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Vorwort zur Zeitschrift Oase des Friedens von Dr. Christian Stelzer

Ostern in Medjugorje war dieses Jahr geprägt von einer besonderen Freude der Pfarrangehörigen. Kurz davor hatte der päpstliche Delegat, Erzbischof Henryk Hoser aus Warschau, Medjugorje besucht und die Worte, die er in seiner Predigt und einige Tage später in der Pressekonferenz über Medjugorje gefunden hatte, waren noch überall präsent:
„Ich möchte Sie ermutigen und bestärken, als Sonderbeauftragter des Papstes, verbreitet in der ganzen Welt den Frieden durch die Bekehrung des Herzens.
Das größte Wunder von Medjugorje – das sind die Beichtstühle hier. Das Sakrament der Vergebung und der Barmherzigkeit. Das ist ein Sakrament der Auferstehung.“, sagte Erzbischof Hoser in seiner Homilie während der Abendliturgie am Samstag, dem 1. April, um dann in der Pressekonferenz am 5. April noch konkreter zu werden:
Maria werde in Medjugorje als die Königin des Friedens angerufen, was besonders bemerkenswert sei in einer Zeit, die Papst Franziskus als „Dritter Weltkrieg in Stücken“ bezeichnet habe, so der Erzbischof. Zugleich sei dies aber auch bedeutsam angesichts des großen Leides, das der Zerfall Jugoslawiens und der Bürgerkrieg der 1990er-Jahre gebracht hätten. „Dass man die Königin des Friedens, die Mutter Gottes anruft, ist die besondere Rolle von Medjugorje. Das ist das Wichtigste.“
Von Medjugorje gehe ein Licht aus, ist Erzbischof Hoser überzeugt. Und die Welt bedürfe dieses Lichtes, eine Welt, die zerbricht und immer mehr in die Dunkelheit fällt.
Diese klaren Worte von Bischof Hoser, der am 11. Februar 2017 von Papst Franziskus beauftragt wurde, Vorschläge für eine bessere Pastoral in Medjugorje zu erarbeiten, lösten große Freude bei vielen Pfarrangehörigen, Pilgern und Medjugorje-Freunden aus. Manche hatten Tränen in den Augen, wenn sie davon sprachen, hatte doch die offizielle Kirche erstmals nach jahrelangem und von vielen Gläubigen in großer Geduld mitgetragenem Warten die kostbaren und immer wieder neuen geistlichen Früchte von Medjugorje für unsere Zeit dankbar wahrgenommen, die vielen Berufungen und die unzähligen persönlichen Glaubenserfahrungen von Menschen, die in Medjugorje neu zur Kirche und zum sakramentalen Leben gefunden hatten.
Medjugorje steht heute für viele als Symbol des Gebetes und des Friedens. „Die Menschen kommen hier zur Quelle. Sie stillen ihren Durst nach Gott, nach dem Glauben, sie entdecken den Glauben, und dies geschieht durch Maria.“, so Erzbischof Hoser.
Selten in der jüngeren Geschichte gab es weltweit so viele Konflikt- und Krisenherde auf einmal wie heute. Dass die Menschen von Gott, der Geschichte und der Zukunft zusammengerufen sind, Friedensprozesse einzuleiten, unterstrich Papst Franziskus in seiner Ansprache bei der internationalen Friedenskonferenz an der islamischen Al-Azhar-Universität in Kairo.
Ein echter Bund auf Erden könne nicht auf den Himmel verzichten, so der Papst. Religionen seien „besonders heutzutage nicht ein Problem, sondern Teil der Lösung“. Am Sinai stünde das Gebot „du sollst nicht töten“ (Ex 20:12) im Zentrum der „zehn Worte“, der zehn Gebote. Das bereits weise darauf hin, dass die „Grundbedingung für jeden Bund auf der Erde“ sei, dem „Weg der Gewalt entgegenzutreten.“
Religiöse Verantwortungsträger seien gerufen, Gewalt zu entlarven, die sich hinter einem vermeintlichen sakralen Charakter verberge. Gemeinsam müsse man sich um die Armen und Ausgebeuteten kümmern – denn in diesem Milieu fasse Extremismus einfacher Fuß.
Möge uns die Königin des Friedens beistehen, immer wieder neu Wege des Friedens zu finden! Beten wir gemeinsam mit Maria, der Braut des Heiligen Geistes, um den Frieden in den Herzen und in der Welt!
In dieser OASE lädt uns P. Reinhard Kofler CM ein, mit ihm die Worte der Gottesmutter vom 25. April 2017 zu betrachten.
Wir geben Ausschnitte aus der Pressekonferenz von Erzbischof Henryk Hoser in Medjugorje und sein Interview für den italienischen Fernsehsender canale5 wieder.
Der Weg zum Frieden führt über Vergebung und Versöhnung. Wir bringen in dieser OASE das beeindruckende Zeugnis von P. Edwin J. Daly über die tägliche Übung, Frieden mit seinen Mitmenschen zu schließen.

Viel Freude am Lesen wünscht Ihnen
Christian Stelzer

Oase des Friedens Mai 2017