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Vorwort zur Zeitschrift Oase des Friedens von Dr. Christian Stelzer

Nur zweimal seit dem 9. Februar 1956, als die Wiener Staatsoper ihre Pforten für den ersten Opernball der Zweiten Republik öffnete, wurde diese prachtvolle Veranstaltung abgesagt: im Feber 1991, nach dem Beginn des Zweiten Golfkrieges, und jetzt, wegen rapide steigender Infektionszahlen aus Angst vor einem Corona-Cluster. Rückblickend könnte man fast sagen, dass die Absagen des Opernballs eine Art Gradmesser für den Ernst einer Lage ist.

Auch wenn wir in den vergangenen Monaten allmählich gelernt haben, mit der neuen Situation umzugehen, überrascht es uns doch immer wieder, wie sehr sich das Leben in kurzer Zeit verändert hat. Vor einigen Tagen besuchte ich ein Konzert, bei dem alle Gäste Mund-Nasen-Schutzmasken trugen. Hätte mir das jemand vor einem Jahr prophezeit, wäre meine Reaktion wohl eine Mischung aus Verwunderung und Belustigung gewesen. In der Zwischenzeit ist es einem, für unsere Augen unsichtbaren, winzigen Virus gelungen, das Leben auf dem ganzen Planeten zu verändern und uns alle in Atem zu halten.

Maria begleitet uns in dieser Zeit. Das durfte ich so wohltuend beim 13. Friedensgebet am 22. September im Wiener Stephansdom erleben: fünf Stunden mit Gesichtsmasken im Dom, Sicherheitsabstand zwischen den einzelnen Sitzplätzen, Datenerfassung – wenn auch freiwillig – zwecks möglichem Contact Tracing, der Kontaktpersonen-Rückverfolgung im Falle von Clusterbildung, was, Gott sei Dank, nicht notwendig wurde. Rückblickend können wir mit Erleichterung sagen: Es ist alles gut gegangen. Mehr noch: Die fünf Stunden Gebet im Dom waren Momente des Friedens und der besonderen Gnade. Die Zeugnisse von Schwester Luise Pollanz und Pater Karl Wallner, die uns Mut machten, die Grußbotschaften von Marija Pavlovic-Lunetti und Ivan Dragicevic, die uns ihr besonderes Gebetsgedenken zusagten, die Eucharistiefeier mit Kardinal Christoph Schönborn und das gemeinsame Beten als Antwort auf die Einladung der „Gospa“, der Königin des Friedens, die uns in dieser außerordentlichen Zeit nahe ist! So sagte sie uns am 25. April, inmitten des Shutdowns: „Möge diese Zeit euch eine Anregung zur persönlichen Bekehrung sein. Meine lieben Kinder, in Abgeschiedenheit, bittet den Heiligen Geist, dass er euch im Glauben und im Vertrauen auf Gott stärkt.“ Und ein Monat davor, am 25. März: „Meine lieben Kinder, lasst zu, dass Gott zu eurem Herzen spricht, denn Satan herrscht und will eure Leben und die Erde, auf der ihr geht, zerstören.“ Es sind Worte, die wir in ähnlicher Weise nur ein einziges Mal davor in all den 39 Jahren gehört haben, am 25. Jänner 1991, am Beginn des Zweiten Golfkrieges: „Satan ist stark und möchte nicht nur Menschenleben zerstören, sondern auch die Natur und den Planeten, auf dem ihr lebt.“ Neben den unmittelbaren menschlichen Opfern war dieser Zweite Golfkrieg gekennzeichnet durch den hohen Grad an Umweltschäden, ausgelöst durch Geschoße mit radioaktivem Uran und in Brand gesetzte Ölquellen in Kuwait, deren gigantische Rußwolken Auswirkungen auf die Biosphäre hatten und als Fallout Schwefeldioxid, Stickoxide und giftige, Krebs erzeugende Kohlenwasserstoffe, Schwermetalle und Dioxine enthielten. Doch Maria, unsere himmlische Mutter, lässt uns nicht zurück in Verzweiflung. Am 25. Mai 2020 schenkt sie uns einen hoffnungsvollen Ausblick: „Kehrt zu Gott und zu seinen Geboten zurück, damit der Heilige Geist euer Leben und das Angesicht der Erde verändere, die der Erneuerung im Geiste bedarf.“ Und jetzt, am 25. September, wie eine Andeutung, was ihr Kommen in dieser Zeit für uns und die gesamte Schöpfung bedeutet: „Alles, was ihr tut, soll zur Ehre Gottes sein, und dann wird der Himmel euer Herz mit Freude erfüllen, und ihr werdet fühlen, dass Gott euch liebt und mich sendet, um euch und die Erde, auf der ihr lebt, zu retten.“

Schenken wir Maria unser Vertrauen und folgen wir ihrem Ruf! Für uns und für alle, die wir im Herzen tragen und für die wir beten, wird sie auch heute der Schlange den Kopf zertreten!

Wir berichten in dieser OASE über das Medjugorje-Friedensgebet im Wiener Stephansdom und bringen unter anderem die Grußbotschaften von Marija Pavlovic-Lunetti und Ivan Dragicevic und die Predigt von Kardinal Christoph Schönborn.

Im Oktober erinnert uns die Kirche in besonderer Weise an das Rosenkranzgebet. Dazu lädt uns auch die Gottesmutter immer wieder ein. Betrachten wir ihre Worte gemeinsam mit Mag. Marija Stelzer, deren Gedanken zur Botschaft Mariens vom 25. September Sie in dieser OASE finden.

Viel Freude am Lesen wünscht Ihnen
Christian Stelzer

Oase des Friedens Oktober 2020