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Betrachtungen zur Botschaft

Monats Botschaft vom 25. Februar 2016

"Liebe Kinder! In dieser Zeit der Gnade rufe ich euch alle zur Bekehrung auf. Meine lieben Kinder, ihr liebt wenig, ihr betet noch weniger. Ihr seid verloren und ihr wisst nicht, was euer Ziel ist. Nehmt das Kreuz, schaut auf Jesus und folgt Ihm. Er gibt sich euch bis zum Tod am Kreuz, weil Er euch liebt. Meine lieben Kinder, ich rufe euch auf, kehrt zum Herzensgebet zurück, damit ihr im Gebet Hoffnung und den Sinn eures Existierens findet. Ich bin mit euch und bete für euch. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!"

Monats Botschaft vom 25.02.2016 , an Seherin Marija Pavlovic-Lunetti

Erklärung zur Botschaft von Fra Ivan Dugandzic, Medjugorje:
Wie oft passt auch diesmal die Gospa ihre Botschaft dem Grundthema der aktuellen liturgischen Jahreszeit an. Zum Beginn der Fastenzeit, die sie als „Zeit der Gnade“ bezeichnet, ruft sie uns, gemeinsam mit der ganzen Kirche, zur Bekehrung auf. Die Notwendigkeit ihrer Einladung zur Umkehr begründet sie mit dem Hinweis auf die Mangelhaftigkeit unseres geistlichen Lebens: „ihr liebt wenig, ihr betet noch weniger“. In diesem Zusammenhang steht allerdings ein Satz, den manche als problematisch empfinden: „Ihr seid verloren und ihr wisst nicht, was euer Ziel ist“. Dahinter steht die biblische Metapher des Weges. Auf dem Weg zum Ziel unseres christlichen Lebens, zur Vollendung unseres Lebens bei Gott sind wir immer wieder versucht und können vom Weg abweichen, irren und Orientierung verlieren. In diesem Sinne müssen wir den Ausdruck „ihr seid verloren“ verstehen, nicht im Sinne einer ewigen Verlorenheit. In diesem Sinne hat auch Jesus das Verbum „verlieren“ verstanden als er sagte, dass er „nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt“ ist (Mt 15,24) und die Jünger „zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ sandte (Mt 10,6). Er meinte damit nicht nur die Sünder im Volke Israel, sondern das ganze Volk, das er zur Umkehr aufrufen wollte. Um die endgültig Verlorenen bemüht man sich nicht, sondern um diejenigen, die noch zu retten sind.

Betrachtung zur Botschaft:
“Und der Gott des Friedens, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus bewahren.“ (Phil. 4,7) Angesichts der vielfachen Leiden, des weltweiten Elends, der niederdrückenden Not könnte man eher von einer Zeit der „Ungnade“ sprechen, in der wir „verbannte Kinder Evas“ zu leben haben. Maria spricht aber von einer Zeit der Gnade, in der wir heute leben dürfen. Im Gebet und durch das Gebet dürfen wir neue Hoffnung schöpfen, sollen wir über den Sinn unserer Existenz nachdenken. Die Hoffnung bewirkt Aussicht, Friede und Freude, sie verheißt, dass wir eben nicht verloren sein werden, dass wir ein Ziel vor Augen haben, für das es sich zu leben lohnt. Die Herrschaft der Sünde, das drückende Joch der Schuld, kann von uns genommen werden, wenn wir uns zusagen lassen: „Sei getrost, deine Sünden sind dir vergeben“, deine Sünden können dir vergeben werden, wenn du bereust. (vgl. Lk 5,20) Die Vergangenheit braucht uns dann nicht mehr zu schrecken, denn der Herr selbst hat den Schuldschein, der gegen uns spricht „durchgestrichen“. „Er hat ihn dadurch getilgt, dass er ihn an das Kreuz geheftet hat“. (Kol,2,14). Maria klagt bitter: „Ihr wisst nicht, was euer Ziel ist“, sie beklagt die Gottferne, die Herzenhärte, die Gleichgültigkeit, die Nachlässigkeit: „Meine lieben Kinder, ihr liebt wenig, ihr betet noch weniger... Kehrt zum Herzensgebet zurück“. Der Samaritanerin am Jakobsbrunnen erklärt Jesus, was es heißt aus dem Herzen heraus zu beten: „Die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit. Denn so will der Vater angebetet werden.“ (Joh. 4,23)“ Zum Herzensgebet gehört wesentlich die Erkenntnis, dass Gott unser Vater ist, dass wir seine Kinder sind, dass wir ein herzliches Verhältnis zu Gott gewinnen, dass wir eine intensive Gottesbeziehung pflegen. Der Geist Gottes ist der Lehrer der Liebe, der uns ins Gedächtnis ruft: ihr seid von Gott Geliebte, ihr seid liebenswert und daher auch begabt zur Liebe. Dort, wo die christliche Hoffnung blüht und wachsen kann, wie das Senfkorn im Gleichnis, (vgl. Lk 13,18-19) wird die zuversichtliche Erwartung lebendig, wird uns das ewige Leben vergegenwärtigt, finden wir den Sinn und den Grund unserer zeitlichen Existenz, die Aussicht auf unsere Vollendung. Unser Menschenleben währt im Vergeich zur Ewigkeit nur kurze Zeit. Im Psalm 90 beten wir:“ Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hochkommt, sind es achzig Jahre. Das Beste daran ist nur Mühsal und Beschwer...“ (Ps 90, 10) Nach dem oft recht unsicheren, stets gefährderten, irdischen Leben beginnt erst das wahre, dauerhafte, essentielle Leben. Maria beschwört uns deshalb, den „Sinn unseres Existierens“ nicht beseite zu schieben, als belanglos, sekundär, zu betrachten, uns nur dem irdischen Leben zuzuwenden. An Thimotheus schreibt darum der hl. Paulus, seines eigentlichen Zieles gewiss: „Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird; aber nicht nur mir, sondern allen, die sehnsüchtig auf sein Erscheinen warten.“ (2 Tim 4, 8) Die Gospa, schon beheimatet, in der unvergänglichen Herrlichkeit Gottes, wünscht auch uns, ihren lieben Kindern, wir mögen jenen Tag der Freude erwarten, der keinen Wandel und keinen Wechsel mehr kennt, an dem uns die ewige Klarheit aufleuchtet. Sie ist um uns besorgt, dass wir die Zeit der Bewährung nicht ernst nehmen. Wir Erdenpilger empfinden unser Leben oft bitter und peinlich, hart und unerbittlich, schmerzhaft und leidvoll, bleischwer und kalt, deshalb wünscht die Gospa die Hoffnung, die Sehnsucht auf das ewige Leben, der eigentliche „Sinn unserer Existierens“ möge in uns lebendig erhalten bleiben. Ihre Klage: „Ihr liebt wenig, ihr betet noch weniger“ sollte deshalb umgewandelt werden in die Bitte: das Feuer des heiligsten Herzens Jesu, ihres Sohnes, möge unsere Herzen reinigen, durchglühen und mit inniger Liebe und Dankbarkeit erfüllen. Die Bürde unseres Lebens könnte so mutiger ertragen, der Sinn unseres Daseins besser aufgeschlossen werden, bis unser Pilgerleben auf Erden einmal umgewandelt wird in eine ewige Heimatfreude.
Immer wieder versichert uns die Gospa, sie sei mit uns und sie würde für uns Fürbitte halten. Wie oft und kontinuierlich sucht sie das Gespräch zwischen Mutter und Kind, versucht sie den oft nur noch glimmenden Funken der Hoffnung wieder zum Glühen zu bringen, zum Leuchten zu entfachen, uns zu bewegen inniger zu lieben und eifriger zu beten.
Danke Gospa für Deinen erneuten Aufruf mehr zu lieben und eifriger zu beten. Hilf uns den Sinn unseres Dasein intensiver zu entdecken und daraus die notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

P. Donat Kestel ofm