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Ohne Kreuz gibt es keinen Frieden

Wir sind in der Schule des Betens mit Maria, die sich in Medjugorje als "Königin des Friedens" vorgestellt hat. Wir sollen in dieser Schule des Friedens bereit sein, auch mit dem Kreuz, mit dem Leiden konfrontiert zu werden.

 In der heutigen Lesung haben wir von Abraham gehört, von dem verlangt worden war, seinen eigenen Sohn Isaak zu opfern (vgl. Gen22). Und er war bereit! Wir wissen aber auch, daß es nicht zu dieser Opferung gekommen ist, und daß Abraham statt seines Sohnes einen Widder als Brandopfer dargebracht hat.

Frieden Leben

 Auch wir sollen, wenn wir inmitten dieser unfriedlichen Welt den Frieden leben wollen, unseren eigenen Isaak aufopfern. Aber nicht einen Freund, nicht ein Kind. Nicht den Sohn, die Tochter, sondern unseren eigenen Isaak.
 Was ist das? Wer ist das?
 Das weiß jeder für sich selbst. Es kann eine Gewohnheit sein, die uns daran hindert, den Frieden zu haben. Es kann etwas sein, woran wir zu sehr hängen. Ein ganz banales Beispiel: Wenn jemand für eine Fußballmannschaft die Daumen drückt und von ihr total abhängig ist, wird er immer nervös sein und ohne Frieden, solange er nicht gehört hat, daß "seine" Mannschaft gesiegt hat.

Frei werden

 Je mehr solche Dinge wir in dieser Welt haben, an denen wir hängen, umso weiter entfernt sind wir von jenem Frieden, von dem Maria spricht und zu dem sie uns erziehen möchte. Solange wir um irgend etwas in unserem Leben Angst haben - um Erfolg, Ansehen und alles andere -, ist der Friede immer wieder von neuem gefährdet.

 Damit wir den Frieden leben können, den uns Maria lehren möchte, sind wir aufgerufen, unseren eigenen "Isaak" aufzuopfern. Das kann unser Leben sein, das kann auch unser Tod sein; das, worum wir Angst haben. Das bedeutet aber nicht unbedingt, etwas zu verlieren, sondern es bedeutet in erster Linie, von allem wirklich frei zu werden. So kann uns dann Gott den tiefen Frieden schenken.

 Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, daß wir Menschen sind und uns noch unterwegs befinden. Wir sind oft anfällig und schwach, und wir werden immer wieder in Situationen kommen, in denen wir uns schwertun und die uns traurig stimmen. Dem können und brauchen wir nicht ausweichen.

Verfügbar sein

 Aber eines sollten wir in jeder Situation von neuem im Sinne haben: Uns zur Verfügung zu stellen, so wie Maria immer verfügbar war. Wir dürfen nicht meinen, Maria habe nicht auch traurig sein können nach all dem, was sie erlebt hat. Sie war traurig, und wir haben keine Bedenken, von den Schmerzen Mariens zu sprechen. Aber sicherlich war sie auch noch im tiefsten Schmerz voll ergeben, voll hingegeben. Deshalb war sie am Grunde ihrer Seele immer voll Frieden.

 Wir befinden uns also in einer Schule des Friedens, die nicht leicht ist. Es ist viel leichter, von den anderen den Frieden zu verlangen. Es ist viel leichter, auf die Straße hinauszugehen und die Menschen zum Frieden aufzurufen, als seinen eigenen "Isaak" aufzuopfern, damit der Friede als Gnade zu uns kommen kann.

Gehorsam lernen

 Damit wir diesen Frieden lernen, sind wir eingeladen zum Fasten, zum Gebet, zur Beichte, zur Messe. So werden wir uns immer leichter von allem in der Welt lösen können, wir werden innerlich immer freier werden.
 Jesus, so sagt der heilige Paulus, hat - obwohl Er Sohn war - den Gehorsam gelernt durch das Leiden bis zum Tod am Kreuz (vgl. Hebr 5,8). Und so konnte Jesus am Ende, als Er alle Gründe gehabt hätte, nicht zu verzeihen, dennoch verzeihen.
 Maria möchte auch uns dazu verhelfen. Sie verurteilt uns nicht, wenn wir nicht bereit sind, den Frieden anzunehmen oder weiterzugeben.. In der Botschaft vom 25. Januar 1988 sagt die Muttergottes, sie bete jeden Tag für uns und möchte uns immer näher zu Gott hinführen. Sie könne dies aber nicht, wenn wir es nicht wollen.

 Wenn wir es wünschen, kann also all das geschehen, was uns Gott versprochen hat. Der absolute Friede wird erst im Himmel möglich sein, aber eines ist trotzdem sehr wichtig: daß wir Menschen guten Willens werden, und daß wir diesen Frieden in uns selbst fördern. Erst dann können wir auch Werkzeuge des Friedens sein. Erst dann können wir jenen, die den Frieden suchen und sich nach ihm sehnen, den Weg zum Frieden zeigen.

 In der Botschaft vom 25. Februar 1988 sagt das die Muttergottes auch von sich selbst: "Ihr wißt, daß ich euch liebe und aus Liebe zu euch hierher komme, um euch den Weg des Friedens und der Rettung eurer Seelen zu zeigen." und das wünscht sie auch von uns, wenn sie in derselben Botschaft sagt: "Gebt Zeugnis mit eurem Leben, Opfert euer Leben für die Rettung der Welt!"

Kreuz tragen

 Christ zu sein bedeutet aber nicht, kein Kreuz mehr zu haben, kein Leiden. Und Maria ist auch nicht deswegen gekommen, um von uns alle Kreuze wegzunehmen. Sie hat das nie gesagt. Mensch zu sein bedeutet Kreuz zu haben. Wir sind ja so begrenzt, und unser Kreuz ist sicherlich, daß wir nicht lieben können, wie wir lieben möchten. Unser Kreuz ist, daß wir so begrenzt  sind und oft nicht verzeihen können, obwohl wir wissen, daß wir dazu aufgerufen sind. Unser Kreuz ist, daß wir so vergänglich sind, daß wir sterben müssen. Auch Leiden und Krankheiten sind unser Kreuz.

 Maria ist nicht gekommen, um das Kreuz von uns wegzunehmen. Sie ist gekommen, um uns zu zeigen, welches Kreuz wir nehmen sollen. Wenn uns zum Beispiel jemand verletzt hat, stehen wir vor einer Alternative: Verzeihen oder nicht verzeihen, lieben oder nicht mehr lieben. Beides ist Kreuz. Lieben ist nicht leicht, es ist ein Kreuz. Nicht lieben oder nicht verzeihen ist auch ein Kreuz. - Welches Kreuz werden wir wählen?

 Viele Menschen wählen das Kreuz des Nichtverzeihens. Sie wollen nicht verzeihen. Sie wollen so vielleicht einem Kreuz ausweichen. Aber so haben sie eben ein anderes Kreuz zu tragen, denn jeder, der nicht verzeiht, trägt nicht nur ständig eine Wunde in seinem Herzen, sondern auch noch den Dorn in der Wunde.

Helfen können

 Jeder aber, der das Kreuz des Verzeihens und des Liebens annimmt, wird zwar nicht vor Wunden verschont bleiben, er ist aber auf dem Weg der Heilung.
 Es ist das urmenschlichste Problem, welches Kreuz wir nehmen sollen. Wenn wir aber, wie Maria es uns lehren möchte, mit Hilfe der Gnade das richtige Kreuz gewählt haben, werden wir auch den anderen Menschen helfen können.

Quellenangaben: Gebetsaktion Wien/Nr.9 im Jahr 1988