Login 
Wir Seher sind Menschen, so wie all die Anderen

Wir Seher sind Menschen, so wie all die Anderen

Jakov Colo ist einer der sechs Sehrer von Medjugorje, der vom 25. Juni 1981 bis zum 12. September 1998 tägliche Erscheinungen hatte. Beim Jugendfestival 2008 gab er Zeugnis davon, wie alles begann und wie es für ihn war, als die Erscheinungen aufhörten.

Als die Erscheinungen in Medjugorje begonnen haben, war ich gerade zehn Jahre alt. Ich war der jüngste der sechs Seher und vor der Erscheinung habe ich so gelebt, wie jedes andere Kind hier im Dorf. Ich glaubte, dass Gott und die Muttergottes existieren, denn das haben mich meine Eltern gelehrt. Ich habe in der Familie gebetet und ging zur Heiligen Messe, das war mein Glaube. Aber am 25.06.1981 hat Gott mir die Gabe geschenkt, die Muttergottes zu sehen. Als sie auf dem Erscheinungsberg rief, dass ich hochkommen solle, war in mir Angst. Ich wollte weg, aber im gleichen Moment hatte ich den Wunsch in meinem Herzen, doch hinzugehen und diese Person kennenzulernen. Ich erinnere mich, wie wunderschön es war, als ich das erste Mal vor der Muttergottes auf die Knie ging und in ihre Augen schaute, in denen so viel Liebe war. Ich habe mich in diesem Moment so geliebt und beschützt gefühlt. Die Muttergottes stand vor mir und ihre Liebe war so groß. Von diesem Moment an habe ich in meinem Herzen verstanden, dass für mich ein neues Leben beginnt, ein neues Leben, das ich von Gott geschenkt bekommen habe. Dann habe ich mich gefragt: „Wie werde ich alles annehmen können?" Die Muttergottes hat am Anfang gesagt: „Kinder, es reicht aus, dass ihr euer Herz für mich öffnet, das andere werde ich dann tun." Von diesem Moment an habe ich gesagt: „Muttergottes, ich übergebe dir mein Leben, ich möchte dich in meinem Herzen tragen und all das leben, wozu du mich aufrufst."

Denkt nicht, dass wir am Anfang alles angenommen haben
Liebe Jugendliche, denkt nicht, dass wir Seher, die wir Erscheinungen haben, am Anfang alles angenommen haben, nein. Wir sind Menschen, so wie all die Anderen. Wir mussten lernen, unser Herz für die Muttergottes zu öffnen und wir mussten auch unser "Ja" geben. Deshalb rufe ich euch auf, hier an diesem heiligen Ort, an den die Muttergottes schon 27 Jahre kommt, ja zu sagen, zur Muttergottes. Zu sagen: Hier bin ich, ich öffne dir mein Herz, von heute an möchte ich zusammen mit dir leben. Von den Menschen die hierher kommen, sind viele überrascht, wie lange die Muttergottes schon kommt und sie fragen mich: weshalb. Ich sage den Pilgern: „Fragt nicht weshalb, sondern bedankt euch bei Gott für die Gnade, dass er erlaubt, dass die Muttergottes 27 Jahre lang mit uns ist!" Ich bin mir sicher, wenn alle an diesem Ort ihr Herz öffnen, dann werden wir verstehen, weshalb die Muttergottes hierher kommt. Sie kommt wegen uns, weil sie uns liebt, weil sie unsere Mutter ist und weil sie uns den Heilsweg zeigen möchte. Dieser Weg ist der Weg, der zu Jesus Christus führt. Die Botschaften, die uns die Muttergottes in Medjugorje gibt, zeigen uns, wie wir Jesus Christus kennen lernen können. Sie zeigt uns diesen Weg, der ein Weg des Gebetes, der Bekehrung, des Friedens, des Fastens und der Hl. Messe ist. Die Muttergottes sagt: „Betet jeden Tag, betet den Rosenkranz!" Die Muttergottes hat gesagt, wir sollen das Rosenkranzgebet erneuern und wenn die Muttergottes sagt: „Betet", dann sagt sie: „Betet mit dem Herzen! Spürt diesen Frieden und diese Freude in euch und wandelt das Gebet in Freude!" Wir können nicht beten wenn wir spüren, dass wir beten müssen. Aber unser Herz muss die Sehnsucht nach dem Gebet haben und das Gebet muss unsere Nahrung werden. Die Muttergottes hat hier in einer Botschaft gesagt: „Das Gebet ist die Antwort auf all das, was ihr sucht!" Viele Pilger, die nach Medjugorje kommen, möchten Antworten von uns Sehern haben. Aber wir können sie nicht geben. Wir sagen allen: „Öffnet euer Herz, dann werdet ihr die Antworten bekommen!" Die Muttergottes ruft uns auch sehr zum Familiengebet auf. Sie sagt: „Setzt Gott auf den ersten Platz in eurer Familie und habt Zeit für Gott in eurer Familie." Wenn Gott auf dem ersten Platz ist, dann können wir wahrhaftig eine heilige Familie werden.

Wenn wir Gott nicht haben, dann haben wir nichts
Ihr Jugendlichen, die ihr nach Medjugorje gekommen seid; von heute an beginnt für euch diese große Verantwortung, auch wenn viele von euch Eltern haben, die vielleicht nicht beten. Beginnt ihr! Ihr müsst mit dem Gebet anfangen. In einer Familie, die betet, ist Gott zu Hause. Wir können denken, dass wir in unserer Familie alles haben, materiell gesehen, und wir können uns nach vielem sehnen. Aber wenn wir Gott nicht haben, dann haben wir nichts. Gott muss auf dem ersten Platz sein und wenn wir Gott haben, dann haben wir alles. Die Muttergottes sagt: „Fastet! Fastet jeden Mittwoch und Freitag bei Brot und Wasser!" Viele fragen sich, weshalb das Fasten so wichtig ist und weshalb die Muttergottes so darauf besteht. Denken wir daran, was die Muttergottes am Anfang sagte: „Liebe Kinder, mit dem Gebet und dem Fasten könnt ihr alles erreichen, ihr könnt sogar Kriege aufhalten!" Nun, ihr seht wozu das Fasten dient und es ist nicht schwer. Es ist nur ein kleines Opfer, das wir tun können. Aber durch das Fasten können wir auch viele Dinge verstehen. Wir werden beginnen, über die anderen Menschen nachzudenken, die nicht so glücklich sind wie wir. Z.B. Menschen, die an Hunger sterben. Und wir werden beginnen, für das Stück Brot, das wir jeden Tag auf unserem Tisch finden, zu danken. Wie sehr helfen wir den anderen Menschen? Wieviel haben wir? Wie sehr danken wir Gott für alles, was er uns gegeben hat? Heute denken viele Menschen nur an Gott, wenn sie etwas brauchen und wenn sie etwas suchen. Dann sagen sie: Gott, du hast mich vergessen, du hilfst mir nicht. Aber fragen wir uns selbst: Wieviel Zeit haben wir davor Gott gewidmet? Wo waren wir da? Gott ist immer mit uns, aber wir, mit unseren Sünden und Verfehlungen, sind nicht bei ihm. Wir denken nur an ihn, wenn wir ihn brauchen und um etwas bitten.

Das größte Zeichen in Medjugorje ist, wenn wir unser Leben ändern
Die Muttergottes sagt: „Bekehrt euch! Bekehrt eure Herzen!" Zu vielen Menschen, die nach Medjugorje kommen, sage ich: „Kommt nicht nach Medjugorje, um die Seher oder irgendein Zeichen zu sehen. Hier nach Medjugorje kommt man aus einem Grund, das ist das größte Zeichen: Unser Leben zu ändern - ein neues Leben mit Gott zu beginnen.” Was noch wichtiger ist, dies dann auch mit nach Hause zu nehmen, in unser Heim und Zeugnis abzulegen. Die Muttergottes hat so oft gesagt: „Ich möchte, dass ihr meine Apostel in dieser Welt werdet!" Aber damit ihr dies werdet, müsst ihr dies zuerst selber annehmen und leben und dann den anderen Menschen bringen. Wir alle können davon erzählen, aber wir müssen Zeugnis mit unserem Leben abgeben. Mögen die anderen Gott in uns erkennen und mögen die anderen sehen, wie Gott in uns wirkt. Ihr alle wisst, dass die Muttergottes als "Königin des Friedens" nach Medjugorje gekommen ist. Sie hat uns schon zu Beginn aufgerufen für den Frieden zu beten, und sie sagt: „Liebe Kinder, betet für den Frieden in euren Herzen. Betet zuerst für den Frieden in euren Herzen!" Wenn wir in unseren Herzen keinen Frieden haben, wie können wir dann für den Frieden in der Welt beten? Schaut, wie sehr braucht die Welt heute den Frieden. Wie viele Kriege haben wir? Nicht nur den Krieg, der mit Waffen geführt wird, wir haben auch andere Kriege: So viele Abtreibungen, so viele Kinder werden getötet, es gibt so viele Drogen und so viele Jugendliche die vernichtet werden. Das alles sind Kriege. Hören wir auf das, was die Muttergottes sagt: „Mit dem Gebet und mit dem Fasten könnt ihr auch Kriege aufhalten!" Wahrhaftig, öffnen wir unser Herz für die Muttergottes und beginnen wir das zu leben, wozu sie uns hier aufruft.

Meine Mission ist es, für die Kranken zu beten. Wenn ich für sie bete, dann bete ich immer um Heilung des Herzens, da ich glaube, dass wir da heute am meisten krank sind. Wir müssen an erster Stelle im Herzen heil werden. Es ist auch nicht falsch für unsere körperliche Gesundheit zu beten, aber oft vergessen wir zu sagen, dass Gottes Wille geschehen möge. Denn wenn wir in unserem Herzen heil sind, werden wir verstehen können, dass die Krankheit keine Strafe von Gott ist, sondern ein Plan, den Gott mit uns hat.

Wenn wir wüssten, wie sehr sie uns liebt, wir würden vor Freude weinen
Ich habe keine täglichen Erscheinungen mehr, sondern nur einmal im Jahr, an Weihnachten. Ich habe die Muttergottes 17 Jahre lang jeden Tag gesehen. Stellt euch vor, 17 Jahre! Ich wusste jeden Tag, zu dieser Zeit kommt die Muttergottes. Man spürt diese große Freude, diesen Frieden und du befindest dich, man kann sagen, im Paradies. Am 12. September 1998, als sie gesagt hat: „Ich werde nicht mehr täglich erscheinen," da dachte ich, wie werde ich weiter leben können? Wie wird dann mein Leben sein? Durch das Gebet habe ich dann auf das gehört, was die Muttergottes gesagt hat: „Betet, und ihr werdet alles bekommen!" Durch das Gebet habe ich eine Sache verstanden: Es ist nicht wichtig, die Muttergottes mit den Augen zu sehen, es ist wichtig, die Muttergottes in unserem Herzen zu haben.  Auch wenn ich die Muttergottes nicht mehr täglich mit meinen Augen sehe, sehe ich sie heute mit den Augen meines Herzens. Sie ist immer in meinem Herzen und am Ende möchte ich euch noch eine Botschaft der Muttergottes sagen, die ihre große und unermessliche Liebe zu uns zeigt. Sie sagte: „Liebe Kinder, wenn ihr wüsstet, wie sehr ich euch liebe, ihr würdet vor Freude weinen." Ich glaube das sind wunderschöne Worte einer Mutter, die ihre Kinder liebt. Wir als ihre Kinder, fragen wir uns heute selber, wie sehr lieben wir unsere Mutter?

Quellennachweis: Zeitschrift "medjugorje aktuell" Nr. 75