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Fürchtet euch nicht!

"Die Angst muss man besiegen durch das Vertrauen in Gott, die unsere ganze Unruhe in ein freudiges Spiel und eine ewige Sicherheit verwandeln kann."
Die Bibel empfiehlt 365 Mal und sagt zu verschiedenen Gelegenheiten: "Fürchtet Euch nicht!" Als Gott und Mensch dringt Jesus tief in die Wirklichkeit unseres Seins ein. Er weiß, wie verletzlich, unruhig, verängstigt, verzweifelt wir sind. Jesu Worte sind kein billiger und falscher Trost, sondern sie wecken Hoffnung in unserer Hoffnungslosigkeit. Die Angst hält wieder Einzug in unsere Welt, in den Einzelnen. Jeder empfindet Angst. Wir haben Angst um die Kinder, wir fürchten die Eltern, die Lehrer, die Schule, das Gesetz, die Ehe, das Gebären, den Tod. Wir fürchten auch Gott, obgleich uns Jesus gesagt hat, dass er nicht gekommen ist, um zu richten, sondern um die Welt zu retten. Die Angst ist kein krankhafter Zustand, sondern sie ist der Feind des Menschen. Die Muttergottes fürchtete sich - in den Augenblicken des Besuchs des Erzengels Gabriel, in den Augenblicken der Flucht nach Ägypten, in den Augenblicken, als sie den verlorenen Sohn suchte, in den Augenblicken der Leiden Jesu.
Was kann man gegen die Angst tun? Als Erstes und Wichtigstes muss ich fest glauben, dass mir nichts geschehen kann, wenn ich alles in Gottes Hände lege und die Botschaft des Psalmisten lebe: "Denn muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht." (Ps 23,4). Maria hat sich von der Angst befreit, indem sie Gottes Willen vollkommen akzeptierte. Es ist wichtig, dass der Mensch sich seiner Angst bewusst wird und sie eingesteht. Angst zu haben ist kein Zeichen der Niederlage und des Falls. Die Angst darf nicht negiert und unterdrückt werden. Kardinal Döpfner schrieb in dem Sinne: "Erst wenn wir die Dunkelheit in uns eingestehen, wird uns der Schritt in das Licht geschenkt."
Wenn das Kind Angst hat, flüchtet es sich in die Arme der Mutter. Es sucht Schutz und Sicherheit. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass wir uns in die Arme unserer Himmlischen Mutter flüchten. Die Mutter Maria bietet Sicherheit und Schutz für alle Kinder dieser Welt, und es braucht uns die Tatsache nicht zu wundern, dass die Marienwallfahrtsorte voll sind. Die Menschen gehen dorthin, wo sie sich angenommen und geliebt fühlen. Der ängstliche und hoffnungslose Mensch sucht Gott, und diesem ist das Tor zu Gott weit geöffnet. Nur Gott kann den Frieden auf Erden geben. Psalm 62 singt: "Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe". Maria, die Friedenskönigin, spricht häufig über den Frieden. Sie weiß, dass uns die überkommene Welt keinen Frieden geben kann. Sie weist uns hin auf Jesu Worte: "Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht" (Joh 14,27). Die Angst verschwindet nicht von selbst. Die Angst muss man besiegen durch das Vertrauen in Gott, die unsere ganze Unruhe in ein freudiges Spiel und eine ewige Sicherheit verwandeln kann.
Franziskanerpater Mario Knezovic, Pfarre Medjugorje

Quellennachweis: www.kath.net
Mai 2005