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Die Gospa wünscht von uns ein lebendiges Zeugnis

Die Gospa wünscht von uns ein lebendiges Zeugnis

Interview mit Seher Ivan Dragicevic aus Medjugorje.

Ivan, ich freue mich, dass Du aus Amerika nach Medjugorje gekommen bist und wir jetzt hier beisammen sind und miteinander reden können. Kannst Du uns erzählen, wie Weihnachten in Amerika war?
Ihr wisst, dass ich jedes Jahr ab Mai in Medjugorje bin und dann gegen Ende September zu meiner Familie nach Amerika zurückkehre. Und jedes Jahr komme ich gleich nach Weihnachten zu meinen Eltern nach Medjugorje. So war es auch heuer. Ich bin gestern aus Amerika gekommen, bleibe bis Anfang Januar hier, und fliege dann wieder in die USA zurück.
Weihnachten ist für uns Christen, für uns Katholiken, ein sehr großer Tag. Ich bin während dieser Tage im Kreis meiner Familie, mit meiner Frau und meinen Kindern. Ich glaube, dass diese Tage jeder in seiner Familie verbringen sollte, denn Weihnachten ist für uns Christen, für uns Katholiken, das größte Familienfest. Wir bereiten uns schon längere Zeit jedes Jahr auf Weihnachten mit einer Gebetsnovene vor, wir beten vor der Krippe und gehen jeden Tag zur Messe. Es ist besonders schön, wenn die Muttergottes am Heiligen Abend mit dem Jesuskind in ihren Armen kommt. Für mich und für meine Familie ist das ein sehr großes Ereignis, und ich kann dieses Ereignis und diese Freude nicht so leicht mit Worten beschrieben. Am Heiligen Abend versammeln wir uns alle vor der Krippe, wir beten gemeinsam mit den Kindern und ich erwarte das Kommen der Muttergottes. Wenn die Muttergottes kommt, ist das etwas besonders Schönes. Es ist mir bewusst, dass meine Kinder um mich herum sind, während ich mit der Gospa spreche. Ich bin von einer besonderen Freude erfüllt, die ich nicht beschreiben kann. Alle meine Engsten sind bei mir und dann noch die Muttergottes mit dem Jesuskind. Während dieser Erscheinung spüre ich einen besonders tiefen Frieden. Wie sollte ich ihn nicht spüren, wenn ich in den Armen der Gospa den kleinen Jesus sehe, der der König des Friedens ist. Diesen kleinen Jesus, diesen König, möchte uns die Muttergottes an diesem Abend in besonderer Weise anbieten.

Warum ist das für Dich eine besondere Erscheinung?
Es ist deshalb eine besondere Erscheinung, weil meine ganze Familie an diesem Abend vor der Gospa und vor dem Jesuskind kniet und betet. Besonders wichtig ist der Augenblick, wenn sich die Gospa mir nähert und möchte, dass meine Kinder das Jesuskind berühren, dann ist die Freude übergroß. Diese Freude sehe ich in den Augen meiner Kinder, denn ich nehme ihre Hände und führe sie zu Jesus, damit sie Ihn berühren können. Jetzt können Sie mich fragen, ob meine Kinder etwas gesehen haben, ich weiß es nicht, ob sie etwas gesehen haben, aber ich weiß durch ihren Ausdruck, dass sie in diesem Augenblick etwas gefühlt und erlebt haben. Das ist diese unbeschreibliche Freude für mich und für meine Familie.

Das ist eines der großen Geschenke an Dich und an Deine Kinder. Stellen Deine Kinder manchmal Fragen dazu?
Die Muttergottes erscheint mir schon 31 Jahre lang. Bevor ich eine Familie gegründet habe, war es anders. Seit ich verheiratet bin und wir Kinder bekommen haben, spreche ich mit meinen Kindern immer über die Erscheinungen, nicht nur zu Weihnachten, sondern jeden Tag nach der Erscheinung. Die Kinder selbst sind auch neugierig und stellen mir so viele Fragen.
Ich kann mit Sicherheit sagen, dass die Kinder viel reifere Fragen haben als Erwachsene. Wenn ich reifer sage, meine ich die Tiefe der Fragen der Kinder, die durch nichts belastet sind. Meine Kinder gehen wie alle anderen Kinder zur Schule und haben in der Schule Religionsunterricht. Sicherlich war ihre erste und grundlegende Belehrung über den Glauben in der Familie, und dann haben sie auch in der Schule Unterweisung im Glauben bekommen. Das, was sie in der Familie gelernt haben, haben sie in der Schule noch vertieft. Sie haben gelernt, dass Jesus geboren wurde, auf dieser Erde gelebt hat und gekreuzigt worden ist. Wenn sie nach Hause kommen, fragen sie mich, wie es möglich ist, dass die Muttergottes mit dem Jesuskind in den Armen kommt, da sie wissen, dass er erwachsen ist. Ich versuche ihnen zu erklären, dass bei Gott alles möglich ist, ja, dass auch Jesus selbst Gott ist.

Wie deutest Du diesen Augenblick, wenn die Gospa mit dem Jesuskind in den Armen kommt?
Die Gospa ist Mutter, sie hat Jesus geboren, Gott als Kind. Sie gibt uns ihren Sohn, der der König des Friedens ist. Über sich selbst hat sie gesagt, als wir sie in den ersten Tagen der Erscheinungen gefragt haben, dass sie die Königin des Friedens ist. Damit hat sie den Wert ihres Sohnes, des Königs des Friedens, nicht gemindert, sondern sie möchte sagen, dass ihr Sohn über allen Königen ist, über allem Frieden dieser Welt. Die Gospa gibt ihrem Sohn immer den Vorrang. So hat sie auch gesagt: Wenn ihr zwischen mir und der Messe wählen müsst, dann entscheidet euch immer für die Messe, denn bei der Messe ist mein Sohn, der sich selber als Lösegeld für alle Sünden dieser Welt hingegeben hat.

Da Du diese Welt schon erwähnt hast: Ein paar Tage vor Weihnachten wurde viel gesprochen vom Weltuntergang, vom Untergang der Menschheit. Alle Zeitungen und Fernsehsender berichteten darüber, dass der Weltuntergang bevorsteht. Wie siehst Du das?
Ich sage immer, und ich möchte es bei dieser Gelegenheit hervorheben, dass wir uns vor den irdischen Propheten, die das Ende der Welt prophezeien, die zweite Ankunft Jesu, die ihre Karten zeichnen und diese Welt nach ihren Überlegungen ausrichten wollen, hüten müssen. Während dieser 31 Jahre der Erscheinungen der Gospa in Medjugorje habe ich noch nie gehört, dass sie - zumindest nicht mir - etwas über das Ende der Welt oder ähnliche Dinge gesagt hätte, so wie wir das in der letzten Zeit hören konnten. Die Gospa kommt als Mutter der Hoffnung und sie möchte diese Hoffnung dieser Welt anbieten, indem sie uns Botschaften gibt und durch die Botschaften möchte sie uns motivieren und stärken, damit wir dann gestärkt diese Welt zu ändern beginnen. Auf besondere Weise möchte sie die Familien stärken und darauf legt sie die größte Betonung. Ohne die Familie, die das Fundament der Menschheit, der Gesellschaft und der Kirche ist, hat das Fundament einer neuen Ordnung keine Zukunft. Wir können uns vormachen, dass uns der Staat oder die Regierung die Wohlfahrt anbieten können, aber es ist nicht wahr. Die Familie ist wirklich die Quelle von allem, und das ist der Kern von allem in dieser Welt. Wenn die Familie gesund ist, dann ist alles gesund. Deshalb müssen wir an der Familie hart arbeiten und wenn wir das tun, brauchen wir uns vor nichts zu fürchten. Das zweite, das ich besonders betonen möchte, ist der feste Glaube und das Vertrauen. Es ist also wichtig, an Gott zu glauben und seine Gebote zu leben. Wenn wir das annehmen dann brauchen wir uns vor nichts zu furchten.

In diesen Tagen hattest Du Erscheinungen. Könntest Du uns sagen, wie die Gospa war?
Die Gospa war sehr froh und glücklich, aber gleichzeitig rief sie uns schon gestern zu einer besonderen Verantwortung auf. Das ist sehr wichtig. Wir begreifen ihr Kommen oft nicht und verhalten uns nicht in Übereinstimmung mit der Verantwortung. Wir müssen also ihre Botschaft annehmen, um uns selbst ändern zu können, unser Herz und unsere Familie, und so werden wir auch für die anderen zu einem Zeichen werden. Und das ist das, was die Gospa auf besondere Weise von uns erwartet. Sie möchte, dass wir ein lebendiges Zeichen ihrer Anwesenheit hier auf der Erde sind, und dass wir nicht vergessen, dass wir nicht für diese Welt eingeladen sind, sondern für eine neue Welt, für eine neue Ordnung, die für uns vorbereitet ist. Darüber könnten wir jetzt lange reden, aber wir müssen uns dessen bewusst sein, dass wir nicht nur für diese Welt leben, sondern dass wir auf dieser Welt nur Durchreisende sind, dass wir uns auf das Leben mit Gott vorbereiten müssen. Diese Vorbereitung auf ein neues Leben beginnt mit unserer Geburt und muss bis zum Ende unseres Lebens andauern, und deshalb ist die Muttergottes da, die uns auf diesem Weg führen will.

Ivan, morgen ist der Jahreswechsel. Was möchtest Du uns für das neue Jahr empfehlen?
Das Neue Jahr ist eine neue Herausforderung, so vieles liegt vor uns. Es gibt heute viel Böses in der Welt und Satan ist heute so präsent um uns herum, dass wir wirklich aufpassen müssen. Satan ist so stark, dass er alles in uns und um uns herum zerstört. Ich würde sagen, dass es sehr notwendig ist, das zu tun, wozu uns die Gospa besonders einlädt: die Evangelisation der Familie, die Evangelisation der Welt, die Evangelisation der Kirche. Und daraus werden dann sehr viele Früchte hervorgehen.

Wenn Du schon Satan erwähnst, wie erlebst Du Satan und wie wirkt er?
Satan wirkt durch sehr kleine Dinge, bei denen wir es am Anfang nicht einmal erkennen können, dass das sein Werk ist. Dann wirkt er allmählich mehr und mehr. Satan spaltet den Menschen und nagt an ihm, und erst, wenn wir zum zweiten oder dritten Stadium kommen, begreifen wir, dass wir wirklich gefallen sind und dass wir Heilung brauchen. Das ist so wie beim Krebs, der eine schwere Krankheit der heutigen Zeit ist. Wir wissen, dass der Krebs langsam wächst und dass er dann den Körper immer mehr zerfrisst. Es gibt die erste, zweite, dritte und vierte Phase, bis der Krebs in Metastasen übergeht, wo es dann keine Rettung mehr gibt. Der heutige Mensch und die Menschheit sind geradezu in dieser Metastasierung und das ist das Problem. Deshalb müssen wir die Sünde in ihren Anfängen entlarven. Wir müssen sehen, dass wir geistig erlegen sind und dass wir dringend eine Medizin brauchen.
Was kann uns da helfen? In erster Linie ist es das Familiengebet, das persönliche Gebet, das Leben der Botschaften der Muttergottes und das Leben der Gebote Gottes. Es tut mir leid für diejenigen, die sich nicht daran halten, aber es ist der einzige Weg, wie wir heutzutage von der stärksten Krankheit geheilt werden können.

Quellennachweis: Gebetsaktion Wien 2013