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Die wichtigste Botschaft der Gospa ist ihre Anwesenheit unter uns

Die wichtigste Botschaft der Gospa ist ihre Anwesenheit unter uns

Seit dem 25. Juni 1981 erlebt die Seherin Marija Pavlovic-Lunetti täglich eine Begegnung mit der Gottesmutter und überbringt seit dem 1. März 1984 besondere Botschaften, durch die uns die Gottesmutter zu einem geistlichen Leben anspornt. Anfangs schenkte uns die Gospa (im Kroatischen für Gottesmutter) diese Botschaft an jedem Donnerstag, seit Januar 1987 an jedem 25. des Monats.
Interview mit der "Oase des Friedens", in dem die Seherin mit großer Dankbarkeit auf die 30 Jahre Erscheinungen zurückblickt.

Liebe Marija, die Erscheinungen von Medjugorje dauern jetzt schon 30 Jahre. Du bist eine der sechs Seher - hättest Du Dir am 25. Juni 1981 vorstellen können, dass die Gottesmutter so lange bei uns bleibt?
Niemand konnte sich das denken, dass die Mutter Gottes so lange bleiben würde. Als die Gospa am ersten Tag der Erscheinungen gekommen ist, haben wir angefangen, über andere Erscheinungen zu lesen, und gesehen, dass die Muttergottes überall nur kurze Zeit erschienen ist. Deshalb haben wir uns gedacht, dass es auch hier so sein würde. Jetzt danken wir Gott für dieses große Geschenk und für die vielen Gnaden, die nicht nur für uns und unsere Pfarre bestimmt sind, sondern für die ganze Kirche und die ganze Welt. Die Gospa hat uns gerufen und begonnen, uns zu führen, und sie leitet uns bis heute durch ihre Botschaften, die sie uns noch immer gibt. Durch diese lädt sie uns ein, heilig zu werden, und sie erinnert uns, diese zu leben. Sie möchte, dass wir für andere ein Ansporn werden, dass wir Zeugnis ablegen für unseren Glauben und noch mehr zum Zeichen der Liebe Gottes werden. Was ich jeden Tag erlebe und sehen darf, ist das, was die Gospa in ihren Botschaften sagt: „Gott hat mir erlaubt, mit euch zu sein.“ Das heißt, dass Gott uns aus Liebe zu uns die Gottesmutter schickt. Und ich bin überzeugt, dass es das schönste Geschenk ist, das uns der Himmel anbieten kann: Die Nähe der Gospa und ihre Botschaften. Ich denke, dass durch ihre Botschaften eine echte Erneuerung der Menschen und der Kirche kommt und eine echte Bekehrung.
Wir Seher selbst waren zu Beginn verschlossen und sind immer mehr zu Trägern der Botschaften und auch der Liebe Gottes geworden.

Manche Menschen kritisieren, dass die Erscheinungen zu lange dauern. Aber beweist nicht gerade die Dauer der Erscheinungen die theologische Aussage, dass Maria uns von Jesus zur Mutter gegeben wurde, die ihren Kindern nahe sein will?
Ich begreife, dass uns die Gottesmutter leiten möchte. Zugleich aber sehe ich, dass wir in Europa in einer für Katholiken sehr kritischen Zeit leben. Es scheint, als würde der katholische Glaube nicht mehr wirklich gelebt werden: So gibt es nur wenige religiöse Berufungen, es gibt kaum noch starken Glauben bei den Menschen. Besonders in Europa schämen wir uns immer mehr unseres Glauben. Die Muttergottes ist gekommen und hat uns gesagt, dass wir Gott an die erste Stelle in unserem Leben setzen sollen und sie hat uns eingeladen, dass wir mutig und bereit werden, ihre Botschaften weiter zu tragen, und Gottes Liebe und seine Anwesenheit bezeugen. Sie erinnert uns daran, Jesus im Allerheiligsten Sakrament anzubeten. Sie sagt: „Betet meinen Sohn an.“ So hat sie uns Gottes Nähe bewusster gemacht. Denn früher dachten wir, Gott sei weit weg von uns, irgendwo im Himmel, wo er nicht an uns denkt und nicht mit uns ist. Sie erinnert uns, dass wir uns bewusst werden, dass Gott mit uns und unter uns ist.

Du erhältst an jedem 25. des Monats eine besondere Botschaft von der Gottesmutter, mit denen sie anfangs die Pfarre Medjugorje in besonderer Weise geführt hat. Heute warten unzählige Menschen rund um den Globus auf diese Botschaft vom 25. des Monats. Welche dieser Botschaften ist für Dich die wichtigste?
Ich denke, die wichtigste Botschaft der Gottesmutter ist ihre Anwesenheit unter uns.  Die Gospa hat gesagt, dass ihre Botschaften nichts Neues bringen, was nicht schon in der Hl. Schrift gesagt wurde, aber dass wir das vergessen haben und die Worte des Evangeliums von uns abgeschüttelt haben. Deswegen spornt sie uns an, dass jeder von in seinem Leben wieder ernsthaft mit dem Beten und Fasten beginnt.
Sie möchte auch, dass wir das Sakrament der Versöhnung praktizieren, dass wir uns bekehren und dass wir die Hl. Messe leben und uns dafür immer mit Liebe vorbereiten, damit wir Gott in Wahrheit und mit ganzem Herzen begegnen können.
Die Muttergottes hat uns auch gesagt, dass wir die Hl. Schrift an eine sichtbare Stelle in unserem Haus stellen und sie regelmäßig lesen sollen, damit wir in der Hl. Messe begreifen können, was uns Jesus sagen möchte und wozu uns die Muttergottes ruft. Das tägliche liturgische Programm in der Pfarrkirche in Medjugorje ist auf Einladung der Gottesmutter entstanden. Vorher gab es außer der Hl. Messe kein Gebetsprogramm in der Kirche.
Heute können wir dem lieben Gott danken, dass uns die Hl. Messe und das Gebet zur Freude geworden sind und dass uns die Eucharistische Anbetung eine Ehre ist, weil wir dabei Gott vor dem Allerheiligsten anbeten dürfen und in Stille einfach bei Ihm sein können. In einer Welt, die uns verführt und uns sagt, dass wir unser Ich an die erste Stelle setzen sollen, lädt uns die Gottesmutter ein, Gott den ersten Platz zu geben, da wir ohne Ihn nicht bestehen können.

Marija, seit dem 25. Juni 1981 bis heute siehst du täglich die Gottesmutter. Hat es nicht auch Momente gegeben, wo Du krank warst, oder sehr gestresst, z.B. mit den Kindern.  Hast Du die Gospa dennoch jeden Abend gesehen?
Gott sei Dank. Wir sind noch Zeugen. Die Muttergottes erscheint uns nach wie vor jeden Tag. Ich kann dem lieben Gott für dieses riesige Geschenk nur danken und fühle, dass ich mein Leben lang nicht genug dafür danken kann. Ich versuche wirklich, Gott an die erste Stelle zu setzen und mich ständig für die Heiligkeit zu entscheiden. Dabei denke ich an die konkrete alltägliche Heiligkeit. Dank der Gottesmutter sind wir offen für ihre Botschaften geworden und bereit, dafür Zeugnis zu geben. Wir bemühen uns, nicht nur mit unseren Worten, sondern auch mit unserem Leben Zeugnis zu geben für die Menschen, die Gott suchen und bereit sind, das Wort Gottes zu empfangen.

Vor eineinhalb Jahren wurde eine internationale Kommission gebildet, die die Ereignisse von Medjugorje untersuchen soll. Was  erwartest Du Dir von der Arbeit dieser Kommission?
Ich danke Gott, dass diese Kommission existiert. Denn ich denke, dass die Muttergottes so viele gute Früchte ausgesät hat. Sie hat sehr lange gesät, und diese Samen haben Früchte gebracht. Und die lassen sich nicht so einfach vernichten. Niemand kann sagen, dass diese Früchte nicht existieren. Durch die Botschaften der Muttergottes gibt es nicht nur viele geistliche Berufungen, viele Priester und geistliche Schwestern, sondern auch sehr viele heiligmäßige Familien, die Gott an die erste Stelle in ihrem Leben gestellt haben. Es gibt viele Menschen, die sich bekehrt haben. So haben Ungläubige zum Glauben gefunden. Das sind viele kleine, aber in Wirklichkeit große Wunder.
Sehr oft sehe ich im Gespräch mit den Menschen, dass die Gospa so viele Wunder gewirkt hat. Sie hat so viele Herzen zu Gott bekehrt und sie näher zu ihrem Sohn geführt, auch wenn sie vorher verschlossen und im Unfrieden und voll mit vielen Aggressionen gegen Gott und die Kirche waren. Jetzt sind sie froh, ein Teil der Kirche zu sein, und sind stark in ihrem Glauben. Und wir danken Gott jeden Tag für die Begegnungen mit den Menschen, die das bezeugen.
Als vor eineinhalb Jahren der Kardinal von Wien, Erzbischof Dr. Christoph Schönborn, Medjugorje besuchte, fragte er mich in einem Moment, was die Kirche meiner Meinung nach in Bezug auf Medjugorje tun solle. Ich gab ihm zur Antwort: „Eminenz, genau das, was Sie tun: Kommen und sehen.“ Was hättest Du an meiner Stelle geantwortet?
Ich denke, dass das eine wunderbare Antwort ist, denn es ist wichtig, hierher zu kommen und es zu sehen. Ich erinnere mich an einen Bischof, der anonym nach Medjugorje kam. Nachher erzählte er, dass er, als er die vielen Jugendlichen eine Stunde lang vor dem Allerheiligsten auf dem harten Kies knien sah, es auch probierte, aber nicht schaffte. Die Jugendlichen knieten, beteten und schauten auf Jesus. Und der Bischof sagte: „Ich schämte mich, dass ich als Bischof so wenig Kraft und auch zu wenig Glauben habe, um auf diesem Kies zu knien.“ Und einen Tag später, nachdem ihn diese betenden Jugendlichen so bewegt hatten, begann er, sich in Medjugorje als Bischof zu zeigen, und bezeugte, dass er tief bewegt ist von dem, was er durch die vielen Jugendlichen erlebt hat.
Ich denke, dass die Kirche durch Medjugorje bereichert worden ist, denn hier ist wirklich ein Frühling unseres Glaubens sichtbar. Und ich bin davon überzeugt, dass die Mutter Gottes hier auf eine besondere Weise wirkt und viele Herzen zur Umkehr anspornt und auf den Weg der Heiligkeit führt.

Danke für das Gespräch.

Quellennachweis: Oase des Friedens 2011