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Vorwort zur Zeitschrift Oase des Friedens von Dr. Christian Stelzer

Was hat ihr Leben verändert? Sie waren weder Übermenschen noch sind sie perfekt zur Welt gekommen. Sie haben wie jeder von uns ein normales Leben geführt, mit Freuden und Schmerzen, Mühen und Hoffnungen. (Papst Franziskus, 1. November 2013).

Ich denke an das Leben des reichen Tuchhändlersohnes, der mit dem Geld seines Vaters ein ausschweifendes Leben führte; oder an den ungestümen und ungehorsamen Jungen, dem seine Mutter müde und verzweifelt zurief: „Mein Kind, was soll aus dir nur werden?“ Oder an jene junge Frau, die, sich ihrer natürlichen Vorzüge bewusst, für ihre Entscheidung, ins Kloster einzutreten, neben einer Christusbeziehung auch die ungünstige – heute würde man sagen diskriminierende – Situation verheirateter Frauen im damaligen Spanien ins Kalkül zog; und an jenen jungen französischen Adeligen, der bereits während seiner Schulzeit ein ausschweifendes Leben führte und zu Skandalen Anlass gab.
 Was hat das Leben von Franz von Assisi, Maximilian Kolbe, von Teresa von Avila und Charles de Foucauld so grundlegend verändert, dass sie heute als Selige, Heilige und Kirchenlehrer verehrt werden?

Papst Franziskus sagt: „Als sie die Liebe Gottes erkannt haben, sind sie ihm mit ganzem Herzen nachgefolgt, bedingungslos und ohne Heuchelei.“
Franz von Assisi, der sich mit Pferd und Rüstung nach Apulien begeben hatte, um sich papsttreuen Rittern im Kampf gegen die Staufer anzuschließen, vernahm im Traum die Stimme: „Warum dienst du dem Knecht statt dem Herrn?“ Sofort kehrte er um, zog sich in die Einsamkeit zurück und diente den Aussätzigen vor den Stadtmauern von Assisi.
 Teresa von Avila wurde in der Fastenzeit 1554 vor einer kleinen Statue des Schmerzensmannes eine tiefe Erfahrung seiner Liebe zuteil, die eine völlige innere Umkehr und Befreiung in ihr bewirkte – ihre sogenannte „Zweite Bekehrung“.
Maximilian Kolbe hatte mit neun Jahren eine Erscheinung der Gottesmutter, die zwei Kronen, eine weiße und eine rote, in ihren Händen hielt. „Die weiße sollte bedeuten, dass ich keusch bleiben werde, die rote, dass ich ein Märtyrer werde.“, wird er mit Tränen in den Augen seiner Mutter später gestehen.
 Charles de Foucauld, der nach eigenen Aussagen bereits im Alter von fünfzehn Jahren jeglichen Glauben an Gott und die Kirche verloren hatte, erlebte in der Kirche Saint-Augustin in Paris im Alter von 28 Jahren eine Umkehr, als deren Folge er vier Jahre später in den Orden der Trappisten eintrat. Sein einfaches Gebet „Mein Gott, wenn es dich gibt, dann lass mich Dich erkennen.“, hat ihn dabei begleitet.

Ist nicht Veränderung das, was jeder Mensch sich im Innersten wünscht, Leben in Fülle, bedingungslos und ohne Heuchelei? „Ihr habt die große Gnade, dass ihr durch die Botschaften, die ich euch gebe, zu einem neuen Leben aufgerufen seid.“, sagt uns die Königin des Friedens in Medjugorje am 25. Oktober 2018. Und dann folgt ein Satz, der bisher einmalig in den Botschaften ist: „Meine lieben Kinder, dies ist eine Zeit der Gnade, eine Zeit und ein Ruf zur Umkehr für euch und die zukünftigen Generationen.“
Wie oft sprechen wir heute von der Notwendigkeit der Bewahrung der Schöpfung für uns und die künftigen Generationen. Aber Profitgier und die Annehmlichkeiten des Wohlstands, an die wir uns gewöhnt haben, fesseln uns und lassen alle Appelle ohne Wirkung verhallen, kraftlos, ja moralisierend.
 Die Gospa spricht vom „neuen Leben“, vom Ruf zur Umkehr für uns und die künftigen Generationen. Die Heiligen haben ihn vernommen und ihr Herz ihrem Sohn Jesus geöffnet und sich Maria anvertraut. Sie will auch uns an der Hand nehmen und sicher auf dem Weg der Heiligkeit führen.

In den Beiträgen dieser OASE begegnet uns Heiligkeit in verschiedenen Facetten.
 Pfarrer Norbert Orglmeister, der seit vielen Jahren mit Medjugorje verbunden ist, lädt uns ein, die Worte der Gottesmutter vom 25. Oktober 2018 zu betrachten.
 Das Zeugnis von Father Leon Pereira, der als Kaplan für englischsprachige Pilger in Medjugorje wirkt, ruft neu in Erinnerung, mit welch unbeschreiblicher Liebe die Gottesmutter jeden von uns liebt.
 Erzbischof Henryk Hoser feierte bei der Medjugorje-Wallfahrt der Ernährungsbewegung Mary`s Meals am 22. Oktober einen Dankgottesdienst. Wir geben die Predigt des Apostolischen Visitators in dieser OASE wieder.

Viel Freude am Lesen wünscht Ihnen
Christian Stelzer

Oase des Friedens November 2018