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Fragen der Zeit

Pater Petar Ljubicic

Interview von Peter Koros

Glauben Sie, dass ein räumlicher und zeitlicher Zusammenhang zwischen den Erscheinungen der Mutter Gottes in Medjugorje und den Geschehnissen im ehemaligen Jugoslawien bzw. in Europa besteht?
Pater Petar:
Ich bin der Meinung, dass es eine solche Verbindung gibt. Die Mutter Gottes ist nicht zufällig nach Medjugorje gekommen. Eine Seherin vertraute mir am 19.01.1982 an, dass ihr die Mutter Gottes gesagt habe, dass der kommunistische Totalitarismus (Diktatur) zusammenbrechen wird. Es wird zwar einen Krieg geben, aber Kroatien wird frei sein.
Die Mutter Gottes hatte uns zum Gebet eingeladen, damit diese Tragödie nicht so schlimm werden sollte.
Doch leider sind wir dieser Einladung zum Gebet und Bekehrung nicht gefolgt. Deswegen mussten wir viele Opfer beklagen, bevor wir unsere Freiheit erlangen konnten. Meiner Meinung nach wäre es ganz anders gekommen, wenn wir die Bitten der Mutter Gottes erfüllt hätten.
Es gab und gibt sogar Menschen, die diese Erscheinungen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen. Ich frage mich: Warum? Wir sollten uns über jede Bekehrung und jeden göttlichen Eingriff freuen. Wie kann man so viele positive Zeichen sowie Heilungen und Bekehrungen ignorieren?

Warum erscheint die Mutter Gottes in den letzten 150 Jahren so häufig? Was geschieht mit der Menschheit, dass so viele Interventionen notwendig sind?
Pater Petar:
Die Geschichte der Erschinungen der Mutter Gottes zeigt, dass sie immer dann zu uns kommt, wenn große Gefahren heraufziehen. Allein bei der Betrachtung der letzten 150 Jahre sehen wir, dass gerade in ihrem Erscheinen, ihre mütterliche Liebe und ihre Sorge um unsere Nöte besonders zum Ausdruck kam. Die Mutter Gottes will mit den Erscheinungen das Schlimmste verhindern.
Sie erschien dem Mädchen Bernadette Soubirous 1858 in Lourdes, als in Frankreich, Europa und der ganzen Welt die großen Gefahren des moralischen Liberalismus und der Freimaurerei heraufzogen.
Ähnlich war es auch 1917, als sich die Welt der furchtbaren Bedrohung des atheistischen Kommunismus gegenüber sah. Damals erschien die Mutter Gottes den drei Hirtenkindern Lucia, Francisco und Jacinta in Fatima.
In Medjugorje erschien sie am 24. Juni 1981, auf den Tag genau 10 Jahre vor Ausbruch des blutigen Krieges in Kroatien, später auch in Bosnien-Herzegowina. Genauso verhielt es sich in Ruanda. Allerdings war dieser Krieg noch grausamer und blutiger (mindestens eine Million Opfer).
Das zeigt uns, dass die Mutter Gottes stets gekommen ist, um ihre Kinder vor der großen Gefahr zu warnen in der sie geschwebt haben. Sie wollte ihnen einen Ausweg zeigen und die dazu nötige Hilfe anbieten.
Interessant ist, dass sich die Mutter Gottes in Medjugorje während der ersten Tage mit ihrem göttlichen Kind Jesus, der wahrer Gott und wahrer Mensch ist, gezeigt hat.
Das ist ihre Botschaft, ihr Geschenk und ihre Hilfe für die heutige Welt. Die Mutter aller Menschen konnte nichts Wichtigeres sagen, nicht Größeres geben und nichts Nützlicheres tun. Denn für uns Menschen kann es nichts Wichtigeres, nichts Größeres und nichts Nützlicheres geben als Jesus.


Was können Sie uns über die heutige Situation der Welt sagen? Warum befindet sie sich in einer so schweren Krise?

Pater Petar:
Jeder weiß, dass es heute in der Welt chaotisch zugeht. Alle stimmen in folgendem überein: Der Mensch war noch nie unsicherer und verängstigter, besorgter und unzufriedener, sündiger und kränker als heute. Noch nie befand er sich in einem größeren Jammertal und in einer größeren Qual als heute. Die Welt ist, gelinde gesagt, in eine tiefe Krise geraten.
Zwar bedeutet Krise nicht dasselbe wie Katastrophe, doch ist auch diese Möglichkeit nicht auszuschließen. Eine Krise ist aber vor allem eine Chance, die, wenn man sie nicht zu nutzen weiß, leicht zu einem Schaden wird, der allumfassend sein und wirklich große Ausmaße und schlimme Formen annehmen kann. Das ist das Mindeste, was man über die heutige Krise sagen kann.
Die Freiheit ist eine große Gabe Gottes an die Menschen, um sich für das Gute zu entscheiden. Aber viele vergessen dabei, dass Freiheit auch eine große Verantwortung bedeutet. Man darf dieses Geschenk jedoch niemals missbrauchen. Leider kümmern sich viele nicht darum und zerstören durch eine falsch verstandene Freiheit die Familie und die menschlichen und moralischen Werte.
Es ist nicht gut, heutzutage alles zu profanieren. Das kann zu einer Hölle auf Erden werden. Warum ist so vielen Menschen noch nicht klar, dass der Mensch ohne Gott nicht sein und nicht leben kann?
Ohne Gott geht der Mensch in sein Unglück. Ohne Gott gibt es keine Hoffnung und der Mensch wird zum Sklaven seiner sündhaften Neigungen. Der Missbrauch der Freiheit bringt Angst, Bedrängnis, Not und Terror.
Dieser Missbrauch und die Gottlosigkeit sind die Gründe für alle Missstände, die es auf dieser Welt gibt.

Ist Medjugorje die Fortsetzung von Fatima?
Pater Petar: Mir scheint, dass Primo Martinuzzi, ein italienischer Arzt, die beste Antwort gegeben hat. Er hat die Seher untersucht. Diese Untersuchung machte einen so großen Eindruck auf ihn, dass er beschloss Priester zu werden. Er war jedoch verlobt, sprach aber mit seiner Braut, übte seinen Beruf weiterhin nicht mehr aus und begann Theologie zu studieren, um Priester zu werden. 1991 wurde er dann zum Priester geweiht.
Er sagte: "Bereits als ich zum ersten Mal von den Erscheinungen hörte, glaubte ich an sie. Ich kann mir mein Priesterleben und meine priesterliche Arbeit ohne Medjugorje nicht vorstellen. Ich teile die Meinung anderer Theologen und Mariologen, die in Medjugorje die Erfüllung von Fatima sehen." Er sprach noch über die Rückkehr vieler verlorener Söhne und Töchter. Sie werden nach Priestern suchen, um mit ihnen zu sprechen: Ich möchte Jesus kennen lernen. Ich brauche Maria. Auf diese Weise hilft Medjugorje vielen.
Wie bereits erwähnt, ist die Mutter Gottes in Fatima den drei Hirtenkindern Lucia, Francisco und Jacinta erschienen, deren Eltern zwar arm, aber fromm und tief gläubig waren.
In Liebe hat uns die Mutter Gottes durch die Kinder aufgerufen. "Die Sünde ist das große Übel, die Urschae alles anderen Bösen. Die Menschen sollen sich bessern und um Verzeihung ihrer Sünden bitten!
Man soll Gott, unseren Herrn, nicht mehr beleidigen, der schon so seher beleidigt worden ist."
Die Jungfrau Maria betont den Kindern und auch uns allen: "Betet, betet viel und bringt Opfer für die Sünder. Wisset, dass viele auf die Hölle zueilen, weil niemand für sie opfert und betet." (August 1917)
Ähnlich spricht die Mutter Gottes als Könign des Friedens auch in Medjugorje.
Viele bekennen, dass sie in Medjugorje finden konnten, wonach sie ihr Leben lang gesucht haben. Dort fanden sie: den Frieden in der Seele und wahre Freude, wirklichen Trost und Glück. Ist das nicht das, was der Mensch heutzutage am dringendsten braucht?


Pater Petar, was möchten Sie, nach so vielen Jahren Marienerscheinungen, den Lesern dieser Zeilen mitteilen?

Pater Petar:
Ich frage mich, wodurch hat unser kroatisches Volk diese außergewöhnliche Gnade, dass die Königin des Friedens zu uns kommt, verdient? Wir sollen Gott für alle Gnaden, die wir in dieser Zeit erhalten haben, dankbar sein.
Stürmisch und schwer war unsere Vergangenheit. Wir haben nicht nur Jahre - sondern jahrhundertlang gelitten. Der Himmel konnte nicht mehr schweigen. Er hat sich geöffnet und die Mutter Gottes ist zu uns gekommen und unermüdlich ihre Botschaft wiederholt: "Liebe Kinder, ich bin eure Mutter und ich liebe euch. Ich sehe, dass ihr, meine Kinder, in so großen Nöten seid, aus denen ihr von alleine nicht herauskommen könnt. Ich bin gekommen, um euch in diesen schwierigen Zeiten zu helfen. Ich möchte euch zu meinem Sohn führen. In ihn könnt ihr den Sinn und das Ziel eures Lebens finden. Er ist eure Freude und euer Friede, euer Glück und euer Heil! Glaubt fest an Gott und betet zu ihm! Bekehrt euch und fastet! Lebt eure christliche Mission würdig."
Was kann ich anderes sagen? Ich könnte nur wiederholen, was uns die Mutter Gottes bereits seit so vielen Jahren sagt. Seien wir Gott vor allem für seine Liebe und Hilfe dankbar. Als guter Vater liebt er uns so sehr und erwartet von uns, dass wir den Plan, den er mit uns hat, jeden Tag verwirklichen.
Sein Plan ist, noch besser gesagt, sein heiliger Wille ist, dass auch wir ihn über alles lieben, und dass wir immer mit Ihm und seinem Segen rechnen sollen, dass wir danach leben und einmal ins Paradies gelangen.
Sein Wirken ist vor allem in diesen schwierigen Krisenzeiten sichtbar. Nutzen wir diese Gnadenzeit, die er uns schenkt. Fassen wir Mut und übergeben wir ihm uns ganz. So werden wir jeden Augenblick unseres Lebens in einen Augenblick der eigenen Rettung und der Rettung der anderern verwandeln können.

Aus dem Pilgerboten Nr. 24 von Peter Koros
Sonderausgabe Mai 2006 - Teil 2  -  Teil 1 lesen Sie hier