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Vorwort zur Zeitschrift Oase des Friedens von Dr. Christian Stelzer

Begabtenförderung gilt heute mehr denn je als Zukunftsvorsorge für ein Land. Doch wie man Begabungen entdecken kann, darüber herrscht Uneinigkeit in den Begabtenstudien. Die bekannteste Langzeitbeobachtung von Menschen, die von Kindheit an als hochbegabt herausgefiltert wurden, ist die US-amerikanische Terman-Studie. Sie zeigt zwar, dass Hochbegabte, obwohl sie gesünder und erfolgreicher waren als Durchschnittsamerikaner, nicht mehr verdienten als andere Menschen mit ähnlichem sozialem Hintergrund. Große Karriere machte jedoch keiner von ihnen – im Gegensatz zu zwei Männern, die als Schüler „mangels Intelligenz“ nicht in die Studie aufgenommen wurden: die beiden Physiker William Shockley und Luis Alvarez, die den Nobelpreis erhielten. Musikpädagogen und Sportwissenschaftler geben heute offen zu, dass sich Talente nicht im Vorhinein, sondern erst nach vollbrachtem Werk offenbaren.

Ähnlich verhält es sich mit der größten Gabe, die uns zuteilwerden kann: Der Glaube eines Menschen offenbart sich erst in der konkreten Situation. Davor kennt nur Gott allein das Herz. Die Bücher der Bibel geben ein beredtes Zeugnis davon. Aber kann Glaube auch wachsen? Die Gospa gibt uns in ihrer Botschaft vom 25. Jänner klare Anweisungen: „Heute rufe ich euch auf, so lange noch mehr zu beten, bis ihr in eurem Herzen die Heiligkeit der Vergebung verspürt.“
Diese Verwandlung, von der die Gottesmutter spricht, vollzieht sich vor irdischen Augen unsichtbar in der Mitte des Herzens und hat dramatische Folgen für den einzelnen und seine Gemeinschaft: Neues Leben wird geboren – für einen selbst, seine Familie, Freunde und alle um ihn – wenn Heiligkeit der Vergebung im Herzen spürbar wird.

Dabei erinnere ich mich an den Medjugorje-Pilger Arthur Boyle aus Boston. Er hatte Lungenmetastasen, die von einem Nierenkrebs ausgegangen waren. Beim Friedensgebet im Stephansdom 2014 gab er Zeugnis: Er war nach Medjugorje gekommen mit dem starken Wunsch, geheilt zu werden. Zugleich spürte er, dass er seinem Vater nicht verzeihen konnte, der sich nach 43 Ehejahren von seiner Mutter getrennt hatte. Mit seinem verborgenen Groll stieg er auf den Kreuzberg und hatte starke Schmerzen in der Brust, die mit jedem Schritt zunahmen. Beim Gipfelkreuz angekommen, betete er mit seinen Freunden und erfuhr auf einmal die Kraft zu verzeihen. „Ich hatte das Gefühl, dass etwas Ungewöhnliches mit mir geschehen war.“, berichtete er später. Es war zugleich die Zeit seiner vollständigen körperlichen Heilung.

„Es muss Heiligkeit in den Familien geben, meine lieben Kinder, weil es für die Welt keine Zukunft ohne Liebe und Heiligkeit gibt“ – was für eine kompromisslose Ergänzung zu all dem, was wir an Aussagen über die Familie hören! Immer wieder berichten Medien von Gräueltaten und Gewaltverbrechen in Familien, was politische Ideologen geschickt zu nützen versuchen, um die Institution Familie überhaupt in Frage zu stellen. Aber welche Alternative gäbe es? Hat nicht Gott selbst die Familie eingesetzt? Und wünscht sich nicht in den Wertestudien die überwiegende Mehrheit junger Menschen eine Familie? Verdient die Familie als Keimzelle der Gesellschaft nicht besonderen Schutz, aber auch eine wirkliche Unterstützung auf dem Weg der Heiligkeit?
In dieser OASE laden uns Milona v. Habsburg und Dr. Ignaz Hochholzer ein, uns in die Worte der Gottesmutter zu vertiefen.

Wir bringen ein Interview mit dem Tiroler Diözesanbischof Hermann Glettler, in dem er über seine Erfahrungen als junger Student in Medjugorje spricht. „Dass in jedem Moment ein Neubeginn möglich ist, dafür steht Medjugorje – und auch für die zärtliche Nähe der Mutter Gottes.“, so Bischof Glettler. Zugleich ist er heute überzeugt, dass viele Gläubige, die in Medjugorje waren, sich auch in ihrem Alltag bemühen, eine „Oase des Friedens“ zu sein.“

Anlässlich der bevorstehenden Diözesanwallfahrt nach Medjugorje mit Bischof Ägidius Zsifkovics vom 23. – 26. April 2020 bringen wir Zeugnisse der frühen burgenländischen Medjugorje-Pilger Msgr. Josef Hirschl und Msgr. Dr. Ernst Pöschl. Aus einer Gegend, in der „vor 100 Jahren das alte Österreich aufgerissen und in Stücke zerteilt worden ist“, wie Papst em. Benedikt XVI. in einem Gebet das Burgenland bezeichnet (Seite 11), pilgerten sie bereits in den frühen 80er-Jahren mit Gruppen nach Medjugorje. Diese Pilger trugen auch wesentlich dazu bei, den Auftrag zu erfüllen, von dem Papst em. Benedikt in seinem Gebet spricht, nämlich die „unterschiedlichen Sprachen und die vielfältige Geschichte zu einer inneren Einheit zusammenzuführen.“ (Benedikt XVI.)

Viel Freude am Lesen wünscht Ihnen

Christian Stelzer

Oase des Friedens Februar 2020