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Ich will Priester werden

Nico Sucker ist 18 Jahre alt und war für einige Tage in Medjugorje, um die Frage zu klären, zu welchen Dienst er berufen ist.

Es ist für mich ein bedeutendes Jahr: 2012. Und wenn ich ehrlich bin, es ist wie 2005, diesen zwei Jahren verdanke ich eine besondere Gnade, die mich sehr ermutigt im Glauben und in der Hoffnung und in der Liebe.
Zwei besondere Jahre, in denen ich meine Berufung gehört habe, in denen ich Jesus im Tod und im Leben begegnet bin, und in denen Jesus mich ganz neu gerufen hat: „Folge mir nach“ (Mt 8,22b).

Ich möchte es konkret erzählen, wie ich von Jesus gerufen worden bin. Zwar ist es nicht wie bei einigen Aposteln, z.B. wie bei Petrus, Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus (vgl. Lk 5, 10) auf dem See, beim Fischfang. Mich erreichte der Ruf durch Menschen, die schon längst Menschen fischen, somit reise ich in das Jahr der Eucharistie zurück, 2005.
Die Ostertage 2005 bleiben doch vielen unvergesslich. Welche Ausstrahlung. Sie bewirkten, dass die Menschen sehr berührt waren durch einen geschwächten Papst Johannes Paul II. Über diese Tage dürfte man jetzt sagen „Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen“, wie es uns Jesus in den Seligpreisungen im Lukasevangelium verheißt.
Der barmherzige Vater ruft, um andere zu (be)rufen – als der selige Papst Johannes Paul II. um 21:37 Uhr verstarb und zum Vater ging, kam der Vater zu mir, er berührte mein Herz und sagte „Fürchte dich nicht. Von jetzt an wirst du Menschen fangen.“ (Lk 5,10b)
Ich weiß noch, in diesem Moment der Beauftragung musste ich weinen, weil ich nicht genau wusste, was in mir vorging. Ich weiß noch, dass ich mich sehr freute, unseren geliebten Heiligen Vater in den Händen des himmlischen Vaters geborgen zu wissen. Seit diesem Tag habe ich eine enge Beziehung zu Jesus und zu seiner Kirche, seit damals ist Maria meine himmlische Mama.
„Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden.“ Ich hungere nach dem Wort, nach der Frau, die das Wort annahm, nach den Menschen, die das Wort suchen oder es nicht annehmen können, ich hungere und will die Liebe Gottes, die in Jesus Fleisch wurde und im Heiligen Geist vollendet ist, den Menschen in ihr Herz legen.
Von da an wurde die Zeit auch schwerer und das Kreuz wurde spürbar, manchmal so stark, dass ich aufgeben wollte und alles hinschmeißen wollte, so weit, dass es Momente gab, wo ich einfach nicht mehr konnte und auch nicht mehr wollte, weil es zu sehr weh getan hat und mir weh getan wurde, aus dem Licht wurde Dunkelheit, ich fühlte mich oft sehr allein gelassen, von niemanden verstanden und akzeptiert, es waren manche Momente, so dass ich nicht existieren wollte… Auf einmal packte mich wieder Mut und Kraft und ich habe mich entschieden, diesen Weg weiter zu gehen, denn die Menschen, auch die Gläubigen, brauchen Jesus, ohne ihn ist es wie ohne eine Seele, als ob man taub und stumm wäre.
Ich fühle mich echt wohl damit, dass ich nicht nein sagte, ich müsste ein Nein bereuen. Und vor wenigen Tagen durfte ich die Erfahrung der Begegnung erneut erleben, von Jesus gerufen zu sein. Als ich in Medjugorje war, haben viele Priester Zeugnis abgelegt und ich wusste, es ist richtig, diesen Weg zu gehen und Ja zu sagen, es ist gut, Jesus nachzufolgen, auch wenn es nicht immer leicht ist.
Bei der deutschen Pilgermesse am Sonntag (5.August 2012), die auch zugleich für uns Abschlussmesse des Jugendfestivals in Medjugorje war, sprach ein Schweizer Priester über seine Berufung - diese Predigt war ganz für mich bestimmt – und er sagte: „Wenn unter uns auch einer berufen sei, soll er Ja sagen, weil Jesus wirklich lebt und die Muttergottes wirklich in euren Herzen Jesus neu zur Welt bringt. Die Welt braucht Priester und die Priester brauchen eure Gebete, bitte betet für uns. Sagt Ja zu Jesus, weil es die Erfüllung eures Lebens ist, auch wenn es mal Kreuz bedeutet. Fürchtet euch nicht!“
„Das Land lasse junges Grün wachsen, alle Arten von Pflanzen, die Samen tragen, alle Arten von Bäumen, die Früchte bringen mit ihrem Samen darin. Gott sah das es gut war.“ (Gen 1,12). Das Land soll junge Menschen wachsen lassen, egal welcher Herkunft und Kultur, sie sind berufen, denn sie tragen den Samen in sich für die Welt, sie tragen Jesus auf besondere Weise, es gibt auch anders Berufene zum gottgeweihten Leben im Orden, sie bringen auch den Samen in die Welt durch ihre Armut, durch die Demut und den Gehorsam. Gott sah, dass es gut war (vgl. Gen 1,12).
In Medjugorje war ich nicht zuletzt deshalb, um die Frage zu klären, zu welchen Dienst ich berufen sei, zum Priester oder Ordenspriester und ich erkannte meinen Weg darin, dass ich den schweren Weg nehmen soll in der Diözese und ich will es tun, weil ich weiß, dass Jesus lebt, und auch wenn es sehr schwierig werden kann, jetzt weiß ich, ich brauch nicht aufzugeben, was ich damals tun wollte, das will ich jetzt umsetzen in die Ausbreitung für das Evangelium, für die Liebe zum Heiligen Vater und die Kirche, ich sage Ja, weil er mich berührt hat und er mir die Freiheit gibt zu entscheiden, und ich will mich ganz für Jesus entscheiden und ganz für Maria, ganz dein.
Der New Yorker Erzbischof Timothy Kardinal Dolan sagte zum Jahr des Glaubens „Jeder engagierte Katholik ist ein Missionar. Dies ist das Herz dessen, was der selige Johannes Paul II. und Papst Benedikt XVI. die ‚Neuevangelisierung‘ nennen.“ KATH.NET hat berichtet
Jeder ist ein Missionar und auch ganz besonders die Priester, auch wenn das Missionarsein nicht immer einfach ist und auch manchmal Kraft kostet, doch wenn man es mit Herz ist, kann es Frucht werden, das Leben bereichern und den Glauben stärken, also lasst uns Missionare sein, weil auch unsere Diözesen und Pfarreien, ja unsere Welt, unser Land und auch wir selbst Missionsgebiet sind. "Jeder engagierte Katholik ist ein Missionar."
Jesus ruft unterschiedlich, im Leben und im Tod und ich bin echt froh, dass ich Ja sagen darf, und ich will mich ganz Christus schenken und dort, wo er mich haben will, dort will ich sein.
Zum Palmsonntag 2005 hatte der große Selige Johannes Paul II. eine Ansprache geschrieben, die er selbst nicht lesen konnte, dennoch diese Worte beschreiben meinen Weg, seit 2005: „Heute rufe ich euch zu: Geht, ohne müde zu werden, auf dem Weg weiter, den ihr eingeschlagen habt, um überall Zeugen des glorreichen Kreuzes Christi zu sein. Habt keine Angst! Die Freude des gekreuzigten und auferstandenen Herrn sei eure Kraft, und die allerseligste Jungfrau Maria sei immer an eurer Seite.“
Danke, geliebter Heiliger Vater Johannes Paul II.! Ohne Sie hätte ich die Begegnung 2005 verpasst oder nicht wahr genommen, dank Ihnen darf ich diese Berufung spüren. Jesus lebt, alleluja. Ich will Priester werden.
In einer Berufung liegt eine Berufung, schon als Kind war ich anders, ich ging jeden Sonntag mit meinen Großeltern in die Kirche, es hat mir gefallen, ich ging sehr gerne in die Messe, vom Herzen, da fing die Berufung an zu wirken, erst mit dem Dienst am Altar als Ministrant, wo ich wie Johannes am Herzen Jesu verweilen darf.
Sogar in der Grundschule erkannten meine alten Mitschüler das ich eine große Gottesbeziehung hatte und irgendwie dazu berufen bin, ich selbst wollte da nie Priester werden. Ich erinnere mich genau: Wir sollten selbst mal vor vielen Eltern eine Modenschau halten, ich wollte damals in der dritten Klasse als Bischof gehen, ich hatte aus Gardinen eine Kasel gebastelt und aus Pappe die Mitra und aus einem Zollstock den Bischofsstab, dann gab es auch noch einen Ring (von meiner Oma geliehen), aber als es soweit war und die Modenschau war, habe ich die Schule gemieden und hatte Angst. Konsequenz war dafür eine Ungenügend.
Als Kind spielte ich zu Hause immer Hl. Messe, aus einem Sektglas wurde Kelch, aus kleinen Salatgläsern wurde Hostienschale und aus Pappuntersetzer wurde Leib Christi gemacht (selbst gesprochene Worte) und als Wein diente Apfelsaft, ich schaue gerne zurück und kriege dabei auch gerne ein Schmunzeln , dass ich da Jesus nicht schon erkannte, es ist lustig, aber 2005 war wohl die Stunde.
„So können wir jetzt sagen: Christentum war nicht nur gute Nachricht – eine Mitteilung von bisher unbekannten Inhalten. Man würde in unserer Sprache sagen: Die christliche Botschaft war nicht nur informativ, sondern performativ – das heißt: Das Evangelium ist nicht nur Mitteilung von Wissbarem; es ist Mitteilung, die Tatsachen wirkt und das Leben verändern. Die dunkle Tür der Zeit, der Zukunft, ist aufgesprengt. Wer Hoffnung hat, lebt anders; ihm ist ein neues Leben geschenkt worden“, schrieb Papst Benedikt XVI in seiner zweiten Enzyklika Spe Salvi, S. 16-17.
Ich betone noch einmal und das, weil es wirklich die Wahrheit ist: Jesus lebt. Alleluja.
Ich will Priester werden!

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Quellennachweis: kath.net-Jugendbeitrag von Nico Sucke; August 2012