Newsletter
Kontakt
Login

33. Internationales Jugendfestival 2022 in Medjugorje - Zusammenfassung

Das 33. internationale Jugendfestival findet vom 1. bis 6. August 2022 in Medjugorje statt.
Das diesjährige Treffen steht unter dem Thema: "Lernt von mir, so werdet ihr Frieden finden" (Mt 11,28-30).

Sobald uns aktuelle Informationen, Bilder oder Video-Aufzeichnungen vorliegen, veröffentlichen wir sie unmittelbar auf dieser Seite!

Ein Teil der Vorträge und Predigten sind bearbeitet und schon verlinkt. Viel Freude beim Anschauen!

Das Programm finden Sie hier.

Brief von Papst Franziskus

Der Heilige Vater, Papst Franziskus, schickte zum 33. Mladifest einen Brief an die Jugend! Diesen überbrachte er durch den Apostolischen Visitator mit einer besonderen Rolle für die Pfarrei Medjugorje, Erzbischof Aldo Cavalli.

Papst Franziskus zitiert zunächst aus dem Matthäus-Evangelium, dass nur bei Gott Frieden für die Seelen derer, die sich plagen und schwere Lasten tragen, zu finden sei. Der Herr richte sich damit aber nicht nur an die Apostel, sondern an uns alle, da er unser Leben kenne. Gemäß dem Motto des diesjährigen Jugendfestivals wolle der Herr, dass wir alle von Ihm lernten.
Dies fiele uns in den dunklen Momenten unseres Lebens schwer, aber wenn wir die Richtung hin zu Gott einschlügen, könnten wir erkennen, dass das Kreuz mit Ihm zu tragen hieße, einander zu lieben.
Wir sollten dem Beispiel Marias folgen, die uns an der Hand nähme, um uns zu ihrem Sohn zu führen. Der Hl. Vater empfiehlt die Jugendlichen des Festivals der Fürbitte der Muttergottes an, damit sie die „süße und leichte Last der Nachfolge Christi“ tragen könnten.

Kardinal Juan José Omella, Erzbischof von Barcelona und Vorsitzender der Spanischen Bischofskonferenz, war Hauptzelebrant der Eröffnungsmesse am 1. August 2022.
Die Verlesung des Papstbriefes ist unter dem 1. August anzuhören.

Montag, den 01. August 2022

Das 33. Internationale Jugendfestival mit dem Thema: "Lernt von mir, so werdet ihr Frieden finden" (Mt 11,28-30) wurde von Pater Marinko Sakota, dem Ortspfarrer von Medjugorje, eröffnet.

Pater Marinko Sakota begrüßte die mehr als 70 teilnehmenden Länder und unabhängigen Staaten, die in Medjugorje vor Ort sein können.

In diesem Jahr verlas der Apostolische Visitator mit besonderer Rolle für Medjugorje, Erzbischof Aldo Cavalli, den Brief des Hl. Vaters, Papst Franziskus, an die Jugendlichen:

Papst Franziskus zitiert zunächst aus dem Matthäus-Evangelium, dass nur bei Gott Frieden für die Seelen derer, die sich plagen und schwere Lasten tragen, zu finden sei. Der Herr richte sich damit aber nicht nur an die Apostel, sondern an uns alle, da er unser Leben kenne. Gemäß dem Motto des diesjährigen Jugendfestivals wolle der Herr, dass wir alle von Ihm lernten.
Dies fiele uns in den dunklen Momenten unseres Lebens schwer, aber wenn wir die Richtung hin zu Gott einschlügen, könnten wir erkennen, dass das Kreuz mit Ihm zu tragen hieße, einander zu lieben.
Wir sollten dem Beispiel Marias folgen, die uns an der Hand nähme, um uns zu ihrem Sohn zu führen. Der Hl. Vater empfiehlt die Jugendlichen des Festivals der Fürbitte der Muttergottes an, damit sie die „süße und leichte Last der Nachfolge Christi“ tragen könnten.

Den vollständigen Text des Briefes finden Sie hier.

Es folgte während der Eucharistiefeier die Predigt von Kardinal Juan José Omella, Erzbischof von Barcelona und Vorsitzender der Spanischen Bischofskonferenz:

In seiner Eröffnungspredigt sprach der Kardinal die Jugendlichen, Familien und die Gläubigen direkt an. Er grüßte die Erzbischöfe, Priester und Diakone. Er dankte Mons. Aldo Cavalli für die Einladung und den Franziskanerpriestern für den herzlichen Empfang.
Er betonte, zutiefst glücklich und Gott sehr dankbar zu sein, dass er mit allen zusammen in Medjugorje sein könne und diese Eucharistiefeier bei der Eröffnung des 33. Jugendfestivals, zelebrieren dürfe: „Gesegnet und gepriesen sei Gott, der uns so sehr liebt!“
Der aus Spanien (Diözese Saragossa) stammende Kardinal erzählte, dass sich in der gleichnamigen Stadt eine Basilika befände, die der seligen Jungfrau Maria „Unserer Lieben Frau von der Säule - La Virgen del Pilar“ geweiht sei, denn um 40 n. Chr. habe dort die erste, von der Kirche anerkannte, Erscheinung der seligen Jungfrau Maria stattgefunden.
Jeder der Anwesenden könne sich fragen: Warum er nach Medjugorje gekommen sei; was er hier mache. Viele seien, wie er, zum ersten Mal hier. - Vielleicht hätten Verwandte und Freunde ermutigt, zu kommen. Aber jeder von ihnen sei nur hier, weil Jesus und Maria es wollten. Er forderte auf: „Gebt euch hin, lasst euch tragen und leiten von unserer Mutter, der seligen Jungfrau Maria.“
Das Leben sei kostbar und habe den Wert, mit voller Intensität gelebt zu werden. Wir würden zwar einen Kampf nach dem anderen führen und das Böse würde manchmal gewinnen und Teile oder Aspekte unseres Lebens übernehmen; herrschend und erobernd. So sei unser Leben eine Reise der ständigen Bekehrung, damit wir - mit Hilfe von Jesus und Maria – jene Parasiten, die unser Leben stehlen würden, erkennen und besiegen könnten.
Er gab zu bedenken, dass uns die Joche und Ketten: - Image, Prestige, Sehnsucht nach Ehre - der Wunsch nach Macht, Geld, Eigentum und Besitz - Soziale Netzwerke, TikTok, YouTube - Vielleicht Pornografie - Das Glück als unbegrenzte Anhäufung von Vergnügen zu verstehen - den Frieden und die Freude rauben könnten.
Mit dem Jugendfestival begänne eine Woche, die die Anwesenden durch die fünf Steine von Medjugorje, von den Jochen, die uns unterdrückten und die uns vom Weg der Glaubwürdigkeit und Freiheit trennten, befreien würden. Gott sei der Einzige, der uns von den Lasten und Problemen, die uns bedrückten befreien, retten könne, aber Er würde es zu Seiner eigenen Zeit tun, unabhängig von unserer Eile oder Dringlichkeit. Kardinal Omella empfahl, diese Woche zu nutzen, um sich mit Gott in diesem Beichtstuhl der Welt, in Medjugorje, zu versöhnen. Denn egal, wie sehr das Böse brülle, die selige Jungfrau Maria halte ihn fern, zertrete ihn mit ihrem Fuß.
Wir Christen trügen nicht die Flagge der Angst, sondern die, der Liebe und Freude, wenn wir daran arbeiten würden, das Evangelium zu verkünden und eine menschlichere Welt aufzubauen, in der wir alle Brüder und Schwestern seien. Dies sei die Wahrheit, die in dem Motto des diesjährigen Jugendfestivals enthalten sei: „Lernt von mir, so werdet ihr Frieden finden“. (vgl. Mt 11, 28-30) Ja, Jesus sage das zu jedem von uns, und Er sage es laut im Matthäusevangelium.
Mit dieser Woche des Festivals hätten die Anwesenden entschieden, dem Lärm, der Zerstreuung und der üblichen Arbeit zu entfliehen, um in der Gesellschaft Mariens dem Herrn zu begegnen. Alles, was die Jugendlichen hier sehen, hören, teilen und erleben würden, seien Mittel, derer Gott sich bediene, um auf den Grund unseres Herzens vorzudringen. Jesus wolle, dass wir Ihn in unser Leben hineinließen. Er wolle allen Tausendmal sagen: „Ich liebe dich und ich brauche dich. Wegen dir und für dich habe ich die Welt erschaffen; bin ich am Kreuz gestorben. - Ich liebe dich mit einer unermesslichen Liebe, die fähig ist, das Leben für dich zu geben, die in der Lage ist, Hass und Gewalt in Liebe umzuwandeln, die den Tod zerstören kann mit der Auferstehung und dem ewigen Leben. Ich möchte dir diese Liebe geben. Nimmst du dieses Geschenk an? Willst du es wirklich? - Ich brauche dich, um diese Liebe bis ans Ende der Welt zu bringen. Ich brauche dich, damit du meine Stimme, meine Hände, mein Gesicht in der Welt wirst.“
Der Kardinal stellte dann die Frage, ob wir es wagen würden, uns auf das große Abenteuer einzulassen, das Gott uns vorschlüge; trotz unserer Gebrechlichkeit und Schwachheit.
In diesen Tagen werde in Medjugorje die Eucharistie der zentrale Ort der Begegnung mit Gott dem Vater sein, mit Jesus Christus und mit dem Heiligen Geist; der Ort der Begegnung mit der seligen Jungfrau Maria.
Alles, was die Anwesenden in dieser Woche durchleben würden, helfe, unsere ganze Existenz zur Begegnung mit der Heiligen Dreifaltigkeit in der Eucharistiefeier auszurichten. Deshalb solle jeder die Eucharistie mit tiefer Achtung und Demut empfangen. Jeder solle erlauben, dass sie uns wandele, dass sie uns Schritt für Schritt Christus ähnlicher mache. In ihr müssten wir die Quelle und das Licht für all unsere Taten und all unsere Handlungen finden. Nach diesen Riten, Zeichen, Gesten und Worten, werde der auferstandene Jesus Christus und der Heilige Geist präsent. Sie wollten in unser Leben eintreten, sie wollten uns mit Ihrer Liebe erfüllen, unsere Herzen aus Stein in Herzen aus Fleisch (ver)wandeln, die die Gemeinschaft und den Frieden förderten.
Der große Apostel des Beichtstuhls und der geistlichen Führung, Alfons Liguori, sage: „Jesus, welches Detail der Liebe hast du uns hinterlassen, als Du die Welt verlassen hast? Kein Kleidungsstück oder Ring, sondern Deinen Leib, Dein Blut, Deine Seele, Deine Gottheit, Dein ganzes Wesen!“
Ist das nicht großatig?
Zum Schluss regte der Kardinal noch an, alle sollten jetzt die Augen schließen und Gott erlauben, dass Er einen jeden zärtlich anschaue, dass Er einer jeden Seele näher komme, dass Er durch das Gebet zum Heiligen Geist, die Türe des Herzens öffne und dass Jesus Christus, der Sohn Gottes komme und alle wandele.
Niemand solle sich fürchten, dem Herrn zu sagen: „Hier bin ich, Herr, komm‘ in mein Herz und bleibe darin. Möge mein Leben der Weg der Heiligkeit sein. Rechne mit mir, dass ich Gutes tun werde und Dir helfen werde, die Welt zu verwandeln.“
Heilige Maria, Köngin des Friedens, bitte für uns und für die ganze Welt. - Amen.

Die gesamte Predigt gibt es hier zum Nachlesen.

Mitfeiernde Geistliche waren: Mons. Aldo Cavalli, Mons. Amaury von BiH, Mons. Luigi Bonazzi von Albanien, Mons. Arjan Dodaj, Erzbischof von Tirana-Durrës, Mons. Mauro Parmeggiani, Bischof von Palestrina, Mons. Szymon aus Polen, Mons. Alex Vadakumthala aus Indien, Mons. Alfonso aus Irland.

Im Anschluss an die Eucharistiefeier folgten die Segnung der Andachtsgegenstände und die Anbetung Jesu Christi im Allerheiligsten Altarssakrament.

483 Priester waren in Konzelebration mit dabei.

Dienstag, den 02. August 2022

Der Tag begann um 6.00 Uhr mit dem Rosenkranzgebet auf dem Erscheinungsberg bei der Muttergottesstatue. Pater Marinko Šakota begann dieses Gebet im Namen des Kreuzes Jesu Christi.

Pater Marinko Sakota
Pater Jozo Grbeš

Den Auftakt in den neuen Tag bildete das vom internationalen Chor und dem Rockband-Orchester musizierte Potpourri der Songs „Jesus“, „Magnificat anima mea Dominum“, „Gory glory Halleluja“, Alabare a mi Senor“. Dazu wurde von jungen Schwestern der Gemeinschaft der Seligpreisungen und der Franziskanerjugend eine Choreographie zum Mitmachen dargestellt.

Pater Marinko Sakota eröffnete den neuen Tag mit dem Gebet zum Heiligen Geist. Er wies darauf hin, dass die Muttergottes in Medjugorje uns auch dazu anregen möchte, den Tag mit Gebet zu beginnen und mit Gebet zu beenden. Jesus lehre uns, wachsam zu sein. Und so würden diese Tage des Jugendfestivals mehr eine Zeit des Wachens als des Schlafens sein. Pater Marinko lud zu Beginn des Gebets die Anwesenden aus der ganzen Welt dazu ein, das Kreuzzeichen ganz bewusst und langsam zu machen.
Damit leitete er schon auf das wichtige Thema des heutigen Vormittags ein, mit dem Herzen zu beten, um dadurch die Liebe Gottes in der Tiefe zu erfahren und dadurch verwandelt zu werden.
Es folgte das Gebet „Komm Schöpfer Geist“, damit der Hl. Geist unsere Herzen öffnen möge. Das Gebet wurde im Hintergrund leise instrumental mit dem Lied „Komm, Heilger Geist, fall auf uns herab“ von Agostino Ricotta  untermalt. Wechselweise zu den Strophen des Gebetstextes sang der Chor in verschiedenen Sprachen.
In dieser ruhig-meditativen Stimmung regte Pater Marinko die Jugendlichen an, das Kreuzzeichen noch einmal im besonderen Bewusstsein zu machen, damit in das Innere des Herzens einzutreten, damit zu Gott, unserem Vater zu rufen, dass ER uns segne und uns mit seinem ganzen Wesen durchdringen möge,  dass ER uns heiligen möge. Deshalb sei es auch sehr wichtig, das Kreuzzeichen mit viel Liebe zu machen. Bei der Handbewegung von oben nach unten könne man sich bewusst werden, dass Gott in unseren Leib, in unser Herz herabsteige. Alle wurden eingeladen, in einer Zeit der Stille, das Kreuzzeichen in eigenem, langsamem Tempo und ganz bewusst zu machen. Diese Stille mündete in den feierlichen Lobpreisgesang „Laudate omnes gentes, laudate Dominum, allelluja, cantate Dominum“ mit Chor und Orchester.

Zitat aus dem Evangelium
P. Marinko stellte das diesjährige Motto des Jugendfestivals aus dem Matthäusevangelium ins Zentrum: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt, ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für Eure Seele.“
P. Marinko lud alle ein, mit geöffneten Herzen und Händen den Hl. Geist anzurufen. Er betete, dass der Hl. Geist unsere Herzen für Jesus öffnen möge, damit wir Ihn und Sein Herz noch mehr kennen lernen mögen.
Das gemeinsame Gebet des „Vater unser“, der priesterliche Segen auf Fürsprache Mariens, der „Königin des Friedens“ und der Rock-Song „Come, now ist he time to worship“ schloss das Morgengebet ab. Begeistert schwenkten die Jugendlichen aus den Ländern der Welt ihre Fahnen zum Takt der Musik.

Nach dem Morgengebet folgte die Katechese von Pater Jozo Grbeš, des im April neu gewählten Provinzials der Franziskanerprovinz Herzegowina:

Pater Marinko erläuterte zuvor, dass die Muttergottes uns in die Tiefen der Liebe Gottes führen möchte. Deshalb rufe sie uns zum Gebet mit dem Herzen auf. Die Katechese von Pater Jozo Grbeš diene diesem Ziel, in die Tiefen der Liebe Gottes geführt zu werden.

Ein einfaches Leben ist ein freies Leben

Pater Jozo lud alle ein, über die Einfachheit nachzudenken. Ihm komme es so vor, dass wir Christen das Leben so kompliziert gemacht hätten. Dabei sei die Botschaft Jesu „einfach“, wir müssten zurück zur ursprünglichen „Einfachheit“ der Botschaft Jesu.
Jesus ruft zur Liebe auf und Maria erinnere uns in ihren Botschaften an diese Liebe. Diese Einfachheit der Liebe Jesu versuche nicht, jemanden oder Dinge in Besitz zu nehmen. Diese Dimension der „Einfachheit“ mache uns „frei von innen“. Diese Freiheit zu wählen bedeute somit ein „Mehr“ und nicht „Weniger“. Ein einfaches Leben sei ein freies Leben.
Pater Jozo erklärte, dass wir Christen in einer Welt leben, in der uns so vieles fremd sei. Wir würden neue Werte hören, neue Grundlagen. Jesus Christus sei unsere Grundlage der Werte. Es sei wichtig, über die Einfachheit des Lebens nachzudenken, denn es habe einen Einfluss darauf, wie wir die Welt betrachten und wer wir sind.Das größte Problem unserer Zeit ist die Leere
Tagtäglich würden wir die Vergänglichkeit der Dinge erleben und dann blieben nur die Wirklichkeiten, die bleiben. Die vergänglichen Wirklichkeiten würden diese Leere bringen.

Das größte Problem unserer Zeit sei die Leere.

Wenn wir uns dessen bewusst würden, so würden wir verstehen, was göttlich in uns sei, was ewig sei. Leerheit sei ein Mangel des wirklich Wichtigen.

Nachdenken über die Wichtigkeit der Worte

Das Buch Genesis und das Johannesevangelium beginne mit dem „Wort“. Jedes Wort sei wichtig und berühre. In der Bibel sei kein überflüssiges Wort. Jesus habe nur ein Gebet, das „Vater unser“ gelehrt. Da gäbe es kein überflüssiges Wort. Pater Jozo regte dazu an, zu überlegen, ob es in unseren Worten Überflüssiges gäbe.  Er gab somit Impulse zu einer Art der „Einfachheit des Wortes“.

Rückkehr zu Jesu Gebot der Liebe

Der Hl. Apostel Paulus schreibt im Korintherbrief: „Das Größte unter allem aber ist die Liebe“. Der Apostel folgte also der Hingabe Jesu. Von dieser Spiritualität der „radikalen Einfachheit“ sei der Hl. Franziskus von Assissi geprägt gewesen. Er habe verstanden, dass dies ein  Teil des Planes Gottes sei. Dann sei es einfach, das loszuwerden, was überflüssig sei. Überflüssige Sachen, Sehnsüchte, das Egoistische. Dagegen würden das Vulgäre und die Säkularität das Fundament für die Leerheit schaffen. Deshalb sei es wichtig, dass wir zu den Anfängen unseres Glaubens zurückkehren.

„Selig, die ein reines Herz haben, sie werden Gott schauen“

P. Jozo verwies dann auf die Seligpreisungen Jesu. Das hieße, dass nur ein Mensch, der ein reines Herz habe, das Privileg habe, Gott zu schauen. Es sei die ursprüngliche Sehnsucht des Menschen, ein reines Herz zu haben. Er erläuterte dann den Zusammenhang des „reinen Herzens“ mit dem Problem der „Leere“ und der Erkenntnis, was wirklich wichtig sei. Die Reinheit sei die Grundlage von allem. Sie würde zu stabilen Beziehungen verhelfen, die reine Motive hätten. Mit reinem Herzen werde der Mensch authentisch. Authentische Menschen seien sehr anziehend und bräuchten nicht viel Worte, Jesus zu verkünden, denn die Authentizität spräche für sich selbst. Diese Art von authentischem Leben sei für jeden möglich, egal in welcher Lebenssituation man sei.

Mutter Teresa als Beispiel für die Spiritualität der Einfachheit

Mutter Teresa sei in der ganzen Welt bekannt, obwohl sie eine einfache Ordensfrau gewesen sei, die einfache Botschaft der Liebe Jesu gelebt habe. Abschließend stellte er dar, dass Maria seit über 40 Jahren in Medjugorje dazu aufriefe, zu dieser Einfachheit und den Ursprüngen des Christentums zurückzukehren.

Für Abwechslung sorgte das internationale Musikensemble mit „Bless the Lord, my soul“ im groovigen Rhythm & Blues–Stil mit Choreographie zum Mitmachen.

Dann folgte das Zeugnis von Maisa Arraf:

Maisa Arraf kommt aus einem Dorf in Galiläa im Hl. Land und erfuhr zum ersten Mal 2013 durch den Besuch der Seherin Vicka Ivankovic-Mijatovic von Medjugorje. Während der Erscheinung Mariens beim Rosenkranzgebet habe sie ein übernatürliches Sonnenphänomen erlebt. Voller Freude habe sie ihr Leben weitergeführt, aber sie habe auch gespürt, dass etwas fehle. Diese Art „Depression“ habe sie mit einem Priester besprochen, der ihr Trost und Vertrauen auf Jesus vermittelt habe. Am Fest der Göttlichen Barmherzigkeit begegnete sie im Heiligtum des Hl. Charbel einer marianischen Bewegung, der sie sich anschloss. Kurz darauf beendete sie ihre bisherige Berufstätigkeit und lebte ein halbes Jahr ein intensives Gebetsleben, insbesondere mit dem Rosenkranzgebet. Sie gab ihr bisheriges weltliches Leben immer mehr auf und begann, ein ganz einfaches Leben mit der Gospa mit viel Gebet zu leben.
Im Juli 2014 besuchte sie zum 1. Mal Medjugorje, wo sie die Gegenwart von Jesus und Maria gespürt habe. Sie kehrte nach Israel zurück und lebte innerhalb der marianischen Gemeinschaft ganz im Dienste der Muttergottes. Gleichzeitig ergab es sich, wieder eine Arbeitsstelle anzunehmen. Als sie eingeladen wurde, auf Evangelisationsreise zu gehen, gab es Spannungen darüber in ihrer Familie.
Sie fuhr fort, mit ihren Freunden über Jesus zu sprechen, was ihr geholfen habe, zu sich selbst zu finden. In ihrer marianischen Bewegung wird die Spiritualität von Medjugorje und der Göttlichen Barmherzigkeit gepflegt.
2015 kam sie zum 2. Mal nach Medjugorje und blieb einen Monat lang. Eines nachts hörte sie eine Stimme, die ihr geoffenbart habe, dass sie mit ihrem Gesang den Menschen helfen solle, Gott nahe zu kommen. Diese Berufung lebt sie nun und hat u. a. für den arabischen Raum CDs aufgenommen mit Musikern aus Medjugorje. Sie ist auch jahrelanges Mitglied im internationalen Chor des Jugendfestivals Medjugorje.
Durch die Gnade Gottes sei sie auch in Medjugorje von einer früheren belastenden Erfahrung mit einem Dirigenten geheilt worden.
Maisa dachte über ein geweihtes Leben nach. Zu dieser Zeit hatte sie eine schwierige Beziehung mit ihrem Freund. Sie erkannte dann während der Pilgerreise in Medjugorje, dass sie die Freiheit der Wahl habe. Mittlerweile ist sie verlobt. Maisa rief alle jungen Frauen dazu auf, zu beten und geduldig zu sein. Die Muttergottes habe ihr Herz und das ihres Freundes mit Liebe gefüllt, was ihrer vormals schwierigen Beziehung Stabilität und Vertrauen geschenkt habe. Sie hätten ihre Beziehung der Muttergottes geweiht. Maisa empfahl eine tägliche Weihe an Jesus und Maria. Wenn ihr Mann die Muttergottes mehr als sie liebe, so sei ihr das sehr recht, denn dann wisse sie, dass er auch sie liebe.

Pater Marinko erklärte daraufhin, dass Jesus in unsere Herzen eintreten möchte und dort wohnen möchte wie beim Zöllner Zachäus (vgl. Evangelium). Dazu sei das Herzensgebet sehr wichtig, um wie Zachäus durch den Besuch Jesu in seinem Haus verändert zu werden und nicht unverändert zu bleiben, wie es im Evangelium über den Pharisäer im Tempel berichtet wird.

Mons. Jan Sobilo fali, Weihbischof von Kharkiv-Zaporizhia (Ost-Ukraine), schloss sich mit seinem Zeugnis an:

Der Bischof betonte, dass niemand zufällig, sondern durch eine persönliche Einladung durch die Muttergottes nach Medjugorje gekommen sei. Es sei ein Geschenk mit einer großen Verantwortung, was wir daraus machen würden. Er selbst sei nach Medjugorje zum ersten Mal in den 90er Jahren als junger Priester gekommen. Es sei schwer, die gnadenvollen Erfahrungen in Worte zu fassen. Er berichtete von den guten Früchten aus Medjugorje in seiner Diözese, in der derzeit ein grausamer Krieg stattfinde. Er glaube, dass das Unbefleckte Herz Mariens das Böse besiegen werde. Pilger mit schlimmen Kriegserfahrungen seien aus Medjugorje mit dem Wunsch zurückgekehrt, anderen bzw. sich zu vergeben. Weihbischof Jan Sobilo bezeugte, dass man „nirgendwo auf der Welt so heilsam und schnell vergeben“ könne wie in Medjugorje. Denn hier sei unsere Mutter, in deren Umarmung wir ihr jeden Schmerz übergeben können und Jesus jede Träne und unangenehme Folgen böser Taten verwandle. Er bezeichnete Medjugorje als „geistliches Krankenhaus“, in der die Mutter in den Herzen ihrer Kinder wirke.
Die Tatsache, dass 2021 trotz Pandemie soviele Pilger aus der Ukraine dem inneren Ruf nach Medjugorje gefolgt sind, führte der Bischof darauf zurück, dass die Muttergottes ihre Kinder vor der großen Prüfung des aktuellen Krieges stärken habe wollen, um „Träger des Friedens“ zu sein, wie Maria in ihrer Botschaft vom 25.11.21 es genannt hatte. Jeder könne einen Beitrag zum Frieden durch persönliche Umkehr leisten. Das Gebet mit dem Herzen, fasten und durch Demut können Kriege beendet werden.
Er berichtete von Gesprächen mit ukrainischen Soldaten, die das Gebet und Fasten für sie spüren würden und in Gefahr Hilfe erfahren hätten. Viele Soldaten würden den Rosenkranz um den Hals wie einst David seine Schleuder gegen Goliat tragen.
Der Bischof erklärt, dass die Muttergottes uns lehre, dass wir durch das Gebet und die Liebe alles erreichen können, sogar das, was uns unmöglich erscheint. In einer Botschaft sage sie uns,  dass wir allein das Böse zwar nicht aufhalten könnten, aber zusammen mit ihrem Sohn die Welt heilen könnten. Dies geschehe durch das Rosenkranzgebet, die häufige Beichte und die Hl. Kommunion.
Er bat die Jugendlichen darum, ihren Rosenkranz zu schenken, damit sie in der Ukraine weitergeschenkt werden könnten, um den Menschen, die in Angst leben, Hoffnung zu bringen. Der Rosenkranz sei die stärkste Waffe gegen das Böse. Unsere Himmlische Mutter lade uns ein, Apostel ihrer Liebe zu werden. Zuletzt lud der Bischof dazu ein, am 2. des Monats besonders für diejenigen zu beten, die die Liebe Gottes noch nicht erfahren haben. Denn am 2. des Monats wurde mit der Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo während der Zeit der außergewöhnlichen Erscheinungen immer in diesem Anliegen gebetet. Am Ende bat Weihbischof Jan Sobilo um das gemeinsame Gebet für das ukrainische Volk, das aktuell den Kreuzweg durchlebe.

Am Nachmittag wurde ein Film mit einer Zusammenfassung des morgendlichen Gebets auf dem Erscheinungsberg gezeigt. Dort wurde der freudenreiche Rosenkranz gebetet.

Das „mystische Herz“ in der Schule der Muttergottes

P. Marinko erinnerte daran, dass wir in der Schule der Muttergottes seien. Er trug Gedanken der geistigen Väter vor über das Herz, das Gott begegnet, von ihnen als das „mystische Herz“ bezeichnet. Sie gingen von der Tatsache aus, dass unsere Beziehung zu Gott meist indirekt sei, was nicht ausreichend sei. Wir könnten Gott nur mit dem „mystischen Herzen“ kennen lernen. Jeder Mensch hätte es, aber bei den meisten Menschen sei das „mystische Herz“ nicht entwickelt. Daher sollte man es entwickeln und alles entfernen, was stört. Dies könnten Gedanken und Bilder sein, die die Kommunikation mit Gott stören. Wenn das Herz zu schweigen vermag und zuhören könne, so werde die Beziehung zu Gott wachsen und sich vertiefen.


Für diesen Prozess der Vertiefung der Beziehung zu Gott gab Davide Colono aus Italien sein Lebenszeugnis.

Versöhnung mit seiner geschiedenen Ehefrau

David Colono schilderte, wie er durch Medjugorje die Versöhnung mit seiner geschiedenen Familie erleben durfte. Er durfte seine Ehe und seinen Sohn von neuem finden. Die Ehe war vier Jahre lang geschieden und seine vormalige Ehefrau hätte sechs Monate nach seiner eigenen Umkehr Zeit gebraucht, ihm zu vergeben. Er wartete auf seine Frau mit Geduld und Gebet, ohne Druck auszuüben.

Im Moment der Trennung hatte er Alles

David Colono stellte fest, dass es ihm zum Zeitpunkt der Scheidung privat und beruflich sehr gut ging. Als Grund für sein Bestreben, sich scheiden zu lassen, sei sein Mangel an Geduld und Unzufriedenheit gewesen. So hätte er immer wieder eine Stimme wahrgenommen, die ihm Glauben machte, seine Frau sei nicht die Frau seines Lebens, dass es viel schönere Frauen gäbe und dass es normal sei, dass man sich trenne. Dies mündete dann in Neugier gegenüber einer anderen Frau, mit der er seine Ehefrau betrog. Obwohl er spürte, dass das nicht recht sei, ließ er sich dann scheiden.

Wende in seinem Leben

Im Laufe der Zeit sei sein ganzes Leben in die Brüche gegangen, sodass er wieder allein und ohne Arbeit war. Die Wende in seinem Leben begann in dem Moment, als er vor einem Kreuz stehen blieb und Jesus bat, ihm zu helfen. Auf Empfehlung seines Bruders unternahm er eine Pilgerreise nach Medjugorje. Seine Ex-Frau folgte nach anfänglichen Hindernissen seiner Einladung, mitzureisen. Beim Heilungsgebet für Familien, die geschieden sind und sich in Medjugorje befinden, wurde er innerlich sehr berührt. Er durfte eine tiefe Reue erleben und den Trost erfahren, dass Gott seine Gebete um eine Erneuerung seiner zerbrochenen Familie erhört habe.

Was kann ich für die Muttergottes tun?

Am 2. Juli 2014 bat er die Muttergottes, ihm durch ihre Botschaft zu sagen, was er Konkretes für sie tun könne. Zu dieser Zeit gab die Muttergottes jeden 2. des Monats eine außergewöhnliche Botschaft am Mirjana Dragicevic-Soldo. Dadurch wurde die Organisation „Licht Mariens“/ „Luce di Maria“ geboren als Zeichen der Dankbarkeit für alles, was durch Maria in Medjugorje geschenkt wurde. Abschließend betete er ein Gebet für Familien in Schwierigkeiten.

P. Marinko lud im Anschluss zur Mitfeier des weiteren Programms ein: Das Rosenkranzgebet und das Gebet zum Hl. Geist sei eine Vorbereitung für die Begegnung mit unserem lieben Freund Jesus in der Hl. Eucharistie.

Massimo Fusarelli OFM, Generalminister des Franziskanerordens, eröffnete um 19.00 Uhr feierlich die Hl. Messe.

In der Predigt legte Pater Massimo dar, dass es derzeit so scheine, als würden sie uns die Zukunft stehlen. Die Jugendlichen würden nach wahrem Frieden und Trost suchen, „Maria von den Engeln“, deren Gedenktag heute begangen wird, warte auch heute auf die Jugendlichen wie damals auf den Hl. Franz von Assissi in der Gnadenkapelle von Portiuncula.
Beim Verkündigungsereignis habe der Erzengel Gabriel zu Maria gesagt, sie solle sich freuen. Auch in unserer Welt rufe uns Jesus bei unserem Namen und möchte uns begegnen. Die Voraussetzung sei der Glaube. Dieser Glaube an Jesus und die Begegnung mit Jesus verändere das Leben. Die Jungfrau Maria begleite uns dabei auf diesem Weg der Verwandlung unseres Lebens. Bekehrung setze voraus, dass wir diese Begegnung mit Jesus zulassen würden.
Sicher mache uns diese Begegnung etwas Angst, wie Maria auch Angst bekam, als sie die Worte des Erzengels Gabriels hörte. Die Worte Jesu würden uns aufgrund ihrer Größe herausfordern.

P. Marinko legte den Jugendlichen besonders ans Herz, über das Motto des Jugendfestivals nachzudenken und das Wort Gottes zu lesen.

Der Abend endete mit der Prozession der Muttergottesstatue und anschließender Anbetung des Allerheiligsten.
Mit der mit Blumen geschmückten Muttergottes-Statue, der „Königin des Friedens“, und den nachfolgenden Fahnenabordnungen aus den teilnehmenden mehr als 70 Ländern wurde ein herzförmiger Prozessionsweg beschritten. Dazu erklangen Lieder des internationalen Musikensembles, abwechselnd mit meditativen Gebeten von Pater Marinko Sakota. Er regte die Jugendlichen u. a. dazu an, mit dem Herzen zu beten, seine Seele dem barmherzigen Gott zu öffnen und Gott alles anzuvertrauen. Das Ziel dieser Prozession sei Jesus; Maria führe uns zu Jesus, der der Mittelpunkt sei.
Ein anschließender Höhepunkt des Tages war die Eucharistische Anbetung mit besinnlicher Musik, Stille und kurzen geistlichen Impulsen. Dabei war Gelegenheit für die anwesenden Jugendlichen, Jesus besonders in der Stille im Sakrament des Allerheiligsten Altarssakraments zu begegnen.

Mitfeiernde Geistliche waren: Provinzial Mons. Jozo Grbeš, Mons. Amaury, Apostol. Nuntiatur, Mons. Szymon aus Polen, Mons. Jan Sobilo aus der Ukraine, Ante Vidović, Sekretär der Nuntiatur in Mexiko.

550 Priester waren in Konzelebration dabei.

Fotostrecke mit 14 Bildern

Mittwoch, den 03. August 2022

Der dritte Tag des 33. Jugendfestivals begann mit dem Morgengebet zum Hl. Geist, das vom Chor mit dem Lied „Open the eyes of my heart Lord“ eröffnet wurde.

P. Marinko lud uns ein, erneut das Kreuzzeichen, durch das sich die Liebe Gottes für uns am Kreuz gezeigt hat, ganz bewusst zu machen. „Gott Vater kommt, durch den Sohn, Er möchte in unser Herz kommen, unser ganzes Wesen berühren, mit der Kraft des Hl. Geistes.“
Untermalt vom Chor mit dem Lied „Komm Hl. Geist, komm in mein Herz“ wurde die Pfingstsequenz gebetet. Dann zitierte P. Marinko die hl. Teresia von Avila, die sagte: „Meiner Meinung nach ist das innere Gebet nichts anderes, als bei einem Freund zu verweilen. Wir können uns sicher sein, dass wir mit dem Freund beisammen sind, der uns liebt“ – und genau das sei das Herzensgebet.
Deshalb sei unsere Entscheidung für das Gebet so wichtig. Wir würden uns dann entscheiden, wenn es einen Grund für etwas gäbe. Wäre das ein Grund für uns, uns für das Gebet zu entscheiden?
Abschließend lud uns P. Marinko zu dieser Entscheidung ein - für das Gebet und für Jesus: „Ich wähle Dich, denn Du bist für mich wichtig. Ich schenke Dir 10 Minuten, eine halbe Stunde, denn mit Dir zu sein, dass ist das eine Wichtige, wie du es zu Martha gesagt hast. Bei Dir zu sein, ist das eine notwendige: „Hl. Geist, ich bitte Dich, erwecke in mir die Liebe gegenüber Jesus, damit die Liebe mich motiviert, damit ich mir Zeit für das Gebet nehme. Hl. Geist, wandle mein Herz.“

Das Gebet endete mit dem Segen und einem Lied, bevor die Katechese startet.

Zunächst stellte P. Marinko jedoch die Merkmale des Herzensgebetes vor:

„Wir beten immer, auch wenn Schwierigkeiten oder Kreuze kommen. Unser Motiv ist die Liebe gegenüber Gott. Nicht wir suchen etwas von Gott, sondern wir suchen Gott. Bei so einem Gebet ist Gott im Mittelpunkt. Er ist uns wichtig. Wegen Ihm gehen wir zur Hl. Messe, damit wir Ihm näherkommen, damit wir in Glaube, Hoffnung und Liebe wachsen. So ein Gebet ist dann für uns Freude und nicht schwer. Wir machen das gerne. Die Liebe ist das Ziel beim Herzensgebet. In dieser tiefen Liebe zu Gott wird die Liebe zum Nächsten geboren.“

Danach begrüßte P. Marinko P. Massimo Fusarelli OFM, den Generalminister des Ordens der Minderbrüder, der die Katechese hielt:

Auch er ging auf das Thema des diesjährigen Jugendfestivals ein: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.“ (Mt 11,28-30)
Er ging auf die drei Worte Jesu ein, die in diesem Evangelium zu finden sind und die mit Schritten verbunden seien, worüber es sich nachzudenken lohne.

„Das erste Wort „Kommt zu mir“, bedeutet, sich auf den Weg zu Jesus zu machen. Gerade zu jenen, die sich nicht nur auf sich selbst verlassen, kann Jesus sagen: „Kommt zu mir“, beziehungsweise, „Macht euch auf den Weg. Lasst das hinter euch, was euch nicht erlaubt, euch zu verändern. Lasst das hinter euch, was euch scheinbar als Weg erscheint, was uns aber blockiert und uns auf dem Platz hält, auf dem wir stehen. Jesus sagt, dass wir zu Ihm kommen sollen, und dieses Ziel bestimmt den ganzen Weg. Ich habe mich selbst gefragt, habe ich mich auf den Weg gemacht? Bin ich auf dem Weg? Habe ich ein Ziel auf dem Weg? Was blockiert mich? Ist Jesus mein Ziel?“
Heute würden wir uns oft müde fühlen. Es fehle uns an Energie, Motivation und Kraft, um die Reise fortzusetzen und wir würden dazu neigen, uns in uns selbst zurückzuziehen und stehen zu bleiben. Er lud uns ein, Jesus unsere Müdigkeit und das Fehlen an Kraft zu bringen und stellte die Frage: „In welcher Qual kann ich zulassen, dass der Herr mich stärkt?“

Das zweite Wort Jesu sei das Joch. „Nehmt mein Joch auf euch“. Das Joch in der jüdischen Tradition erinnere uns an das Gesetz Mose, der das Volk Gottes auf dem Weg der Freundschaft und des Bundes mit Ihm unterstützt. Das Joch verbindet die pflügenden Ochsen. Zuerst sei es nichts, was einen erdrückt oder gefangen nehme. Es verbinde. Eine Beziehung sei immer eine Verbindung. Deshalb würde Jesus das Bild des Jochs verwenden. In der Zeit Jesu bedeutete das Wort Joch Pflicht und Last. Eine Beziehung zu Jesus könne nicht nur als Pflicht und Last gelebt werden. Denn so würden wir auch im Glauben belastet, weil wir wieder auf uns selbst, und nicht auf unsere Beziehung mit Jesus gerichtet blieben. „Jesus legt uns keine unmöglichen Lasten auf. Er ist der Herr, der vor uns geht und uns erlaubt, Seinen Fußspuren zu folgen.“ Dann stellte er die Frage, ob und seit wann sie die Beziehung zu Jesus als Last und Verpflichtung empfinden würden? Der Zeiger dafür sei der Zustand, in dem das Gebet schwierig würde. „Wenn das Gebet anstrengend wird und etwas ist, das getan werden muss, als Pflicht empfunden wird.“ Er stellte die Frage: „Kann ich erlauben, dass mich die Beziehung zu Jesus anzieht und nicht etwas ist, das ich leisten muss?“ Dann lud er dazu ein, auf Jesus zu schauen, und in Sein Herz alle Momente zu legen, wo wir die Freundschaft mit Ihm als Last gelebt haben.

Das dritte Wort, das Jesus uns gesagt hat, ist: „Ihr werdet den Frieden finden“. D.h. Frieden in der Freiheit. Wenn wir uns auf den Weg machen, dann sind wir in Freundschaft mit Ihm sind und das würden die Jugendlichen in diesen Tagen hier tun. „Jesus sagt uns, dass wir auf diesem Weg den Frieden finden werden, diesen wahren Frieden, der von Ihm kommt.“ P. Massimo lud dazu ein, innezuhalten, in unser Herz zu schauen und uns zu fragen, wann wir Erholung und Frieden an anderen Plätzen, und nicht bei Jesus gesucht hätten. Diese Zeit in Medjugorje könne eine Zeit der Bekehrung sein, begleitet von der Jungfrau Maria. „Wir können auf den Herrn vertrauen, zu Ihm gehen, in Beziehung mit Ihm sein. Das lässt uns das werden, was wir sind. Hier können wir in der wahren Freiheit Erholung und Frieden finden.“
Manchmal erscheine es uns so, dass das Leben im Glauben zu leben und Christen zu sein, uns zu Sklaven mache und uns die Möglichkeit nehme, das Leben und seine Freuden zu genießen. Es nehme uns unsere Freiheit, Meinung und Selbstbestimmung. „Ich hoffe, dass wir Christen mit unserem Leben sagen können, dass das nicht wahr ist. Denn in der Beziehung mit dem Herrn haben wir den Anfang und das Herz unserer eigenen Freiheit gefunden. In Gemeinschaft mit Ihm den Beginn jenes Friedens, den uns niemand nehmen kann. Ein Christ zu sein bedeutet, mehr Mann zu sein, mehr Frau zu sein und nicht weniger.“

Abschließend lud er die Jugendlichen ein, die Freiheit des Glaubens mit nach Hause zu nehmen, als das größte Geschenk, das uns Jesus in diesen Tagen gibt. „Schreibt mit eurem Leben, dass die Nachfolge Jesu der Weg der Freiheit, der Freude, die wahre Fähigkeit zu lieben und der Frieden ist, den niemand sonst zu geben weiß.“

Pater Marinko leitete das folgende Zeugnis von Jakov Čolo mit einem Zitat der Worte Jesu ein: „Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“ habe Jesus gesagt und mit Seinem Leben vorgelebt. Jesu Herz sei vollkommen zu Gottvater ausgerichtet, was dessen Worte als Zwölfjähriger im Tempel und Seine letzten Worte am Kreuz zeigen würden. Jesus hat nur einen Wunsch: Den Willen des Himmlischen Vaters zu erfüllen.

Jakov betonte zu Beginn, dass Jesus der Mittelpunkt unseres Lebens sei und wir in Medjugorje von Jesus und von Seiner Mutter Maria umarmt seien. Trotz Urlaubswetter seien die Jugendlichen nach Medjugorje gekommen. Jakov stellte fest: die schönste Erholung, die ihr haben könnt, ist die Erholung im HERRN.
Jakov gab Einblicke in seine Erlebnisse bei den ersten Erscheinungen Mariens: Er sei 10 Jahre alt gewesen, als er die Muttergottes zum ersten Mal gesehen habe auf dem Erscheinungsberg in Medjugorje. Jakov beschrieb Maria als die schönste Frau, die er je gesehen habe. Sie habe die schönsten Augen voller Liebe und voller Frieden. Jakov erläuterte, die Anliegen Mariens: Maria möchte uns zu Gott führen. Sie käme aus einem einzigen Grund: Dass Jesus in unserem Herzen geboren werde und Jesus in jedem Moment in unserem Herzen tragen. Medjugorje würde zeigen, wie sehr Gott uns liebt. Die himmlische Mutter liebe auch ihre Kinder. Er zitierte Mariens Worte: „Liebe Kinder, wenn ihr wüsstet, wie sehr ich euch liebe, würdet ihr vor Freude weinen.“ Maria habe eine unermessliche Liebe zu jeden von uns. Sie bittet darum, dass wir ihr unsere Herzen übergeben, wodurch sie uns dann helfen könne.
Einer großen Bedeutung wies Jakov der Beichte zu: „Wenn unser Herz rein ist, dann ist es offen für die Gnade Gottes.“
Ein großes Anliegen der Muttergottes sei, dass wir die „Apostel ihrer Liebe“, ihre ausgestreckten Hände der Liebe würden. So regte Jakov die Jugendlichen an, zu Hause in der Familie mit den Werken der Liebe zu beginnen. Durch das Gebet würde man die Antwort bekommen, was jeweils der nächste Schritt sei. Wichtig sei, Gott zu fragen, was man tun könne, um anderen zu helfen. So sei es auch 2016 zur Gründung des Vereins „Mariens Hände“ gekommen. Heute kümmere sich der Verein um 700 bedürftige Familien in der ganzen Herzegowina. Es werden Medikamente, Bekleidung, Möbel u. a. gekauft, damit diese Familien ein würdevolles Leben haben können. Eine Volksküche gibt täglich 170 Mahlzeiten aus. Jakov: „Unser Glaube ohne Werke ist ein toter Glaube.“ Er bedankte sich sehr herzlich bei allen Unterstützern des Vereins.
Jakov rief alle Jugendlichen auf, anderen zu helfen und niemals über andere zu richten. Eine wichtige Regel im Verein sei, dass an erster Stelle das Gebet sein müsse. Das Gebet, dass der HERR noch mehr Liebe zu den Bedürftigen ins Herz schenken möge, dabei zitierte er Mutter Teresa von Kalkutta: „Wir müssen nicht Großes tun, aber kleine Dinge mit viel Liebe tun.“
Das beste „Souvenir“ aus Medjugorje sei laut Jakov das Herz, das die fünf Steine Mariens leben würde (Mit dem Herzen Rosenkranz beten, Hl. Eucharistie, Lesen in der Hl. Schrift, Fasten, Hl. Beichte). Versuchungen und Momente kämen, in denen man fällt. Aber wenn man Gott unseren Vater, Jesus und Maria kennengelernt habe, würde man sich nie alleine fühlen und Hilfe erfahren.

P. Marinko gab zu, dass er auch gerne wie Jakov die Muttergottes gesehen hätte, doch Jakov habe gesagt, dass wir alle die Muttergottes mit dem Herzen sehen könnten. So lud Pater Marinko alle Jugendlichen ein, Maria mit dem Herzen kennenzulernen.

Im Anschluss erklärte Pater Marinko: „Mit dem Herzen zu beten bedeutet, das Herz ganz auf Gott zu lenken. Zeit und Raum Jesus geben, aufmerksam sein, Seine Worte mit dem Herzen hören. Mein Herz für Seine Liebe öffnen.“ Damit leitete er das nächste Zeugnis ein.

Antonio Di Tommaso ist 22 Jahre alt und kommt aus Sizilien. Er bezeugte, dass seine protestantische Familie in großen Schmerzen war und durch die Liebe Gottes heil geworden sei. Sein Vater geriet in Abhängigkeit von Drogen und Glücksspielen. Vor Sonntagen hatte er als Kind immer sehr Angst, weil da sein Vater zu Hause war. Der Vater war gewalttätig gegenüber den Familienmitgliedern aufgrund der Substanzen, die er konsumiert hatte. Wenn er frei von Drogen war, sei er der beste Papa der Welt gewesen, jedoch seien die negativen Seiten vorrangig gewesen. Eine Tante, mit der er sehr verbunden war, hatte ihm von der Muttergottes erzählt und nahm ihn zum 30. Jahrestag im Jahr 2011 nach Medjugorje mit. Er berichtet von seinem Schlüsselerlebnis beim Aussteigen aus dem Bus am Kirchvorplatz in Medjugorje: Er stand vor der weißen Marien-Statue am Kirchvorplatz. Da habe er plötzlich erkannt, dass Maria seine Mutter sei. Medjugorje wurde für ihn ein heimatlicher Zufluchtsort, wo er seine seelischen Schmerzen überwinden konnte. Bei seiner Medjugorje-Wallfahrt 2012 habe er beschlossen, sich taufen zu lassen, was die protestantischen Eltern jedoch ablehnten. Daraufhin wurde die Situation mit seinem Vater sogar schlimmer, der Vater verbot Antonio, zur Hl. Messe zu gehen. So betete er heimlich den Rosenkranz und ging heimlich zur Hl. Messe. 2013 erlaubten die Eltern dann seine Taufe, Erstkommunion und Firmung. Im Jahr 2016 berichtete Antonio von einem großen Wunder in seiner Familie: Über Nacht sei der Vater wie ein neuer Mensch geworden. Sein Vater sagte nur: „In dieser Nacht hat mich Gott berührt.“ Daraufhin warf er die Drogen in den Müll, alles habe sich geändert, sein Gesichtsausdruck, seine Augen.
Doch der Kreuzweg von Antonio ging insofern weiter, weil sein Vater nach seiner Bekehrung zurück zu den Protestanten, mit der die Familie in langer Tradition verbunden war, ging. Dort wurde behauptet, dass sein Sohn in die Hölle käme, wenn dieser zur katholischen Hl. Messe gehe. So verbot der Vater ihm wieder das katholische Gebetsleben. Der Vater zerstörte sogar den Rosenkranz seines Sohnes und die Marien-Statuen aus Medjugorje. Nach einigen Monaten beruhigte sich diese Situation, was Antonio der siegreichen Liebe Gottes zuschrieb.
Bei einem Gebet auf dem Kreuzberg für Drogenabhängige wurde sich Antonio plötzlich über seine Bitterkeit über seinen drogenabhängigen Vater bewusst. Ein Wort der Muttergottes bei einer Erscheinung mit dem Seher Ivan Dragicevic half ihm, in einen Heilungsprozess einzutreten. Antonio zitierte folgende Worte Mariens: „Liebe Kinder, ich bitte euch, vergebt so wie euch vergeben wurde.“ Da habe er verstanden, dass er seinem Vater vergeben müsse. So kam es zu einer innigen Versöhnung mit seinem Vater bei seiner Rückkehr von der Pilgerreise. Antonio versicherte den Jugendlichen: Es sei nur eine Frage der Zeit, dass die Liebe Gottes verschlossene Herzen berühre.

Um 12 Uhr endete das Vormittagsprogramm mit dem Gebet des „Engel des Herrn“. Pater Marinko gab bekannt, dass am Nachmittag das Zeugnis eines Musikers aus Dubrovnik, Kroatien, zu hören sei.

Das Nachmittagsprogramm wurde mit Musik eröffnet.

Pater Marinko gab den Jugendlichen den Leitsatz mit, zu lernen, mit dem Herzen zu beten - zu hören, welches der Wille Gottes für einen jeden Einzelnen sei – ein offenes Herz für Gottes Botschaften zu bereiten.

Es folgte ein Zeugnis von Stijepo Gledj Markos aus Dubrovnik, Kroatien.
Er berichtete: Bei der Firmung hatte ich meine letzte Begegnung mit der Kirche. Mein Vater starb 1987 durch einen Autounfall – er fehlte mir sehr. Ich suchte meine Erfüllung in der weiten Welt und im Vergnügen. Ich wurde Seemann, konnte gut singen; ich träumte von einer Weltkarriere als Sänger, bewarb mich in London, bekam ein Stipendium und blieb dort. Meine Karriere stieg steil bergan, aber ich entfernte mich von meiner Frau, die in Dubrovnik blieb. In den Telefonaten stritten wir häufig – wir lebten uns auseinander, bis wir 2014 über Scheidung nachdachten; doch eine Stimme sagte uns beiden „noch nicht.“ Ich ging zurück nach London, lernte einen lieben Franziskanerpater kennen, wo ich in der katholisch kroatischen Mission sang. Der Pater fragte immer wieder, warum meine Frau und ich räumlich getrennt leben würden. Er gab mir Schriften zum Lesen und mein Herz wurde empfänglicher für die religiösen Worte. Dann bot er mir an, eine Lebensbeichte abzulegen, wovor ich mich zunächst sträubte. Ich beichtete dann doch bei ihm und kniete danach in meinem Zimmer; ich wollte Jesus mein Leben übergeben! Ich fing an, für meine Frau zu beten und schrieb ihr irgendwann die Botschaft: „Jesus ist lebendig.“ Wir telefonierten dann häufiger und sprachen über die Hl. Schrift – nächtelang! Darüber verliebten wir uns wieder neu ineinander; wie in einem Dreieck: Sie – Jesus- und ich. Ich ging zurück nach Dubrovnik, umarmte sie und sagte: “Vergib mir!“ und meine Frau sagte das Gleiche. Ich fragte mich und Jesus: „Was soll ich nun ohne meinen Gesang in meinem Leben tun?“ Er legte meiner Frau und mir ins Herz, uns den Armen und Schwachen zu widmen – mit meinem Gesang! Bei dieser Arbeit freundete ich mich mit einem Patienten an, der irgendwann fragte: „Wer schickt Dich?“ Ich antwortete: „Jesus!“ Darauf antwortete er: „Ich liebe diesen Jesus!“ Nach seiner Beichte verstarb der Patient in der Nacht. Solche Beispiele kenne ich viele.
In der Ehe wollten wir gerne Kinder, aber es klappte nicht. 2020 riet mir ein Freund, eine Pilgerfahrt nach Medjugorje zu machen. Nachdem ich nach Hause gekommen war, träumte ich in der folgenden Nacht, dass wir einen Sohn bekommen würden. Nach 13 Jahren wurde meine Frau schwanger. Wir waren so begeistert: Der Herr rettete unsere Ehe und schenkte uns das so lange ersehnte Kind!!!!
Jesus ist der Hauptratgeber in unserer Ehe. Er hat so viel in unserem Leben getan!!!!

Hauptzelebrant und Prediger bei der Abendmesse war P. Jozo Grbeš.

Der Provinzial begrüßte die Anwesenden mit „Liebe Freunde, Mitbrüder und Priester“.
In seiner Predigt bezog er sich immer wieder auf das vorherige Evangelium, in der eine kanaanäische Frau Jesus um die Heilung ihrer, von einem Dämon besessenen, Tochter bittet, Jesus aber zunächst nicht darauf eingeht. (Mt 15,21-28)
Er betonte, dass diese Frau und ihr Glaube Jesus letztendlich nicht unberührt gelassen hätten, denn sie habe sich nicht davon abbringen lassen, Jesus zu begegnen; auch nicht von Seinen Jüngern, die sie wegschicken wollten. Jesus habe erlaubt, dass diese Frau Ihn kritisierte – Er lobte sie wegen ihres großen Glaubens. Diese Frau, eigentlich eine Fremde, habe mehr Glaube, als die Israeliten. Von ihr könnten wir lernen, gewinnen. Die Frau habe selbst dann nicht aufgegeben, als der Herr sagte, dass er nur zu den Schafen Israels gehöre.
Diese Frau habe die Wahrheit ausgesprochen, und nur die Wahrheit bringe uns zu Gott. Er denke und frage sich, fuhr er fort, wenn Jesus den Akt des Glaubens einer Frau verändern könne, ob uns das dann auch verändern könne? – Ganze Generationen; ganze Völker?
Gott kenne alle unsere Fehler, aber diese Frau rege uns dazu an, dennoch Gott zu suchen. Die Frau sei eine Fremde, wir würden ihren Namen nicht kennen, deshalb könne sie irgendeine von uns sein, und ihre Rolle könne jeder von uns heute annehmen. Wenn wir dies täten, würden wir in einer Gesellschaft des Nichtglaubens als Gläubige anders sein, herausstechen. Vielleicht seien wir manchmal durch den Glauben, durch die Liebe eines anderen Menschen berührt. – so sollten wir auch mit unserem Glauben berühren.
Er sprach die Anwesenden an: ihr Jugendlichen seid hierhergekommen, um zu suchen; ihr seid aufgerufen, anders zu sein in dieser Welt – anders, so, wie diese Frau.
Wir alle – auch die Entscheider der Welt – sollten zur Wahrheit finden, denn Jesus sei die Wahrheit! Papst Johannes Paul II. habe uns in einer Enzyklika gute Ratschläge zur Wahrheit gegeben.
Das sei es wert; das sei das Leben des Christen wert, die Wahrheit zu finden! Die Kraft des Geistes und des Glaubens an Christus rette uns und unsere Familien. Wir alle seien die Kirche und sollten deshalb lernen, gut zu sehen. Wir sollten sehen, was nicht gut sei; nicht gut, für die Menschen „unten“ und nicht gut für die Menschen „oben“. Dies sollten wir dann auch sagen, denn wenn es der Wahrheit diene, dürfe man nicht schweigen! Dies sei unsere Aufgabe, die Welt für ein Leben in Wahrheit und Freiheit herauszufordern.
Der Provinzial forderte die Jugendlichen auf, sich nicht zu fürchten, denn die Propheten seien auch nicht perfekt gewesen. Aber in ihnen habe jemand gelebt, der stärker gewesen sei als ihre Furcht und dies, was in ihnen lebte, hätten sie aussprechen müssen. So empfahl Pater Jozo auch den Anwesenden, sie sollten sich nicht fürchten, selbst Propheten zu sein!!
Ein Wort, das die Kraft des Bösen beschreibe, sei Egoismus. Egoismus zerstöre Familien und Nationen. Deshalb sollten die Jugendlichen zeigen, dass es anders sei – durch die Liebe – sie alle sollten die Liebe zeigen! Oft herrsche Gewalt über den menschlichen Leib. Deshalb sollten sie ihren Leib beschützen, damit es ihnen leichter falle, ihren Geist zu erheben, denn der Geist eröffne Räume der Gnade. Gnade und Liebe seien Teil der göttlichen Freiheit. Jesus habe nach Seiner Auferstehung gesagt: „Fürchtet euch nicht.“ Wo Jesus sei, da brauche man sich nicht zu fürchten!
Es mache die Jugendlichen frei und mutig, Zeugen der Wahrheit und der Liebe zu sein. Sie alle seien nun aus so vielen Ländern hierhergekommen und deshalb bitte er sie alle, wenn sie nach Hause zurückkehrten, Medjugorje bei ihnen allen zu Hause, in ihren Ländern, zu schaffen. Sie alle sollten nicht stehen bleiben, sondern ihren Glauben zeigen. Sie alle sollten mit Christus, an der Hand Mariens, vorwärts gehen. Dies sei ein phantastisches Leben – und so solle auch das Leben von ihnen allen sein. – Amen.

Dieser Abend endete mit einer Meditation mit Kerzen und dem Gebet vor dem Kreuz

564 Priester waren in Konzelebration dabei.

Donnerstag, den 04. August 2022

Das Morgengebet startete schwungvoll mit dem Lied: "Lord, i lift your name on high". Im Anschluss begrüßte P. Marinko Sakota, der Pfarrer von Medjugorje, die Jugendlichen mit "Gelobt seien Jesus und Maria".

Dann sprach er davon, dass das Gebet die Zeit des Erweckens des Geistes sei. Die Muttergottes lehre uns, jeden Tag mit dem Gebet zu beginnen und zu beenden. So lud er uns ein, jeden Tag bewusst mit dem Zeichen des Kreuzes, zu beginnen, sobald wir aufstünden, und uns Zeit dafür zu nehmen. "Breiten wir unsere Hände aus, sie sprechen. Die offenen ausgebreiteten Arme sehnen sich nach Gott. Offene Hände danken, offene Hände übergeben sich dem Herrn: Hier bin ich Herr."

Nach dem Gebet der Pfingstsequenz erinnerte er uns an das Motto des Jugendfestivals "Lernt von mir, dann werdet ihr Frieden finden." Jesus lehre uns, innezuhalten. Er zog sich in die Stille zurück. Wegen unserer Verpflichtungen hätten wir keine Zeit für das Gebet. Aber es sei das eine, wessen es bedürfe. Wir könnten nicht beten, wenn wir nicht innehalten und bewusst sagen würden: `Jetzt ist die Zeit des Gebetes. Jetzt ist nicht anderes wichtig, außer Dir Herr.` "DU und Gott. Du und Jesus. Geh in die Stille, so, dass die Stille in dein Wesen kommt. Breite die Hände aus, sei aufmerksam und höre." Abschweifungen seien normal, aber dann müssten wir einfach in die Realität zurückkehren: "Gott ist hier." Er lud die Jugendlichen ein, bewusst mit Dankbarkeit, Liebe und Hingabe den Namen Jesu zu wiederholen. Beim Einatmen Je – und beim Ausatmen -sus zu sprechen. "Während dein Herz den Namen Jesus wiederholt möge sich dein ganzes Wesen Ihm übergeben. Als wenn du wie Maria sprechen mögest: `Ich bin hier. Mir geschehe nach deinem Wort.`" Um das zu vertiefen sang der Chor das Lied: Jesus. Das Morgengebet endete mit dem Vater unser und dem Segen.

Nach dem Lied: "Come, now ist the time to worship" teilte P. Marinko einen Gedanken über das Gebet. Eine Gruppe von Studenten hätte den Autor C. S. Luis um einen Vortrag gebeten, darüber, wie man Schriftsteller werden könne. Er fragte, wie viele von ihnen denn Schriftsteller werden wollten, und alle Hände gingen hoch. Daraufhin sagte C. S. Luis: "Ich kann euch keinen Vortrag halten. Geht nach Hause und schreibt, schreibt, schreibt."

Auch Maria würde uns in Medjugorje auf diese Weise erziehen. Um die fünf Bausteine Gebet, Fasten, Eucharistie, Beichte und Wort Gottes als Schatz zu erfahren, müssten wir sie leben: "Lernt zu beten, indem ihr betet. Lernt zu fasten, indem ihr fastet…"

Es folgte die Katechese von Ankica Baković und Sr. Dominika Anić.

Ankica Baković ist Psychotherapeutin in Bosnien-Herzegowina. In ihrer Katechese gab sie Zeugnis davon, dass das Motto des diesjährigen Jugendfestivals "Lernt von mir, so werdet ihr Frieden finden" die Antwort auf die Frage vieler ihrer Patienten sei, die in die Praxis kommen und sich fragen würden, was sie tun müssten, um glücklich zu sein. Das Hauptproblem sei oft der Zwiespalt in ihrem Leben, zwischen dem, was sie sein möchten und dem, was sie tun. Sie seien nicht im Gleichgewicht. Und um dem inneren Unfrieden keinen Raum zu geben, würden sie sich oft mit Lautstärke oder auch irgendwelchen Substanzen betäuben, und jede Art der Stille vermeiden.
In ihrer Praxis machte sie die Erfahrung, dass Menschen die glauben, die Schwierigkeiten des Lebens, Schicksalsschläge, etc. leichter tragen, da die Verbindung mit Jesus wie ein Fels sei, auf den sie sich verlassen könnten.
Oft seien die Menschen verwundert, wenn sie sie nach ihren zwischenmenschlichen Beziehungen frage, aber gerade diese würden eine wichtige Rolle für die Gesundheit spielen. Denn ohne gute zwischenmenschliche Beziehungen könnten wir keinen Frieden finden. "Wir müssen die Wahrheit begreifen, dass unsere Gesundheit ein Spiegel der Gesundheit unseres Geistes und unserer Seele ist."

Viele Menschen seien unglücklich und würden ihren Wert nur von anderen Menschen und deren Reaktion auf sie abhängig machen. Und wenn von zehn Personen, die uns loben uns nur eine kritisieren würde, würden wir innerlich blockieren. Es sei unmöglich allen zu gefallen, auch Jesus hätte nicht allen gefallen und sei nicht von allen geliebt worden. Warum also wir? In dieser Sehnsucht, allen gefallen zu wollen und viele "Likes" zu bekommen, was wir gerade auch bei z.B. Instagram sehr stark sehen, würden wir unsere Identität verlieren. "Nur Jesus weiß, wer wir in der Tiefe unserer Seele wirklich sind. Nur Er nimmt uns authentisch an." Wir müssten uns entscheiden, ob wir echten Frieden wollen, den wir bei Jesus finden, oder ob wir den Menschen gefallen wollen. Abschließend rief sie die Jugendlichen auf, Jesus als Kompass in ihrem Leben anzunehmen, damit sie, wenn sie täglich auf ihr Leben schauen, Frieden in dem fänden, welche Entscheidungen sie getroffen hätten, sich bewusst seien, welches Ziel sie erreichen wollten, und sich auch fragen, ob sie von diesem Weg abgekommen sind. Gottes Liebe sei fantastisch, denn egal wir oft wir vom Weg abkämen, würde uns dieser Kompass – wenn wir uns häufig nach ihm richten –zum wahren Weg führen. Wir würden uns immer zurechtfinden, und zum wahren Frieden kommen, der uns einen langfristigen Sinn für unser Leben gibt, für gute Beziehungen sorge und wahre Gesundheit der Seele, des Geistes und des Leibes schenke.

Nach dem Lied "Ja, Jesus liebt mich" folgte die Katechese von Sr. Dominika Anić, die sich wirklich für jeden nachzuhören lohnt.

Sr. Dominika ist Schulschwester der Franziskanerinnen in Medjugorje und sie begann ihre Katechese mit einem Text des Autors Nikolai Bulgakov. Jemand wollte das Programm "Liebe" installieren und rief dazu einen technischen Helfer an, der ihn anwies, zuerst "Mein Herz" zu öffnen. Die Person stellte die Frage, ob er das Programm "Liebe" auch installieren könne, wenn andere Programme wie "alte Fehler", "geringes Selbstvertrauen", "Enttäuschungen" und "Frustrationen" aktiv seien. Der Helfer entgegnete, dass "Enttäuschungen und Frustrationen" die Installation des Programmes stören würden, dass aber "Vergebung" sie auslöschen könnte. Damit startete dann automatisch das Programm "Liebe". Als eine Fehlermeldung erschien musste der "Käufer" auf Selbstakzeptanz und Selbstvergebung klicken, alles in "Mein Herz" kopieren und den Papierkorb löschen.
Anhand dieser Geschichte stellte Sr. Dominika den Jugendlichen die Frage, welches Programm sie in Medjugorje installieren möchten und lud sie ein, als erstes ihr Herz zu öffnen und nachzusehen, ob das Bild, das Gott in uns hineingelegt hat, noch sichtbar sei. Sie stellte die Frage, welche Programme in den Jugendlichen aktiv seien, womit sie zufrieden seien, was sie vergessen und löschen möchten und nach welcher Wirklichkeit sie sich sehnen würden. Weiter fragte sie, ob es etwas in uns gäbe, was uns nicht erlauben würde, Frieden zu finden und was uns daran hindern würde, diese Programme zu deinstallieren und stattdessen jene zu installieren, die uns glücklich machen. Diese seien kostenlos: "Du kannst sie nehmen, ohne, dass du etwas dafür geben musst – oder, du musst alles dafür geben."

Dann riet Sr. Dominika den Jugendlichen, eine Wahl zu treffen, gewisse Dateien zu löschen und den Knopf "Vergebung" zu drücken. Denn, wenn wir uns und anderen vergeben, würde uns das eine ganz neue Freiheit schenken. Sie erinnerte die Jugendlichen auch daran, dass wir eine göttliche Würde hätten, aus Liebe geschaffen seien und auch eine Verantwortung für die eigene Freiheit hätten. Viele Programm würden uns angeboten, aber wir müssten entscheiden, ob wir sie installieren oder nicht. Jeder von uns könne über den Rest seines Lebens bestimmen und sie habe beschlossen, dass der Rest ihres Lebens der Beste Teil ihres Lebens sein solle. Dann machte sie die Jugendlichen noch auf die Antivirenprogramme aufmerksam und stellte die Frage, welches denn das sicherste Antivirusprogramm sei, das sie hier entdeckt hätten? Die Antwort: Der Rosenkranz! Das Gebet! Es sei schwer, dieses Programm immer von neuem zu aktivieren, aber es lohne sich.
Abschliessend erzählte Sr. Dominika ein Beispiel aus dem Leben von Mutter Teresa, in dem ein Journalist sie mit der Aussage provozierte, dass sich, wenn sie sterben würde, in der Welt nichts verändert hätte. Mutter Teresa entgegnete, dass sie nie habe die Welt verändern wollen, sondern nur versucht habe, ein Tropfen reinen Wasser zu sein, in dem sich die Liebe Gottes widerspiegle – und sie lud den Reporter ein, das ebenfalls zu versuchen - dann wären sie schon zu zweit. Und wenn er noch seine Ehefrau und seine Kinder dazu einladen könnte, wären sie schon zu sechst. Sr. Dominika endete mit den Worten: "Liebe Freunde, wenn jeder Einzelne von uns sich heute dazu entscheidet, ein Tropfen reines Wasser zu sein, der das Programm der Liebe Gottes widerspiegelt, werden wir genug sein. Und wenn jeder von euch das auch seinen Eltern und Freunden weiter sagt, werden noch viel mehr sein".

Pater Marinko zitierte Gedanken aus der „Schule der Muttergottes“: „Präsenz ist eine Bedingung für Erfahrung. Gott ist gegenwärtig. ER ist „Jahwe“, „Ich bin, der ich bin“. Wir leben in Gott. Gott ist „Immanuel“, „Gott mit uns“, was bedeutet, dass ER hier und jetzt gegenwärtig ist. ER ist gegenwärtig im Wort, in den Geschöpfen, im Brot, in der Gemeinschaft der Gläubigen und auf verschiedene andere Weisen. Wir können Gott erfahren, wenn wir lernen, selbst präsent zu sein, aufmerksam zu sein. (…) „Lernen wir, mit Aufmerksamkeit zu hören und zu schauen.“

Es schloss sich ein Zeugnis von Sr. Benedikta Nina Krapić von den Barmherzigen Schwestern in Kroatien an:

Die 33 Jahre alte Ordensschwester bekannte, dass Gott sie gerufen hätte, als sie „am schlimmsten“ gewesen sei. Sie sei deshalb ein lebendiger Beweis für ihre Feststellung: „Gott gibt uns niemals, niemals auf!“
Sie sei in einer Familie aufgewachsen, wo nur Schlechtes über Gott gesprochen wurde. Es war eine katholische Familie, in der der Glaube aber nicht gelebt wurde. Sie beschrieb, dass ihre Verhältnisse lieblos und „katastrophal“ gewesen seien. Sie habe sich daher in der Kindheit und auch später „allein“ gefühlt. Heute erkennt sie, dass alle in der Familie Gott gesucht hätten, jedoch an den falschen Orten: So habe ihre Mutter fernöstliche Spiritualität u. a. mit Reiki praktiziert. Sie beobachtete, dass „wir uns immer mehr von uns selbst entfernten, je mehr wir Gott an den falschen Stellen gesucht haben“. Sie selbst habe auch an falschen Orten gesucht. Sie wollte Schauspielerin werden und trachtete danach, wie die „Stars“ zu werden und von anderen Menschen geliebt zu werden, Erfolg zu haben. Dabei habe sie sich immer mehr von sich selbst und von Gott entfernt.
Als sie als Reporterin beim Radio anfing, lernte sie gläubige Kollegen kennen, die komplett anders als sie waren. Sie waren auch Katholiken, aber lebten ihren Glauben und lebten die Liebe. Diese Liebe war konstant. Sie waren authentisch im Streit und in der Versöhnung. Da begriff sie, dass Gott lebendig sei und sie nicht in der fernöstlichen Spiritualität nach Gott suchen müsse. So ging sie zur Hl. Messe und zur Beichte. Doch sie war noch innerlich gespalten: Einerseits pflegte sie den katholischen Glauben, andererseits hielt sie aber noch an „sündhaften Gewohnheiten“ weiterhin fest. Sie habe ihre Selbstverwirklichung in der Arbeit als Reporterin gesucht. Sie wollte immer noch mehr und fand keinen inneren Frieden. Der Hunger nach menschlicher Liebe und Erfolg fand kein Ende. So erlebte sie abends zu Hause wiederholt die Frage nach dem Sinn ihres Lebens.
Eines Tages lud eine Arbeitskollegin sie zu einer Reise nach Medjugorje ein. Trotz der großen Widerstände kam sie nach Medjugorje. Nach der Beichte begegnete sie einer Ordensschwester. Diese schaute sie mit einem Blick an, der sie durchdrang. Sie hatte das Gefühl, der HERR rufe sie durch diesen Blick. Anderntags begegnete sie auf dem Erscheinungsberg zwei Ordensschwestern, denen sie auf dem Berg folgte. Da verspürte sie plötzlich eine große innere Sehnsucht: „DAS will ich!“ Beim Gebet auf dem Erscheinungsberg hatte sie das Gefühl, dass sie den Sinn ihres Lebens gefunden habe. Als sie in die Kapelle der Barmherzigen Schwestern eintrat, wusste sie sofort: „DAS ist da, wo Gott ist, DAS ist dein zu Hause“.
Ihre Mutter habe sich auch durch eine Pilgerreise nach Medjugorje grundlegend verändert, sodass sie beide gelernt hätten, in Liebe Mutter und Tochter zu sein. Dadurch habe sie zu sich selbst gefunden. Vorher konnte sie sich selbst nicht annehmen und lehnte sich selbst ab. Deshalb rief Sr. Benedikta den Jugendlichen zu: „Der HERR liebt euch genauso, wie ihr jetzt in diesem Moment seid! Schaut euren Körper an, genauso liebt euch Gott! ER hat einen Plan mit euch, mit jedem Teil eures Körpers! ER hat sich dir selbst geschenkt und nimmt dich an!“

Die Bekehrung von Pater Sébastien Brière aus Frankreich ereignete sich 2002 während der Hl. Messe in Medjugorje:
Passend dazu zitierte er die Worte Mariens aus ihrer Botschaft vom 25. Juli 2022: Ich komme zu euch, um euch auf dem Weg der Bekehrung zu führen. Das sei auch in seiner Lebensgeschichte geschehen. Er erzählte über sein Leben vor seiner Bekehrung: Er war der einzige Sohn einer Familie ohne Glaube und Gebet. Nur seine Großmutter habe gebetet. Er bezeichnete seine Kindheit als normal, später hatte er eine Freundin und wollte eine Familie gründen. Dies sei aber nicht geglückt. Er studierte Architektur in der Schweiz, wobei oberflächlich alles in Ordnung gewesen sei. Im Innern jedoch hatte er keinen Frieden und kein Lebensziel. Er hatte das Gefühl, alle um ihn herum seien glücklich, er aber nicht. Ein Onkel, der im Jahr 2000 in Medjugorje war, lud ihn ein, auch dorthin zu pilgern. Er kam dann am 23.12.2002 nach Medjugorje, wodurch für ihn ein „neues Leben“ begann. Zeitgleich hatte er auch eine neue Freundin kennengelernt. Das Schlüsselerlebnis seiner inneren Bekehrung für ein neues, glückliches Leben trat während der „Wandlung“ in der Hl. Messe in Medjugorje ein. Er erfuhr die Liebe Gottes und wurde innerlich sehr berührt, was ihn veränderte. Ab sofort bemerkte er ein Sehnen nach der täglichen Mitfeier der Hl. Eucharistie und dem täglichen Rosenkranzgebet. Mit seiner Freundin sei er dann mehrmals nach Medjugorje gekommen. Die Freude und die Liebe zu Jesus wuchsen immer mehr, sodass Pater Sébastien feststellte: „Keiner in dieser Welt konnte mir so eine Liebe anbieten, wie Jesus sie mir gegeben hat.“
2004 half ihm seine Freundin, eine Entscheidung zwischen Ehe und Priestertum zu treffen. Als er sich nach großen inneren Kämpfen sich für das Priestertum entschied, spürte er eine große innere Befreiung. Auch heute erfüllt ihn sein Leben als zölibatär lebender Priester ganz: „Die Liebe Jesu erfüllt mich, es mangelt mir nichts. Im heutigen Evangelium stellt Jesus die Frage: Wer bin ich für euch? Für mich ist Christus mein ganzes Leben. Christus ist der Mittelpunkt meines Lebens und ich bin glücklich, dass ich vor euch Zeugnis dafür ablegen kann.“
Die Muttergottes Maria helfe ihm, sich konstant nach Jesus auszurichten. Er sei so glücklich, dass er Priester sei: „Wir brauchen uns nicht fürchten, „Ja“ zu Gott zu sagen. (…) Vom HERRN zu lernen, das bringt uns Frieden!“
Er riet den Jugendlichen, Jesus auf Fürsprache Mariens zu erlauben, in das Herz zu kommen. Das bringe Frieden. Er erläuterte aufgrund seiner Lebenserfahrung, dass es ein Kampf um den „inneren Frieden“ sei.  Pater Sébastien zitierte noch einmal aus den Botschaften Mariens in Medjugorje, dass Satan stark, aber das Gebet stärker sei. Er gab den Rat: „Wir sind stärker als Satan, wenn wir sagen: Jesus, Dir will ich folgen!“ Er bat dann in einem freien Gebet darum, dass sich die Herzen für Gott öffnen und wir zu Gott „Ja“ sagen.

Die Freude über die Liebe Gottes wurde mit dem internationalen Chor zum Ausdruck gebracht mit den rockigen Songs „Mighty to save“ und „Jesus loves me“. Dabei wurde wieder eine passende Choreographie zum Mitmachen von jungen Schwestern der Gemeinschaft der Seligpreisungen und der Franziskanerjugend dargestellt.
Den Abschluss des Vormittagsprogramms bildete das Gebet des „Angelus“

Am Nachmittag des 4. Tages des Jugendfestivals gaben vier Mitglieder der Gemeinschaft Cenacolo Zeugnis über ihre Lebensgeschichte, ihre Bekehrung und wie der Glaube ihr Leben verändert hat:

Bruder Hubert

Bruder Hubert, ein geweihter Bruder der Gemeinschaft Cenacolo aus Italien, gab Zeugnis von seinem Weg und dem Wirken Gottes in ihm. Mit 20 Jahren war er ein vom Leben gezeichneter junger Mann, der Drogen- und Alkoholsucht, Geldsorgen, Traurigkeit und Depression kannte. Das Leben, das er bis zu diesem Zeitpunkt kennengelernt hatte, hatte ihn verletzt und er verletzte die Menschen in seinem Umfeld. Erst als er die Gemeinschaft Cenacolo fand, sah er ein Licht, das er in seinem bisherigen Leben nicht gefunden hatte. Im Rückblick sagt er, dass das Rosenkranzgebet und die Muttergottes ihn von seiner schlechten Vergangenheit gereinigt und geheilt haben, damit er sich Jesus zuwenden konnte. Der Aufruf Gottes, ihm nachzufolgen und alles von sich zu geben, führte ihn dazu, sich selbst und seiner Familie zu vergeben. Ein entscheidender Anteil kam Mutter Elvira zu, die ihn dazu ermutigte, seinen Vater zu umarmen und damit seiner Vergangenheit zu vergeben. Das war der Zeitpunkt seitdem Gott ihn immer näher zu sich zieht. So wurde er vor einem Monat zum Diakon geweiht.

Slawen

Slawen, Bruder der Gemeinschaft Cenacolo, sprach über seine jahrelange Suche nach der Freiheit und dem Sinn des Lebens, die er in Drogen und Materialismus nicht finden konnte. Erst als er in die Gemeinschaft eintrat und die vielen Menschen, ihren Glauben und ihre Hoffnung sah, spürte er etwas von der erhofften Freiheit. Doch in seinem Herzen herrschte Angst, alles zu verlieren und sein Leben Jesus und der Muttergottes zu übergeben. Sein Traum vom Leben hinderte ihn, sich Gott ganz hinzugeben – selbst bei seiner Erstkommunion. Erst als er eines Tages Jesus vor dem Allerheiligsten sein Leben anvertraute, fand er die ersehnte Freiheit – frei im Herzen, weil er Jesus im Herzen hat.

Adam

Adam berichtete über seine Familie, die aufgrund der Drogenabhängigkeit seines Vaters viel zu leiden hatte. Ziel seiner Jugendzeit war es, nicht so zu sein wie sein Vater. Sein eigener Hass auf seine Eltern führte ihn auf denselben Weg aus Drogen und Alkohol. Wie er sagte: Gott rettete mich durch die Gemeinschaft von meinem Hass gegenüber allem. Er ist dankbar für jeden Aufruf Gottes und möchte uns folgende Worte Gottes mit auf den Weg geben: Wer im Kleinen treu ist, ist auch im Großen treu. Sagen wir Ja zu Gott und tun Gutes. Wir brauchen nichts anderes als die Gnade Gottes.

Elena

Elena verlor im Alter von sechs Jahren ihre Eltern und trat in diesem Alter in die Mission in Peru ein. Sie war ein Mädchen, das oft wütend war, weil sie nicht verstand, warum ihre Eltern sterben mussten. Sie floh vor den Menschen – bis zu jenem Tag, als Mutter Elvira kam und ihr lange in die Augen sah. Dieser Blick veränderte ihr Leben, sie sah den Blick einer Mutter. Sie ist dankbar in Medjugorje leben, der Muttergottes täglich von ihrem Kampf erzählen und durch die Gemeinschaft eine Familie erhalten zu haben. Der Umgang mit ihren „geistigen“ Brüdern hilft ihr, nicht mehr nur ihre Qualen, sondern auch das Leid anderer zu sehen. Den Jugendlichen möchte sie Folgendes mit auf den Weg geben: Es gibt einen Vater, der Wunder in unserem Leben tut, und wenn er diese Wunder bei mir getan hat, wird er sie auch bei euch tun.

Hauptzelebrant bei der Abendmesse war Mons. Petar Palić, Bischof von Mostar-Duvno und Apostolischer Administrator von Trebinje-Mrkan.

Den Kern der Predigt des Bischofes, Mons. Petar Palić, bildeten drei Fragen.
Er begann mit der Frage Jesu, was die Menschen über Ihn und seine Apostel sagen. Niemand sei Jesus gegenüber gleichgültig – heute wie zur Zeit Jesu seien manche begeistert, andere sehen in Ihm ihren Sinn, andere verspotten Ihn, lachen Ihn aus oder sie unterdrücken und töten.
Mit Blick auf die heutigen Umstände schloss er die zweite Frage Jesu an: Für wen haltet ihr mich? Warum folgt ihr mir nach? Wer ist Jesus in meinem Leben und warum hast du entschieden diesem Galiläer zu folgen? Der Mensch sei ein Suchender – nach einer guten Arbeit, einer Ehefrau, einem Ehemann, nach dem Sinn des Lebens, des Leidens und nach seiner Identität. Der Mensch finde sich jedoch nur, wenn er nach Jesus suche und eine persönliche Beziehung zu Ihm habe.
Zuletzt stellte er die Frage, warum Jesus den Aposteln seine Gottheit zu offenbaren verbot. Zur Zeit Jesu fiel es den Menschen schwer zu glauben, dass jemand aus Nazareth der Gesandte Gottes sein sollte. Er resultierte, dass wir einerseits einen tiefen Glauben haben können, aber andererseits auch ein Hindernis für das Kommen des Reiches Gottes sein können. Wir können das Kommen verlangsamen, wenn wir keinen Glauben, Wut, Neid oder Hass in uns tragen.
Zum Schluss gibt der Bischof uns drei Aufgaben mit auf den Weg: Erstens sollen wir andere sehen lassen, wie die Begegnung mit Jesus uns verwandelt hat. Zweitens sollen wir für die Priester, die uns auf unserem Lebensweg helfen oder geholfen haben, beten. Und drittens sollen wir uns mit Demut bekleiden und mutig Zeugnis darüber abgeben, dass wir Jesus und seiner Kirche angehören, der heute und alle Tage der Welt mit uns sei.

Es folgte ein höchst sehenswertes Bühnenspiel der Gemeinschaft Cenacolo.

Der Titel des diesjährigen Bühnenspiels der Gemeinschaft Cenacolo lautet: „Die Feier ist für euch“. Vorneweg wird eine kurze Einleitung mit einem Gleichnis des Evangeliums geschildert, als ein Herr alle Menschen zur Hochzeit einlud, aber einer nach dem anderen sich entschuldigte und letztlich keiner die Einladung annahm. Da forderte der Herr seine Diener auf, auf den Marktplatz zu gehen und alle Drogenabhängige, Kriminelle, Arme, Blinde zum Fest einzuladen. Der Film schildert einerseits die Geschichte Jesu, wie er vor 2000 Jahren lebte, und andererseits die Lebensgeschichten der „Schauspieler“, verschiedener Mitglieder der Gemeinschaft Cenacolo.
Das Bühnenspiel beginnt mit einem jungen Mann, der einen Bericht an Theophilus über die Lehre schreibt, die er erhalten habe. Das Leben zur Zeit Jesu mit dem Tempelkult und der Lesung der Tora schließt sich an. Eine Karawane mit Jesus, Frauen und Männern und Eseln, die nach Jerusalem reist. Ein Junge, der in der Gegend spielte und rannte, sah die Karawane und erzählte seiner Mutter in einem Dorf, wo die Karawane Rast machte, davon. Die jüdischen Gelehrten sehen eine Differenz zu ihrem Glauben und schmieden den Plan, Jesus am nächsten Tag zum Essen einzuladen, um ihn auszufragen. Ein Armer mit einem kleinen Stück Brot vor den Toren des Dorfes.
Es folgte die Szene von Johannes, der im Jordan die Menschen mit Wasser tauft. Es gibt Fragen, ob er Christus sei, aber er verweist auf Jesus, der mit dem hl. Geist, dem Feuer, tauft. Auch Jesus kommt und lässt sich von Johannes taufen: „Du bist mein geliebter Sohn“, „seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt“. Johannes ruft die Menschen dazu auf, mit Jesus zu gehen. Beim gemeinsamen Zusammentreffen der Apostel mit Jesus am nächsten Tag bittet einer „Lehre uns beten, Rabbi“ und er spricht das Vater Unser.
Daraufhin folgt die Szene einer jungen Frau, die sich auf den Weg zu Jesus macht und von einer älteren Frau aufgehalten wird. Sie solle nicht zu ihm gehen und an die Folgen für die Familie denken, doch dann gehen sie zusammen, um Jesus zu sehen.
Die Hohepriester treffen sich anschließend mit Jesus, während seine Apostel draußen warten müssen und den Grund nicht verstehen. Sie fragen sich, was das Ziel ihrer Reise sei. Jesus wird derweil im Haus eines Hohepriesters mit Essen und Trinken versorgt. Sie belehren ihn mit dem jüdischen Gesetz, sich an den Sabbat zu halten. Jesus führt hingegen ein Gleichnis an, ob sie einen Ochs oder Esel, der in den Brunnen gefallen sei, nicht am Sabbat herausholen würden. Daraufhin betritt eine Frau, eine Sünderin in den Augen der Hohepriester, den Raum und salbt und küsst Jesus die Füße. Die Schriftgelehrten sehen das argwöhnisch, während Jesus das Verhalten der Frau ihrem gegenüberstellt (Demut vs. Hochmut). Er spricht zur Frau: „Frau dein Glaube hat dir geholfen, deine Sünden sind dir vergeben, geh nach Hause und sündige nicht mehr“. Die Schriftgelehrten mahnen ihn der Gotteslästerung, während er die Gesetze der Nächstenliebe und der Vergebung predigt.
Am Schluss des Filmes folgt ein Rückblick auf das Gleichnis Jesu, welche Ausflüchte von den Angesehenen alle vorgebracht wurden, um nicht am Fest teilnehmen zu müssen und dass der Herr daraufhin alle Kranken, Armen, Blinden etc. einladen ließ. Es folgt ein Zitat von Mutter Elvira („Der Herr offenbart sein Heil und verwandelt es: Traurigkeit in Freundschaft, Dunkelheit in Licht.“) und ein Ausschnitt einer Botschaft von Papst Franziskus („Wir alle sind Sünder, wir alle sind schwach und begrenzt.“). Die Vorstellung schließt mit folgenden Worten: „Die wahre Arznei unter uns ist die Liebe und dann gehe in die Welt.“

524 Priester waren in Konzelebration dabei.

Freitag, den 05. August 2022

Langsam füllt sich der Platz am Außenaltar. Es ist sonnig und heiß.

Pater Marinko begrüßte die Jugendlichen aus diesem Grund mit: „Gelobt seien Jesus und Maria. Guten Morgen wünsche ich euch, liebe junge Freunde. Eine etwas dumme Frage: Habt ihr genügend Schlaf bekommen? Wie schön ist es, zu schwitzen, oder? Und der Schweiß fließt und du genießt es… Das alles ist Annehmen oder?"

An diesem neuen Tag lud Pater Marinko die Jugendlichen und Junggebliebenen erneut dazu ein, den Tag bewusst mit Jesus, mit dem Hl. Geist, mit dem Kreuzzeichen zu beginnen. "Das lehrt uns die Muttergottes, dass wir jeden Tag mit Jesus beginnen und den Tag beenden."
Er rief dazu auf, die Hände auszubreiten und sie zu öffnen. Er sagte, die offenen Hände würden sprechen. Sie würden darüber sprechen, dass das Herz sich übergebe. Es übergebe sich dem Herrn. "Deine ausgebreiteten Hände sprechen darüber, wie dein Herz dankt. Wie es sagt: Ich bin hier, oh Herr."
Untermalt vom internationalen Chor mit dem Lied „Veni sancte spiritus“ wurde das Gebet zum Heiligen Geist, "Komm Schöpfer Geist, kehr bei uns ein...", gebetet. Währenddessen hielt Pater Marinko mehrmals einen Moment inne mit geschlossenen Augen.
Er erinnerte nochmals an das Motto des diesjähringen Jugendfestivals, an die Worte Jesu: „Lernt von mir, so werdet ihr Frieden finden.“ Darauf baute er ein Beispiel auf und fragte die Jugendlichen, was sie mit ihrer Zeit machen würden, wie sie ihre Zeit ausfüllen würden. Sie hätten 24 Stunden Zeit an einem Tag, wie viel würden sie für Jesus verwenden, wie viel würden sie Jesus, ihrem göttlichen Freund, schenken?
Während sie über diese Frage nachdenken, erinnerte er daran, dass es sich im Gebet um die Liebe handele und nicht um die Verpflichtung.

Abschließend beendete er das Morgengebet mit den Worten: "Heiliger Geist, komm. Komm in mein Herz. Heiliger Geist, erwecke in mir das Sehnen nach dem Herrn, nach dem Freund, nach Jesus." und rief die Jugendlichen bewusst dazu auf, mit viel Sehnen, mit viel Liebe, mit viel Vertrauen in ihrem Herzen zu wiederholen und zu sprechen: "Komm, Heiliger Geist, komm".

Das Gebet endete mit dem Segen und einem Lied, "Jubilate servite".

Es folgte ein Gedanke von Pater Marinko aus der Schule der Muttergottes: Das schönste Beispiel für das Herzensgebet sei Maria, die niemals im Kopf bleibe, nur bei ihrer Meinung, sondern in die Tiefe ihres Herzens hinabsteige. Maria würde zu derjenigen, die die Worte von der anderen Seite empfange: „Der Herr sei mit euch“. Die heilige Jungfrau Maria bewahrte alle Worte in ihrem Herzen, sie bewahrte alles und dachte darüber nach.

Der junge Pater Renato Galić ist der erste Redner am heutigen Tag.

Er wurde vor 3 Jahren zum Priester geweiht. Seitdem ist er Kaplan und Pfarrvikar in Međugorje. „Er ist immer bei der Liturgie am Altar“, so sein Mitbruder Pater Marinko. In seiner heutigen Katechese sprach er über den wahren Weg zum Frieden des diesjährigen Mottos: „Lernt von mir, so werdet ihr Frieden finden“.
Zunächst stellte er die Figur des irdischen Lehrers jenem des göttlichen Lehrers gegenüber. Entgegen irdischen Lehrern schaffe Jesus keinen geschlossenen Kreis von Privilegierten, die Zugang zu seinem Wissen und seiner Lehre erhalten. Zwar seien es am Anfang nur zwölf Apostel gewesen, doch schon kurze Zeit später werden alle Christen als Jünger Jesu bezeichnet. Wir alle seien dazu aufgerufen Jesus und seinen Lehren konstant nachzufolgen – in jeder Situation. Anhand verschiedener situativer Erlebnisse in den Evangelien legte er das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler dar. Während Petrus Jesus lehren möchte, weil er seine Entscheidung des Leidens nicht versteht, ist Nikodemus ein angesehener Meister seiner Zeit, der aber mit der Offenheit seines Herzens Jesus erlaubte ihn zu lehren.
Nicht Jesus folgt uns, sondern es ist wichtig, dass wir immer hinter Jesus sind und ihm folgen. Es erfordert Vertrauen, dass wir uns der Führung Gottes überlassen und dass Gott uns durch das Gebet verändert. Zuhören ist nicht leicht, lieber lehren wir wie Petrus, anstatt Gott zu erlauben, dass er zu uns spricht. Als Jünger Jesu sind wir dazu aufgerufen, offen zu sein für Veränderungen. Die Offenheit im Herzen ist wichtig, damit Jesus durch den heiligen Geist zu uns sprechen kann. Auch für Maria war nicht alles einfach und verständlich als der heilige Erzengel Gabriel zu ihr kam. Doch sie hatte keine Angst. Nach dem Vorbild Mariens sollten auch wir offen und bereit sein: Unser Herz Gott zu öffnen ist der Aufruf von Međugorje, damit wir das lernen können, was Jesus uns vermitteln möchte. Wir werden Jesus immer näher, wenn wir ihm zuhören und von ihm lernen. Dies geschieht durch Zuhören, die Stille der Anbetung und Gebet. So gelangen wir zur Einheit zwischen Gott Mensch zurück, die die ersten Menschen auszeichnete, bevor die Sünde in die Welt kam. Die Einheit der Menschen mit Gott ist am Wichtigsten – den Frieden gibt es nur mit Gott.
Die Veränderung mit Gott kommt nicht so schnell, es bedarf Opfer, aber Jesus verspricht, dass er ist immer bei uns ist. Der Friede kommt nur vom Herrn, das bemerken wir auch in der aktuellen Zeit und in der Geschichte: Menschen versuchten Frieden herbeizuführen, aber es kam nur Unruhe. Die Sünde hat den Grundfrieden, die Grundeinheit zwischen Mensch und Gott gestört. Die Sünde schafft Last in unseren Herzen. Jesus sagt, dass wir das Joch und die Last auf uns nehmen sollen und es ihm übergeben sollen. Manche Lasten tragen wir uns selbst auf, manchmal sind es vielleicht falsche Entscheidungen, falsche Worte aber am meisten sind es Sünden. Wir sollten uns niemals an die Sünde gewöhnen.
Das Kreuz des hl. Damian am Altar stammt aus einer Zeit, als Jesus nicht in einer leidenden Situation dargestellt wurde. Jesus ist fröhlich, sein Blick ist sanft. Jesus ruft uns, dass wir zu ihm kommen und ihm unsere Last übergeben. Das Sakrament der Beichte ist dieser Ort. Gott ruft nicht die Guten, die Vollkommenen, sondern die Müden. Er ruft uns, damit wir selber kommen.
Gott möchte uns die Last abnehmen und den wahren Frieden geben. Sein Kreuz ist viel leichter, als jene Kreuze, die wir uns selbst auferlegen. Er verspricht, dass er immer an unserer Seite ist und uns hilft. Unser Heil und unser Glück sind nur in Gott. Die Muttergottes ruft in Međugorje am meisten zum Frieden auf. Pater Renato fordert uns auf, uns zu fragen welche Dinge und welche Personen uns Unfrieden bringen. Wir sollen versuchen Jesus immer näher zu kommen, damit Jesus uns den Frieden immer mehr bringen kann. Auch wir sind dazu aufgerufen den Frieden in das Leben der Nächsten bringen – Friedensträger zu sein. Wir können den Frieden in unserem Leben und Herzen bewahren, den Frieden in der Familie.
Er schließt mit dem Vorbild des Franziskus von Assisi, der Gespräche immer mit dem Gruß begann: „Der Herr gebe dir Frieden“. Nutzen wir diese Aufforderung für unsere zwischenmenschlichen Beziehungen, damit wir ebenso zu Friedensmenschen werden. Nur wenn wir den Frieden selber in uns tragen, können wir ihn in die Welt hinaustragen und anderen mitteilen.

Im Anschluss stellten Magnus MacFarlane-Barrow (Gründer), Armina Sveti und Diana die gemeinnützige Hilfsorganisation "Mary's Meals" vor, die im Jahr 2002 ins Leben gerufen wurde, um Kinder in ärmeren Ländern zu ernähren und ihnen eine (Aus-)Bildung zu ermöglichen.

Magnus MacFarlane-Barrow:
"Wir können nur lieben, weil Gott uns Liebe gegeben hat."

Ich bin jedes Jahr so glücklich, dass ich von neuem an diesen wunderbaren Ort kommen kann. Zuerst möchte ich Pater Marinko danken für seine ganze Unterstützung in all den Jahren – von der Pfarrei. Es bedeutet mir so viel.
Aber ich möchte auch euch Jungen danken, ihr seid für mich eine Inspiration. Ihr erinnert mich, wie man den Glauben mit Freude lebt. Ich bin 54 Jahre alt, dabei habe ich gedacht ich wäre 18.
Aber als Erstes möchte ich Gott danken für die Gnaden, die er an diesem Ort weiter ausgießt. Ich danke ihm, dass er uns seine Mutter sendet in all diesen Jahren, wir brauchen sie mehr denn je. Ich denke, dass viele von euch in der Zwischenzeit wissen, dass Mary's Meals, dieses Werk der Liebe, eine Frucht von Medjugorje, eine Frucht des Gebetes ist. Ein praktisches Werk der Liebe. Das, was Mary's Meals tut, ist das, was viele in der gesamten Welt gemeinsam tun. Wir wissen, dass jeder Einzelne nicht viel tun kann. Aber wenn wir all diese Dinge zusammen tun, dann wird es zu einer wunderbaren Gabe für Gott. Wir sichern jeden Tag eine gute Mahlzeit für die ärmsten Kinder der Welt. Wir teilen diese Mahlzeiten immer in den Schulen aus. Das heißt, dass wir das Grundbedürfnis des hungernden Kindes nach Nahrung befriedigen und dass die Kinder eine Ausbildung bekommen. Es kann sie von der Armut befreien.
Insgesamt 2.279.941 Kinder bekommen inzwischen jeden Tag Nahrung. Diese Mahlzeiten setzen sich aus dem zusammen, was vor Ort gewachsen ist.
Pater Franky hat uns letztes Jahr einen Vortrag gehalten. Er fragte: "Wer war das erste Kind?" Ich dachte 20 Jahre zurück, in die erste Schule. P. Franky sagte: "Es war Jesus!" Natürlich war es er. Ich habe mich ein bisschen verrückt gefühlt. Es war eine Erinnerung, dass jedes dieser Kinder, denen wir zu Essen geben, in Wirklichkeit Jesus ist.
Heute in dieser Welt, die in Aufruhr ist, gibt es mehr Hungernde als jemals. 1 von 9 Kindern auf der Welt leidet an Hunger. Und das in einer Welt, in der es so viel Nahrung gibt. Es sterben so viele Kinder an Hunger.
Das ist ein Entsetzen! Wir dürfen diese hungernden Kinder nicht vergessen, als ob sie unnütz wären. Gott hat sie nicht vergessen. Er sieht sie, er hört sie, er kennt sie alle einzeln beim Namen.
Es geht um 1 hungerndes Kind, das einen Namen hat.
So ist es bei euch allen hier: Gott sieht euch, er kennt euren Namen. Bitte erkennt dies in diesen Tagen immer mehr, dass er euch liebt und er euch niemals verlassen wird.
Wenn wir sagen, dass Mary's Meals ein Werkzeug der Liebe ist, sprechen wir über ein Instrument, das uns gegeben wurde. Wir können nur lieben, weil Gott uns Liebe gegeben hat. Deshalb wissen wir, dass dieses Werk verwurzelt bleiben muss im Gebet. Ich glaube, dass die Muttergottes uns jedes Jahr hierherbringt, um zu wissen, dass Gott uns liebt, dass er existiert.
Ich danke aus der Tiefe des Herzens so viel für alle, die ihr eure Gaben teilt, damit diese Kinder essen können und ich rufe euch alle auf, die ihr vielleicht noch nicht eingeschlossen seid in diesem Werk, schließt euch unserem Werk an. Jeder von uns kann etwas tun. Die Muttergottes ruft uns auf, Apostel der Liebe und des Friedens zu sein.

Armina Sveti:
"Da wo wir hingehen, bedeutet Hunger: Verlust des Lebens.
"

Armina ist die mutige Leiterin des Werkes "Mary's Meals" in Kenia.
Sie ist sehr glücklich, dass sie hier in Medjugorje sein kann, denn hier begann die Inspiration für Mary's Meals.
Dieser Ort bedeute ihr und vielen bei ihr Zuhause sehr viel. Egal, wohin sie gehen - sie gehen raus in einen See voller Gebiete. Trotz der Herausforderung inspirieren sie die Orte und die Menschen, die an diesen Ort leben. Da wo sie hingehen, bedeutet Hunger: Verlust des Lebens. Hunger bedeutet: Mangel an Bildung und Erziehung. Sie gehen in Gebiete, wo Hunger bedeutet: Mangel an Hoffnung und Glaube. In Gebiete, wo Hunger bedeutet: Verlust der Würde. Wo sie herkommt, gibt es immer noch tausende Kinder, die täglich auf Nahrung warten. Deshalb brauchen sie noch mehr Menschen, um zu sichern, dass diese Kinder jeden Tag zur Schule gehen können.
Sie wird nach Hause zurückkehren und den Volontären dort sagen: "Es gibt so viele in Medjugorje, die so sind wie ihr".

Diana:
"Das schönste Zeugnis seid ihr – weil ihr „Ja“ zu Maria gesagt habt."

Diana ist eine Sängerin aus Italien, die christliche und spirituelle Musik schreibt und singt. Sie schreibt "Gebet" in Form eines Liedes, für all die Kinder, die Mary's Meals nährt.
Der Ort Medjugorje ist sehr wichtig für sie. Denn dort ist ihre Bekehrung geboren worden, ein enges Verhältnis mit Maria, von der Mutter zur Tochter. In Medjugorje habe sie gelernt zu beten und den Zeichen zu folgen. Was das Gebet angeht habe sie entdeckt, dass sie mit ihrer eigenen Stimme beten kann. Gott, den Vater, zu suchen. Sie habe gelernt, von der Muttergottes zu erbitten, ihr Leben zu ändern und den Zeichen zu folgen. Eines dieser Zeichen für sie sei Mary's Meals.
Sie sagte zu den Jugendlichen: "Das schönste Zeugnis seid ihr – weil ihr „Ja“ zu Maria gesagt habt." Heute gebe es noch ein neues Virus, das sei das Virus der Liebe! Sie sollen die Welt anstecken mit Liebe, Licht sein und sich selbst anstecken lassen.

Danach folgte das Zeugnis von Daniel und Anna. Daniel kommt aus Ungarn, ist 20 Jahre alt - Anna kommt aus Spanien (Valencia) und ist 20 Jahre alt. Beide geben Zeugnis für die Missionsschule "Jeunesse-lumière".

Anna

Anna ist mit Daniel zum Jugendfestival gekommen. Sie sei gekommen, um die Missionsschule "Jeunesse-lumière" vorzustellen. Dies sei eine internationale Schule von Jugendlichen, die zwischen 18 und 30 Jahre alt seien und sich entscheiden würden, ein Jahr lang Halt zu machen mit dem Studium, bei der Arbeit.
Sie würden dem Herrn ein Jahr ihres Lebens schenken, ihre Beziehung zu Gott vertiefen. Diese Schule wurde 1984 gegründet. Sie befinde sich im Süden von Frankreich, in der Nähe von Toulouse. Es gebe sie aber auch in anderen Ländern: in Italien, Polen, Ungarn, zwei Schulen in Afrika und Kamerun.
Diese Schule basiere auf 4 Säulen: Gebet, Erziehung, Leben in Gemeinschaft und Sendung/ Mission.

Gebet

In der Schule beten sie, denn das Gebet sei, mit dem Herrn zu sein, mit dem Herrn zu sprechen. Sie haben Momente des persönlichen Gebetes in Stille, aber auch in der Gemeinschaft, Gott zu loben und zu preisen, die tägliche Eucharistie und auch den Rosenkranz. Anna sei in diese Schule gegangen, weil sie den großen Wunsch hatte, dem Gebet näherzukommen. Sie wollte ihr Verhältnis mit Gott vertiefen und mit Jesus in ihrem alltäglichen Leben leben.

 

Erziehung

Die zweite Säule sei die Erziehung. Sie hätten jeden Tag Kurse über verschiedene Themen des Glaubens, um diesen vertiefen zu können (Islam, Buddhismus, Ehe usw.). Für sie sei diese Ausbildung sehr wichtig, weil es ihr erlaubt, in ihrem Glauben tiefer zu werden. Dass sie ihren Glauben mehr kennenlerne, woran sie denn genau glaube. Dass sie ihre eigenen Zweifel klären könne.

Leben in Gemeinschaft

Die dritte Säule sei das Leben in der Gemeinschaft. Ein Jahr von September bis Juli würden sie zusammenleben in einem Haus, wie eine große Familie. Sie bereiten die Lesungen, die Liturgie vor, haben verschiedene Sportarten. Es sei ein Leben, das ihnen erlaube zu sehen, was Jesus im Gebet gebe. Das in die Praxis umzusetzen mit den Brüdern und Schwestern, die um einen herum seien. Für Anna sei es eine Erfahrung, in der sie sich selbst kennengelernt habe – in der sie auch den Nächsten kennengelernt habe, der neben ihr sei – sich selbst und den Nächsten anzunehmen. Lernen, zu lieben. In allen Momenten, auch in den Unterschiedlichkeiten, die sie alle hätten. Sie kämen aus verschiedenen Ländern, Kulturen, Sprachen…

Sendung/ Mission

Die vierte Säule sei die Sendung, die Mission. Sie würden begreifen, dass die Begegnung mit Jesus etwas war, was das Wichtigste sei. Aus Liebe zu Gott und dem Nächsten habe sie das Bedürfnis zu verkünden: "Jesus ist lebendig".
Für Anna sei die Sendung, die Mission sehr schwer gewesen, da sie eine sehr zurückhaltende Person sei. Aber sie habe entdeckt, dass sie es aus der reinen Liebe tun solle, weil Jesus sie liebe. Und so begriff sie, dass nichts unmöglich sei für Gott.

Anna wuchs in einer katholischen Familie auf, die den Glauben gelebt habe. Sie sei Jesus schon von klein auf begegnet. Es sei ihr gut in ihrer Familie ergangen; sie sei nicht entfernt vom Glauben gewesen. Und doch habe sie nichts in ihrem Inneren gespürt. Sie habe sich immer wieder gefragt: "Was tut Gott in meinem Leben? Was für eine Verbindung hat Gott überhaupt mit meinem Leben?"
In einem Jahr, das sehr schwer für sie gewesen war, sei sie nach Assisi gepilgert. Sie habe vor dem Kreuz gebetet, wie diesem in Medjugorje. Habe Jesus angeschaut und ihm gesagt, sie kenne seine Geschichte. Sie habe das Leiden Jesu am Kreuz sehen und begreifen können, dass Jesus die einzige Person sei, die aus Liebe zu ihr gestorben sei. "Ja, Jesus ist wegen mir gestorben. Außerdem ist er aber am Leben. Jesus ist auferstanden, um heute hier zu sein. Wegen mir!"
Allmählich habe sie begonnen zu begreifen, warum sie in die Missionsschule gehen möchte - dass sie Gott begegnen möge. Sie habe gedürstet nach Gott, nach dem Leben, dem wahren Leben. Sie sieht dies als eine Frucht des Heiligen Geistes, dass sie "Ja" gesagt habe. Sie habe gelernt, wie Gott, wie Jesus in ihr Leben zu lassen und glücklich zu sein im "Jetzt".

Daniel

Für Daniel sei es eine große Freude, dass er in Medjugorje beim Jugendfestival sein könne. Er habe keine unbeschwerte Kindheit gehabt. Er habe nicht wirklich die Liebe seiner Eltern erlebt. Seine Familie sei eine christliche Familie - sie wurden getauft und gingen zur Hl. Messe -, aber sie hätten nie über den Glauben gesprochen.
Sein Vater habe sehr viel getrunken. Daniel habe deshalb sehr gelitten. Er sei aggressiv gewesen, wenn er getrunken habe, und habe seine Mutter, seine Geschwister und ihn sehr gequält. Sie hätten kein gutes Verhältnis zueinander gehabt. Er habe sich nicht um seine Familie gesorgt, nicht um sie gekümmert.
Daniels Mutter habe eine schwere Krankheit gehabt, weshalb sie sehr starke Medikamente genommen hätte. Die Ärzte haben ihr gesagt, dass Daniel ohne Hände und Füße zur Welt kommen würde - sie hätten ihr zur Abtreibung geraten. Doch er stehe gesund hier, in Medjugorje! Er sei sich sicher, dass seine Mutter viel für ihn gebetet hätte. In der Schule sei er immer der Kleinste gewesen, eine Person, die die Anderen immer gequält und ausgeschlossen hätten. Er habe sich in seinem Inneren verschlossen und sei nicht mehr offen gewesen, mit anderen zusammen zu sein. Er sei verzweifelt gewesen, habe keinen Sinn in seinem Leben gesehen, weil er keine Liebe bekommen hätte.
In der 5. Klasse sei er durch den Religionsunterricht der Schule in ein Sommercamp gekommen. Sie seien dort viel zu Fuß gegangen. Da habe er die unbeschreibliche Liebe Gottes erlebt! Der Leiter seiner Gruppe hätte ihm so viel Liebe bezeigt, die er bis dahin niemals erfahren hätte. Daraufhin hätte er begonnen, sich zu wandeln und zu heilen. Er sei offener geworden. Von da an sei er jedes Jahr auf eine Reise oder Pilgerfahrt gegangen und auch zu diesem Sommercamp. So auch im Jahr 2014 nach Medjugorje - zum ersten Mal.
Er habe gleich gefühlt, dass er hier zuhause sei, bei der himmlischen Mutter, sodass er jede Gelegenheit nutzen würde, um hierhin zurückzukehren.
Danach hätten seine Eltern sich getrennt, was für ihn eine Befreiung dargestellt hätte, da er sich noch mehr öffnen habe können.
Während seiner Teilnahme an Exerzitien habe er von der Schule "Jeunesse-lumière" gehört, deren Bestandteil die Mission und Sendung sei. Es solle solch eine Schule auch in Ungarn gegründet werden. Er habe eine große Kraft, einen Ruf gespürt, zu diesem Ort zu gehen. Doch die Gründung der Schule habe nicht begonnen, sodass er die Schule in Frankreich kontaktiert habe. Er spürte: "Ich möchte mein Verhältnis zu Gott erneuern und immer näher zu ihm kommen. Er verwandelt dieses Jahr in der Schule und gibt uns viel mehr. Ich gebe also ein „Ja“ meines Lebens, wo ich nicht arbeite, und ziehe mich zurück an diesen Ort."
Zu diesem Zeitpunkt habe sein Vater große Schwierigkeiten gehabt, er habe viele schlechte Dinge erlebt. Daniel habe ihn angerufen und er habe den Heiligen Geist gespürt, dass Gott seinem Vater etwas sagen möge durch ihn.
Sie hätten begonnen, jeden Abend gemeinsam zu beten und miteinander zu sprechen - und er habe begriffen, dass das Gebet das sei, was vereint, was heilt und so viele Gnaden gibt! Gott hätte begonnen, Schritt für Schritt das Verhältnis seines Vaters zu ihm zu heilen.
So sei er nach Frankreich gegangen und dieses große Abenteuer in der Missionsschule habe begonnen. "Der Herr hat mich wirklich gerufen." Er habe dort den Umgang mit seinen Nächsten gelernt, er habe lieben und den würdigen Umgang mit Sexualität und Frauen gelernt.

Der Herr habe ihm Anna geschenkt, seine Freundin! Ein großes Wunder des Willens Gottes für ihn: "Er wollte, dass ich in diese Schule komme und wir eine Beziehung beginnen".
Inzwischen habe er den Ruf für die Schule in Ungarn angenommen.

Auch dieser Nachmittag wurde mit Musik eröffnet.
Pater Marinko regte mit seinen Vorworten zum Nachdenken an: Paulus sage, dass er in der Verfolgung, in den Schwierigkeiten genießen würde. Und der Philosoph Pascal habe ein mystisches Erlebnis gehabt; er habe sich vor dem lebendigen Gott gesehen, der Feuer, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs sei. Wir nähmen von diesem Gott den Frieden mit.

Das Zeugnis am Nachmittag des fünften Tages des Jugendfestivals stammte von Pater Benjamin, Salesianer von Don Bosco.

Die Jungfrau Maria versammelt uns hier, aber wir (alle) hier sind die „Tatkräfte“. Ich bin Priester der Salesianer. Dort sind wir ganz besonders für Jugendliche, die in Schwierigkeiten sind, da. Meine Familie praktizierte den Glauben nicht, bis meine Mutter von Medjugorje erfuhr. Sie wollte dann unbedingt dort hin. Wir, meine Brüder, 21, 16 und ich, 9 Jahre alt, fuhren 1992 (während des Krieges) zu Weihnachten mit ihr. Da war dieser Kontakt mit der Gnade. Zuerst spürte ich nichts Besonderes, aber dann, dass das Wort „Gott“ ein Synonym für „Liebe“ ist.
Ich hatte in Medjugorje gleich den Wunsch, Priester zu werden; mit 9 Jahren. Aber als Jugendlicher überlegte ich etwas – wegen des Zölibats. Nach der Matura studierte ich Psychologie – mit mehr Frauen zusammen, als Männern – das war schwierig. Beim Studium spürte ich im Gegensatz zu Medjugorje nichts mehr. Bei der Hl. Messe habe ich geweint, weil ich nichts mehr gespürt habe. Zu beten ist immer ein Opfer, eine Anstrengung, die mich viel kostet. Auch heute kämpfe ich noch damit. In Medjugorje ist alles viel einfacher, aber zu Hause … Aber: „Sorgt euch nicht so viel …“ Die Gospa lehrt das Herzensgebet, doch es bedeutet nicht, dass wir Schmetterlinge im Bauch haben. Aber wenn wir etwas spüren, dann ist das eine Gnade. Der Herr bringt uns dazu, Verantwortung zu tragen. Gott hat viel mehr Vertrauen in uns, als wir in Ihn. Auch bedeutet das Herzensgebet nicht unbedingt, viel zu sprechen, sondern, es jeden Tag neu zu versuchen! – Denn es ist lebensnotwendig. Er nennt das Beispiel von einem Diabetiker, der spritzen muss, um zu überleben. So ist es auch mit dem Gebet. Es gibt keine Botschaft der Muttergottes, in der sie nicht vom Gebet spricht und dies oft mehrmals wiederholt. Sie fordert nicht, sie bittet uns darum. Für uns Christen ist dies ein Gebot. Wir können nicht sagen: „Wir sind Christen“ – und beten nicht. Genauso, wie niemand sagen kann, er sei Sportler – und trainiert nicht.
2012 erlebte ich die Bekehrung in Medjugorje. Einige Wochen zuvor wurden mir in Frankreich die Dokumente gestohlen. Deshalb kamen wir nicht über die Grenze. Wir versuchten es dann über verschieden andere Wege und beteten unaufhörlich den Rosenkranz. An der Grenze zu Bosnien sagte dann der Zöllner nach langer Zeit, dass wir fahren könnten. Wegen meiner fehlenden Papiere musste ich in Medjugorje bleiben, obwohl wir eigentlich auch ans Meer wollten. Ich spürte auf einmal, dass mir die Gospa eine Ohrfeige gab. Danach merkte ich Schritt für Schritt die Bekehrung, denn obwohl ich schon Ordensmann war, nahm ich alles nicht ganz so streng. Ich begann dann wirklich ernsthaft, den Rosenkranz zu beten. Gott vertraut euch; ihr geht zu Gott, weil es Ihm gefällt.
Die Macht des Christentums liegt darin, von der Sklaverei zur Freundschaft zu gehen, denn Gott ist unser Freund. Wenn wir Christen werden, beginnen wir, mit den Augen Gottes zu schauen. „Was wird mit den Seelen sein?“ – das ist das Dringendste – ist der Aufschrei hier in Medjugorje. Aus Medjugorje muss man mit der apostolischen Vision zurückkehren: „Wir sind ein Teil von Christus.“ (Ein Leib und viele Glieder).
Durch euer christliches Glück könnt ihr den Satan entwaffnen!!!!

Pater Marinko, Pfarrer von Medjugorje, begann die feierliche Hl. Messe. Er begrüßte alle Anwesenden, aber besonders die Jugendlichen, sehr herzlich.

Auch er bezog sich auf das vorangegangene Evangelium. Jesus sagt: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Mt 16,24)
Das Motto des diesjährigen Jugendfestivals sei "Lernt von mir, so werdet ihr Frieden finden" (Mt 11,28-30). Dies bedeute zu allererst, von Jesus zu lernen. Heute gäbe es so viele Lehrer in den sozialen Medien, die ihre Lehren als die richtigen anbieten würden. Von Jesus zu lernen bedeute
1.    Ihm nachzufolgen und
2.    Ihn vorher kennen zu lernen – von innen und von außen.
Die Jünger lernten von Ihm – sie folgten Ihm nach.
Jesus kennenlernen bedeute, SEIN Herz kennen zu lernen – mit unserem eigenen Herzen. Wir könnten alles in der Hl. Schrift lesen, aber das könne auch nur äußerlich sein. Wir müssten unser Herz öffnen für Neues, um auch Ihn zu verstehen. Jesus sei z. B. zu einem Sünder (Zachäus) ins Haus gegangen, was damals ein Skandal gewesen sei.
Pater Marinko fuhr fort mit der Frage, wie wir Jesu Herz besser kennenlernen und verstehen lernen könnten? Dazu nannte er 4 Punkte:
1. Unser eigenes Herz öffnen
Ein offenes Herz für Jesus bedeute, zu üben, ein Herz wie Maria zu erreichen. Sie habe damals gesagt: „Hier bin ich. – Mir geschehe nach Deinem Wort.“ Dieses sei ein offenes Herz. Wir würden uns oft fragen, warum uns Gott nicht höre. Er höre uns, aber um dies zu verstehen, brauchten wir ein offenes Herz um Neues zu hören und aufzunehmen.
2. Die Paradoxie im Glauben verstehen lernen
Vieles sei im Glauben – auf den ersten Blick – paradox und dies sei gerade für Jugendliche schwer zu verstehen. Z. B. an Gott zu glauben, obwohl wir Ihn nicht sehen könnten. Oder dieser Satz von Jesus, seine Feinde zu lieben. Wie auch der Satz, denen Gutes zu tun, die uns Unrecht täten. Ein weiteres Beispiel: wenn uns jemand auf die rechte Wange schlüge, ihm auch die linke hin zu halten. So gäbe es viele weitere.
3. Ein verzeihendes barmherziges Herz erlangen
Hierzu nannte P. Marinko das Beispiel vom verlorenen Sohn. Der ältere der Brüder konnte das Verhalten des Vaters nicht verstehen; hatte er doch immer auf dem Hof gearbeitet und der jüngere das Erbe verprasst. Aber der Vater der beiden hatte ein verzeihendes und barmherziges Herz.
4. Wandlung des Herzens
Hier erwähnte P. Marinko noch einmal Paulus, der sage, dass er in der Verfolgung, in den Schwierigkeiten, in der Schwachheit  genießen würde. Damit wolle er verdeutlichen, dass das, was er vormals nicht tragen habe können, „süß“ geworden sei. Dies könne sich aber nur vollziehen, wenn man Größeres erlebt habe.

Wichtig sei, zu erkennen, dass es eine unsichtbare Perle gebe. Diese sei so kostbar: DAS HERZ GOTTES, Seine Liebe, Seine Barmherzigkeit; dies könnten wir in der Eucharistie finden.
Auch die Beichte sei eine Perle, denn in diesem Sakrament warte der barmherzige Vater auf uns.
Das Wort Gottes sei eine ebensolche Perle, weil wir dort hören würden, wie sehr Gott uns liebe.
Die Muttergottes lehre uns, dass wir diese Perle entdecken könnten, z. B., indem sie uns das Herzensgebet lehre.
Geld dürfe nicht das Wichtigste in unserem Leben sein, sondern die Perle. Gott gebe sich uns zur Speise, damit Er uns nähre – dies sei die Perle – genau wie die Beichte.
Die Gospa wünsche, dass jeder von uns glücklich werde, aber die Sünde nähme uns das wahre Glück und den Frieden. Deshalb sage Jesus auch vom Kreuz: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
So, wie der Arzt die Arznei gäbe, so gäbe die Kirche die Hl. Beichte. Dort begegneten wir dem barmherzigen Vater, der uns die Last nähme. Die Arznei für die Seele sei die Vergebung, die Annahme des Kreuzes und das Fasten.
Zum Schluss erläuterte P. Marinko: Wenn die Menschen nicht beten würden, verlören sie etwas, könnten sie nicht nach innen zu sich selbst – in ihr Herz – vordringen. Deshalb sollten die Menschen zum Hl. Geist beten, dass er ihr Herz öffne; dann würden sie die Perle entdecken.
Alles hinge vom Herz ab. Das Herz habe seine eigenen Gründe, die der Verstand nicht kenne. Wir alle sollten uns durch ein neues, offenes Herz diese Perle holen und anderen helfen, diese Perle zu finden, nachdem wir diese Entscheidung für uns getroffen hätten. - Amen.

Da Pater Marinko Sakota nun nach 12 Jahren aus der Pfarrei Medjugorje in eine andere berufen wird, verabschiedete ihn der Apostolische Visitator Mons. Aldo Cavalli mit sehr herzlichen und berührenden Worten.

Nach der Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes verkündete Pater Marinko die diesjährige Aussendung an die Anwesenden: „Und Jesus trat zu ihnen, redete mit ihnen und sprach: ‚Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt.‘ “

Im Anschluss überreichten der Apostolische Visitator für Medjugorje, Mons. Aldo Cavalli, und Pater Zvonimir Pavičić, der neue Ortspfarrer von Medjugorje, einem jeden Vertreter der anwesenden Nationen einen gesegneten Rosenkranz aus Medjugorje.

Nach dem ersten Lied „Hosanna“ erfreute das interessante Kurzvideo „The best of the Youth-Festival“ die Jugendlichen, in dem die technischen und organisatorischen Mühen von so vielen engagierten Menschen zur Vorbereitung dieses gigantischen Ereignisses gezeigt wurden.

Pater Marinko fand nette Verabschiedungs- und Dankesworte für alle Übersetzer.

Dann ging mit dem internationalen Chor von Medjugorje die Post richtig ab: die Jugendlichen tanzten zu schwungvollen, rockigen geistlichen Liedern; die sie mit rhythmischem Klatschen und Mitsingen lebhaft begleiteten. Das ließ dann die Zuhausegebliebenen auch nicht mehr ruhig auf ihren Stühlen sitzen … Lobet und preiset den Herrn!!!!

501 Priester waren in Konzelebration mit dabei.

Samstag, den 06. August 2022

Das Jugendfestival endete mit dem Aufstieg auf den Kreuzberg. Dort feierten die jugendlichen Frühaufsteher um 5.00 Uhr die Hl. Messe.

Täglich wurde das gesamte Programm für all diejenigen, die das Festival nicht vor Ort miterleben konnten, LIVE übertragen. Ab sofort können Sie alle Katechesen, Predigten und Zeugnisse des Jugendfestivals in unserer Mediathek abrufen.

Das Jugendfestival wurde simultan in 16 Sprachen übersetzt.

Zusammenfassung zur Konzelebration und Übertragung:
Montag

483 Priester in Konzelebration

Dienstag
550 Priester in Konzelebration

Mittwoch
564 Priester in Konzelebration

Donnerstag
524 Priester in Konzelebration

Freitag
501 Priester in Konzelebration

Videoaufnahmen in Medjugorje: