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Immaculée Ilibagiza aus Ruanda

Immaculée Ilibagiza wurde 1994 während des Völkermordes in Ruanda als Angehörige des Volksstammes der Tutsi verfolgt. Damals wurden innerhalb von 100 Tagen mehr als 1 Million Menschen ermordet. Der Großteil ihrer Familie wurde getötet. In Mitten des Holocaust von Ruanda entdeckte sie Gott. Ihre Kindheit verbrachte sie in Kibeh, einem Ort, in dem die Gottesmutter, wie in Medjugorje, 1981 erschienen ist. Immaculée sagte: „Die Gottesmutter hat versucht, uns vor dem Genozid zu bewahren, jedoch waren wir irritiert. Die Gottesmutter sagte, die Seher sollen es hier und in der ganzen Welt verbreiten, dass sie einander lieben und einander vergeben sollen. „Wir haben nicht darauf gehört. 1994 war die Welt bei uns noch in Ordnung, es war sehr schön bei uns. Der Völkermord hat begonnen als ich noch Studentin war. Die Osterfeiertage habe ich zu Hause bei meinen Eltern verbracht. Dann kam die Nachricht, dass der Präsident unseres Landes gestorben sei. In Ruanda hatten wir zwei Hauptvolksgruppen, aber der Volksstamm, dem ich angehörte war politisch nicht gewollt. Die Regierung sperrte die Grenzen und man begann die Menschen aus meinem Stamm zu töten. Meine Eltern brachten mich zu einem Nachbarn, der dem anderen Stamme angehörte, aber er war ein guter Mensch. Bei meinem Abschied überreichte mir mein Vater einen Rosenkranz und mir war, als würde mir damit in der Tiefe meines Wesens gesagt: Ich werde meine Angehörigen nicht wieder sehen, jedoch wehrte ich mich gegen diesen Gedanken. Der Nachbar zeigte mir ein sehr enges Bad, in das er noch weitere sieben Frauen steckte und er befahl uns zu schweigen. Die Regierung erlaubte den Menschen, Leute aus ihrem Stamm zu töten. Sie haben auch Kinder getötet. Dann erhielten sie den Befehl, in die Häuser zu gehen. „Ich werde den Tag nie vergessen, als sie kamen und das Haus, in dem ich versteckt war, durchsuchten. Ich dachte, jetzt werden sie mich töten. Während sie das Haus durchsuchten, hörte ich zwei Stimmen in mir: Eine Stimme sagte, das ist eine Versuchung, die andere Stimme sagte: öffne die Tür und beende diese Marter. Dann hörte ich wieder, ich soll die Tür nicht öffnen, ich soll Gott um Hilfe bitten. Ich begann Hoffnung zu schöpfen, aber ich fragte mich. Wo ist Gott? Weiß Er, dass hier unschuldige Menschen sterben? Wenn es jemanden gibt, der mich erschaffen hat, wenn du existierst, bitte, gib mir ein Zeichen! Danach fiel ich in Ohnmacht, ich hörte nichts mehr. Später erfuhr ich, die Soldaten sind weg. In der Nähe des Bades hörte ich einen der Mörder, wie er zum Nachbarn sagte, dass hier niemand ist, dass er ihr Mann ist. Immaculée hat begriffen, dass Gott existiert: Ich war tief berührt: „Von dem Augenblick an sprach ich mit Ihm. Ich begann die Bibel zu lesen und den Rosenkranz zu beten. Als ich den ersten Rosenkranz zu Ende gebetet hatte, wurde ich ruhig, denn er hat begonnen einige Dinge in meinem Herzen zu verändern: Vorher war ich der Meinung, dass es in Ordnung ist schlechte Menschen zu hassen. In diesem Bad hatte ich nur den Rosenkranz und einige Gedanken über Gott, Jesus und die Gospa. Und mit der Veränderung meines Herzens hat sich dann alles andere verändert. Ich konnte nur im Glauben an Gott und in der Liebe zur Gottesmutter meinen Feinden vergeben; im anderen den Menschen zu erblicken und nicht einen Angehörigen eines anderen Stammes! Immaculée sagt: „Sich im Gebet mit dem Leiden Jesu am Kreuze zu vereinen und daraus die Kraft zu schöpfen weiter zu machen, ist sehr bedeutsam. Eines Tages habe ich das fünfte, schmerzhafte Geheimnis betrachtet, wie der Herr am Kreuze stirbt. Als ich zu der Stelle kam wo Jesus sagt: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun, war mir, als spräche der Herr zu mir, dass jene, die mich töten wollten, nicht wissen, was sie tun. Wenn ich also für sie bete, besteht die Chance, dass sie sich ändern. Als mir Gott das in meinen Gedanken aufzeigte, begriff ich, dass sich auch Mörder ändern können. Nachdem ich für sie zu beten begann und glaubte, dass auch sie die Chance haben sich zu ändern, da konnte ich sie nicht mehr hassen. Es war mir als ob eine schreckliche Last von meinem Rücken genommen worden wäre. Ich habe eine große Freude empfunden und ich wusste, dass dies das Zeichen der Vergebung ist.“ Nach drei Monaten im Versteck, ging sie in ein Flüchtlingslager. Sie suchte ihre Familie: „Dort erfuhr ich, dass alle getötet wurden, mein Vater, meine Mutter, zwei Brüder, meine Großmutter und mein Großvater, meine Tante, mein Onkel und meine besten Freunde, Schulfreunde, Nachbarn. Alles, was ich hatte, war ausgerottet.“ bezeugt Immaculée, die 1998 in die USA auswanderte. Nach diesem Völkermord war sie in ihrem Dorfe und begegnete dem Mann, der Ihre Familie getötet hatte. Er war im Gefängnis. Er lebte unter schrecklichen Bedingungen. Als ich ihn erblickte, sagte der Herr zu mir: Sie wussten nicht, was sie tun. Bete für ihn, hasse ihn nicht. Ich sagte zu ihm, dass ich ihm vergeben hätte, er solle nun seines Weges gehen. Ich wollte ihn von seiner Last befreien, aber er konnte mir nicht in die Augen schauen, er schämte sich zu sehr. Ich hatte das Gefühl, dass sich in ihm etwas veränderte, zum Besseren. Ich weinte seinetwegen.“ Zum Schluss sagte Immaculée zur Jugend: „Was immer euch passiert, erinnert euch daran, dass Hoffnung nur mit Gott erblüht. Heute ist die Gospa hier anwesend, was immer sie sagt, das tut, und das ist immer zu unserem Besten.“ Immaculée hat ein Buch geschrieben: „Überlebt um zu berichten“ es handelt von der Entdeckung Gottes in Mitten des Holocaust in Ruanda.

Der Titel der deutschen Übersetzung heißt ASCHENBLÜTE
(ISBN 978-3-548-36981-5) aus dem Ullstein-Verlag

Quellennachweis: www.medjugorje.hr