Newsletter
Kontakt
Login

Vorwort zur Zeitschrift Oase des Friedens von Dr. Christian Stelzer

Der Beginn eines Neuen Jahres ist wie die Einladung zu einem Neuanfang mit guten Vorsätzen, getragen von einer Prise Optimismus. Man wünscht sich Gesundheit, Glück, Erfolg.

Doch zugleich sind da auch die Bedenken: „Was wird das Neue Jahr bringen, welche Sorgen, Nöte, Misserfolge?“, und die zweifelnde Frage, ob es etwas gibt, was uns Gewissheit bringen und unsere Angst vor der Zukunft nehmen kann. Eine Gewissheit gibt es nicht. Aber betreffend die Angst können wir beim Evangelisten Markus lesen, was Jesus beim Sturm auf dem See den Aposteln sagte: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ (Mk 4,40). In seiner Predigt während der Silvestervigil in Medjugorje erinnerte der Apostolische Nuntius für Bosnien und Herzegowina, Erzbischof Luigi Pezzuto, in Bezug auf diese Bibelperikope: „Angst ist da, wo es keinen Glauben gibt.“ Das Licht des Glaubens vertreibt die Dunkelheit des Herzens und vermag das Vakuum zu füllen, in dem sich Angst und Verzweiflung eingenistet haben. Bitten wir, dass der Herr unseren Glauben stärken und das Neue Jahr mit seinem Segen krönen möge (vgl. Ps 65,12), wie wir im Antwortpsalm der Liturgie beten.

Einen medial sichtbaren Neuanfang am Beginn des Neuen Jahres gab es in Österreich bereits mit der Bildung der neuen Bundesregierung. Ihr 300 Seiten langes Programm verspricht viel Ambitioniertes, vor allem was die Umwelt betrifft. So soll Österreich bis zum Jahr 2040 klimaneutral werden, 10 Jahre früher als es die Ziele der EU vorgeben. Dass dies möglich sein kann, demonstriert in einem Teilbereich das östlichste österreichische Bundesland, das Burgenland, wo seit 2013 der gesamte Strombedarf aus erneuerbarer Energie, vor allem Windkraft und Photovoltaik gedeckt wird. Mittlerweile produziert das Burgenland eineinhalb Mal so viel Strom, als es selbst verbraucht.
Eine Studie des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) belegt, dass Europa den Weg aus fossilen Energieträgern und Atomkraft schaffen kann, wenn jede Region ihre Potenziale zur Stromgewinnung erkennt und nützt, wie auch am Beispiel Islands, dem Land der Geysire, erkennbar ist, das seine geothermalen Quellen zur Stromgewinnung verwendet. Europa könnte sich bald zu 100 Prozent selbst versorgen, ohne Kohle, Öl und Atomkraft. Aber damit das geschehen kann, sind richtige Entscheidungen zur rechten Zeit nötig. Und dafür braucht es den Heiligen Geist. Und unser Gebet.
Im ersten Timotheusbrief erinnert uns der Apostel Paulus daran, dass die Entscheidungsträger unser Gebet benötigen: „Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können. Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter.“ (1 Tim 2,1-3).

Papst Franziskus sagt unmissverständlich: „Wir müssen am Gemeinwohl mitwirken. Mitunter haben wir sagen hören: Ein guter Katholik interessiert sich nicht für die Politik. Aber das ist nicht wahr: Ein guter Katholik mischt sich in die Politik ein, indem er sein Bestes tut, damit der, der regiert, auch regieren kann. Was also ist das Beste, was wir denen bieten können, die regieren? Es ist das Gebet.“, so der Papst (Predigt bei der Frühmesse im vatikanischen Gästehaus „Domus Sanctae Marthae“ am 16. September 2013).

Was gibt uns Hoffnung am Beginn des Neuen Jahres? Der Apostel Paulus sagt: „Den Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt. Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben und finden doch noch Raum; wir wissen weder aus noch ein und verzweifeln dennoch nicht; wir werden gehetzt und sind doch nicht verlassen; wir werden niedergestreckt und doch nicht vernichtet.“ (2 Kor 4,7-9).
Die Worte der Gospa vom 25. Dezember 2019 klingen wie eine Bestätigung dessen: „Ich bin mit euch, meine Kinder, um euch auf diesem Weg des Heils, zu dem Gott euch ruft, zu führen.“

In dieser OASE lädt uns der Arzt und Priester Dr. Ignaz Hochholzer ein, die Botschaft der Gottesmutter vom 25. Dezember 2019 zu betrachten.
Wir bringen in dieser OASE das außerordentliche Lebenszeugnis von Simona Amabene, eines ehemals erfolgreichen Fotomodels in Italien, die in Medjugorje die Gottesmutter als wahres Modell ihres Lebens entdeckt hat. Durch sie entstand die Bewegung „Costola Rosa“, in der Frauen am Vorbild Mariens ihre Berufung neu entdecken.

In dieser OASE bringen wir auch die Predigt des Apostolischen Visitators, Erzbischof Hoser, bei der Mitternachtsmette und jene des Apostolischen Nuntius, Erzbischof Luigi Pezzuto, während der Silvestervigil in der Pfarrkirche zum Hl. Jakobus in Medjugorje.

Ein gesegnetes Jahr 2020 und viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen

Christian Stelzer

Oase des Friedens Januar 2020