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Vorwort zur Zeitschrift Oase des Friedens von Dr. Christian Stelzer

„In voller Blüte stehen“ ist eine Metapher, die wir der Botanik entlehnen, wenn wir über Menschen sprechen, die sich in ihrer vollen Entfaltung, auf dem Höhepunkt ihrer Kräfte befinden. Die Natur veranschaulicht in diesen Tagen eindrucksvoll, was mit „voller Blüte“ gemeint ist – duftende Flieder an den Wegrändern und hochgewachsene Kastanien, deren weiße und rosa Kerzen sich elegant im Wind wiegen. Zu keiner Zeit im Jahr spricht die Natur intensiver vom Leben als im Monat Mai. Es ist kein Zufall, dass es der Monat ist, in dem wir unsere Mütter ehren und ihnen für das Geschenk unseres Lebens danken.
Der Mai ist aber auch der Marienmonat, in dem wir unserer Himmlischen Mutter in Gebeten und Gesängen Kränze mit Rosen schenken und uns ihr anvertrauen. Seit dem 17. Jahrhundert kennt die Kirche die Tradition der Maiandachten. An manchen Orten errichteten Familien Maialtäre mit einem Bild oder einer Statue der Gottesmutter, geschmückt von frischen Maiglöckchen. Zu den Morgen-, Tisch- und Abendgebeten kamen jene an Maria, vor allem das „Gegrüßet seist du, Maria“ und Weihegebete hinzu.

In Medjugorje lädt die Pfarre für den Monat Mai zur regelmäßigen Teilnahme am Abendprogramm ein, zum Gebet des Rosenkranzes in den Familien und an jedem Sonntag um 14 Uhr auf dem Erscheinungsberg, sowie zur Kreuzwegandacht auf den Krizevac an jedem Freitag. All das würde uns Möglichkeiten geben, in dieser Zeit noch bewusster das Wirken der Gospa in unserem Leben zu betrachten und für ihre Anliegen zu beten, so die Einladung der Pfarre.

In diesem Dank für das Leben öffnet sich das Herz für die Liebe. Dichter, die den Mai besangen, haben uns in ihrer Poesie kostbare Schätze durch Jahrhunderte hinterlassen: „Im wunderschönen Monat Mai, als alle Knospen sprangen, da ist in meinem Herzen die Liebe aufgegangen.“, beschreibt Heinrich Heine den Blütenmonat. Und Johann Wolfgang von Goethe bringt sein Erstaunen im „Mailied“ zum Ausdruck: „Wie herrlich leuchtet mir die Natur! Wie glänzt die Sonne! Wie lacht die Flur! Es dringen Blüten aus jedem Zweig und tausend Stimmen aus dem Gesträuch. Und Freud‘ und Wonne aus jeder Brust. O Erd‘, o Sonne! O Glück, o Lust! O Lieb‘, o Liebe! So golden schön, wie Morgenwolken auf jenen Höh´n! Du segnest herrlich das frische Feld, im Blütendampfe, die volle Welt.“
Die liturgischen Lesungen im Mai stehen noch ganz im Zeichen von Ostern. Wir befinden uns innerhalb der 40 Tage, in denen Jesus seinen Jüngern erscheint, es ist die Zeit der Erwartung seiner Himmelfahrt und der Aussendung des verheißenen Beistandes, des Heiligen Geists.
Am 25. April 2018 lädt uns die Gospa ein: „Heute rufe ich euch auf, mit Jesus euer neues Leben zu leben.“ Am darauffolgenden Tag, dem Donnerstag in der 4. Woche der Osterzeit, beten wir mit der gesamten Kirche: „Allmächtiger Gott, du hast uns durch die Auferstehung Christi neu geschaffen für das ewige Leben. Erfülle uns mit der Kraft dieser heilbringenden Speise, damit das österliche Geheimnis in uns reiche Frucht bringt.“
Das neue Leben mit Jesus erfüllt uns mit unsagbarer Freude und Zuversicht, und es führt uns in die Ewigkeit, wie die Verheißung an uns lautet! Es öffnet unsere Augen für das unfassbare Geschenk des Lebens, unseres und des Lebens der anderen, und lässt uns erahnen, wie einmalig und kostbar es ist, und dass es an uns liegt, es zu bewahren und zu beschützen, auch dann, und besonders dann, wenn es schwach und zerbrechlich wird und sich dem Ende zuneigt. „Seht, das ist mein Knecht… Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus“, sagt uns Jesaja im ersten Lied vom Gottesknecht (Jesaja 42,1.3). In Jesus erfüllt sich diese Verheißung, ja, er geht noch weit darüber hinaus, wenn er selbst Tote ins Leben zurückruft.
In diesen Tagen, wo uns die Vernetztheit der Medien so oft zu Zeugen von Scheinargumenten werden lässt, mit denen über Leben und Tod anderer entschieden wird, sind wir in besonderer Weise aufgerufen, den biblischen Auftrag zu erfüllen und einen glimmenden Docht nicht zu löschen. Denn Leben bewahren und es beschützen ist das untrügliche Zeichen christlicher Liebe.

In dieser OASE lädt uns der Arzt und Priester Ignaz Hochholzer ein, mit ihm die Worte der Gottesmutter zu betrachten.

Wir bringen in dieser Ausgabe der OASE Berichte von Glaubenszeugen, die, von der Botschaft der Gottesmutter berührt, ihr Leben ganz auf sie ausgerichtet haben und sich ihr als Werkzeuge seit vielen Jahren zur Verfügung stellen.

Viel Freude am Lesen wünscht Ihnen
Christian Stelzer

Oase des Friedens Mai 2018