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Die Muttergottes lädt zur Heiligkeit ein

Am 10. Juli 1986 sagte die Muttergottes: "Liebe Kinder! Heute lade ich euch zur Heiligkeit ein. Ohne Heiligkeit könnt ihr nicht leben. Deshalb besiegt mit der Liebe jede Sünde. Durch die Liebe könnt ihr alle Schwierigkeiten überwinden, die euch begegnen. Liebe Kinder, ich bitte euch, lebt die Liebe in euren Herzen. - Danke, daß ihr meinem Ruf gefolgt seid"!

Wir befinden uns schon im sechsten Jahr der Erscheinungen der Muttergottes und schon im dritten Jahr der Botschaften, die sie der Pfarre über die Seherin Marija Pavlovic seit dem 1. März 1984 jeden Donnerstag gibt. Diese Botschaften haben eine tiefe Verbindung mit den Hauptbotschaften: Friede, Umkehr, Gebet, Fasten und Glaube.

Wenn uns die Muttergottes hier in dieser Botschaft zur Heiligkeit aufruft, ist das nur ein anderes Wort für den Frieden; ein anderes Wort für die Umkehr, besonders für die Versöhnung; für das Gebet, das Fasten und den Glauben.

Wer kann in dieser Zeit noch heilig leben?

Bei vielen Christen könnte es - wenn sie zur Heiligkeit eingeladen werden - so sein, daß sie auf einmal Angst bekommen oder diesen Ruf nicht ganz ernst nehmen. "Wer kann in dieser Zeit noch heilig leben?" Das war doch - so denken viele - nur eine Sache der vergangenen Zeiten! Aber dieser Ruf ist durch diese Botschaft von neuem an uns ergangen. Die Muttergottes weiß, wen sie anspricht; wo und in welcher Situation sich derjenige befindet, der angeprochen wird. Das bist Du, das bin ich - das sind nicht nur die Priester, die Bischöfe, die Ordensleute. Jeder von uns, jeder Getaufte, wir alle sind zur Heiligkeit eingeladen. Dieser Ruf gilt auch dann, wenn wir spüren: In dieser komplizierten modernen Zeit geht das doch gar nicht!

Bei dieser Einladung, heilig zu leben, denkt bitte zunächst nicht an schwierige Bußübungen. Denkt nicht daran, euch irgendwo in die Wüste zurückzuziehen oder in ein kleines Haus am Berg oder im Wald, um dort nur zu beten und zu weinen. Wohl gab es solche Heilige, die sich berufen fühlten, einen solchen Weg zu gehen. Doch wenn wir zur Heiligkeit eingeladen werden, dürfen wir nicht denken, wir seien eingeladen, Wunder zu tun. Absolut nicht!

Sich heilen lassen an Leib und Seele

Nachdem wir klargestellt haben, daß Heiligsein nicht heißen muß, in die Wüste zu gehen oder Wunder zu tun, fragen wir uns von neuem: Was heißt eigentlich:"Heilig leben?"

Der Ruf zur Heiligkeit gilt auch für uns einfache Menschen. "Heilig" hat etwas mit "Heil" zu tun. Eingeladen sein zur Heiligkeit heißt zunächst, sich heilen zu lassen an Leib und Seele. Bei diesem Sich-heilen-lassen geht es zum Beispiel um die Versöhnung, denn das heißt eigentlich "innere Heilung".

Wir wissen, daß die Sünde das größte Problem ist, weil sie verwundet. Denken wir an den Haß, an Eifersucht, Egoismus; an übermäßiges Trinken, Drogensucht... Denken wir an das ausgelassene Leben so vieler Menschen. Wir werden sofort spüren, was "Versöhnung" da bedeuten würde; welche Folgen sie im Leben solcher Menschen hätte, und auch im Leben derer, die mit ihnen leben. Wie schwer ist es einer Mutter ums Herz, die sehen muß, daß ihr Sohn oder ihre Tochter in die Drogenwelt hineinschlittert; wie schwer ist es den Kindern, wenn sie sehen, daß ihr Vater trinkt und dadurch Unordnung in das Haus bringt. Und wie schwer ist es denen, die spüren, daß sie gehaßt werden. Sie alle werden zutiefst verwundet und diese Wunden werden dann zu Quellen für so viele andere Sünden.

Eingeladensein zur Heiligkeit ist der Aufruf, sich heilen zu lassen, sich zu versöhnen; diese Wunden, die die Sünde geschlagen hat, durch die Gnade Gottes überbrücken zu lassen. Dadurch wird wieder ein normales Leben, eine normale Kommunikation zwischen Gott und uns Menschen ermöglicht. Auch das eigene Herz findet wieder zum Frieden. Wenn wir dies so betrachten, wird es für uns ganz natürlich sein, daß wir zur Heiligkeit aufgerufen werden. Wir sind dadurch eingeladen zum Heil, zur Heilung, zur Genesung.

Auch unser leibliches Wohl hängt weitgehend davon ab, in welcher Verfassung unser Seelenleben ist. Man sagt, daß der überwiegende Teil aller Krankheiten psychosomatischen Ursprungs sind. Je mehr Unordnung in der Seele ist, desto anfälliger wird der Körper für Krankheiten.

Je gefestigter die Seele im Frieden ist, je weniger das innere Zerrissensein als Folge der Sünde vorhanden ist, desto mehr sind wir auch körperlich stark, immun gegen jede Krankheit. Heiligkeit hat zunächst einmal mit Heilung zu tun. Erst der in seiner Seele heile Mensch kann den Frieden in sich und zu den anderen tragen, kann verzeihen, innig lieben, Gott lieben und den Menschen annehmen, kann sogar sein eigenes Leben - sein Kreuz - aufopfernd tragen. Das ist Heiligkeit.

Sich heilen lassen von den Wunden der Sünde

Jesus hat uns nicht erlöst, weil Er gelitten hat und weil Er am Kreuz gestorben ist; viele Menschen sind am Kreuz gestorben, viele haben gelitten - vielleicht sogar noch mehr. Aber Er hat uns geliebt - auch in dem Moment, als der ganze Haß, die ganze Finsternis über Ihn hereingebrochen ist. Jesus blieb Licht. Hoffnung, Vertrauen. So wurde alles, was er leiden mußte, zum Heil, zum Guten für uns alle. Er war und ist heilig. Er ist der Friedensfürst. Er ist gekommen, die Wand der Finsternis zu zerstören, damit wir heilig - heil - leben können. Bei der Taufe wurde uns diese Heiligkeit als Zeichen der Versöhnung gegeben. Von dem Moment an, als wir getauft worden sind, waren wir eingeladen zur Heiligkeit. Doch im Laufe der Zeit haben wir das vergessen. Heilig leben heißt also, sich von den Wunden der Sünde heilen zu lassen, und dann im Frieden mit sich selbst, mit Gott und mit den anderen zu leben.

"Ohne Heiligkeit könnt ihr nicht leben."

Denken wir an das grichische Wort "hagios". Die Griechen haben dieses Wort für "Heiligkeit" verwendet. "Hagios", das heißt einer, der nicht zur Erde gehört, der offen ist für eine andere Welt; einer, der in seinem Leben nicht nur die horizontale, sondern auch die vertikale Dimension kennt; der offen ist für Gott, der Gott in seinem Leben sprechen läßt. Christ sein kann man nicht ohne diese vertikale Dimension. Eingeladen sein zur Heiligkeit heißt, sich heilen zu lassen und für Gott offen zu leben.

In vielen Botschaften sagte die Muttergottes: Ich möchte eure Herzen nach meinem Herzen formen. - Mariens Herz war stets offen für Gott. Ihr Herz war ohne Sünde, das heißt, auch in der Tiefe hatte sie keine Folgen der Sünde, sie war versöhnt, sie war heil, sie war heilig. In der Botschaft vom 10. Juli 1986 sagte sie auch: "Ohne Heiligkeit könnt ihr nicht leben!" So im ersten Moment möchte ich sagen: Entschuldige, Muttergottes, aber ich frage mich, ob Du recht hast? Wir leben ja schon ohne Heiligkeit! - Aber trotzdem, die Muttergottes hat recht. Wir wissen ja, wie es uns geht, wenn wir ohne Heiligkeit leben; in der Sünde, in Konflikten; wenn wir einander hassen, uns nicht vertragen, uns nicht versöhnen: dann wird das Leben einfach zur "Hölle". Ohne Heiligkeit vernichten wir uns: wir leben dann wirklich wie Leute, die verwundet sind, deren Wunden aber nicht geheilt werden. Jede Berührung tut weh und macht das Leben unmöglich. Deswegen sagt die Muttergottes: "Ohne Heiligkeit könnt ihr nicht leben!"

Was soll ich tun, um heilig zu leben?

Die Muttergottes gibt uns das Mittel in die Hand: die Liebe. Sie sagt: "Deshalb besiegt mit der Liebe jede Sünde."(10. Juli 1986). Um heilig zu sein, muß man zu einer Liebe zurückkehren, in der es dieses Denken nicht mehr gibt: Wie du mir, so ich dir!

Die Muttergottes ruft uns zu einer Liebe auf, die keine Bedingungen kennt; die verzeiht, die über das Schwache und das Sündhafte in uns selber und auch in den anderen hinauswächst und versucht, alles anzunehmen, immer zu verzeihen.

Wer aber kann eine solche Liebe haben? Die Muttergottes sagt, wir sollen um diese Liebe beten! Wann aber haben wir zuletzt dafür gebetet, daß wir die Liebe Gottes aufnehmen können? Vielleicht haben wir die Liebe deswegen nicht, weil wir nicht um sie beten. Wir beten um die Kleinigkeiten unseres tagtäglichen physischen Lebens, um Erfolg... Aber das ist nicht der Sinn des Gebetes. Vielleicht müßten wir auch in diesem Punkt umkehren und jeden Tag um die Liebe beten. Dann können wir durch die Liebe jede Sünde besiegen; die Sünde als Quelle des Nicht-Versöhntseins, als Quelle der spirituellen und physischen Krankheit. Wenn wir so die Sünde überwinden und besiegen, gehen wir den Weg zur Heiligkeit.

Wenn wir aber die Sünde nicht weglassen wollen, verhalten wir uns wie einer, der in seiner Wohnung das Wasser fließen läßt und sich dann beklagt, daß der Teppich und die ganze Wohnung naß ist. Vielleicht versucht er ab und zu, mit einem Lappen alles ein wenig zu trocknen. Er sollte aber zum Wasserhahn gehen, ihn abdrehen, alles trockenwischen und dann sozusagen wieder "normal" leben.

Wie groß ist unsere Liebe?

Die Muttergottes verspricht uns: "Durch die Liebe könnt ihr alle Schwierigkeiten überwinden, die euch begegnen." (10.Juli 1986). Wir Christen sind Spezialisten geworden, uns über Schwierigkeiten in der Familie, im eigenen Leben, in der Kirche und in der Welt zu beklagen. Und wir stimmen ein in die Symphonie der Klagelieder, mit denen wir nicht selten auch andere verurteilen...

Aber fragen wir uns einmal, wie groß unsere Liebe ist. Vielleicht sind die Schwierigkeiten nur deswegen so groß, weil unsere Liebe zu klein ist. Wenn jemand über die Finsternis klagt, wird sie nur noch größer werden, weil sie noch länger dauert. Besser wäre es, ein Licht anzuzünden und sich um das Licht zu kümmern. Und wenn das Licht stärker wird, fallen die Schwierigkeiten ab, geht die Finsternis einfach weg. Ich möchte euch ermutigen: Kümmert euch um das Positive in eurem Leben; um die Liebe; dann werdet ihr in der Heiligkeit wachsen, jede Sünde und auch alle Schwierigkeiten überwinden!
Die Muttergottes sagt: "Liebe Kinder, ich bitte euch, lebt die Liebe in eurem Herzen!"(10.Juli 1986). Ja, daß ist der Aufruf der Mutter: Ich weiß, ihr wollt heilig leben, ihr wollt die Liebe, ihr wollt versöhnt sein, ihr wollt das Heil haben. Aber bitte, lebt die Liebe in euren Herzen, dann wird euch alles andere zuteil.

Helft allen, heilig zu leben!

Am 24. Juli 1986 sagte die Muttergottes: "Liebe Kinder! Ich freue mich über euch alle, die ihr auf dem Weg der Heiligkeit seid. Ich bitte euch, helft durch euer Zeugnis allen, die nicht heiligmäßig leben können. Deshalb, liebe Kinder, soll eure Familie der Ort sein, wo die Heiligkeit geboren wird. Helft allen, heilig zu leben, besonders aber eurer eigenen Familie! - Danke, daß ihr meinem Ruf gefolgt seid."

Das Besondere an dieser Botschaft ist, daß die Muttergottes sagt: Ich freue mich...!" - Wir kennen nicht viele Botschaften, die so anfangen. Und jetzt schaut, was der Grund dafür ist: "Ich freue mich über euch alle, die ihr auf dem Weg der Heiligkeit seid..." Ich hoffe, daß es unter uns welche gibt, die diesen Weg eingeschlagen haben, die sich bemühen. Auch unter all denen, die diese Worte lesen werden, und über die sich die Muttergottes freut. Sie freut sich über alle, die der Botschaft vom 10. Juli gefolgt sind. Sie dankt allen und freut sich über jeden, der diesen Weg der inneren und äußeren Heilung, den Weg des Offenseins für Gott und für die anderen; den Weg der Liebe, der Versöhnung, des Friedens. Die Muttergottes sagt: "Helft durch euer Zeugnis allen, die nicht heiligmäßig leben können." (24. Julil 1986). Das heißt, sie schickt uns jetzt zu ihnen, sie sendet uns. Die Muttergottes sendet uns aber nicht, damit wir der Welt sagen: Ihr wißt nicht heiligmäßig zu leben! Nicht um die Welt zu kritisieren und zu beschimpfen schickt sie uns, nicht daß wir über die anderen den Stab brechen. Sondern sie sagt: "...sie können nicht!" Das ist dieselbe Art und Weise, wie Jesus vom Kreuz gesprochen hat: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun."(Lk 23,34)

Die Muttergottes sagt: "Helft durch euer Zeugnis allen, die nicht heiligmäßig leben können." (24. Juli 1986). Sie sendet uns nicht, um zu urteilen, sondern um zu helfen.

Wie sollen wir helfen, werden wir uns fragen? Durch Zeugnis! Nicht durch viele Worte. Die Muttergottes sagt: Ihr seid frei, ich möchte niemanden zwingen. Es ist viel besser, den Frieden zu schenken, den Frieden anzubieten, zu versöhnen, den Menschen zu zeigen, daß ich wirklich vergessen, über eine Beleidigung wirklich hinwegschauen kann. Dieses Zeugnis hilft dem anderen, sich der Heiligkeit zu öffnen. Er wird dann sehen: Heiligsein heißt nicht, in den Wolken zu schweben, sondern auf der Erde zu bleiben und dem Beleidigten mit Freude zu begegnen; dem Hoffnungslosen mit Hoffnung, dem Traurigen mit Freude; dem, der in der Finsternis lebt, mit Licht, dem, der Haß im Herzen trägt, mit Liebe.

Der eigenen Familie helfen

Die Muttergottes sagt: "Liebe Kinder, die Familie soll der Ort sein, wo die Heiligkeit geboren wird..." Denkt daran, daß die Muttergottes das am 24. Juli gesagt hat, zwei Tage vor dem Fest von Joachim und Anna, ihren Eltern. Sie hat nicht vergessen, wo sie angefangen hat, die Heiligkeit zu leben: schon im Schoß ihrer Mutter durch besondere Gnade. Das war ein Same, wie bei uns bei der Taufe. Ich weiß aber nicht, ob sie das entwickeln hätte können, wenn sie das nicht in der Familie - mit ihrer Mutter, mit ihrem Vater - gelebt hätte. Sie ruft besonders die Eltern auf und alle, die mit der Erziehung von Kindern zu tun haben, heilig zu leben.
Wir alle sind uns dessen immer mehr bewußt, wieviele Verwundungen gerade in den Familien geschehen. Diese Wunden werden durch das ganze Leben getragen und sind Quelle von vielem Unheil. Wenn sie geheilt werden, können wir heil, geheilt und geheiligt leben.

Die Muttergottes sagt: Wir sollen vor allem auch der eigenen Familie helfen; dem Vater, der Mutter, der Frau, den Kindern, den Älteren, den Kranken; dort, wo wir vielleicht gedacht haben: Es ist nichts mehr zu machen, nichts mehr anzufangen, weil dieser oder jener so abgefallen ist oder nichts mehr vom Glauben wissen will. Wenn wir so denken, verlieren wir leicht die Geduld. Wenn wir aber wie die Muttergottes denken: "...sie können nicht!", haben wir einen anderen Zugang und mehr Kraft. Noch dazu, wenn sie sagt: "...sie können nicht heiligmäßig leben...", dann sollen wir annehmen, daß sie aber heilig leben möchten, das Heil und die Versöhnung haben möchten. Und das ist der Grund, daß wir uns wirklich durch unser Beispiel, unser Zeugnis bemühen sollen, weiterzukommen.

Betet am Abend und am Morgen!

Durch ihre Erscheinungen in Medjugorje und alles, was sie hier erbittet, möchte uns die Muttergottes von neuem sagen, daß wir in der Heiligkeit leben sollen.
Was hilft uns besonders auf dem Weg zur Heiligkeit? Das Fasten und die Beichte. Die monatliche Beichte hilft uns, von neuem mit Gott und den Menschen versöhnt zu leben.

In der Botschaft vom 3. Juli 1986 sagte die Muttergottes: "Ich rufe euch auf, daß ihr den Tag immer mit Gebet beginnt und mit Gebet beendet." Das Abendgebet ist besonders wichtig, ich würde es nennen: das Erlösungsgebet. Wir sind zu einer Begegnung mit Gott im Gebet eingeladen, damit Er die Last des Tages von uns wegnimmt: alle Beleidigungen, alle Wunden; alles, was sich so angehäuft hat; alles, wo wir vielleicht falsch reagiert haben und dann schlechte Gefühle in uns geblieben sind oder wo wir die Grenzen unserer Liebe gespürt haben. Wenn wir das alles jeden Abend vor Gott hinlegen und Ihn um Heilung bitten, wird Er uns heilen.

Die Muttergottes möchte, daß uns die Begegnungen mit dem Herrn zur Freude werden. Sie möchte uns weiterführen; lassen wir uns doch führen! Mögen wir alle heilig werden; geheilt an Leib und Seele!

Quellenangaben: Gebetsaktion Wien/Nr.4 im Jahr 1986