure Gebete erhört und euch den Frieden gibt. Ich bin bei euch und bete wie nie zuvor für euch und mit euch, meine lieben Kinder. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid."
(Mit kirchlicher Erlaubnis)

1. „Möge diese Zeit eine Zeit des Gebetes für den Frieden sein.“
Warum sollen wir für den Frieden beten? Warum nicht lieber etwas für den Frieden tun?
Die Gospa ist nicht gegen das Tun. Aber sie möchte, dass wir den Frieden zuerst bei Gott suchen. Denn der wahre Friede kommt allein von Gott. Der Psalmist hat dies verstanden und bekennt: „Bei Gott allein wird ruhig meine Seele“ (Ps 62,2)
Beten bedeutet, zu Gott zurückzukehren, Gott zu suchen. Und die Frucht dieser Rückkehr und dieser Suche wird der Friede sein. Das ist wahr. Aber wir dürfen etwas sehr Wichtiges nicht überspringen: die Bedingungen, die wir erfüllen müssen, um den Frieden Gottes empfangen zu können. Denn wir können beten und beten – wenn wir aber diese Voraussetzungen nicht erfüllen, verschließen wir unser Herz für den Frieden.
Wie wunderbar hat dies Pater Slavko Barbarić zum Ausdruck gebracht: „Der Friede mit Jesus hat seine Bedingungen. Im Frieden mit Jesus kann derjenige leben, der dem anderen vergibt, der den anderen liebt, der barmherzig ist, der den anderen nicht richtet und der, wenn er einen Fehler gemacht hat, den anderen um Vergebung bittet. Wenn er etwas hat, teilt er mit dem anderen; und wenn er nichts hat, scheut er sich nicht, den anderen um etwas zu bitten. Den Frieden von Jesus wollen, aber nicht lieben und vergeben wollen, sich nicht für den anderen opfern und die Schwächen der anderen nicht geduldig ertragen wollen – das würde nichts anderes bedeuten, als von Jesus zu verlangen, dass Er unserem Stolz, unserem Egoismus und unserer Verschlossenheit dient; dass Er sich weiterhin für uns opfert, während wir für die anderen nichts tun.“
In dieser Botschaft brauchen wir nicht viele Erklärungen. Es ist offensichtlich, dass es einen wichtigen Grund dafür gibt, warum die Gospa uns so oft zum Gebet für den Frieden aufruft. Darum ist es wichtig, auf die Mutter zu hören und jeden Tag für den Frieden zu beten. Und wir kennen auch die Reihenfolge unseres Gebetes um den Frieden:
Zuerst beten wir um den Frieden in unserem eigenen Herzen.
Dann um den Frieden in unserer Familie und in unserer Gemeinschaft.
Und schließlich um den Frieden in der Welt.
Das Wichtigste ist, bei uns selbst anzufangen, bei unserer eigenen Umkehr und Veränderung. Denn der Friede in der Welt beginnt nicht bei den anderen, sondern bei mir.
2. „Ich rufe euch auf, in euren Familien das Rosenkranzgebet in meinen Anliegen zu erneuern, damit ich eure Gebete vermehren und für euch beim Allerhöchsten Fürsprache halten kann, damit Er eure Gebete erhört und euch den Frieden gibt.“
Das Rosenkranzgebet erneuern – möchte die Muttergottes damit nicht sagen, dass eine Familie, die früher gemeinsam den Rosenkranz gebetet hat, aufgehört hat zu beten und nun wieder neu damit beginnen soll?
Warum wünscht sich die Gospa, dass wir den Rosenkranz in der Familie beten? Zunächst einmal ist der Rosenkranz ein Gebet, in dem sich die Familie um Jesus und Maria versammelt. Und es gibt keine besseren Freunde als Jesus und Maria. Es gibt keine besseren Vorbilder, auf die wir schauen und von denen wir uns inspirieren lassen können. Und noch etwas: Auch Maria möchte durch den Rosenkranz mitten in unserer Familie gegenwärtig sein.
Eine halbe Stunde oder sogar weniger genügt für das Rosenkranzgebet.
Haben wir vielleicht vor dem Handy und dem Fernseher kapituliert? Oder können wir sie noch ausschalten? – Das „Viele“ beiseitelegen und Zeit für das „Eine Notwendige“ nehmen, von dem Jesus zu Marta spricht?
Für die Anliegen der Muttergottes beten – sagt uns das nicht etwas sehr Wichtiges über ihr mütterliches Herz? Ihre Anliegen beziehen sich gewiss auch auf uns: darauf, dass wir von einem falschen Weg umkehren und den richtigen Weg zum wahren Frieden finden.
Daraus erkennen wir: Die Gospa ist Mutter. Sie liebt. Sie ist gegenwärtig und handelt. Es ist ihr nicht gleichgültig, was mit uns geschieht. Wir liegen ihr am Herzen – und unser Heil liegt ihr am Herzen! Mit ihrem Aufruf, für ihre Anliegen zu beten, möchte die Gospa in uns eine geistliche Sensibilität wecken, damit wir ihr Herz wahrnehmen und uns bewegen lassen.
Sie möchte, dass auch in uns die Liebe neu erwacht; dass auch wir aktiv werden; dass es auch uns nicht gleichgültig ist, in welche Richtung die heutige Welt geht, was mit den Menschen um uns herum geschieht und welchen Weg die Welt einschlägt. Sie möchte, dass auch uns das Heil der Welt und das Heil der Menschen um uns herum am Herzen liegt.
Sie wird für uns beim Allerhöchsten Fürsprache halten.
Auch ohne unsere Antwort – und umso mehr, wenn wir antworten – wird die Gospa für uns beim Allerhöchsten Fürsprache halten.
Natürlich freut sie sich, wenn wir beten. Denn dann sieht sie, dass ihre Mühe nicht vergeblich ist, dass ihr Wort in uns Widerhall findet, dass es eine Antwort gibt, dass wir nicht taub sind für ihren Ruf. Und unsere Gebete werden Frucht bringen: Gott wird uns erhören und uns den Frieden schenken.
3. „Ich bin bei euch und bete wie nie zuvor für euch und mit euch, meine lieben Kinder.“
Die Gospa betont, dass sie bei uns ist. Der Grund dafür kann zweifach sein:
a) Vielleicht vergessen wir, dass sie bei uns ist.
b) Vielleicht möchte sie uns dadurch ermutigen, damit wir uns nicht allein fühlen und die Hoffnung nicht verlieren.
Stellt euch vor: Die Mutter ist bei uns!
Wir sind uns vielleicht gar nicht bewusst, in welch einer Zeit der Gnade wir leben. Je früher wir aufwachen und uns dessen bewusst werden, desto besser für uns.
Vor einigen Tagen sagte mir ein Mann aus Drinovci: „Wir haben von einem besseren Leben geträumt. Aber wir haben mehr bekommen als das – wir haben die Gospa bekommen! Es ist wichtiger, dass die Gospa bei uns ist, als alles Gold der Welt.“
„Ich bete wie nie zuvor für euch und mit euch.“ Warum sagt die Gospa: „wie nie zuvor“? Vielleicht wegen der schweren und ungewissen Situation in der Welt, wegen der Unruhe und der Kriege. Vielleicht, weil die Gospa mehr weiß als wir. Sie weiß, wie sehr der Friede bedroht ist und wie schwach die Menschen – auch diejenigen, die politische Entscheidungen treffen – sein können, wenn sie ohne Gott entscheiden. Ist dies nicht ein Zeichen für uns?
Ein Zeichen, dass auch wir wie nie zuvor für den Frieden zu beten beginnen sollen?
Wenn die Muttergottes uns sagt, dass sie wie nie zuvor für uns und mit uns betet, dann dürfen auch wir nicht gleichgültig bleiben. Lasst uns deshalb ihre Einladung annehmen.
Lasst uns beten – für den Frieden in unseren Herzen, für den Frieden in unseren Familien, für den Frieden unter den Menschen und für den Frieden in der ganzen Welt. Denn der Friede, den die Welt nicht geben kann, kommt von Gott. Und darum beginnen wir dort, wo der Friede beginnen muss: bei Gott – und bei uns selbst.
Das Deutschsprachige Informationszentrum für Medjugorje dankt P. Marinko Šakota OFM für seine Betrachtung, die uns helfen soll, die Botschaften der Gottesmutter zu leben.
Foto: ICMM