Newsletter
Kontakt
Login
Betrachtungen zur Botschaft

Monats Botschaft vom 25. April 2020

"Liebe Kinder! Möge diese Zeit euch eine Anregung zur persönlichen Bekehrung sein. Meine lieben Kinder, in Abgeschiedenheit, bittet den Heiligen Geist, dass er euch im Glauben und im Vertrauen auf Gott stärkt, damit ihr würdige Zeugen der Liebe sein werdet, mit der Gott euch durch meine Anwesenheit beschenkt. Meine lieben Kinder, erlaubt den Versuchungen nicht, euer Herz zu verhärten und dass euer Gebet wie eine Wüste sei. Seid der Abglanz der Liebe Gottes und bezeugt den auferstandenen Jesus mit euren Leben. Ich bin mit euch und ich liebe euch alle mit meiner mütterlichen Liebe. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!"

Monats Botschaft vom 25.04.2020 , an Seherin Marija Pavlovic-Lunetti

Betrachtung von P. Donat Kestel ofm:

Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, du bist langmütig, reich an Huld und Treue. Wende dich mir zu und sei mir gnädig, gib deinem Knecht wieder Kraft und hilf dem  Sohn deiner Magd.“ (Ps 85, 15-16)  Die vorherrschende Corona-Pandemie zwang  vielen unserer Zeitgenossen eine drastische „Abgeschiedenheit“ auf, Zwangspausen  und Rückgezogenheit. Maria, die demütige Magd des Herrn, fordert uns auf diese Zeit zu nutzen, um Einkehr zu halten, zur persönlichen Bekehrung, um sich Zeit zu nehmen zum Gebet, zur Besinnung, zu einem Gesinnungswandel. „Meine lieben Kinder, in Abgeschiedenheit, bittet den Heiligen Geist, dass er euch im Glauben und im Vertrauen auf Gott stärkt, damit ihr würdige Zeugen der Liebe sein werdet, mit der Gott euch durch meine Anwesenheit beschenkt.“  Gott, der allgegenwärtige, in dem wir leben, uns bewegen und sind, der das All, das ganze Universum, Himmel und Erde, geschaffen hat, er leitet und lenkt die Geschehnisse in Raum und Zeit, er tritt aber auch immer wieder persönlich, oft in besonderer Weise in unsere Geschichte und Geschicke ein, offenbart sich unmittelbar oder auch mittelbar seinen Auserwählten. „Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“  (Lk 1, 54-55)  Auf dem Berg Sinai stiftet Gott durch Moses mit dem Volk Israel seinen Bund, übergibt ihm die Gesetzestafeln. Durch den langen Marsch durch die Wüste begleitet er mit vielen Zeichen seiner Gegenwart sein Volk und führt es schließlich  in das  Gelobte Land.  Dem König David wird verheißen sein Reich werde auf ewig Bestand haben und sein Sohn Salomon, wird dem Gott Jahwe, dem Gott, der überall da ist, einen Tempel  errichten, zum Zeichen seiner Gegenwart, Huld und Treue. In ganz besonderer Weise erfährt Maria, die Anwesenheit Gottes. Der Erzengel Gabriel begrüßt Maria vielsagend mit dem Gruß: “Du bist voll der Gnade, der Herr ist mit dir.“ (Lk 1,28) Und Maria bekennt in ihrem Lobgesang: „Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinem Retter“  Maria, ganz erfüllt von der Gegenwart Gottes, erfährt sich selbst als „Abglanz der Liebe Gottes“. Sie bezeugt mit ihrem Leben, wie ungemein nahe Gott, der Schöpfer Himmels und der Erde, seinen Geschöpfen ist. So kann  Maria, unser Vorbild und Beispiel, uns dazu auffordern: „Seid der Abglanz der Liebe Gottes und bezeugt den auferstandenen Jesus mit eurem Leben.“  Wie Maria, gewohnt auf Gott zu hören, ihm im Gebet, in der Meditation nahe zu sein, so sollten auch wir auf die Botschaft Gottes hören, die uns in der Heiligen Schrift mitgeteilt wird, sollten auch wir dem Wirken Gottes in unserer Zeit und unserem Leben Folge leisten. Dank seiner Auferstehung  bestätigt uns Jesus wie sehr Gott an unserer Vollendung im neuen Himmel und auf der neuen Erde interessiert  ist. Wie der hl. Thomas dürfen und sollen auch wir angesichts des auferstandenen Herrn bekennen: „Mein Herr und mein Gott“. (Joh 20,28) Für den Rationalisten, der nur gelten lässt, was er mit seinem vernünftigen Verstand zu ergründen vermag, bleibt es eine konstante Versuchung, eine Verhärtung des Herzens, zugeben zu müssen: „Selig, die nicht sehen und doch glauben“ (Joh 20,29) Mit dem hl. Paulus dürfen auch wir bekennen: “Wenn Christus  nicht auferweckt worden ist, dann ist unser Glaube nutzlos, und ihr seid immer noch in euren Sünden, und auch die in Christus Entschlafenen  sind dann verloren..  Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen“. (1 Kor 12, 17-18, 20). Für diese österliche Wahrheit bürgt der Auferstandene selbst, wenn er dem „ungläubigen“ Thomas erlaubt: “Streck deinen Finger aus- hier sind meine Hände. Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig.“  (Joh 20,27) Aus seiner Wüste der Verzweiflung, in dem all seine Gebete wie eine Wanderung durch die Wüste wirken mussten, darf Thomas  wie ein Wanderer, der auf eine Oase trifft, beten und bekennen: „Mein Herr und mein Gott“.  Auch Maria versichert uns, wie schon so oft, sie werde uns auf den Wüstenwanderungen unseres Lebens  begleiten. „Ich liebe euch mit meiner mütterlichen Liebe.“ Wenn wir ihrem  Ruf  folgen, auf ihre Botschaften eingehen, dann gilt für uns das Danke-schön, dass uns Maria immer wieder am Ende ihrer Botschaft zusagt. Hilf uns Gospa, die Zeichen dieser Zeit zur persönlichen Bekehrung zu nutzen.

Das Deutschsprachige Informationszentrum für Medjugorje dankt Pater Donat Kestel für die Bereitstellung.

 

Gedanken zur Botschaft von Pastor Gereon Beese, Bistum Münster:

„Diese Zeit“ – was meint die Muttergottes, wenn sie sich so ausdrückt? Es kann die lange Zeit der Erscheinungen und ihrer Anwesenheit sein, vielleicht auch die Osterzeit als momentaner Abschnitt im Kirchenjahr, oder aber die aktuelle, sehr spezielle Zeit, die geprägt ist durch die Einschnitte und Beschränkungen der Corona-Pandemie. Und wirklich kann diese Unterbrechung des Normalbetriebes und des Alltags unseres Lebens und sogar unserer Kirchenpraxis uns Anlass sein, darüber nachzudenken, was ich in meinem Leben ändern könnte. Vieles ruht jetzt, was wir unbedingt zurück haben möchten: die Begegnung mit anderen, die Feier der Liturgie, normale Arbeitsbedingungen, Reisefreiheit usw. Manches ruht aber auch, von dem wir spüren, dass es gut ist, dass wir entschleunigt wurden: Terminhetze, ständiges Unterwegssein, übertriebener Konsum, manche Probleme, die uns vorher ach so wichtig waren, die auf einmal kein Thema mehr sind. Diese Situation kann wirklich zu einem Nährboden der Reflektion über mein Leben und einer neuen Schwerpunktsetzung werden. Und vielleicht hat uns ja auch der Verzicht auf Liturgie und Empfang der Sakramente, noch dazu zu den hohen österlichen Festtagen, schmerzlich spürbar und bewusst gemacht, wieviel uns das alles doch bedeutet.           
Die Gospa motiviert uns ausdrücklich: in Abgeschiedenheit – und da sind wir nun wirklich in der aktuellen Quaratäne-Situation - zum Heiligen Geist zu beten, dass er uns im Glauben und im Vertrauen auf Gott stärkt. Das gilt für diese ganze Zeit, und umso mehr für die kommenden Bitttage und die Pfingstnovene: beten wir ganz konkret um Stärkung unseres Glaubens, um Frieden und Einheit in Kirche und Welt, um Schutz vor Krankheit und Seuchen, und auch um Sonne, Regen und Wind in einem Maße, dass die Frucht der Erde wachsen kann. Denn schon jetzt droht Trockenheit und Dürre. Frühere Generationen haben in Bittprozessionen und Litaneien um all das gefleht. Sie waren nicht naiv oder unaufgeklärt, sondern haben unerschütterlich darauf vertraut, dass Gott Krankheit und Hungersnot abwenden kann, dass letztlich alles in seinen Händen liegt.  Die Versuchung ist stark, dass wir unser Herz verhärten, vielleicht aus pragmatischen Gründen, vielleicht aus persönlicher Frust-Erfahrung, dass unser Beten ja doch nichts bringt, vielleicht auch aus Angst, sich unbeliebt und lächerlich zu machen. Unser Gottvertrauen und unser Gebet wird die Gegenwart des Auferstandenen aufleuchten lassen in den ganz aktuellen Fragen und Sorgen. Dann wird unser Gebet keine Wüste, sondern ein blühender Garten.

Das Deutschsprachige Informationszentrum für Medjugorje dankt Pastor Gereon Beese für die Bereitstellung.