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Vorwort zur Zeitschrift Oase des Friedens von Dr. Christian Stelzer

Das Coronavirus ist ein strenger Lehrmeister. Immerhin gilt es, Abstand halten und Maske tragen einer ganzen Weltbevölkerung beizubringen! Sorgen mache ich mir keine, dass wir es nicht schaffen könnten, haben wir doch in der Vergangenheit – wenn auch mit Widerständen – das Nichtrauchen in Restaurants und öffentlichen Räumen sowie das Einhalten der Promillegrenze und der Sicherheitsgurtenpflicht beim Autofahren erlernt.

Die Konsequenzen bei Nichtbefolgung der Corona-Spielregeln sind auf jeden Fall drastisch, wie wir mittlerweile immer deutlicher sehen können. So gibt es in Ländern mit liberalem Umgang mit der Pandemie wie in Schweden oder Belgien weitaus höhere Infektions- und Todesraten als im weltweiten Durchschnitt, wo diese derzeit bei 2,5 Prozent liegen – berechnet aus den Zahlen vom 31.10.2020 mit 1,19 Millionen Toten bei 45 Millionen Infizierten.

Der neuerliche Lockdown, den wir gerade in zahlreichen Ländern, unter anderem auch in Österreich, erleben, scheint auf den ersten Blick enttäuschend nach all den Bemühungen, die wir schon auf uns genommen haben. Es ist aber verständlich, dass eine Pandemie uns allen besondere Anstrengungen zu ihrer Überwindung abverlangt. „Repetitio est mater studiorum“ wurde uns schon im Lateinunterreicht eingebläut. Dass Wiederholung die Mutter des Lernens ist, trifft offenbar auch dann zu, wenn eine ganze Weltbevölkerung neue Verhaltensregeln einüben muss, um einer Seuche Herr zu werden.

Der Lockdown kann freilich auch als Chance gedeutet werden. Er schenkt uns Zeit, sofern wir uns nicht vom allabendlichen Nachrichtendrama in den Medien zu sehr gefangen nehmen lassen. „In dieser Zeit rufe ich euch auf, dass ihr zu Gott und zum Gebet zurückkehrt“, sagt uns die Gospa, die Königin des Friedens, in ihrer Botschaft vom 25. Oktober 2020 in Medjugorje. Um dann fortzufahren: „Ruft alle Heiligen um Hilfe an, damit sie euch Vorbild und Hilfe seien.“

Der November gilt in der katholischen Kirche als Monat der Besinnung und des Gedenkens an jene, die uns in die Ewigkeit vorangegangen sind, an unsere Lieben, die wir im Herzen tragen und die jetzt unsere Fürsprecher im Himmel sind, an unsere Namenspatrone und Lieblingsheiligen, deren Leben und Vorbild uns beeindrucken. Ich denke an Carlo Acutis, den italienischen Teenager, der vor einigen Wochen in Assisi seliggesprochen wurde und für den 15 Lebensjahre ausgereicht haben, um ans Ziel zu gelangen. Schon jetzt ist er ein Patron der Jugend!

Die Heiligen haben die Worte Jesu gelebt: „Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.“ (Joh 15,4). An ihnen erfüllt sich die Verheißung Jesu: „Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.“ (Joh 15, 15).

Eine Hilfe für mich während dieser Pandemie-Monate ist ein Bild der Heiligen Corona, einer frühchristlichen Märtyrerin, die im Jahr 177 in Damaskus für Christus gestorben ist. Wenn ich es von meinem Arbeitsplatz aus sehe, erinnere ich mich daran, sie um ihre Fürsprache zur Überwindung der Seuche anzurufen.

Zum 20. Mal bereits jährt sich in diesem November der Todestag von Pater Slavko Barbaric. Der Franziskaner war vielen Menschen Wegweiser und -begleiter in ihrem geistlichen Leben. Sein Tod auf dem Kreuzberg kam für uns alle überraschend. Mit ihrer Botschaft vom 25. November 2000, nur einen Tag nach Pater Slavkos „Heimgang“, tröstet uns die Gospa: „Ich möchte euch sagen, dass euer Bruder Slavko in den Himmel geboren wurde und für euch Fürsprache hält.“

Mit dem geistlichen Erbe, das Pater Slavko uns hinterlassen hat, befasst sich in dieser OASE das Gespräch mit Dr. Martin Lang, Professor am Institut für Altorientalistik der Universität Innsbruck. Die Betrachtung zur Botschaft vom 25. September 1990, verfasst für die Leser der OASE, gibt einen Einblick, wie konkret es Pater Slavko verstand, die Menschen zum Gebet zu führen.

Wir bringen in dieser OASE das beeindruckende Zeugnis von Pater Karl Wallner, Nationaldirektor der Missio Austria, beim 13. Medjugorje-Friedensgebet im Wiener Stephansdom am 22. September 2020.

DI Hans Binder, jahrzehntelanger Redakteur unseres Lesungsheftes “Leben mit dem Wort Gottes”, lädt uns ein, mit ihm die Worte der Königin des Friedens vom 25. Oktober 2020 zu betrachten.

Eine gesegnete Zeit und viel Freude am Lesen wünscht Ihnen
Christian Stelzer

Oase des Friedens November 2020