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Betrachtungen zur Botschaft

Monats Botschaft vom 25. Juni 2012

"Liebe Kinder! Mit großer Hoffnung im Herzen rufe ich euch auch heute zum Gebet auf. Wenn ihr betet, meine lieben Kinder, seid ihr mit mir, und ihr sucht den Willen meines Sohnes und lebt ihn. Seid offen und lebt das Gebet, und in jedem Moment sei es für euch die Würze und Freude eurer Seele. Ich bin bei euch und ich halte für euch alle Fürsprache vor meinem Sohn Jesus. Danke dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!"

Monats Botschaft vom 25.06.2012 , an Seherin Marija Pavlovic-Lunetti

„Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet.“ (Röm.12,12) Auch Maria ruft uns heute mit großer Hoffnung in ihrem Herzen zum Gebet auf, damit die Würze und die Freude des Gebetes unsere Seelen erfassen und erfüllen möge. Die Gospa versichert uns, dass sie unser Gebet begleitet, unterstützt, verinnerlicht und veredelt. „Wenn ihr betet, seid ihr mit mir“. Wie trostreich das zu erfahren, denn unser Gebet ist so oft oberflächlich, flüchtig, zerstreut und ichbezogen.
Es gibt viele Weisen des Gebetes: Lob und Dank, Anbetung und Preis, am häufigsten ist doch das Bittgebet. Das Bitten entspringt unserer menschlichen, oft genug gefährdeten Lebenssituation, unserem Entbehren–müssen, unserem Begehren, unserer Hoffnung auf Hilfe. “In meiner Not schrei ich zu Dir“ (Ps 18,7) Diese Bitte richtet sich nicht an eine menschliche Adresse, an keine endliche Instanz, sondern an Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, der uns geschaffen und uns zum ewigen Leben beruft. Es gibt Grenzfälle in unserem Leben, hoffnungslose Notfälle, vor denen wir am liebsten verschont bleiben wollen. Not lehrt beten. Aber oft genug wird das Gebet zu einer recht egozentrischen Angelegenheit, so als ob Gott sich um meine Probleme kümmern muss, weil ich es so will. Maria lehrt uns nach dem Willen Gottes zu fragen, nach den Willen ihres Sohnes. Wenn wir uns nach dem Willen Gottes ausrichten, bleiben wir uns bewusst, die eigene Leistung macht nur einen Teil unseres Lebens aus, die andere Seite heißt Gnade, Huld, Erbarmen Gottes. Alles Empfangen, alles Schöne, alles Beseligende, das ganze Leben ist Geschenk, ist Gnade. Und das Bittgebet wird zum Ausdruck, dass die Zuneigung Gottes zu uns das Entscheidende in unserem Leben ist. Beim Bitten geht es also um mehr, als nur um das kleinliche egozentrische Haben-Wollen, um den Aufschrei aus tiefer Not, um den Hilferuf in letzter Hilflosigkeit. Und Gott ist mehr als nur mein „Handlungsgehilfe, mein Bedürfnisbefriediger“.
Wenn wir den Willen ihres Sohnes suchen und leben, dann entweichen mehr und mehr unsere egozentrischen, abergläubischen und magischen Wünsche, als ob wir Gott zwingen könnten für uns Lückenbüßer zu werden, als ob wir uns Gott bemächtigen könnten, als ob er unsere Bedürfnisse befriedigen müsse. Das Bittgebet darf nicht zu einem Instrument verkommen, als ob wir über Gott Macht gewinnen könnten. Gott will unser Erlöser sein. Der Aufschrei unserer Not, unserer menschlich hilfsbedürftigen Natur muss eingebunden bleiben in die Bitte des Vater–Unsers: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“
„Seid offen und lebt das Gebet.“ Das Gespräch Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen  zeigt wohl am Praktischten und am Besten, was es heißt: die Würze und die Freude des Gebetes zu empfinden. Jesus sagt der Frau, es komme beim Gebet darauf an, dass wir Gott anbeten „im Geist und in der Wahrheit“ (vgl. Joh 4,24). Meine Gesinnung, das Maß meiner Frömmigkeit und Heiligung, der Maßstab meine Betens liegt also in meiner Gebetshaltung, dass ich weiß, mit all meiner Armseligkeit, mit meinem ganzen Wesen darf ich, das Kind Gottes, zu meinem Vater kommen, überall und in jedem Augenblick. Im Vater-Unser wird dann im einzelnen aufgeschlüsselt, wie wir im Geist und in der Wahrheit unsere Anliegen vor Gott bringen können, unsere Bedürfnisse, Ängste und Zukunftsfragen, unsere Entbehrungen und Sorgen, unser Leben, unsere Schuld und unsere ganze Existenz.

Danke Gospa für Deine Lehren, auch, dass Du bei uns bleibst und bei Deinem Sohn Jesus für uns Fürsprache einlegst.

Pater Donat Kestel