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Auszug aus dem Buch "Der Gottmensch" von Maria Valtorta

  10.07.2019

Die Niederschriften der Visionärin Valtorta beschreiben das gesamte Leben und Wirken Jesu aus einer menschlichen Perspektive und helfen somit die Geschehnisse in der Heiligen Schrift besser zu verstehen.


Diese Niederschrift dient der persönlichen Erbauung. Es ist dem Leser überlassen, sie als übernatürlichen Ursprungs anzuerkennen.

Aus dem 35. Kapitel, Band I, "Der Gottmensch" von Maria Valtorta   
DAS GADENGESCHENK GOTTES MUSS UNS IMMER BESSER MACHEN

Maria spricht:
»Die Nächstenliebe muß sich in erster Linie dem Nächsten gegenüber äußern. Das soll dir nicht als Wortspiel erscheinen. Es gibt eine Liebe zu Gott und eine Liebe zum Nächsten. In der Liebe zum Nächsten ist auch die Liebe zu uns selbst einbegriffen. Aber wenn wir uns mehr als die anderen lieben, sind wir schon
nicht mehr liebevoll. Wir sind dann Egoisten.
Auch bei den erlaubten Dingen muß man immer so heilig sein, daß man den Bedürfnissen des Nächsten den Vorrang gibt. Seid versichert, meine Kinder, daß Gott den Hochherzigen mit den Mitteln seiner Macht und Güte zu Hilfe kommt. Diese Gewißheit hat mich
nach Hebron geführt, um meiner Base im gegenwärtigen Zustand behilflich zu sein. Und zu meiner Hilfe auf menschlicher Ebene fügte Gott wie üblich eine unverhoffte Gabe übernatürlicher Art hinzu. Ich mache mich auf, um materielle Hilfe zu leisten, und Gott heiligt meine gute Absicht durch die Heiligung der Leibesfrucht Elisabets.
Und durch diese Heiligung, die den Täufer schon vor der Geburt heiligte, hat er das physische Leiden der reifen Tochter Evas, die noch in ungewöhnlichem Alter empfangen hatte, gelindert.
Elisabet, eine Frau mit unerschrockenem Glauben und voller Hingabe an den Willen Gottes, verdiente es, das Geheimnis zu kennen, das in mir eingeschlossen war. Der Geist sprach zu ihr durch das Aufhüpfen des Kindes in ihrem Schoß. Der Täufer hatte seine erste Botschaft als Verkünder des Wortes durch die Schleier und Wände von Fleisch und Blut gegeben, die ihn trennten und zugleich vereinten mit seiner heiligen Gebärerin. Auch ich verschweige ihr – die dessen würdig ist und der sich das Licht enthüllte – meine Berufung zur Mutter des Herrn nicht. Es ihr versagen, wäre ein Versagen Gott gegenüber gewesen; ein Vorenthalten des Lobes, das ihm gebührte, des Lobes, das ich in mir trug und das ich, da ich es niemandem sagen durfte, den Pflanzen, den Blumen, den Sternen, der Sonne, den singenden Vögeln, den geduldigen Lämmern, dem sprudelnden Wasser und dem goldenen Licht, das mich, herabsteigend vom Himmel, küßte, sang. Aber zu zweit beten ist viel schöner als allein. Ich hätte mein Glück am liebsten der ganzen Welt verkünden wollen, nicht um meinetwillen, sondern um sie in meinen Lobgesang einstimmen zu lassen.
Die Klugheit hat mir verboten, Zacharias die Wahrheit zu enthüllen. Es wäre eine Vorwegnahme des Wirkens Gottes gewesen, und wenn ich auch seine Braut und Mutter bin, so bleibe ich doch immer seine Magd, und wenn er mich auch im Übermaß liebt, so darf ich mir dennoch nicht erlauben, an seine Stelle zu treten und einen Entschluß vorwegzunehmen. Elisabet in ihrer Heiligkeit versteht und schweigt. Denn wer heilig ist, ist auch immer bescheiden und demütig. Die Gaben Gottes müssen uns immer besser machen. Je mehr wir von ihm empfangen, um so mehr müssen wir ihm geben. Denn je mehr wir von ihm empfangen, desto deutlicher ist das Zeichen, daß er in uns und mit uns ist; und je mehr er in und mit uns ist, um so mehr müssen wir uns bemühen, seiner Vollkommenheit näherzukommen.
Das ist der Grund, weshalb ich meine Arbeit hintanstelle und für Elisabet arbeite. Ich lasse mich nicht von der Befürchtung leiten, keine Zeit zu haben. Gott ist auch Herr der Zeit. Wer auf ihn hofft, auch in den gewöhnlichen Dingen, für den sorgt er. Der Egoismus ist kein Zeitgewinn, eher ein Zeitverlust. Die Liebe zögert nicht; sie beeilt sich. Haltet euch das stets vor Augen! Welch ein Friede im Haus Elisabets! Hätte ich mich nicht um Josef gesorgt und um mein Kind, den Erlöser der Welt, ich wäre glücklich gewesen. Aber schon warf das Kreuz seinen Schatten in mein Leben, und wie ein Trauergesang ertönten die Stimmen der Propheten in mir . . . Man nannte mich Maria. Bitterkeit war immer in die süßen Freuden gemischt, die Gott in mein Herz ergoß. Und sie vermehrte  sich ohne Unterlaß bis zum Tod meines Sohnes; Maria war Miterlöserin – daher auch Opfer.
Aber wenn Gott uns aufruft, Maria Valtorta, zu seiner Ehre Opfer zu sein, dann ist es süß, zermahlen zu werden wie das Korn unter dem Mühlstein, um unseren Schmerz zu Brot werden zu lassen, das die Schwachen stärkt und sie befähigt, in den Himmel zu kommen. Doch jetzt Schluß. Du bist müde und glücklich. Ruhe
aus mit meinem Segen!«

Wir danken dem Parvis Verlag für die Bereitstellung des Textes zur Veröffentlichung!
Maria Valtorta: Der Gottmensch - Leben und Leiden unseres Herrn Jesus Christus. Parvis-Verlag
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