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Alles ist ein Geschenk

Interview mit Pfarrer Erich Neidhart der Gebetsaktion Wien

Jeder Mensch verdankt sich jemand anderem: Zuerst einmal seinen Eltern und wenn er nachdenkt, so steht er als gläubiger Mensch staunend vor dem Geheimnis seines Sein. Woher kommt seine Freiheit, seine Geistigkeit, ja seine Unmittelbarkeit vor Gott? Woher, wenn nicht Gott selbst im Spiel wäre? So verdankt sich jeder Mensch außer seinen Eltern lebenslänglich Gott, der ihm als höchstes Gut Sich Selbst geschenkt hat.
Ich empfinde tiefe Dankbarkeit, wenn ich an Medjugorje denke. Denn durch die Botschaften der Muttergottes ist mir aufgegangen, dass alles Geschenk ist: das Leben, der Glaube an Gott, die Berufung zum Priestersein. Und als Beschenkter gerät man in den Kreislauf des Schenkens mit hinein. Was ich empfangen habe, möchte ich weitergeben:  „Eine große Freude kann man nicht für sich behalten.“ So hat es Papst Benedikt XVI. den Jugendlichen in Köln gesagt.
Dabei hat alles wie ein Zufall begonnen. Mein Bruder war 1982 in Medjugorje. Aus Neugierde habe ich mich einige Monate später einer Wallfahrtsgruppe angeschlossen. Gott hat durch Maria mein Herz berührt, ich fühlte mich zu diesem Heiligtum stark hingezogen und habe es unzählige Male besucht. Einige der ersten Gnaden, die mir geschenkt wurden, war die plötzliche Einsicht, dass ich in der Beichte meine Sünden dem Herrn übergeben soll. Ich hatte keine Ahnung, wie das vor sich geht. Es war mir furchtbar peinlich, doch ich wusste ganz klar: An der Beichte führt für dich kein Weg vorbei. Pater Slavko hat damals mein verwirrtes Stammeln und meine vielen Fragen zum Glauben mit viel Liebe und Geduld angehört. Die Freude danach war groß.
Noch vor jeder kritischen Prüfung – die mir als Jugendlicher nur begrenzt möglich war –habe ich in der Zeit danach die Botschaften der Muttergottes wie ein Kind angenommen und begonnen, sie ins Leben umzusetzen.
Die Freude, die ich im Gebet erfahren durfte, hat mein gesamtes Leben neu gemacht. Langsam bin ich an der Hand der Muttergottes in das kirchliche Leben hineingewachsen und habe die Eucharistiefeier als Geschenkt Gottes an uns entdeckt. Neben dem Wirtschaftstudium half ich mit, einen Gebetskreis für Jugendliche zu organisieren, bei dem das Gebet um den Frieden in der Welt im Mittelpunkt stand. Damals schon habe ich es als große Freude erfahren, anderen Menschen Jesus näher zu bringen. Später erst ist diese freudige Erfahrung zur Glaubensgewissheit geworden, dass der Herr mich zum Priestertum beruft.
Als Theologiestudent wählte ich als Thema meiner Diplomarbeit die Übereinstimmung der Botschaften von Medjugorje mit der kirchlichen Lehre. Dazu musste ich die Botschaften zuerst einmal ordnen. So ist die „Konkordanz“ (Nachschlagewerk zu den Botschaften und 'Medjugorje' die die Lehre der Kirche über Maria beinhaltet) entstanden, eine Anordnung der Botschaften nach den vorkommenden Stichwörtern. Selbstverständlich ist es so, dass bei einer ständigen Auseinandersetzung mit den Botschaften auch Zusammenhänge klar werden, die dem ersten Blick verschlossen bleiben. Die Arbeit mit den Botschaften hat mich ins Gebet geführt. Immer, wenn ich eine Botschaft gelesen habe, war es eine Anregung für mich, diese im Leben zu verwirklichen.
Tiefe Dankbarkeit erfüllt mich, besonders der Muttergottes gegenüber, wenn ich auf mein Leben schaue. Was mir früher wie Zufall erschien, erkenne ich jetzt als liebevolles, aber bestimmtes Eingreifen Gottes in meinem Leben. Ich bin sicher, dass mich in all diesen Jahren Maria, die Mutter des Herrn, an der Hand gehalten und geführt hat. „Mein Herz begleitet behutsam jeden eurer Schritte“, hat sie am 25.12.1986 gesagt. Ich habe die Wahrheit ihrer mütterlichen Führung auch in schweren Stunden erfahren können.
Seit einigen Jahren bin ich Priester und für mich gibt es nichts Schöneres als in dieser Weise im Dienst des Herrn zu stehen.

Quellennachweis: Gebetsaktion Wien - April 2008

Durch Medjugorje habe ich das Gebet entdeckt

von Pfarrer MMag. Erich Neidhart

Die wichtigste und schönste Erfahrung meines Lebens war, dass ich durch die Erscheinungen der Muttergottes in Medjugorje mit 18 Jahren das Gebet entdeckt habe. Die Freude, die ich im Gebet erfahren habe, hat mein ganzes Leben neu gemacht. Und mit dem regelmäßigen Beten kam dann eine zweite Erfahrung: „Du bist gemeint. So sollst mein Jünger und mein Zeuge sein. Du sollst mein Priester sein.“
Es ist schön für mich, Priester zu sein. Als Priester kann ich jeden Tag leben, wozu der Herr mich eingeladen hat. Bis zur Weihe hatte ich auch Zweifel, ob der Ruf Gottes wirklich mir gilt. Die Entscheidung zur Ehelosigkeit ist mir beim Eintritt ins Priesterseminar nicht leicht gefallen, aber sie war ganz klar für mich im Ruf enthalten, Priester zu werden. Dass Priestersein und Verheiratetsein sich ausschließen, ist für mich mehr als eine kirchliche Regelung. Jetzt bin ich einige Jahre Priester und lerne langsam, was für wunderbare Dinge der Herr durch mich tun will.
Der Herr hat mich als Priester zur Ehelosigkeit berufen, Ihn darf ich als meine große Liebe suchen und Seine Liebe und Erlösung zu den Menschen bringen.
Für das Priesterjahr möchte ich besonders die Jugendlichen erinnern, was die Muttegottes in Medjugorje der Jugendgebetsgruppe gesagt hat: die Hälfte des Gebetes soll man für die Bischöfe und Priester beten.
Der hl. Pfarrer von Ars, der uns Priestern als Vorbild in diesem Jahr gezeigt wird, spricht über die Sinnhaftigkeit und Schönheit des Priesterseins: „Wenn es nicht das Sakrament der Priesterweihe gäbe, hätten wir Gott, unseren Herrn, nicht bei uns. Wer tät ihn dort in diesen Tabernakel? Es war der Priester. Wer hat euere Seele ins Leben eingeführt? Der Priester. Wer gibt ihr Nahrung, damit sie Kraft für ihre Pilgerschaft hat? Der Priester. Wer wird sie vorbereiten, vor Gott zu erscheinen, in dem er sie zum letzten Male im Blute Christi reinigt? Der Priester, immer der Priester. Ihr könnt euch an keine einzige wahre Hilfe Gottes erinnern, ohne dabei dem Bild des Priesters zu begegnen.“
Jeder Jugendliche fragt nach dem Sinn seines Lebens. Ich kann mir für mein Leben nichts Sinnvolleres und Schöneres vorstellen als Priester zu sein.

Quellennachweis: Oase des Friedens

Von Pfarrer Erich Neidhart veröffentlichte Bücher:

Konkordanz
In der Konkordanz lässt sich ein Überblick über Inhalt und Umfang der Botschaften von Medjugorje gewinnen. Mit Hilfe der Konkordanz kann auch die mit den Botschaften verbundene Absicht erkannt werden.

Medjugorje und die Lehre der Kirche
Die Intention und Rolle Marias in den Botschaften von Medjugorje im Vergleich mit der Lehre der Kirche.