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Wir sollen Träger des Friedens sein

Interview der Gebetsaktion Wien mit Marija Pavlovic-Lunetti

Marija, kannst du uns deine Erscheinung von Weihnachten 1999 beschreiben?

Zu Weihnachten war die Erscheinung festlicher - so wie jedes Jahr zu Weihnachten. Die Muttergottes kommt mit dem kleinen Jesus, und sie trägt ein goldenes Kleid. Für uns ist es eine besonders große Freude, wenn wir sie gemeinsam mit ihrem Sohn, dem kleinen Jesus, sehen. Dieses Erlebnis kann man schwer mit menschlichen Worten beschreiben. Besonders erinnern wir uns jedes Jahr wieder an jenen Augenblick, als uns einmal an einem Weihnachtsfest der kleine Jesus zugezwinkert hat: Zuerst hat sich das Jesuskind zweimal versteckt, so daß wir es nicht sehen konnten, und das dritte Mal hat es uns zugezwinkert. Das war für uns etwas so Süßes, und wir denken immer gerne daran zurück. In diesem Jahr hat uns die Gospa - mit dem kleinen Jesus auf dem Arm - in der Botschaft gesagt, daß wir uns für den Frieden entscheiden sollen; daß wir Träger ihres Friedens sein sollen. Jesus, der Sohn Gottes, hat der ganzen Welt den Frieden gegeben, und Er möchte, daß wir diesen Frieden in unserem Herzen tragen. Deswegen ist Weihnachten so ein großes Fest; der Tag des Friedens, der Tag der Freude und des Feierns. Wir sagen immer, daß für uns Seher die schönste Erscheinung jene am Weihnachtsfest ist.

Hat die Muttergottes etwas über das neue Jahrtausend gesagt?
Ja, sie hat gesagt, daß die kommende Zeit für uns eine Zeit des Friedens und des Wohlergehens sein könnte. Wir sollen uns entscheiden für eine mit Frieden und Wohlergehen erfüllte Zeit. Wir sollen uns entscheiden für den Frieden, der von Gott in unser Herz kommt durch das Gebet. All das ist besonders betont in der Botschaft, die ich zu Weihnachten empfangen habe. Deshalb muß sich jeder von uns dessen bewußt sein, daß ohne ein solches Gebet der Mensch und die Menschheit keine Zukunft haben. Die Muttergottes unterstreicht das besonders und sagt: "Betet, betet, damit dieses Jahrhundert eine Zeit des Wohlergehens, der Gnade und eine Zeit des großen Friedens auf der Erde sein kann!" Auf diese Art können wir den Frieden erlangen und ihre Apostel werden, die diesen Frieden Gottes ausbreiten. Das ist das, was die Muttergottes immer von uns wünscht: daß der Mensch zum Licht und zum Frieden wird für die anderen.

Es ist schon das neunzehnte Jahr der Erscheinungen. Hast du die Erscheinungen bei dir zu Hause (in Italien), oder öfters auch an einem anderen Ort?
Großteils habe ich die Erscheinungen in meinem Haus gemeinsam mit meiner Familie. Vor der Erscheinung bereiten wir uns durch Gebet auf das Kommen der Muttergottes vor, so wie ich das auch früher immer getan habe.

Deine Kinder sind schon größer geworden: Wie sehen und erleben sie deine Erscheinungen? Sind sie immer mit dir gemeinsam beim Vorbereitungsgebet für das Kommen der Muttergottes?
Die Kinder haben das sehr gut angenommen. Sie sind völlig mit eingeschlossen in alle Ereignisse, die sich um mich herum abspielen. Sie beten jeden Tag gemeinsam mit mir den Rosenkranz, so daß sie immer integriert sind in alles, was geschieht. Es ist ihnen nicht mehr fremd, und sie verstehen es immer mehr.

Du hast eine Familie, und auch die Muttergottes hat eine Familie gehabt. Sprichst du manchmal mit der Muttergottes und bittest sie um Ratschläge für deine eigene Familie - denn sicher kommt jede Familie auch manchmal in Krisensituationen?
Die Gospa gibt uns nicht besondere Ratschläge, aber jedes Mal lädt sie uns ein, dem Weg der Heiligkeit zu folgen. Denn nur auf diesem Weg kann eine Familie wachsen und sich entfalten in der Gnade und im Wohlergehen. Ich glaube, ein Mensch, der sich entscheidet, den Weg der Heiligkeit zu gehen, der entscheidet sich im selben Augenblick, Gott den ersten Platz in seinem Leben zu geben, und alles andere ist ihm dann nicht mehr so wichtig. Wer nicht betet, kann das Gute nicht bezeugen. Wenn der Mensch nicht voranschreitet auf dem Weg des Guten, ist er in Gefahr, vom Weg abzukommen und so auch den anderen ein schlechtes Beispiel zu geben. Sein Leben gleicht dann mehr und mehr jenen, die überhaupt nicht an Gott glauben. Die Muttergottes lädt uns ein und bittet uns, Gott den ersten Platz in unserem Leben zu geben. Alles, was wir bezeugen, sollen wir auch selbst leben; besonders jene sind dazu verpflichtet und sollten daran denken, die den Botschaften der Muttergottes folgen möchten. All das, was die Muttergottes sagt, ist zwar schon in der Heiligen Schrift enthalten, aber durch ihre Botschaften, die sie an jedem 25. des Monats gibt, möchte sie uns helfen, unseren Glauben zu vertiefen. Wenn wir die Botschaften nur flüchtig lesen, werden wir sie sicher nicht in ihrer Tiefe erfassen. Um auch selbst jeweils nach der Botschaft zu leben, die ich von der Muttergottes bekommen habe, denke ich immer eine Weile über sie nach und erfasse sie dadurch noch tiefer. Die Muttergottes hat sie als sehr einfache Botschaft gegeben, so daß sie jeder begreifen kann, aber gleichzeitig ist sie auch tief. Wenn der Mensch betet, dann erleuchtet ihn der Heilige Geist: so wird er die Tiefe der Botschaft erkennen, er wird sie besser begreifen und wird erkennen, wie er sie leben kann.

Wie wird sich deiner Meinung nach Medjugorje als Wallfahrtsort in diesem neuen Jahrhundert weiterentwickeln?
Ich war mit meiner Familie zu den Weihnachtsfeiertagen in Medjugorje. Ich war auch bei der Christmette und habe bemerkt, daß sich Medjugorje immer mehr weiterentwickelt - daß es wächst im geistlichen Sinn. Auch heute noch kommen viele Menschen zum ersten Mal nach Medjugorje und begegnen hier dieser Gnade, die wir schon vor fast 19 Jahren kennenlernen durften. Wir bemerken auch jene Menschen, die schon früher hergekommen sind und immer von neuem kommen, und die sich mit der Gnade erfüllen lassen, die sie hier immer empfangen haben. Aus all dem sieht man, daß Gott in Medjugorje am Werk ist und Seine Gnade unermeßlich schenkt. Es war wirklich schön, vor der Kirche von Medjugorje zu sein, als die Glocken zur Christmette geläutet haben. Ein solches Erlebnis kann man nur selbst erleben - ich kann es nicht so leicht beschreiben. In den früheren Jahren haben uns die Menschen gut gekannt; immer waren wir in einer Anspannung, denn andauernd haben uns manche Leute etwas gefragt, und wir mußten hierhin oder dorthin kommen. Jetzt ist es aber so, daß uns die Menschen nicht mehr so gut kennen, weil wir seltener in Medjugorje sind. Wir sind erwachsen geworden und haben uns verändert; so können wir uns jetzt freier bei der Kirche bewegen. Für uns ist es viel besser. Wegen der Freiheit, die wir jetzt haben, können wir Seher uns, wenn wir nach Medjugorje kommen, an diesem Ort immer mehr auch selbst als Pilger fühlen.
Marija, danke für dieses Gespräch!

Quellennachweis: Gebetsaktion Wien - 1. Quartal 2000