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Musik ist eine Gabe, die Menschen für Gott öffnet

Viele Medjugorje-Pilger kennen Melinda Dumitrescu nur vom Klang ihrer Geige (Video), die oft während der Eucharistischen Anbetung die Herzen der Menschen berührt und sie für das Heilige mehr öffnet. Doch wenig ist bekannt über diese hochbegabte Geigerin und außergewöhnliche Persönlichkeit, die sich seit neun Jahren in den Dienst der Pilger stellt, die nach Medjugorje kommen.
Wir hatten die Möglichkeit, mit dem ehemaligen „Wunderkind“ Melinda Dumitrescu, ein Interview zu führen, indem sie uns einige Einblicke in ihr persönliches Leben schenkte.

Melinda, können Sie sich den Lesern vorstellen?

Melinda Dumitrescu; Bild: D.Kowalska

Ich stamme aus der rumänischen Stadt Kronstadt. Mit meinen Eltern, die katholisch waren, besuchte ich von früher Kindheit an jeden Sonntag den Gottesdienst. Meine Mutter war Professorin für Klavier am Konservatorium und nebenbei ehrenamtlich als Organistin und Kantorin in unserer Kirche engagiert. Mein Vater war Geiger. Im Alter von vier Jahren bekam ich Gesangunterricht, mit fünf Jahren begann ich, Klavier zu spielen und mit sechs Jahren erhielt ich meinen ersten Geigenunterricht. Bald bemerkte ich, dass ich durch dieses Instrument etwas Besonderes ausdrücken konnte. Ab dem Alter von neun Jahren spielte ich regelmäßig mit dem Orchester unserer Schule den Soloteil auf der Geige. Ein einprägendes Erlebnis hatte ich mit elf Jahren. Ich wurde ausgesucht, vor geistig behinderten Kindern zu spielen. Als ich meine Geige vor ihnen stimmte, begannen sie fröhlich und laut zu singen:  "Wenn ich nur eine Geige hätte, würde ich den ganzen Tag darauf spielen.“ Dann begann ich, ihnen vorzuspielen, und sie hörten mir die ganze Zeit über aufmerksam zu. Für ihre Betreuer und Pfleger war das völlig außergewöhnlich, dass sie so lange ruhig sein konnten. Mir war in diesem Moment klar, dass sie durch die Musik einfach berührt worden waren.
Als ich sechzehn Jahre alt war, organisierte mein Vater für mich eine Reise nach Japan. Ich sollte einige bekannte Musiker treffen. Dabei begegnete ich auch meinem späterem Professor, Zachar Bron, der ein persönlicher Schüler des berühmten Geigers Igor Oistrach, war. Während dieser Reise durfte ich auch vor einem großen Publikum ein Solokonzert geben. Am Ende applaudierten die Zuhörer solange, dass ich mehrere Zugaben spielen musste. Weil es gerade Anfang Dezember war, sagte ich am Ende zum Publikum: „Ich lebe in einem christlichen Land, wo man sich jetzt gerade auf Weinachten, das Kommen des Messias, vorbereitet. Darum will ich euch jetzt ein Stück vorspielen, das diese Erwartung zum Ausdruck bringt.“ Dann spielte ich das Ave Maria von Bach – Gounod. Als ich beendet hatte und in das Publikum blickte, sah ich, dass viele Menschen weinten. Mir wurde damals bewusst, wie sehr Gott durch die Musik die Menschen berührt und dass er mir diese Gabe geschenkt hat.

Sie waren dann Schülerin eines der anerkanntesten Violine-Professoren unserer Tage.

Ja. Ich erhielt ein Stipendium von der Stiftung „Familie Menachem Elias“ und konnte bei Professor Bron in Lübeck studieren. Professor Bron war überzeugt, dass er mich zu einer internationalen Karriere führen würde. (Schüler von Zachar Bron waren unter anderem die heute weltberühmten Geiger Maxim Vengerov und Vadim Repin, Anm. der Red.)In dieser Zeit konnte ich auch Yehudi Menuhin und Jsaak Perlman vorspielen.

Wie kamen Sie nach Medjugorje?

Bild: D. Kowalska

Im Oktober 1996 musste mein Professor für einige Tage verreisen. Von einer guten Freundin meiner Eltern hatte ich schon lange von Medjugorje gehört. Ich hatte in einem Buch mit den Botschaften der Gottesmutter ein Bild von Pater Slavko gesehen. So rief ich ihn an und er erklärte mir, dass sich Medjugorje in der Nähe von Mostar befindet.
Also nützte ich die Zeit und flog über Frankfurt nach Split. Auf dem Flughafen in Frankfurt bemerkte ich eine amerikanische Gruppe mit den Schildern: „Marianische Wallfahrt“. Ich sprach eine Frau aus der Gruppe an und erfuhr, dass sie alle nach Medjugorje unterwegs waren. Mit ihrem Bus konnte ich dann von Split nach Medjugorje mitfahren. Am Wallfahrtsort angekommen fragte mich P. Slavko gleich, ob ich in der Kirche spielen möchte. So durfte ich schon am ersten Tag bei der Kommunion das Ave Maria auf der Geige spielen. Dann lud er mich ein, die Anbetung musikalisch zu begleiten. Ich lernte in diesen Tagen auch junge Menschen einer italienischen Gemeinschaft kennen, mit denen ich gemeinsam betete.
Im November des selben Jahres promovierte eine Freundin, die eine Zeit lang in Lübeck studiert hatte, an der Universität Graz in Medizin. Sie bat mich, bei ihrer Feier zu spielen. Da erzählte mir jemand von einer Pilgergruppe, die am nächsten Morgen nach Medjugorje fahren sollte. Sofort entschied ich, mich ihr anzuschließen. Noch einmal in diesem Jahr, Ende Dezember, nützte ich eine Gelegenheit, nach Medjugorje zu reisen. Da wurde ich von P. Slavko gefragt, ob ich nicht überhaupt bleiben wollte.
Auch die Gründerin der italienischen Gemeinschaft riet mir,die Verbindung mit Medjugorje zu halten und immer wieder zu kommen. Sie lud mich ein, in ihrer Gemeinschaft zu leben, und sagte mir: „Unser Haus ist auch dein Haus, wenn du das wünscht.“
Ich studierte weiter in Lübeck. Den Sommer 1998, meine ganzen Ferien, verbrachte ich in Medjugorje. Ich spielte beim Jugendfestival und begleitete P. Slavko mit meiner Geige auf seinen Reisen. Er wurde für mich zu einem geistlichen Vater, vielleicht auch deshalb, weil mein leiblicher Vater in der Zwischenzeit verstorben war. Wenn rumänische Pilger kamen, übersetzte ich für sie und begleitete sie auf die Berge.
Im Februar des Jahres 2000 beendete ich mein Studium mit dem Diplom. Obwohl mein Professor es nicht ganz verstehen konnte, entschied ich mich, nach Medjugorje zu gehen, dort zu bleiben und für die Menschen in der Kirche zu spielen.
Der plötzliche Tod von P.Slavko war für uns alle ein grosser Verlust. Aber ich sehe, wie Gott sorgt. Andere Franziskaner sind jetzt da und führen das Werk, das begonnen hat, weiter.

Melinda, Tanz beim Friedensmarsch
Jahrestag der Erscheinungen

In eurer Gemeinschaft leben einige Musiker. Worin seht ihr euer besonderes Charisma?

Bild: D. Kowalska
Musikgruppe

Unsere Gemeinschaft heißt „Figli del`divino amore“ und wird von Madre Rosaria della carita geleitet. Sie war schon in den 80er Jahren in Medjugorje, hatte dann ihren Beruf als Modedesignerin aufgegeben und angefangen, sich um Menschen zu kümmern, die am Rande der Gesellschaft leben. Sie gründete Gebetsgruppen, zuerst in Modena, dann an anderen Orten in Italien, denen sich viele junge Menschen anschlossen. Anfang der 90er Jahre gründete sie dann die Vereinigung, die zu Deutsch „Kinder der göttlichen Liebe“ heißen würde. Unsere Aufgabe sehen wir darin, durch unser Gebet und unser Leben für die eigenen Sünden und die der Welt ein Sühneopfer zu bringen.
Von Anfang an war ich von der Idee eines gemeinschaftlichen Lebens mit anderen jungen Menschen begeistert, in dem wir den Herrn durch Gebet, Singen und Musizieren lobpreisen- so wie wir es in der Gemeinschaft machen. In Medjugorje, in der Gemeinschaft, habe ich die Möglichkeit und Gnade, jeden Tag und auf verschiedene Weise geistlich zu wachsen. Seit dem Jahr 1995 gestalten die Mitglieder unserer Gemeinschaft in Medjugorje die Gottesdienste in italienischer Sprache. Einen Großteil unseresTages widmen wir dem Gebet. Der Bischof der Diözese Palaestrina in Italien begleitet unsere Gemeinschaft. Vor ihm legen wir jedes Jahr unser Versprechen ab, treu nach den evangelischen Räten in Armut, Keuschheit und Gehorsam zu leben. Von meinen Mitbrüdern studieren derzeit fünf in Rom Theologie, wobei einer von ihnen nur noch zwei Prüfungen zu absolvieren hat. Ein weiterer hat sein Studium schon beendet.
Die Musik ist für uns in der Gemeinschaft ein Weg, die Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu den Menschen zu bringen. Ich bin von ganzem Herzen dankbar, Gott auf diese Weise dienen zu dürfen.

Interview mit Oase des Friedens, Österreich Juni 2009

Bezug der Musikaufnahmen

Melinda Dumitrescu ist Mitglieder der Gruppe "Figli del Divino Amore". Ihre Musik ist über den Buchladen Tiberias in Medjugorje, zu landesüblichen Portopreisen (z.B. für Deutschland, Österreich etc.) zu beziehen.
Bestelladresse: www.tiberiasmedjugorje.com  - Musik