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Vorwort zur Zeitschrift Oase des Friedens von Dr. Christian Stelzer

Aus 53 Ländern, darunter auch aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, der Slowakei und besonders aus Polen sind heuer die Jugendlichen trotz großer Hitze und streng kontrollierten Einreisebestimmungen zum 32. „Mladifest“ nach Medjugorje gekommen. Die Sehnsucht der jungen Menschen nach Gebet und Begegnung mit Gleichgesinnten hatte Angst und Hürden überwunden, und man hatte den Eindruck, dass der Anblick, welcher sich einem vor dem Freiluftaltar der Pfarrkirche des Hl. Jakobus in Medjugorje bot, und die Atmosphäre von Freude und Lobpreis, die in der Luft lag, ein Vorgeschmack dessen sein sollte, wie die Welt nach Covid-19 ausschauen könnte.

Schon der erste Abend bot eine besondere Überraschung: Papst Franziskus ließ vom Nuntius für Bosnien und Herzegowina, Erzbischof Luigi Pezzuto, eine persönliche Botschaft an die Jugendlichen überbringen, die von einer jungen Frau und einem jungen Mann der Pfarre vorgelesen und simultan, wie das gesamte „Mladifest“, in 15 Sprachen übersetzt wurde. Die Ausführungen des Heiligen Vaters beginnen mit den Worten:

„Liebe Jugendliche! Das Jugendfestival ist eine Woche des hingebungsvollen Gebets und der Begegnung mit Jesus Christus, insbesondere in seinem lebendigen Wort, in der Feier der Eucharistie, der eucharistischen Anbetung und im Sakrament der Versöhnung. Dieses Ereignis hat – nach der Erfahrung vieler – die Kraft, uns zum Herrn zu führen.“

Dann geht der Papst auf das Motto des Jugendtreffens ein: „Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ (Mt 19,16) und erklärt den Jugendlichen in einfachen Worten drei Schritte, auf die Jesus im Gespräch mit dem reichen Jüngling hinweist:
1) dem Nächsten Gutes zu tun als ersten Schritt: „Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote!“ (Mt 19, 17),
2) von der „Logik des Verdienstes“ zur „Logik des Geschenks“ zu wechseln: „Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben“ (Mt 19, 21), und
3) „Komm und folge mir nach!“ – die Nachfolge als dritten Schritt. Dabei zitiert Papst Franziskus seinen Vorgänger, den Heiligen Papst Johannes Paul II: „Nachfolge Christi ist nicht eine äußerliche Nachahmung, denn sie berührt den Menschen in seinem tiefsten Inneren. Ein Jünger Jesu zu sein bedeutet, ihm gleich geworden zu sein“ (Johannes Paul II., Enzyklika Veritatis Splendor, 21).

Die Eucharistiefeier an diesem Eröffnungsabend des „Mladifest“ leitete Kardinal Robert Sarah, emeritierter Kardinalpräfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, in Konzelebration mit Erzbischof Luigi Pezzuto, Erzbischof Tadeusz Wojda aus Danzig, Weihbischof Arjan Dodaj aus Tirana und 266 weiteren Priestern.

„Wir sind hierher nach Medjugorje gekommen, um unseren Glauben an Jesus Christus, unseren Erlöser, zu erneuern“, begann Kardinal Sarah seine Predigt, um am Ende alle Anwesenden der Gottesmutter anzuvertrauen: „Möge Unsere Liebe Frau von Medjugorje uns bekehren und uns helfen, Gottes Werk zu tun, und uns alle segnen.“, so der Kardinal.

Eine besondere Begegnung in diesen ersten Augusttagen in Medjugorje war für mich jene mit Weihbischof Arjan Dodaj aus Tirana, der am 14. September dieses Jahres zum Medjugorje-Friedensgebet in den Wiener Stephansdom kommen wird. Als 16-Jähriger gelangte Bischof Arjan mit dem Schlauchboot von Albanien illegal nach Italien, wo er als Schweißer und Gärtner arbeitete und eine christliche Gemeinschaft kennenlernte, die durch Medjugorje entstanden war. 10 Jahre später weihte Johannes Paul II. ihn zum Priester, und am 9. April 2020 ernannte ihn Papst Franziskus zum Weihbischof der Erzdiözese Tirana-Durrës. Der junge Bischof wird im Stephansdom Zeugnis vom Wirken Gottes in seinem Leben geben.

In dieser Augustausgabe lädt uns der Organist und der Lektor der OASE, Christian Zaruba, zum Betrachten der Botschaft ein. „Bezeugt mit eurem Leben, dass ihr mein seid“, sagt uns die Gospa, die Königin des Friedens, am 25. Juli 2021. Wie spürbar diese Worte für viele Teilnehmer des „Mladifest“ wurden, von dessen ersten Tagen wir in dieser OASE berichten!

Für den 14. September d. J. laden wir herzlich zum Friedensgebet in den Wiener Stephansdom ein. (Programm siehe Seite 2). Bitte beten Sie mit!

Einen gesegneten August und viel Freude am Lesen wünscht Ihnen
Christian Stelzer

Oase des Friedens August 2021