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Pater Jozo Zovko im Gefängnis

Pater Jozo Zovko, Ortspfarrer von Medjugorje, landete wegen der Muttergottes Erscheinungen im Gefängnis 

Die Nachrichten über die Erscheinungen der Muttergottes auf dem Podbrdo (Erscheinungsberg), in der Pfarrei Medjugorje im Juni 1981, bedeuteten bald auch die Verfolgung des damaligen Pfarrers. Pater Jozo Zovko wurde auf dreieinhalb Jahre Haft verurteilt. Er wurde in die Strafanstalt Foca im Südosten Bosnien und Herzegowinas eingewiesen.
"Noch seit den ersten Informationen über die Erscheinungen, war eine gewisse Angst zu spüren. Die Kommunisten hatten eine Deklaration veröffentlicht, die sie in den Ortsgemeinschaften vorlasen. Das Regime und die damaligen Journalisten sprachen über die Zerstörung des kommunistischen Systems, über einen Angriff auf die Revolution durch die Erscheinungen. Es war nur ein Wort nötig, damit Menschen verfolgt oder sogar verurteilt wurden", bezeugte Pater Jozo über die Zeit am Anfang der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Das Gericht verringerte ihm später die Strafe und er kam nach eineinhalb Jahren aus dem Gefängnis in Foca heraus. Er sagt trotzdem, dass man gleich nach den ersten Ankünften der Pilger erahnen konnte, was ihn als Pfarrer erwarten würde.
"Es lag in der Luft, dass eine Gefängnisstrafe auf mich wartete. Ich aber hatte keinerlei Angst. Die kommunistischen Behörden verlangten von mir, dass ich die Kirche zusperre. Doch das konnte ich nicht, ich erlaubte es nicht! In der Zwischenzeit kamen die ersten italienischen Touristen, danach eine französische Familie. Die Behörden versuchten meine Predigten auf ihre Art zu interpretieren und sie als einen ,Angriff' auf den Staat auszulegen. Ich feierte jeden Tag eine Messe und es kamen mehr und mehr Leute", setzte Pater Jozo fort.
"Wir gingen nach Split um Lautsprecher zu kaufen, die Beauftragten der kommunistischen Regierung zerschnitten nachts die Drähte. Wir gingen einfach wieder neue kaufen. Die Polizei war machtlos, die Botschaft der Muttergottes verbreitete sich schnell, es kamen immer mehr Menschen nach Medjugorje. Danach führten sie mich ins Gefängnis!".
Als die Kinder am Anfang über die Erscheinungen sprachen glaubte ihnen auch Pater Jozo Zovko nicht sofort. Als die Kinder am ersten Tag behaupteten die Muttergottes gesehen zu haben, war der Pfarrer in Zagreb. "Ich hatte Angst vor einem Irrtum. Ich beschloss mich zurückzuhalten, um nicht unter Einfluss zu geraten. Ich wollte alles von einer gesunden Distanz aus betrachten", erklärte Pater Jozo Zovko über seinen Standpunkt am Anfang der Ereignisse in Medjugorje.
"Mir war bekannt, wie oft die Kommunisten das Volk manipuliert hatten. Ich dachte die Kommunisten hatten in meiner Abwesenheit etwas mit den Kindern gemacht....

Nach der Rückkehr aus dem Gefängnis wurde Pater Jozo in eine andere Pfarrei versetzt, er kam nicht mehr als Pfarrer nach Medjugorje zurück, doch er blieb dauerhaft mit dem Heiligtum verbunden. Hundert Tausende Pilger haben mit ihm gesprochen. Er hielt zahlreiche Seminare ab, durchreiste die Welt und sprach über die Ereignisse in Medjugorje.

Auszug aus dem Buch "Jahrzehnte des Phänomens, alles von A-Z"