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Die einzige Gefahr besteht darin, dass wir an Medjugorje vorbeigehen!

Die einzige Gefahr besteht darin, dass wir an Medjugorje vorbeigehen!

Im Frühjahr hatten wir die Möglichkeit mit P. Marinko Sakota, dem Pfarrer von Medjugorje, ein Interview zu führen. Mögen seine Gedanken uns helfen, Medjugorje noch tiefer zu verstehen.

Pater Marinko, was bedeutet Medjugorje für Sie persönlich und für Ihre Berufung?
Medjugorje ist meine Heimat, denn ich bin in der Nähe geboren, meine innere Heimat ist hier, wo ich mich gut fühle, finde und orientieren kann. Medjugorje ist auch der Ort, wo ich NEU geboren wurde, meine Berufung gefunden und dann auch den Weg wieder gefunden habe, als ich in eine Krise geriet. Hier finde ich die Mutter, Maria, die mich zu Jesus führt, mir den Weg zeigt und die mir hilft, auf vielen Wegen den einen Weg zu finden: Jesus! Medjugorje ist für mich ein Ort, wo ich vielen verschiedenen Menschen begegne, und diese Verschiedenheit als Bereicherung empfinde. Hier erfahre ich Kirche, Katholizität, wo ich gelernt habe und lerne, zu lieben – zu beten und zu lieben. Das heißt, wo ich den Weg zur Vertiefung finde und auch die eigentliche Vertiefung im Glauben und im Gebet erlebe.

Die Gottesmutter kommt nun seit 36 Jahren. Was glauben Sie, ist das Wichtigste, das sie uns sagen möchte?
Das Wichtigste ist, dass sie uns liebt. Aus ihrer Liebe zu uns spricht sie zu uns, ermahnt uns, und möchte uns befähigen, in dieser Welt zu stehen, zu leben. Sie möchte, dass wir lernen, Prüfungen zu bestehen; alles aus Liebe zu uns! „Ich liebe euch“, sagt sie, „darum bin ich hier, um euch zu lehren, um euch zu helfen.“ Das ist ihre Aufgabe, die sie unter dem Kreuz bekommen hat. Als Mutter kommt sie zu uns, wie auch in Fatima und Lourdes, um uns an das zu erinnern, was wir vergessen haben. Das tut eine Mutter! Darum ruft sie uns zum Gebet, zum Fasten, weil wir das vergessen haben. Sie lehrt uns nicht nur das was, sondern auch das wie. Also nicht nur zu beten, sondern mit dem Herzen zu beten. Nicht nur zu fasten, sondern mit dem Herzen zu fasten. Nicht nur das Feiern der Eucharistie, sondern wie: Mit dem Herzen. Jesus anzubeten mit dem Herzen usw. Ihr Wunsch für uns ist der Friede. Sie möchte uns zum Frieden führen, damit wir den Frieden erfahren und in uns tragen – und nicht nur das, sondern damit wir Menschen des Friedens werden, und ihr helfen, ihre ausgestreckten Hände zum Frieden in der Welt zu werden. Sie möchte uns helfen, den Frieden in der Welt zu verbreiten.

Was ist die prophetische Dimension von Medjugorje?
Das ist die Umkehr. Der Ruf zur Umkehr. Das haben alle Propheten gemacht und das tut auch die Muttergottes. Sie ruft uns auf, umzukehren. Das heißt, sie möchte, dass wir umkehren, nicht, dass wir andere bekehren. Sondern dass wir umkehren, dass ICH umkehre. Dass ICH mich ändere – nicht die anderen. Wir wollen nur immer die anderen ändern – die Muttergottes aber möchte, dass wir damit beginnen, uns selbst zu ändern. Denn dann werden wir der Welt und den Menschen anders begegnen, sie mit neuen Augen sehen. Wenn ich mich ändere, verwandelt sich mein Herz. Wenn das geschieht, dann ist alles anders: Die Menschen, meine Probleme, meine Kreuze sehen anders aus, Krankheit sieht anders aus. Die Muttergottes lehrt uns, unser Kreuz anzunehmen. Wenn ich das Kreuz annehme, mich selbst annehme, ändert sich die Welt, ändert sich das Kreuz – verwandelt es sich. Wenn ich mich nicht annehme, habe ich keinen Frieden. Wenn ich den Menschen, die Personen, mit denen ich lebe, nicht annehme, dann gibt es keinen Frieden unter uns. Aber wenn ich mich, wenn ich die anderen annehme, dann kommt der Frieden.

Wenn die Gospa sagt: „Was ich in Fatima begonnen habe, werde ich hier vollenden“, was bedeutet das für Sie?
Das wichtigste Moment in Fatima und in Medjugorje ist die Umkehr, der Ruf zur Umkehr. Sie hat in Fatima die Menschen zur Umkehr aufgerufen und auch hier tut sie das. Das ist die wichtigste Botschaft, die erste Botschaft, der erste Aufruf Jesu: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“ Damit beginnt alles. Das ist ihr Weg, und: Das ist der Weg zur Veränderung der Welt, zum Frieden in der Welt. Zuerst in mir und dann kann ich weiter gehen. Dann kann ich anderen Menschen helfen, wenn ich eine Erfahrung mit Jesus mache, mit Gott, wenn ich den Frieden finde – in Gott. Dann bin ich ein verwandelter Mensch und kann den Frieden leben. Dann bin ich der Friede. Die Muttergottes sagt immer: „Seid der Friede, seid das Gebet. Euer Leben sei das Gebet, das Gebet sei euer Leben.“ Fatima und Medjugorje haben die gleiche Intention, nur zu unterschiedlichen Zeiten.

Was bedeutet das für Sie, dass der Vatikan einen Sonderbeauftragten für Medjugorje berufen hat?
Eine Freude und eine Verantwortung.

Wenn Sie Medjugorje in einem Satz beschreiben sollten, was würden Sie sagen?
Medjugorje ist Gnade. Und ein Wort, welches uns der Theologe Hans Urs von Balthasar gesagt hat: „Die einzige Gefahr besteht darin, dass man an Medjugorje vorbeigeht.“

Würden Sie uns zu jeder Hauptbotschaft ein Wort sagen?
Fasten und Gebet helfen uns, Jesus näher zu kommen und auf diesem Weg der Umkehr zu sein. Das Fasten möchte uns helfen, dass wir freier werden von allen Dingen und freier werden für Jesus, für den Frieden, für die Liebe. Das Gebet und die Anbetung helfen uns, dass wir Jesus ähnlicher werden, dass wir Jesus anschauen, von Ihm lernen, und uns von Ihm lieben lassen – einfach so. Die Anbetung ist die Begegnung mit der Sonne: Jesus ist die Sonne. In der Anbetung öffnen wir uns dieser Sonne, wie eine Blume, die sich ihr entgegen streckt. Die Eucharistie ist eine Schule des Lebens, eine Schule der Liebe und wir erfahren, wie Jesus sich uns hingibt – ohne Vorbedingungen. Dass wir von dieser Liebe lernen und darin wachsen, ohne Bedingungen lieben zu können. Von der menschlichen Liebe zur göttlichen Liebe sollen wir in der Eucharistie wachsen. Die Beichte ist eine Begegnung, wo ich, ein Sünder, dem barmherzigen Gott begegne, und wo ich Ihn umarme. Wo ich Seine barmherzige Liebe erfahre, und, dass ich geliebt bin – trotz meiner Schwächen und dass ich auch die anderen Menschen lieben kann – trotz ihrer Schwächen. Die Muttergottes ruft uns auf, die Hl. Schrift zu lesen und sie in der Familie an einen sichtbaren Platz zu stellen, dass wir täglich die Hl. Schrift studieren und Jesus kennenlernen, Gott kennenlernen – Seine Liebe, um dadurch zu wachsen, und uns selbst kennenzulernen, uns in diesen Texten zu erkennen und dadurch Gott näher kommen, und unsere Beziehung zu Ihm vertiefen.

Quelle: medjugorje aktuell, Heft 110