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Vorwort zur Zeitschrift Oase des Friedens von Dr. Christian Stelzer

Am 22. Juli 2018 wurde Erzbischof Henryk Hoser während der Abendliturgie in Medjugorje vom Apostolische Nuntius in Bosnien und Herzegowina, Msgr. Luigi Pezzuto, in sein neues Amt als Apostolischer Visitator eingeführt. Eine neue Seite in der Geschichte der außergewönlichen Ereignisse von Medjugorjen wurde an diesem Sonntag in Anwesenheit tausender Gläubiger geöffnet. Aus allen Kontinenten sind unzählige Pilger in den vergangenen 37 Jahren in den kleinen herzegowinischen Ort gekommen. Viele von ihnen haben einen tiefen Frieden erfahren, den nur die Nähe Gottes schenken kann, und haben begonnen, ihr Leben neu auszurichten. Dennoch hat die ausdrücklich negativen Haltung des Ortsbischof zu den Ereignissen und seine öffentliche Kritik immer wieder Menschen versunsichert und Zweifler bestärkt. Am letzten Tag des Marienmonats Mai hat Papst Franziskus eine Tür geöffnet und die Geschicke der künftigen pastoralen Entfaltung des Heiligtums „mit sofortiger Wirkung und auf unbegrenzte Zeit“ dem emeritierten Erzbischof von Warschau-Praga anvertraut. Dass der Vatikan das Phänomen Medjugorje in der Vergangenheit begleitet und diskrete Weichenstellungen schon sehr früh vorzunehmen begonnen hat, ist aus der Geschichte der Ereignisse klar erkennnbar. So sind zahlreiche Aussagen des heiligen Papstes Johannes Paul II. zu den Ereignissen bekannt geworden. Dem brasilianischen Erzbischof Murilo Sebastião Ramos Kriege sagte der Papst, als dieser zum vierten Mal eine Wallfahrt zum Heiligtum der Königin des Friedens    unternahm: „Medjugorje ist das spirituelle Zentrum der Welt!“ Auf Wunsch des Vatikans wurde im April 1987 eine Untersuchungskommission der gesamtjugoslawischen Bischofskonferenz betreffend Medjugorje gebildet, deren Leitung Bischof Franjo Komarica übernahm. Dies war gleichsam eine Antwort auf den Bericht der vorangegangenen Untersuchungskommission des zuständige Ortsbischof Pavao Zanic auf diözesaner Ebene. Die Kommission der jugoslawischen Bischofskonferenz veröffentlichte im April 1991 ihren Abschlussbericht, in dem es heißt, dass man aufgrund der bisherigen Untersuchungen noch nicht bestätigen könne, dass es sich hier um übernatürliche Erscheinungen, Offenbarungen handle. Zugleich wurde die Notwendigkeit der pastoralen Begleitung der Gläubigen und Pilger in Medjugorje durch den Diözesanbischofs und die anderen Bischöfe betont. Dazu kam es jedoch in der Folge nicht, da unmittelbar nach der Veröffentlichung der „Erklärung von Zadar“ der Balkankrieg ausbrach und Jugoslawien zerfiel. Im März 2010 ließ die Mitteilung der Glaubenskongregation aufhorchen, dass eine internationale Kommission mit Kardinälen, Bischöfen, Fachleuten und Sachverständigen unter dem Vorsitz von Kardinal Camillo Ruini das Phänomen von Medjugorje untersuchen solle. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen wurden 2014 der Glaubenskongregation vorgelegt, die sich seither damit befasst. Am 11. Feber 2017 ernannte Papst Franziksus den polnischen Erzbischof Hernyk Hoser zum Sonderbeauftragen für Medjugorje, damit er die Franziskaner vor Ort unterstütze und Empfehlungen zur pastoralen Begleitung der Pilger erarbeite. Etwas mehr als ein Jahr später, am 31. Mai 2018, wurde Erzbischof Hoser auf Wunsch des Papstes Apostolischen Visitator für Medjugorje. Unter den Pfarrangehörigen und den weltweiten Medjugorje-Pilgern löste diese Entscheidung des Papstes eine Welle der Freude aus. Sie alle haben ein tiefes Vertrauen, dass durch die Leitung eines verständnisvollen, guten Hirten all die Gnaden, die der Himmel an diesem Ort in überreichem Maße schenkt, sich weiter entfalten und tausendfach Frucht bringen werden. Danken wir der Gospa für ihre Fürsprache und dafür, dass sie uns hilft, den Himmel schon hier auf Erden zu leben! In dieser OASE geben wir einen Rückblick auf die ersten Tage von Bischof Hoser als Apostolischer Visitator in Medjugorje. Zur Betrachtung der Worte der Gottesmutter lädt uns Dr. Ignaz Hohholzer ein, der seit vielen Jahren mit den Ereignissen von Medjugorje verbunden ist. In seinem Bericht über das „Fußballwunder“ Kroatien kommt Christoph Hurnaus zu dem Schluss, dass all das nur möglich ist durch die kraftvolle und authentisch gelebten Katholizität dieses kleinen Volkes.
Viel Freude am Lesen wünscht Ihnen
Christian Stelzer