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Zusammenfassung der Aussagen über Medjugorje

Die Meinungen über Medjugorje gehen innerhalb der Kirche weit auseinander. Hier möchten wir Ihnen in Kürze den aktuellen Stand der Dinge präsentieren.

Wie hat sich die Kirche zu den Erscheinungen geäußert?

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass es kirchlicherseits unterschiedliche Aussagen gibt, die man entsprechend ihrer Quelle einzuordnen hat. Bereits bald schon nach Beginn der Erscheinungen wurde vom damaligen Ortsbischof Zanic im Januar 1982 eine Untersuchungskommission in Sachen Medjugorje eingesetzt, deren Zusammensetzung jedoch überaus umstritten war. Auch nach deren Erweiterung auf Drängen der jugoslawischen Bischöfe war die Mehrheit dieses erweiterten Gremiums wiederum geprägt von einer ablehnenden Haltung gegenüber der Ereignisse in Medjugorje. Dieser geheime, an die Glaubenskongregation in Rom unter dem Präfekten Kardinal Joseph Ratzinger übergebene Bericht fiel – wie zu erwarten – negativ aus.

Allerdings wurden noch im gleichen Jahr die Resultate dieser ersten Untersuchungskommission vom Heiligen Stuhl zurückgewiesen. Damit verbunden war die Forderung des Vatikans, eine neue Untersuchung anzustellen, nicht mehr unter der Leitung des Bischof von Mostar, sondern auf der Ebene der Jugoslawischen Bischofskonferenz.

Damit ist bis heute dem Bischof von Mostar der Vorsitz dieser Untersuchungskommission entzogen. Sein mehrfach öffentlich geäußertes Urteil über Medjugorje, wonach echte Erscheinungen mit Sicherheit nicht stattgefunden hätten (constat de non supernaturalitate), wurden vom Sekretär der von Kardinal Josef Ratzinger geleiteten Glaubenskongregation, Mgr. Tarcisio Bertone, am 26. Mai 1998 wie folgt kommentiert: „… sollte man als eine persönliche Überzeugung des Bischofs von Mostar betrachten, der, als Ortsbischof, immer das Recht hat, das auszudrücken, was seine eigene Meinung ist und bleibt“ (in einem Brief an den Bischof von Saint-Denis, Mgr. Gilbert Aubry).

Die neue Kommission der Jugoslawischen Bischöfe arbeitete von 1987-1990 im Geheimen. Am 10. April 1991 wurde in Zadar eine Erklärung mit folgendem Inhalt veröffentlicht:

  • Die Bischöfe kommen zum Schluss, dass bislang die Übernatürlichkeit der Erscheinungen in Medjugorje noch nicht bestätigt werden kann. Dies bedeutet, dass die Kirche noch zu keinem entgültigen Entschluss gekommen ist.

  • Die Bischöfe stellen fest, dass die große Zahl der Gläubigen, die nach Medjugorje pilgern, pastoraler Betreuung bedürfen, um den Wallfahrtsbetrieb in Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche zu gewährleisten.

Wie nun diese pastoralen Schritte auszusehen hätten, sollte in zu erstellenden Richtlinien festgelegt werden. Leider brach darauf der Bürgerkrieg auf dem Balkan aus – die Neuziehung der Grenzen brachte es auch mit sich, dass die Zuständigkeit für die Erscheinungen von Medjugorje nunmehr bei der Bischofskonferenz von Bosnien-Herzegowina liegt. Diese hat bis heute nichts unternommen, um die in der Erklärung von Zadar angekündigten pastoralen Schritte in die Tat umzusetzen.

Medjugorje als Heiligtum

Neben der Frage, ob Medjugorje kirchenrechtlich als „Heiligtum“ bezeichnet werden dürfe, gibt es von verschiedenen Bischöfen unterschiedliche Aussagen. Die Geschichte von Wallfahrtsorten wie Lourdes oder Fatima hat aber gezeigt, dass es häufig eine derartige Anerkennung erst dann gegeben hat, wenn ein solcher Ort über viele Jahre mit vielen geistigen Früchten von vielen Pilgern aufgesucht wurde.

Gleichwohl ist es dem (gegenüber Medjugorje negativ eingestellten) Ortsbischof vorbehalten, dem Gnadenort auch kirchenrechtlich den Titel „Heiligtum“ zu verleihen. Vor rund 15 Jahren hatte der Krieg auf dem Balkan diesen geplanten Schritt der jugoslawischen Bischofskonferenz verhindert.

Für die Echtheit der Erscheinungen und die missionarische Bedeutung dieses Ortes spricht vieles: Da sind die Ströme von Pilgern, die alljährlich diesen Gnadenort aufsuchen, die nicht enden wollenden Zeugnisse von der Bekehrung so vieler Menschen und da ist auch die große Zahl von mittlerweile rund 250 Bischöfen und Kardinälen, die Medjugorje besucht haben. Wenn auch die Kirche noch kein endgültiges Urteil gesprochen hat, so haben sich mit den unzähligen Pilgern in ihrem persönlich Urteil viele Bischöfe und auch Papst Johannes Paul II. festgelegt, dass der Himmel in Medjugorje der Welt einen Ort geschenkt hat, an dem unzählige Menschen von Maria geführt den Weg zu Gott wieder neu gefunden haben.

Dürfen Pilger nach Medjugorje kommen?

Im Unterschied zu verschiedenen anders lautenden Meldungen, stellt der Vatikan durch seinen Sprecher Navarro-Valls am 21. August 1996 ausdrücklich fest:
„Der Vatikan hat niemals gesagt, dass Katholiken nicht nach Medjugorje gehen dürfen, jedoch hat er den Bischöfen untersagt, dass Pfarren noch Bistümer offizielle Wallfahrten zum Ort der angeblichen Marienerscheinungen organisieren sollen. (...) Man kann den Menschen nicht verbieten, dorthin zu gehen, solange hier keine Irrtümer festgestellt wurden. Da dies nicht der Fall ist, kann also jeder dorthin gehen, wenn er möchte“. Des Weiteren betont Navarro-Valls, dass auch Priester zur seelsorglichen Begleitung der Pilgergruppen an diesen Ort reisen dürfen und dass die Kirche keinesfalls „nein“ zu Medjugorje gesagt hat.

Zeugnisse von Bischöfen und einem Kardinal über Medjugorje

Erzbischof Frane Franic, Split: „Medjugorje hat für die Seelsorge in Jugoslawien in vier Jahren mehr bewirkt als alle Bischöfe und Priester in vierzig Jahren.“

Erzbischof P. M. Hannan aus New Orleans (USA) erklärte im Februar 1996: „...Aus diesen Gründen empfehle ich allen, besonders der Jugend, eine Pilgerreise zur Königin des Friedens (nach Medjugorje) zu machen und anderen ihre Erfahrungen mitzuteilen“.

Kardinal Wamala aus Uganda stellte in Medjugorje fest: „Ich glaube, dass es wohl die Muttergottes ist, die hier erscheint. Wenn sie sich die Mühe macht, herzukommen, um zu uns zu sprechen, müssen wir uns die Mühe machen, herzukommen, um ihr zuzuhören, und vor allem alles das zu tun, was sie uns sagt“.

Kommission - Kardinal Ruini lädt nach Medjugorje ein

Kardinal Ruini leitet die Kommission zur Untersuchung der Ereignisse in Medjugorje. Laut einem Zeitungsbericht ermutigt er die Menschen, Medjugorje zu besuchen.

Kardinal Camillo Ruini steht den Ereignissen in Medjugorje mit offener Haltung gegenüber. Dies berichtet die in Split erscheinende kroatische Zeitung „Slobodna Dalmacija“. Ruini ist Vorsitzender der Kommission, die derzeit die Ereignisse in Medjugorje überprüft. Laut dem Bericht ermutigt Ruini die Gläubigen, Medjugorje zu besuchen. Er vergleiche seine Einstellung mit der von Kardinal Christoph Schönborn, ist in dem Bericht zu lesen. Der Erzbischof von Wien hat selbst Medjugorje besucht und seine Kathedrale für die Seher Ivan Dragicevic und Marija Pavlovic-Lunetti geöffnet. Kath.net hat berichtet.
Möglicherweise werde Medjugorje aus der Jurisdiktion des Bischofs von Mostar herausgenommen, berichtet die Zeitung weiter. Ratko Peric, der Bischof von Mostar steht den Marienerscheinungen in Medjugorje ebenso wie seine Vorgänger ablehnend gegenüber. Die Variante, aus Medjugorje eine eigene Diözese zu machen, wird nach Angaben der Zeitung nicht mehr verfolgt. Dazu gebe es zu wenig Katholiken, die ihren Wohnsitz im Gebiet Medjugorje hätten.

Quellennachweis: Kath.net
4. Januar 2013