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Ich bin für die Muttergottes ganz verfügbar

Gespräch mit der Seherin Vicka Ivanković in Medjugorje über die Anfänge der Erscheinungen.



Erscheinung in Vickas Zimmer

In geduldiger Ergebenheit in den Willen Gottes hatte Vicka vor etwa vier Jahren freiwillig ein Sühneleiden auf sich genommen. Seitdem ihr dieses Leiden wieder abgenommen worden ist, widmet sie sich noch mehr mit liebevoller Hingabe den Pilgern.

Vicka, am 25. September 1988 hat dir die Muttergottes dein langjähriges Leiden wieder abgenommen. Kannst du uns über dieses Ereignis etwas erzählen?
Die Muttergottes hat mir einige Monate vorher gesagt, dass mein Leiden aufhören wird, aber ich erzählte es niemandem, weil es nur für mich bestimmt war. Als dann die Zeit nähergerückt ist, waren zwei Mitglieder der Kommission hier. Sie sagten: „Vicka, könntest du uns aufschreiben, wann sich das ereignen wird, damit wir später den Brief öffnen und die Richtigkeit überprüfen können?“ Ich antwortete: „Gut!“ Sie waren damals hier in diesem Zimmer. Sie nahmen zwei Kuverts, eines für mich und eines für sich. Ich habe das Datum niedergeschrieben, in die Kuverts gegeben und die Kuverts zugemacht.
Zwei oder drei Tage vor dem 25. September teilte ich ihnen mit, dass sie kommen sollen. Es kam der Bischof aus Banja Luka (Vorsitzender der Prüfungskommission der Jugoslawischen Bischofskonferenz) und mit ihm drei weitere Priester. Wir haben gemeinsam geöffnet.

Kannst du uns ganz konkret etwas über dein Leiden sagen? Vieles ist darüber geschrieben worden - Wahres und Unwahres ...
Ich hatte fast dreieinhalb Jahre lang starke Kopfschmerzen. Ich interessierte mich eigentlich nie richtig dafür, warum ich Kopfschmerzen habe. Innerlich sagte ich immer: „Lieber Gott, danke! Du weißt, warum ich diese Schmerzen habe - ich stehe Dir ganz zur Verfügung.“ Es ist wichtig, dass der Mensch das Leiden mit dem Herzen annimmt. Wenn mir die Muttergottes ein Kreuz oder eine Krankheit auferlegt hat, egal was, wichtig war immer, dass ich es mit Liebe angenommen habe. Ich fragte nie: „Gott, warum?“ Ich sagte immer, wenn es noch etwas gibt, dann solle Er es mir ruhig geben, ich wolle auch das annehmen.

Es muss dir aber sicher sehr weh getan haben, weil du dann zum Beispiel nicht aufgestanden bist?
Manchmal habe ich mich niedergelegt, aber eher selten - vielleicht ein, zwei oder drei Stunden. Wenn ich Kopfweh hatte, tat es mir nicht überall weh, sondern nur hier (Vicka zeigt auf eine bestimmte Stelle am Hinterkopf). Ich bin zur Untersuchung in Zagreb gewesen, sie haben aber nichts gefunden.

War dir auch übel oder hattest du nur Kopfschmerzen?
Nur Kopfschmerzen.

Hast du zur Zeit Erscheinungen?
Ja, ich habe zur Zeit Erscheinungen, jeden Abend.

Wo hast du die Erscheinung?
Zu Hause, hier in diesem Zimmer.

Worüber spricht die Muttergottes zur Zeit mit dir?
Die Muttergottes legt uns in der letzten Zeit ans Herz, vor allem für die Jugend zu beten. Die Jugend befindet sich nämlich in einer sehr schweren Situation. Wir können ihr einzig und allein mit unserer Liebe und unserem Gebet mit dem Herzen helfen. Die Muttergottes sagt: „Liebe Kinder! Diese Zeit ist eine Zeit großer Gnaden. Ich wünsche, dass ihr meine Botschaften mit dem Herzen zu leben beginnt.“ Sie wünscht, dass wir die Träger ihres Friedens werden, und dass wir für den Frieden in der Welt beten.

Wie viele Geheimnisse weißt du jetzt?
Neun.

Niemand weiß, wie lange die Muttergottes noch kommt ...
Sie hat noch nichts gesagt.

In letzter Zeit hört man kaum etwas über die Geheimnisse. Man hört nichts über Ankündigungen ...
Als uns die Muttergottes die Geheimnisse gegeben hat, sagte sie, dass die Geheimnisse auch veröffentlicht werden, wenn die Zeit kommt. Ich warte jetzt noch auf ein Geheimnis, auf das zehnte.

Hat die Muttergottes in letzter Zeit zu dir während der Erscheinung über Katastrophen gesprochen?
Die Muttergottes hat in der letzten Zeit nicht ausdrücklich über Katastrophen gesprochen. Sie sagt, wir sollen nicht in Angst leben. Wir sollen ihre Botschaften annehmen. Die Muttergottes ist die Mutter von uns allen, und sie möchte uns allen helfen.

Kannst du derzeit während der Erscheinung die Kranken anempfehlen? Kannst du auch Fragen stellen?
Ich kann keine Fragen stellen, aber ich kann Kranke anempfehlen, und dies tun wir jeden Abend. Wir empfehlen alle Kranken und alle Suchenden, alle empfehlen wir der Muttergottes. Wir beten gemeinsam mit der Muttergottes für alle Anliegen.

Besteht die Begegnung mit der Muttergottes darin, dass sie mit dir spricht oder dass auch du etwas zu ihr sagst?
Auch ich sage ab und zu etwas, aber nicht immer. Wenn die Muttergottes kommt, dann grüßt sie als erste. Wenn mir etwas, worüber sie spricht, unklar ist, dann frage ich sie, damit sie es mir erklärt, und das tut sie auch. Für mich selbst frage ich nie etwas.

Erscheint dir die Muttergottes noch immer auf einer Wolke?
Ja, genauso wie früher.

Hast du, wenn dir die Muttergottes erscheint, auch Engel gesehen?
Engel haben wir nur manchmal gesehen, nur auf dem Erscheinungsberg und auf dem Kreuzberg. In der Kirche kein einziges Mal.

Siehst du irgendeinen Sinn darin, dass ihr die Engel nur auf dem Kreuzberg und dem Erscheinungsberg gesehen habt?
Nein, ich habe keine Erklärung dafür gefunden. Wenn wir mit der Gruppe auf den Erscheinungsberg gehen und wenn Leute dabei sind, sind manchmal drei Engel dabei, manchmal fünf.

Wie sehen die Engel aus?
Für mich sehen alle gleich aus. Manchmal sind sie grau gekleidet, manchmal rosa. Die kleinen Engel haben Flügel.

Du hattest einen Zyklus von Erscheinungen, in dem dir die Muttergottes ihr Leben gezeigt hat. Das ist jetzt beendet?
Ja, das sind drei Hefte. Wir erwarten nur die Zeit, dass die Muttergottes sagt, dass es veröffentlicht wird.

Du hast einmal gesagt, dass es sicher veröffentlicht werden kann.
Es wird veröffentlicht werden, sobald es die Muttergottes sagt. Sie hat noch nicht gesagt, wann. Wenn sie es sagt, dann wird es veröffentlicht werden.

Hattest du sonst noch einen abgeschlossenen Zyklus von Erscheinungen, oder war das der einzige?
Die Zukunft der Welt, aber das sind nur zwei kleine Hefte.

Du darfst über diese Dinge sicher nicht sprechen, solange die Muttergottes nichts sagt. Aber allgemein gesagt: Was braucht die Welt am meisten für die Zukunft?
Du weißt ja, was wir brauchen: dass wir die Botschaften annehmen und sie leben. Wir brauchen jetzt nicht darüber nachdenken, was in der Zukunft notwendig ist. Die Menschen denken zuviel nach, dann haben sie Angst, ohne Grund. Man braucht sich nicht zu fürchten.

Oft werden im Zusammenhang mit Medjugorje verschiedene Katastrophen erwähnt ...
Vieles fügen die Menschen selbst hinzu. Das sagt niemand hier, weder ich, noch Marija, noch Jakov, noch Ivan. Niemand wird das sagen.

Das Rezept wäre also, nichts anderes als optimistisch zu sein; zu beten und keine Angst zu haben?
Ja. Ohne Angst! Die Menschen heute leben in der Angst, und am ärgsten ist es, dass sich die Menschen selbst viel Angst einjagen. Deswegen ist das so. Einige sagen, dass drei Tage Finsternis kommen werden oder das Ende der Welt. Wenn sie hierher kommen und dann nach Hause fahren, sagen sie: „Wir haben diese Botschaften in Medjugorje gehört!“ Aber niemand sagt das hier.

Einmal sagte die Muttergottes während einer Erscheinung, dass durch das Gebet ein Geheimnis gemildert wurde?
Ja, zu Mirjana sagte sie, dass das siebente Geheimnis gemildert worden ist.

In letzter Zeit hat die Muttergottes nicht so viel über die Zukunft gesprochen, über Katastrophen, sondern über das Gebet?
Ja, über das, was nützlich für uns ist, und dass wir es tun. Was soll sie uns sagen, was geschehen wird?

Die Muttergottes sagt, dass man sein Leben geben soll für die Rettung der Welt. Wie siehst du dabei deine Rolle?
Die Muttergottes hat das allen als Botschaft gegeben. Meine Rolle dabei ist nichts Besonderes. Ich sehe, dass ich hier sein und die Botschaften der Muttergottes verbreiten kann, wie sie es von mir verlangt, aber nichts Spezielles.

Ist es das Wichtigste, die kleinen Dinge gut zu tun?
Ja, sicher. Mit kleinen Dingen beginnt alles. Zuerst muss man die kleinen Dinge tun und dann die großen, alles langsam.

Hast du für die Gebetsgruppe besondere Botschaften bekommen, wie zum Beispiel Ivan?
Nein. Wir bekommen die gleichen Botschaften wie Ivan. Das ist die Gruppe von Ivan. Er leitet sie, und wenn sich Ivan mit der Gruppe zum Beispiel auf dem Erscheinungsberg trifft, dann sind auch wir oft mit ihm dort, Marija und ich. Die Muttergottes gibt uns die gleiche Botschaft. Aber weil Ivan die Gruppe leitet, sagt er die Botschaft weiter.

Du hörst die Botschaft auch?
Ja.

Hat sich das Antlitz der Muttergottes in den letzten Jahren verändert? Ist die Muttergottes in diesen acht Jahren älter geworden?
(Vicka lacht) Sie ist gleich! Das Antlitz der Muttergottes ist gleich.

Ist die Muttergottes auf dem Erscheinungsberg anders gekleidet?
Nein, nur an großen Feiertagen ist sie anders gekleidet.

Hast du auch Jesus gesehen?
Wir haben Jesus erst einmal gesehen - groß, ganz verwundet, mit der Dornenkrone.

Wann war das?
Vor ca. vier Jahren. Nur einmal hat die Muttergottes Ihn uns gezeigt, während einer Erscheinung.

War das in der Kirche oder am Berg?
In der Kirche. Und jedesmal zu Weihnachten zeigt sie uns das Jesuskind, wie ein kleines Baby in den Armen.

Wenn die Muttergottes erscheint - wie ist das, feierlich?
Das kann man mit Worten nicht beschreiben. Wir beten zuerst den Rosenkranz. Dann, nach dem Rosenkranz, leuchtet dreimal ein Licht auf, und dann kommt die Muttergottes.

Ihr seht auch die Zeichen - das Herz und das Kreuz?
Nachher. Wenn sie geht, sehen wir das Kreuz, das Herz und die Sonne.

Siehst du alles gleichzeitig?
Wenn die Muttergottes geht, dann sehen wir das Kreuz, dann das Herz und dann die Sonne, nacheinander. Die Sonne ist klein, nicht groß. Eine richtig farbige Sonne.

Vicka, du hast sicher eine besondere Aufgabe in der Sehergruppe. Marija zum Beispiel war immer sehr viel für die Pilger da. Welche Aufgabe siehst du für dich in der Sehergruppe?
Auch ich habe die Aufgabe, für die Menschen dazusein, und dann sind noch Ivan und Jakov da. Jeder hat seine eigene Aufgabe, dass wir die Botschaften, wie sie es verlangt, weiterverbreiten.

Hast du es zum Beispiel gern, wenn Pilger kommen, oder wäre es dir manchmal lieber, wenn sie nicht kämen?
Ich habe es gern, wenn Menschen kommen; wenn ich das, was mir die Muttergottes sagt, weitergeben kann.

Marija hat erzählt, die Muttergottes habe ihr einmal gesagt: „Ich gebe dir meine Liebe, damit du sie weiterschenkst.“ Hat die Muttergottes das euch allen gesagt?
Ja, allen.

Könntest du uns sagen, wie du in all den Jahren, seit die Muttergottes erscheint, gewachsen bist im Gebet?
Wie man wächst im Gebet, das kann man unmöglich mit Worten beschreiben. Das kann der Mensch nur in seinem Herzen erleben. Mit Worten kann man das nicht erklären.

Könntest du uns deine Beziehung zur Muttergottes beschreiben? Wie ist das? Du hast zum Beispiel eine persönliche Beziehung zu deinem Vater, deiner Mutter und deiner Schwester ...
Das kann ich nicht vergleichen, weder mit der Mutter noch mit dem Vater - mit niemandem. Ich kann das nicht beschreiben, denn ich kann die Worte nicht finden für das, was ich dabei empfinde, für die Muttergottes und für ihre Worte, und wie sie sich zum Beispiel an uns wendet und wie sie antwortet. Das ist nicht so, wie wenn wir beide jetzt sprechen. Das ist etwas Besonderes, mit Liebe, mit Worten des Gebetes, des Gesprächs. Das kann man mit nichts vergleichen, nein.

Und wie ist das Gespräch? Hattest du jemals Angst vor der Muttergottes?
Nein, niemals, außer am ersten Tag, als wir noch nicht sicher waren, ob das die Muttergottes ist.

Jeder von uns weiß, dass man im Leben oft sündigt. Wie war das, wenn du dann am Abend vor die Muttergottes gekommen bist? Hast du überhaupt daran gedacht, oder hat dir die Muttergottes etwas gesagt, oder wie war das?
Ja, wir alle sündigen. Aber ich bemühe mich, nur in Kleinigkeiten zu sündigen. Es ist klar, dass ich, wenn ich eine große Sünde hätte, nicht so ruhig vor die Muttergottes kommen würde. Ich würde mich schämen. Aber so weit ist es noch nicht gekommen.

Hast du das Gefühl, dass die Muttergottes ein großes Verständnis für uns hat?
Ja, wir können uns nicht vorstellen, wieviel Verständnis sie für uns hat. Unser Vertrauen in die Muttergottes ist nur mangelhaft. Sie dagegen versteht unsere Situation vollkommen.

Glaubst du, dass es nie einen Grund gibt, zu sagen: "Ich traue mich nicht vor ihr Angesicht zu treten wegen dieser oder jener Sünde."
Das habe ich vorhin gemeint. Der Mensch, der sich schämt, wenn er gesündigt hat - ihm tut es leid. Aber für manche Menschen bedeutet es nichts, ob sie jemanden verletzt haben oder nicht, es ist ihnen egal.


Wie lädt uns die Muttergottes zu den Sakramenten ein?

Die Muttergottes sagt, dass wir der heiligen Messe den ersten Platz geben sollen, und dass wir einmal monatlich beichten gehen sollen oder wie es jemand braucht, je nach Notwendigkeit. Einmal monatlich wäre es notwendig. Man kann auch öfter gehen, wenn man es spürt.

Stimmt es, dass euch die Muttergottes schon öfter gesagt hat: „Meine Kinder, geht jetzt beichten!“
Ja sicher. Die Muttergottes weiß, wann es notwendig ist. Auch wir wissen es. Wenn wir es ein wenig besser begreifen würden, müßte sie uns nicht daran erinnern. Wir würden selbst wissen, was wir zu tun haben.

Wie denkst du über die heilige Messe?
Das ist für mich der allerwichtigste und allerheiligste Augenblick. Das ist wirklich der Augenblick, in dem Jesus lebendig zu uns kommt. Wir empfangen Ihn in unserem Herzen. Genau deshalb sagt die Muttergottes auch, wir mögen zur Messe kommen. Die Vorbereitung aber muss gleichfalls wachsen, damit wir mit immer größerer Ehrfurcht und Liebe Jesus empfangen können.

Ivan sagt, dass die Muttergottes in der letzten Zeit öfter verlangt, daß wir mit dem Herzen beten.
Ja. Wenn die Muttergottes sagt: „Betet mit dem Herzen!“ dann sagt sie: „Von Tag zu Tag öffnet eure Herzen, damit euch das Gebet zur Freude wird, dass ihr mit Liebe betet.“ Wenn wir den Rosenkranz nehmen und das Vaterunser, das Gegrüßet-seist-Du-Maria und das Ehre-sei-dem-Vater einfach nur gedankenverloren wiederholen, so sind das nur Worte. Die Muttergottes sagt: „Beseitigt zuerst alle Gedanken, die euch im Wege sind, und beginnt erst dann zu beten!“ Wenn wir jedes einzelne Gebet ganz bewusst sprechen, so werden wir von Tag zu Tag im Gebet und in der Liebe wachsen. Dann wirst du plötzlich die Notwendigkeit spüren, dass man beten muss. Das Gebet wird in deiner Beziehung zu Gott zum wichtigsten Hilfsmittel werden. Und dann geh und lebe es! Dann betest du sicher mit dem Herzen. Du wirst überhaupt nicht mehr auf die Uhr schauen, wie spät es ist, wie lange dein Gebet dauert, nichts, sondern du wirst beten, solange es dir dein Herz erlaubt. Das ist das Gebet mit dem Herzen.

Was bedeutet dir das Rosenkranzgebet?
Den Rosenkranz zu beten ist keine Pflicht für den Gläubigen. Es ist wichtig, dass man persönlich eine Notwendigkeit im Herzen spürt. Das Gebet des Rosenkranzes soll am Ende jedem Freude bereiten.
Die Muttergottes sagt, dass das Beten des Rosenkranzes die stärkste Waffe gegen den Satan ist. Mit dem Rosenkranzgebet können sogar Kriege aufgehalten werden, so groß ist seine Macht.

Was würdest du den Menschen sagen, die Probleme mit dem Rosenkranzbeten haben?
Diese Menschen müssen langsam beginnen, vielleicht zuerst mit den sieben Vater-unser. Wenn sie beginnen, mit dem Herzen zu beten, wird es von selbst in ihre Gedanken und ihr Herz kommen, dass sie den Rosenkranz beten. Wir können es den Menschen nicht einreden, dass sie den Rosenkranz beten sollen. Sie müssen wirklich ihr Herz öffnen und mit dem Herzen beten, und dann wird der Rosenkranz von selbst gelingen. Es geht nicht alles auf einmal.

Sagt die Muttergottes, dass wir für andere beten sollen?
Wir können beten für jemand anderen, aber immer in den Anliegen Gottes, in den Anliegen der Muttergottes. Die Muttergottes weiß, was wir brauchen und was andere brauchen.

Spornt euch die Muttergottes zur Geduld an?
Es ist das Wichtigste, dass der Mensch geduldig ist. Dann kann er alles tun.

Siehst du Medjugorje als einen Ort, von dem der Friede in die Welt gehen soll?
Die Muttergottes sagt: "Ich bin gekommen als Königin des Friedens, und ich wünsche, dass Friede auf der ganzen Welt ist." Wir können den Frieden hinaustragen. Die Muttergottes empfiehlt aber, dass der Friede zuerst in unserem Herzen sein soll, in unserer Familie, und dass wir dann für den Frieden in der Welt beten sollen. So wird der Friede durch unser Gebet verbreitet werden.

Wenn so viele Menschen nach Medjugorje kommen, und jeder nur etwas von dem Frieden weiter trägt, wird das ein guter Anfang sein ...
Ja, sicher. Wenn die Menschen das wirklich mit dem Herzen annehmen und den Frieden ins eigene Herz hineinlassen - das kann sicher ein guter Anfang sein für uns alle.

Wie nehmen deiner Erfahrung nach die Priester, die nach Medjugorje kommen, die Botschaft an?
Wenn Priester kommen, fragen sie meistens nach den Botschaften, was die Muttergottes empfiehlt. Soweit ich sehe, reagieren sie gut, sie nehmen viel an. Aber ich weiß natürlich nicht, was sie wirklich denken.

Wie ist es jenen, die ihr Ziel suchen, möglich zu wissen, wo Gott sie braucht?
Die Muttergottes sagt: „Öffnet eure Herzen! Wenn ihr wirklich mit dem Herzen verstehen wollt, was ich von euch wünsche, werdet ihr es verstehen.“ Wenn wir im Herzen zum Beispiel die Frage haben, wozu wir von Gott berufen sind in der heutigen Welt, was wir tun sollen, so müssen wir in unserem Herzen einen Raum lassen und zu Jesus und Maria beten, dass sie uns antworten, was wir tun sollen. Das ist die beste Berufung für uns.

Du hast doch öfter gesagt, dass du, wenn die Erscheinungen beendet sind, in ein Kloster gehst. Spürst du jetzt den Auftrag, dass du in Medjugorje bleiben sollst?
Ich muss hier sein. Wenn die Muttergottes wünscht, dass etwas zu Ende geht, dann muss ich, wenn sie mich hierher gestellt hat, bis zum Ende da sein. Meine Pflicht ist, dass ich hier bleibe.

Wie siehst du die derzeitige Entwicklung von Medjugorje?
Gut!

Worin siehst du deine Aufgabe?
Jeder Mensch ist auf eigene Art berufen, die Jugendlichen besonders. Sie sind berufen zu einem geistigen Leben. Und wir bemühen uns wirklich, das zu tun, was die Muttergottes von uns verlangt. Und was mich betrifft: Was immer die Muttergottes von mir verlangt, ich stehe ihr ganz zur Verfügung. Ich bin frei.

Hast du irgendwelche konkrete Ziele für die Zukunft?
Derzeit eigentlich nicht.

Wie ist die Erwartung der Leute, die nach Medjugorje kommen? Findest du, dass sich die Pilger heute mehr erwarten als vor zwei, drei Jahren?
Die Leute erwarten sich auf keinen Fall mehr als vor zwei, drei Jahren. Wenn sie zu mir kommen, erwarten sie hauptsächlich, dass sie die Hauptbotschaften der Muttergottes hören. Hin und wieder fragt jemand etwas für sich persönlich. Sicherlich, die Leute möchten Klarheit bekommen. Und wenn es mir möglich ist, Klarheit in die Fragen zu bringen, dann tue ich das sehr gerne.

Ermüden dich diese Besuche?  
Nein, was soll mich da ermüden? Es gibt da keine Probleme.

Bekommst du genug Kraft dafür?
Ja, Gott sei Dank!

Wie hat deine Familie den Pilgerstrom angenommen? Acht Jahre hindurch belagern die Pilger das Haus deiner Eltern.
Ich kann sagen, dass ich wirklich von meiner Familie begeistert bin, wie sie das alle sehr schön angenommen haben. Es geht jeden Abend jemand in die Kirche. Die Großmutter ist krank, und so muss immer einer auch zu Hause bleiben. Wir wechseln einander ab, meine Schwester, meine Brüder, so dass abwechselnd immer jemand zu Hause bleibt. Zu Hause beten wir jeden Tag den Rosenkranz.

Ärgert sich niemand über die vielen Besucher?
Ich wundere mich selbst, dass sie eine so große Geduld haben. Es ist ja wirklich so, dass fast jede Minute jemand kommt. Sie sind wirklich geduldig. Das sage ich nicht nur deshalb, weil es meine Eltern sind. Gott möge ihnen Kraft geben.

Möchtest du zum Schluss noch allen jenen etwas sagen, die den Weg ernst nehmen, den die Muttergottes hier in Medjugorje durch die Botschaften aufzeigt?
Ich habe nichts Besonderes zu sagen. Gott möge sie segnen. Er möge ihnen Kraft geben, dass sie mit dem Herzen die Botschaften der Muttergottes an die Anderen weitergeben können, und dass sie auch anderen Leuten zeigen können, dass uns die Muttergottes alle liebt.

Quellennachweis: Gebetsaktion Wien
1989