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Vorwort zur Zeitschrift Oase des Friedens von Dr. Christian Stelzer

Anfang Februar fand in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota das 16. Welttreffen der Friedensnobelpreisträger statt, bei denen bekannte Persönlichkeiten wie der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter, der frühere sowjetische Staatschef Michael Gorbatschow oder der polnische Ex-Präsident Lech Walesa zu aktuellen politischen Entwicklungen Stellung nahmen und Friedensappelle an die Welt richteten. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos, der erst vor wenigen Wochen den diesjährigen Friedensnobelpreis erhalten hatte. Durch seine erfolgreichen Friedensverhandlungen mit der linksgerichteten Guerilla-Organisation Farc war es ihm gelungen, den mehr als 50-jährigen Bürgerkrieg in dem südamerikanischen Land, der rund 300.000 Menschen das Leben gekostet und sieben Millionen Kolumbianer zu Flüchtlingen gemacht hatte, zu beenden. Mit dem kolumbianischen Bürgerkrieg ging auch der letzte bewaffnete Konflikt in der westlichen Hemisphäre zu Ende. „Wenn Krieg in einer Hemisphäre enden kann, warum nicht in beiden Hemisphären?“, so der Preisträger bei seiner Dankesrede in Oslo. „Vielleicht können wir mehr denn je wagen, uns eine Welt ohne Krieg vorzustellen.“ Aus seiner eigenen Regierungserfahrung wisse er aber, dass es sehr viel schwieriger sei, den Frieden zu bauen, als Krieg zu führen. Dieser dürfe niemals als Lösung gesehen werden, sondern nur als ein Mittel, das es immer zu vermeiden gelte.
Bewaffnete Konfliktlösung, das „Mittel, das es immer zu vermeiden gelte“, wird heute weltweit leichtfertig eingesetzt, wie uns die Medien täglich ins Haus berichten. Auch die verbale Aufrüstung, das Drohen mit Worten und Verbreiten von kämpferischen Ideologien, gehört zum Alltagsgeschäft populärer Politiker, dem sich Kommentatoren und Journalisten oft anschließen. Auch wenn Worte noch keine Taten sind, haben sie Gewicht und tragen bereits Wirklichkeit in sich.
Dem neuen US-Präsidenten wünscht Papst Franziskus „Weisheit und Stärke“. Man solle ihn an seinen Taten, nicht an seinen Worten messen. Eine der ersten, entschiedenen Amtshandlungen von Donald Trump war die Streichung von Steuergeldern für Schwangerschaftsabbruch! Zugleich mahnt der Papst, dass kein Land das Recht habe, seinen Bürgern das Recht auf den Dialog mit seinen Nachbarn zu nehmen, was durch eine Mauer geschehen würde.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass eine wesentliche Gabe in der politischen Diskussion verloren gegangen ist, und das ist Humor. Die Ironie bewirkt, sich selbst zu karikieren und kritisch zu reflektieren, um mit der gewonnenen Distanz den Geist für neue Lösungen zu öffnen.
Kinder vermögen uns damit zu überraschen. So sagte unsere 10-jährige Tochter vor kurzen: „Die Menschen in Mexiko wollen eine Mauer zur USA bauen.“ „Weshalb?“, fragte ich erstaunt. Sie lachte. „Weil sie den Donald Trump nicht sehen wollen.“
In ihrer Botschaft an Marija Pavlovic vom 25. Jänner d.J. ruft uns die Gospa (kroatisch für Gottesmutter) eindringlich zum Gebet um den Frieden auf: „Liebe Kinder! Heute rufe ich euch auf, für den Frieden zu beten, den Frieden in den Herzen der Menschen, den Frieden in den Familien und den Frieden in der Welt.“ Es ist ein eindringlicher Appell am Beginn des neuen Jahres. Nehmen wir ihn ernst und lassen wir uns an der Hand der Gospa auf dem Weg des Friedens führen. Es ist der Weg Jesu.
„Entscheidet euch für die Heiligkeit, und mit meinem Sohn Jesus halte ich Fürsprache für euch.“ Lassen wir uns nicht verwirren und unser Herz nicht mit Angst erfüllen. Dort, wo Maria ist, ist Jesus, der Friede! Nehmen wir ihn an in unserem Leben und erlauben wir ihm, dass er uns und die Welt mit seinem Frieden verändert.
In dieser OASE lädt uns Mag. Marija Stelzer ein, die eindringlichen Worte der Königin des Friedens mit ihr zu betrachten.
„Marijine Ruke“ – zu deutsch „Hände Mariens“ – ist ein berührendes Apostolat des Sehers Jakov Colo, durch das er seit über vier Jahren bedürftigen und Not leidenden Menschen in der Gegend von Medjugorje konkrete Hilfe wie Nahrung, Brennmaterial oder Medikamente bereitstellt. Wir bringen in dieser OASE ein Interview, das wir mit Jakov Anfang Jänner führen konnten.
Als „Monatsheiligen“ stellt uns Prälat Dr. Johannes Gamperl den hl. Polykarp von Smyrna vor, der ein Schüler des Apostels Johannes war und dessen Gedenktag die Kirche am 23. Februar begeht.
 
Viel Freude beim Lesen wüscht Ihnen
Christian Stelzer

Oase des Friedens Februar 2017