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Mein einziges Ziel ist Magd des Herrn zu sein

Interview mit der Seherin Vicka Ivankovic-Mijatovic

Vicka, Du hast noch immer täglich eine Erscheinung der Gospa und heute wird das 20 Minuten vor 18.00 Uhr sein. Wie wirst Du die Gospa erwarten?
Während all dieser Jahre freue ich mich jedes Mal auf das Kommen der Gospa wie am ersten Tag. Im Herzen ist eine große Freude. Vor dem Kommen der Gospa sind wir Seher in einer großen Erwartung, in völliger Hingabe, mit dem Gebet auf den Lippen. Auf diese Weise erwarten wir den schönsten Augenblick. Keine Erscheinung gleicht der anderen. Es geschieht immer etwas Neues. Mit der Gospa reden wir über alles. Wir fühlen uns frei und haben keine Angst. Sie ist unsere Mutter. Wenn das Kind mit der Mutter spricht, hat es keine Angst, es fürchtet sich vor nichts. In all dem ist unter uns ein unbeschreibliches Gefühl der Liebe Gottes. Alles ist schön, friedlich und heilig. Von der Gospa erwarten wir nie etwas Besonderes. Ich bemühe mich, dass ich ihr bei jeder Erscheinung etwas schenke, ein kleines persönliches Opfer, auch wenn es nur ganz klein ist. Dann sehe ich, dass sich die Gospa freut. Sie spricht uns immer Mut zu, tröstet uns und gibt uns Kraft für den neuen Tag. Die Gospa ist eine Mutter und sie gibt uns viel, aber sie erwartet auch, dass wir ihr etwas geben. Ich habe mich immer bemüht, das zu tun was die Gospa von mir wollte und ich stand ihr ununterbrochen zur Verfügung. Mein einziges Ziel ist, Magd des Herrn zu sein und ihr so zu dienen, dass es ihr zur Ehre gereicht.

An Dir sieht man, dass Du eine besondere Seherin bist, und dass Dich die Gospa für eine besondere Aufgabe erwählt hat!
Ich bemühe mich, der Gospa vollkommen zu Verfügung zu stehen. Sie verlangt viel von uns, aber am meisten verlangt sie, dass wir Zeit haben für unsere Mitmenschen, für die Pilger. Diese Aufgabe darf uns nicht schwer fallen. Wir müssen sie als unsere Verpflichtung annehmen. Wir müssen besonders für die Kranken da sein und ihnen Trost spenden oder ihnen wenigstens die Hand reichen. Vielen Pilgern genügt das Berühren meiner Hand, sie fühlen sich dann ruhiger und getröstet, ohne dass ich ihnen ein Wort sage. Das ist meine Aufgabe und ich bemühe mich, sie so gut wie möglich mit der Kraft Gottes zu erfüllen. Für mich ist das das Größte was ich tun kann und Gott sorgt dafür, dass ich es schaffe.

Das große Fest, Ostern, ist nahe. Vicka, wie hast Du Dich auf das Osterfest vorbereitet?
Die Fastenzeit ist eine besondere Gnadenzeit, das dürfen wir nicht vergessen. Die Leute denken oft, das die Fastenzeit eine Zeit des großen Leidens und der Trauer ist, aber ich sehe das nicht so. Die Fastenzeit ist eine Freudenzeit und das hängt davon ab, wie wir bereit sind, diese Tage anzunehmen. Wenn wir es uns im Herzen vornehmen, das wir Ostern mit Freude erleben möchten, das wir in uns alles besiegen möchten, was uns ein Hindernis auf dem Weg zu Gott ist, dann erleben wir jedes Fasten, jede Buße, jedes Gebet, jedes Opfer auch immer völlig anders. Es wird uns zur Freude, denn wir tun es für Gott, aus Liebe zu Ihm. Jeder, der das Leiden Jesu mit einem reinen Herzen annimmt, wird sich über Seine Auferstehung freuen könne. Was nützt uns Ostern, wenn wir für Gott nicht einmal ein kleines Opfer gebracht haben, wenn wir Ihm für seinen größten Sieg, für den Sieg über den Tod, nichts geschenkt haben? Das ist das Geschenk, das uns der Auferstandene gibt und es ist die wichtigste Botschaft von Ostern. Er hat uns ein neues Leben geschenkt und hat dadurch ermöglicht, dass wir von neuem zum Vater kommen können. In der Fastenzeit haben wir also die Möglichkeit, viel für die Gospa und für Gott zu tun. Die Gospa verlangt von uns nicht das Reden, sondern unsere guten Werke, dass wir jeden Tag mit ihrem Sohn gehen, denn durch das Leiden und durch das Kreuz werden wir das neue Leben der Auferstehung erreichen.

Vicka, kannst Du uns Deine Begegnung mit der Gospa beschreiben?
Wenn die Gospa kommt, fühle ich mich so wie jetzt mit dir. Sie grüßt uns und manchmal streckt sie uns die Hand entgegen. Wenn ich sie berühre, spüre ich eine besondere Freude, eine Anmut und Liebe. Heute ist für Mirjana ein großer Tag, in drei Stunden kommt die Gospa im Licht. Sie wird sie grüßen und ihr die Hand entgegenstrecken. Sie wird ihr zum Geburtstag gratulieren und sie wird sich sicher freuen. Ich sage immer, dass man die Schönheit der Gospa nicht beschreiben kann. Diese Schönheit der Gospa ist durchdrungen von der Schönheit und Heiligkeit Gottes. Das ist für uns ein Erlebnis, das wir zwar mit den Augen sehen, aber nicht in Worte fassen können. Sie sagt uns, dass sie schön ist, weil sie alle liebt. Die Schönheit kommt nicht von außen, sondern aus der Tiefe unseres Herzens und unserer Seele. Deshalb lädt uns die Gospa ein, dass wir an unserer inneren Schönheit arbeiten, an der Schönheit des Herzens und der Seele, dann werden wir auch äußerlich schön sein. Das heißt, dass wir alles, was Gott erschaffen und uns gegeben hat, leben sollen. Das heißt, dass wir Gott an die erste Stelle setzen müssen und Ihn als unser Ziel anerkennen müssen, und nicht diese vergänglichen Dinge, die uns auf dem Weg zu Gott nur stören. Wir sollen die materiellen Dinge benützen, aber sie dürfen nicht unser letztes Ziel oder das Wichtigste im Leben sein.
Nichts von dem, was wir sehen und was wir haben, werden wir mitnehmen können. Das werden wir nicht brauchen. Brauchen werden wir unsere guten Werke und das, was wir mit unseren Opfern für andere getan haben. Einzig und allein das, was wir aus Liebe zu Christus für die Mitmenschen getan haben, werden wir brauchen können. Die Gospa gibt uns deshalb immer Hoffnung. Sie möchte uns auf die Aufgabe vorbereiten. Sie möchte uns sagen, dass diese Welt vergänglich ist und dass wir auf dieser Welt nur auf einer Durchreise sind. Unsere Heimat ist bei ihr und sie möchte, dass wir eines Tages dort hinkommen, wo sie ist.

Was möchtest Du uns am Ende dieses Gespräches noch sagen?
In diesen Tagen sollten wir uns besonders bemühen, das wir die Auferstehung Jesu demütig erwarten, aber nicht nur Seine Auferstehung, sondern auch unsere persönliche Auferstehung, denn das wird dann die wahre Freude und das wahre Glück sein, wenn wir sagen können: „Danke, Jesus, für die Liebe, die Du uns gegeben hast.“ Ostern sollte die ganze Familie als Feste der Freude erleben. Und damit das möglich wird, muss in der Familie das Gebet vorherrschen, das Verzeihen, die Selbsthingabe und nicht die Einkäufe oder die Kleidung.
Allen, die leiden, möchte ich sagen, dass sie das Geschenk des Kreuzes in diesen Tagen in Liebe tragen sollen. Ich werde dafür beten, dass ihnen die Gospa so nahe wie möglich ist und ihre mütterliche Hand auf sie legt, um ihnen Kraft zu geben, weitergehen zu können.

In Liebe – Eure Vicka

Quellennachweis: Gebetsaktion Wien