Newsletter
Kontakt
Login

Er wartet schon lange auf dich

Der Mexikaner Salvador Iniguez Morales verbreitet in einem Stadtteil von Banden, Drogendealern und Prostitueriten der Millionenstadt Guadalajara die Botschaft der Königin des Friedens. Über sein beeindruckendes Apostolat, das er „Königin des Friedens – Gib mir dein verletztes Herz“ nennt, berichtete er beim Internationalen Gebetstreffen der Jugend im August. (Videoaufnahme während des Festivals 2014)

Ich heiße Salvador Iniguez Morales und wurde im Jahr 1974 in Mexiko geboren. Als ich zehn Jahre alt war, habe ich von meiner Großmutter zum ersten Mal von Medjugorje gehört, und dieser Name hat sich durch Gottes Vorsehung in mein Herz eingraviert.
Ich bin das jüngste Kind einer Bauernfamilie und habe neun ältere Brüder. Als kleiner Bub verbrachte ich alle Feiertage auf dem Bauernhof meiner Großmutter, wo wir ein intensives Gebetsleben führten. Wir lasen täglich in der Heiligen Schrift und auch viele Biografien von Heiligen und beteten regelmäßig den Rosenkranz. Auch lasen wir die Botschaften der Königin des Friedens aus einem Buch meiner Oma, dessen Umschlag mich sehr interessierte: Zwischen den Bäumen sah man eine Kirche mit zwei Türmen, die von einer Menschenmenge umgeben war, und im Hintergrund sah man einen Hügel. Darin lag für mich etwas Bezauberndes, das ich gerne entdecken wollte. Ich verspürte einen großen Wunsch, diesen Ort kennenzulernen, aber meine Oma sagte zu mir: „Mein Sohn, das wird nicht gehen, da dieser Ort auf der anderen Seite der Welt ist. Das ist sehr weit weg!“

Tief im Herzen erreichte mich damals die Botschaft der Königin des Friedens. Ich lernte Begriffe kennen, die mir bis dahin nichts gesagt hatten, wie Bekehrung, Fasten und Buße. Heute erinnere ich mich, dass ich schon damals begann, bei Brot und Wasser zu fasten, und dabei einen tiefen Frieden in meinem ganzen Wesen verspürte. Es war wie eine Flamme in meinem Herzen, die mich ermutigte, anderen von Gott und den Botschaften zu erzählen und kleine Opfer für die Rettung der Seelen zu bringen. Durch die Botschaften verstand ich, was es bedeutet, ein Christ und Katholik zu sein. Die Botschaften luden mich zu einem aktiven sakramentalen Leben ein und führten mich in eine tiefe Gottesbeziehung. Ich wusste, dass ich nur Jesus liebe und dass ich nur ihm gehöre, und begann, Dinge zu tun, für die ich mich früher geschämt hätte: älteren Menschen zu helfen, Almosen zu geben, Leuten auf der Straße Essen zu geben, und andere kleine Taten der Liebe. So trat ich ins Seminar ein, weil ich dachte, dass es meine Berufung sei, Priester zu werden. Aber bald entdeckte ich, dass das nicht der Wille Gottes für mich war. Er hatte einen anderen Plan für mich. Ich absolvierte die Höhere Schule für Altenpflege und begann in einem Krankenhaus zu arbeiten. Dabei verlor ich für einige Zeit Medjugorje aus den Augen, bis ich wieder auf das Buch meiner Großmutter stieß. Auf der Rückseite des Umschlags fand ich die Adresse von einem Medjugorje-Gebetskreis in Guadalajara. An einem dieser Gebetsabende traf ich einen Mann, der eine ähnliche Arbeit wie ich hatte. Wir entschieden uns, zusammen die Botschaften der Gospa vor allem bei jenen Menschen bekannt zu machen, die von Gottes Liebe nichts wussten. So gingen wir zu Drogenabhängigen, in die Häuser der Prostituierten und zu den Obdachlosen, Armen und Verlassenen. Unser Engagement nannten wir “Apostolat der Königin des Friedens – Gib mir dein verletztes Herz“.

Wir bereiteten uns gut vor, bevor wir den Prostituierten und Transvestiten begegneten. Als ich das erste Mal vor Prostituierten stand, fragte ich einfach: „Wie viel willst du haben?“ Eine von ihnen antwortete: „250 Pesos.“ Ich antwortete ihr: „Das ist viel zu wenig!“ Sie entgegnete: “Was zahlst du normalerweise?“ Darauf sagte ich: „Nichts. Denn du bist unbezahlbar! Du bist der Wert des Blutes, das Jesus am Kreuz für dich vergossen hat.“ Dabei zeigte ich ihr das Bild der Königin des Friedens und sagte ihr, dass ich nicht gekommen bin, sie zu verurteilen, sondern ihr die Botschaft von Gottes Liebe und Barmherzigkeit zu bringen. Und ich begann, ihr von Medjugorje zu erzählen, und dass sie eine Mutter im Himmel hat und ich nicht möchte, dass ihre Seele verlorengeht und stirbt, bevor sie sie kennengelernt hat.Als ich einmal in einen Stadtteil von Guadalajara ging, in dem sich vor allem Kriminelle, Banden und Drogenkranke aufhalten, stand in einer Sackgasse plötzlich ein Drogendealer mit gezücktem Messer in der Hand vor mir und fuhr mich an: „Gib mir alles Wertvolle, was du hast!“ Ich antwortete: “Bitte nur nicht meinen Medjugorje-Rosenkranz!“ Er fragte mich: „Was ist Medjugorje?“ Ich antwortete: “Das ist der Ort, an dem die selige Jungfrau Maria erscheint und Botschaften gibt.“ Das interessierte ihn aber überhaupt nicht. Er riss mir die Tasche aus der Hand und begann, alles auf den Boden zu werfen: die Bibel, die Rosenkränze, die Bilder der Königin des Friedens und des Barmherzigen Jesus. All das störte ihn sehr. Dann fragte er mich, ob das alles sei, was ich bei mir hätte. Er wollte mich zwingen zuzugeben, dass ich doch irgendwo Geld eingesteckt hätte. Ich sagte: „Ich habe nur Durst mit.“ Er fragte erstaunt: “Ist es möglich, dass du dir nicht einmal ein Glas Wasser leisten kannst?“ Dann ging er mit mir in ein Geschäft und kaufte mir eine Flasche Wasser. Darauf wurden wir in kurzer Zeit wie Brüder. Seither begleitet er mich bei meinem Apostolat, putzt die Straße, wo wir kleine Altäre der Königin des Friedens errichten und Rosenkranz mit den Frauen von der Straße beten.

Einmal erhielt ich auf Facebook eine Botschaft von einer mir unbekannten Person. Es war kein Foto dabei. Diese Person wollte mich kennenlernen, weil sie mich von meinem Foto her interessant fand. Die Person stellte Fragen über meine Arbeit und Freizeit. Zuerst dachte ich, dass es eine Frau sein müsste, doch es war ein Junge. Ich antwortete, dass ich mit ihm nichts zu tun haben möchte, aber er überschüttete mich mit tausenden Facebook-Nachrichten, um ein Treffen mit mir zu organisieren. Letztlich sagte ich ihm: “Ich habe einen Verlobten und möchte ihn um keinen Preis verlieren, weil ich ihn so sehr liebe.“ Er antwortete sogleich: “Ich habe es gewusst, dass du schwul bist; gib mir mindestens eine Chance!“ Ich antwortete: “Nein, ich habe mich meinem Verlobten versprochen!“ Ich sagte ihm auch, dass mein Verlobter alle unsere Gespräche kennt. Dann sagte er: “Ok, frag ihn, ob er eine Beziehung zu dritt haben möchte?“ Da kam mir plötzlich eine Idee, und ich sagte: „Ja, er möchte das.“ Wir vereinbarten ein Treffen an einem Nachmittag in der Nähe des Doms. Als ich ankam, fragte er mich: “Wo ist dein Verlobter?“ Ich antwortete: “Da drinnen im Dom.“ Obwohl er nicht begeistert war, gingen wir hinein. Als wir uns dem Altar näherten, fragte er: “Aber wo ist er denn?“ Da sagte ich: „Da oben, am Kreuz! Er wartet schon lange auf dich, um dir zu sagen, wie sehr er dich liebt, und dass er dich mit seinem Blut erkauft hat und jeden Tag da auf dich wartet!“ Seine Augen füllten sich mit Tränen. Er wollte weggehen, aber ich überredete ihn zu bleiben und erzählte ihm von der Beichte. Ich schenkte ihm einen Rosenkranz von Medjugorje und ließ ihn allein vor dem Allerheiligsten.Im Mai 2012 bekam ich einen Anruf von einem spanischen Fernsehmoderator, der erfahren hatte, was ich machte, und der mich einladen wollte, bei einem Dokumentarfilm mit dem Titel „Marias Land“ („Tierra de Maria“) mitzuwirken. Er lud mich nach Medjugorje ein und bezahlte mir die Reise. Da war ich gerade 38 Jahre alt, und ganz unerwartet erfüllte sich mein Lebenstraum. Seit diesem Besuch in Medjugorje ist mein Leben nicht mehr dasselbe. Die Gospa kann keiner aufhalten. Jene, die mit ihr gehen, kann keiner festhalten. So wächst unser Apostolat von Tag zu Tag, und wir dürfen immer wieder die Anwesenheit und die mütterliche Führung der Königin des Friedens erleben.Nützen wir diese Gnadenzeit, die uns durch Maria gegeben ist. Entdeckt eure Berufung und eure Mission! Bittet die Gospa, und sie wird euch eure Mission zeigen!

Copyright © 2015 Oase des Friedens. Alle Rechte vorbehalten.