Der Hl. Josef ist ein Helfer in allen Nöten


Die heilige Kirchenlehrerin Theresia von Àvila (1515–1582) schreibt über die Verehrung des heiligen Josef in ihrem „Libro de la vida“:

„... Zu meinem Fürsprecher und Herrn erwählte ich den glorreichen heiligen Joseph und empfahl mich ihm recht inständig. Und in der Tat, ich habe klar erkannt, dass dieser mein Vater und Herr es gewesen, der mich sowohl aus meiner damaligen Not als auch aus andern noch größeren Nöten, die meine Ehre und das Heil meiner Seele betrafen, gerettet und mir sogar mehr noch verschafft hat, als ich zu bitten gewusst. Ich erinnere mich nicht, ihn bis jetzt um etwas gebeten zu haben, was er mir nicht gewährt hätte.

Ja es ist zum Erstaunen, welch große Gnaden mir Gott durch die Vermittlung dieses glückseligen Heiligen verliehen und aus wie vielen Gefahren des Leibes und der Seele er mich durch ihn befreit hat. Andern Heiligen scheint der Herr die Gnade gegeben zu haben, nur in einem bestimmten Anliegen helfen zu können; diesen glorreichen Heiligen aber habe ich in allen Stücken als Nothelfer kennengelernt. Der Herr will uns ohne Zweifel zeigen, dass er ihm im Himmel alles gewähre, was er von ihm begehrt, nachdem er ihm auf Erden als seinem Nähr- und Pflegevater, der das Recht hatte, zu befehlen, untertänig gewesen war. […]

Ich möchte jedermann zureden, diesen glorreichen Heiligen zu verehren, weil ich aus vieler Erfahrung weiß, wie viele Gnaden er bei Gott erlangt. Niemals habe ich jemand kennengelernt, der eine wahre Andacht zu ihm trug und durch besondere Übungen ihm diente, an dem ich nicht auch einen größeren Fortschritt in der Tugend wahrgenommen hätte; denn er fördert die Seelen, die sich ihm anempfehlen, gar sehr. Soviel ich glaube, flehe ich ihn schon seit einigen Jahren, jedesmal an seinem Festtage, um eine besondere Gnade an, und immer sehe ich meine Bitte erfüllt. Ist dieselbe nicht ganz rechter Art, so lenkt er sie zu etwas Besserem für mich.“

 

Gebet

Gedenke, o ganz reiner Bräutigam der Jungfrau Maria, mein liebster Schutzherr, heiliger Josef, dass man noch nie gehört hat, dass jemand, der deine Hilfe anrief und um deine Fürbitte flehte, von dir verlassen wurde. Von diesem Vertrauen beseelt, komme ich zu dir, empfehle mich dir und ergebe mich ganz deiner Treue. Ach, verschmähe nicht meine Bitten, Pflegevater des Erlösers, sondern nimm sie gnädig auf. Amen (Papst Pius IV.)


Quelle: Buch "Heiliger Josef, Vater und Helfer"
Foto: Medjugorje Deutschland e.V.