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Pressekonferenz mit Erzbischof Henryk Hoser am 01.08.2020

31. Jugendfestival 2020, Thema: „Kommt und seht“ (Joh 1, 39)

1. August 2020, 11:00 Uhr

Erzbischof Henryk Hoser:
Guten Tag, meine Damen und Herren, ich spreche heute in Französisch – der Diplomatensprache.
Wir treffen uns zum 31. Mal zum Internationalen Jugendfestival. Pater Marinko Sakota stellt Ihnen die Geschichte aller Jugendfestivals vor und ich spreche darüber, wie es in diesem Jahr abläuft. Es wird – bedingt durch die Pandemie – anders sein. Zuerst dachten wir daran, es abzusagen, aber dann haben wir uns doch anders entschieden.
Wie in all den Jahren zuvor wird es eine physische Anwesenheit geben, aber in diesem Jahr auch eine höhere virtuelle Dimension. Das Jugendfestival steht unter dem Motto: „Kommt und seht“. Das sind die Worte Jesu, als er mit den Jüngern über Johannes dem Täufer sprach. Sie fragten ihn: „Meister, wo wohnst du?“ und er antwortete: „Kommt und seht.“ Und das ist genau das, was wir das Phänomen von Medjugorje nennen!
Seit Jahren wird bezüglich der Erscheinungen kontrovers diskutiert, aber nicht nur darüber, sondern auch über die Pastorale. Die adäquate Antwort darauf ist: „Kommt und seht.“ Und dann werdet ihr Zeugnis darüber ablegen können, was ihr gesehen und erlebt habt.
Es gab im letzten Jahr eine große Öffnung gegenüber Medjugorje dank dem Schreiben des Vatikans. Daraufhin kam eine große Anzahl von Kardinälen, Erzbischöfen und Bischöfen zum Festival; doch in diesem Jahr - wegen der Pandemie - leider nicht.
Auch wissen wir nicht, wie viele Menschen kommen werden. Zum einen können wir nicht sagen, wie viele es über die Grenze schaffen werden und zum anderen müssen ja alle Einreisenden negativ auf das Virus getestet sein. So liegt der Fokus in diesem Jahr auf dem Gebetsprogramm von Medjugorje: dem Rosenkranzgebet, den Hl. Messen als Höhepunkt, auf den Kathechesen, der Anbetung. Die Beichtstühle sind immer offen und die Menschen herzlich willkommen.

Pater Marinko Sakota:
Ich grüße euch alle, liebe Reporter. Die Zahl 31 sagt, wie lange das Jugendfestival schon besteht. In den letzten Jahren waren jeweils 70 – 80 verschiedene Länder der Welt vertreten. Die Festivals sind Exerzitien für die Jugendlichen. Aber wir bieten auch Exerzitien für Priester, für Organisatoren von Pilgerfahrten, für Ehepaare, für Menschen mit Behinderungen, für Menschen aus medizinischen Berufen und neuerlich auch für Musiker an.
Seit 31 Jahren wächst das Jugendfestival, aber in diesem Jahr wird es leider begrenzt sein. Aktuell erwarten wir jugendliche Pilger aus Polen und Spanien; vielleicht kommen Einige aus Kroatien und aus Bosnien und Herzegowina.
Wir haben für dieses Jahr eine schriftliche behördliche Erlaubnis eingeholt, dass das Jugendfestival stattfinden darf. Die Genehmigung liegt uns vor. Dem behördlichen Krisenzentrum haben wir versprochen, dass wir die Regeln und die Schutzmaßnahmen einhalten werden.
Wir wollten das Jugendfestival auch unter den erschwerten Bedingungen stattfinden lassen; allerdings gezwungener Maßen mit Einschränkungen des Programms. Die Hl. Messe auf dem Erscheinungsberg und auf dem Kreuzberg bleiben aber bestehen. Das allgemeine Programm beginnt in diesem Jahr nachmittags mit Zeugnissen und Kathechesen. Das meiste wird über die Social-Media-Kanäle übertragen.

Frage an Pater Marinko Sakota:
Weil wir nicht wissen, wie viele Jugendliche in diesem Jahr tatsächlich kommen – wie viele waren in den letzten Jahren hier?

Pater Marinko Sakota:
So über den Daumen kann ich sagen, dass in den letzten Jahren ca. 45.000 Jugendliche aus 80 Ländern der Welt zum Festival angereist sind.

Frage an Erzbischof Henryk Hoser:
Sehr geehrter Herr Erzbischof, bitte schildern Sie uns Ihre Erfahrungen in dem Dienst, den Sie jetzt tun.

Erzbischof Henryk Hoser:
Ich habe hier sehr reiche Erfahrungen sammeln dürfen. Zunächst kam ich im Frühjahr 2017 zu einem 2-wöchigen Besuch nach Medjugorje. In diesen 2 Wochen habe ich die Hauptpunkte und Institutionen der Pastorale kennen gelernt (u. a. als Institutionen das Mutterdorf, Radio MIR-Medjugorje und das Informationszentrum). Auch der Erzbischof Luigi Pezzuto hat mich unterstützt und mir alle wichtigen Informationen gegeben. Nachdem ich die gesammelten Daten an die Glaubenskongregation übergeben hatte, bekam ich die Aufgabe, als Apostolischer Visitator auf unbestimmte Zeit. In den letzten 2 Jahren haben wir viel getan.
Medjugorje ist eine internationale Gebetsstätte, aber rechtlich gesehen sind wir eine Pfarrei. Den Titel ‚internationales Heiligtum‘ haben wir noch nicht.
Aber die Situation geht vorwärts: Ein Zeichen ist die Anwesenheit des Apostolischen Visitators und das andere Zeichen ist die Öffnung für organisierte Pilgerreisen der Pfarreien aus der ganzen Welt und so gehen wir Schritt für Schritt voran.
Ich habe die Bewohner von Medjugorje kennen gelernt. Sehr wichtig ist ihre Frömmigkeit. Sie haben mich sehr herzlich aufgenommen. Auch die Arbeit mit den Franziskanern, die seit Jahrhunderten hier sind, ist sehr herzlich und freundlich.
Wir haben auch ein Verhältnis zum Bischof Ratko Peric aufgebaut, der für dieses Bistum zuständig ist.

Frage an Erzbischof Henryk Hoser:
Können wir neue Schritte vom Hl. Stuhl erwarten? – Und: Welche Schritte erwarten Sie von Petar Palic, der als neuer Bischof von Mostar kommt?

Erzbischof Henryk Hoser:
Ich habe schon gesagt, dass das Verhältnis des Hl. Stuhls zu Medjugorje sehr positiv und offen ist. Die Kirche arbeitet langsam und ruhig. Die Situation stabilisiert sich; dazu wird sicherlich auch der neue Bischof, der kommt, beitragen.
Die Situation bezieht sich auf Medjugorje und ich habe in diesem Jahr hier das Sakrament der Hl. Firmung gespendet.

Frage an Erzbischof Henryk Hoser:
Ihre Mission ist pastoral und hat nichts mit den Erscheinungen zu tun?
Medjugorje ist eine kleine Pfarrei in der Herzegowina, aber Millionen Menschen sind abhängig davon. Während der Pandemie habe ich das Gebetsprogramm begleitet und gesehen, dass zeitweise über 3 Millionen Menschen online mit dabei waren. Was suchen und erwarten diese 3 Millionen Menschen aus Ihrer Sicht, Ihrer Erfahrung?

Erzbischof Henryk Hoser:
Sie wissen, dass sich mein Mandat nicht auf die Erscheinungen konzentriert. Dafür gibt es die Ruini-Kommission, die sich damit beschäftigt. Sie hat dem Hl. Vater ihre Aussage übergeben und es ist an ihm, zu entscheiden. Wann er das tun wird, ist nur von ihm abhängig. Aber das Resultat der Arbeit der Kommission ist sehr positiv.
In der Welt gibt es viele Heiligtümer mit Erscheinungen, die bis heute nicht anerkannt sind, wo sich aber eine hohe Frömmigkeit entwickelt. Man kann Maria, die Königin des Himmels, auf allen Bergen dieser Welt feiern.
Als ich hierher gekommen bin, hatte ich die Erfahrung von Kibeho. Erst wurde dieser Ort als Gebetsstätte anerkannt; später die Erscheinungen.
Die zweite Frage: ‚Was zieht so viele Menschen nach Medjugorje?‘ (aktuell über das Internet)
Millionen Menschen begleiten uns über das Internet. Aber nicht nur das. Medjugorje ist konstant mit Gebetsgruppen auf der ganzen Welt in Kontakt. Unser Pfarrer war vor kurzem in Südkorea, auf Martinique und in Kasachstan. Ich selbst besuchte Kardinal Schönborn in Wien, der ein großer Befürworter von Medjugorje ist. Kürzlich erhielt ich eine Antwort von Bischof Rey aus Toulon, der beim Jugendfestival im letzten Jahr eine wunderbare Katechese über die Charismen gehalten hat. Da waren die Kirchen überfüllt und es entwickelte sich das Gebetsprogramm von Medjugorje. Mein letzter Besuch war in Paris beim dortigen Erzbischof. Diese Besuche sind sehr wichtig. Auf der einen Seite, dass wir mit diesen Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt bleiben und auf der anderen, dass wir überprüfen, ob das, was sie tun in unserem Sinne ist und dem Glauben entspricht.
Der Erfolg des Programms von Medjugorje kommt daher, dass es dem entspricht, dessen die Menschen bedürfen: von neuem das geistige Leben aufzubauen, zu allen Sakramenten Zugang zu haben, aber auch, die Lehren der Kath. Kirche zu hören und sich daran zu halten.

Wenn keine Fragen mehr vorliegen, können wir die Konferenz beenden.
Wir danken Ihnen herzlich und wünschen Ihnen alles Gute.
 
Das Deutschsprachige Informationszentrum wird sämtliche Predigten, Kathechesen und Zeugnisse zeitnah auf der Seite www.medjugorje.de zur Ansicht online stellen.

Quelle: Live aus Medjugorje.