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Mache mich zu einem Werkzeug Deines Friedens

Milona de Rambures

Interview mit Milona de Rambures, geb. von Habsburg

Dieses Jahr sind es 20 Jahre, dass mir Gott in seiner Mutter ein völlig neues Leben geschenkt hat. Seitdem die Königin des Friedens sich mir als Mutter geschenkt hat, begann eine höchst intensive Zeit. Es begann mit einem Kennenlernen der Mutter, wie sie sich in Medjugorje zu erkennen gibt. Die Beziehung mit Ihr ist für mich so wichtig und heilend. Es gab für mich so viel zu entdecken, und es geschah durch das tägliche Gebet. Die 11 Jahre,  die ich dann in Medjuogjre an der Seite von Pater Slavko verbrachte, hauptsächlich was den konkreten Dienst betraf, waren das Lebensengagement schlechthin. Herrliche Jahre in der Gebets- und Lebensschule dieses geliebten Pilgerortes formten mein Innenleben. Diese Mutter hat mich nun geduldig und gütig in Ihre Schule genommen. Sie zeigte mir durch Ihre Botschaften und durch viele tiefe Gebetserfahrungen mein Leben und das neue Leben, welches Sie uns anbietet. Sie machte mir jeden Schritt möglich, auch wenn er mir noch so viel zu kosten schien. Mit Ihr brachte Leid und Angst eine Nähe zu Gott, die ich nicht missen möchte. Im Nachhinein sehen viele Dinge, die mir grauenhaft waren, wie ein Zuckerlecken aus. Pater Slavko war ein guter Lehrer. Nicht wegen seiner Perfektion, aber durch seine Treue und seinen Gehorsam. Er hatte die Schule der Königin des Friedens angenommen und liess sich belehren. Manchmal fiel es ihm schwer, denn er war Sohn seiner Generation. Doch er ging auf die Knie uns sein Herz war so rein, dass die Veränderung schnell sichtbar wurde. Er beschützte mich und liess mich schwer arbeiten. Er war Diener auf allen Ebenen und ruhte kaum. Ich durfte dabei sein und mich formen lassen. Diese Nähe mit dieser reifen und demütigen Franziskanergruppe war ein Segen, den ich noch täglich spüre.
Was ich von diesen Männern und Frauen im Pfarrhaus gelernt habe, ist pures Gold. Die Frauen sind die Klosterfrauen mit ihrem unermüdlichen Dienst, den man so wenig sieht.
Ich habe mich mit ganzer Seele engagiert für die 11 Jahre. Die Familien im Ort, die in Wahrheit die Botschaften angenommen haben, die Seher mit all ihrem Leben und Wirken, das Pfarrhaus, die Pilger sowie meine eigene Erfahrungen, all das ist zutiefst in mir verankert. Diese Lebensweise, diese Art der Menschheit zu dienen, durch den geistigen Weg, der uns angeboten wird, dieses ist mein Leben geworden. Ausserhalb des Ortes Medjugorje geht es natürlich genauso weiter. Es weht ein kälterer Wind in der Welt. Die Menschen die in Medjugorje nahe zusammenkommen sind versprengt und wir müssen einander suchen. Wir tun das auch. Viele Möglichkeiten gibt es, dass wir uns verbunden wissen und gemeinsam den Menschen dienen. Beten, Fasten und Dienen.

Durch die Botschaft vom 25. September 2004 kam ein neuer Ruf in mein Herz.
Eine schottische Familie verwandelte ihr Gästehaus in ein Gebetshaus vor vielen Jahren. Die erwachsenen Kinder betreiben eine Hilfsorganisation, die im Krieg in Bosnien-Herzegowina ihren Ursprung fand. Inzwischen ernähren sie über 11.000 Kinder täglich in Schulen in Blantyre/Malawi in Afrika. Es gibt viele Projekte. Als ich während eines Gebetswochenendes in Schottland die Lichtbilder sah, kam der Ruf an mein Herz, mich dafür zu engagieren. Ich wurde angenommen und meine Aufgabe ist es, vor allem unsere Organisation bekanntzumachen und um Hilfe für diese vielen Kinder zu bitten. Wir brauchen Hilfe im Gebet und in der Bekanntmachung. 130 Millionen Kinder leiden in diesem Moment an chronischem Hunger und sie haben keine Chance jemals aus der Armut herauszukommen, da ohne Nahrung keine Kraft für eine Ausbildung besteht. Wir bringen Nahrung für die Schulen. Das bedeutet, dass die Eltern während der Arbeitssuche beruhigt sind, denn die Kinder erhalten einmal am Tag Essen und sind versorgt. Für mich persönlich bedeutet es, dass ich mit meinem Lebenseinsatz etwas konkretes tun kann, was meine eigenen 4 Wände übersteigt und Leben rettet. Konkret Frieden und Hoffnung bringen in Namen der Gospa. Pater Slavko sagte öfters: "Es gibt viele, die gerne so essen würden wie wir Fasten. Sie würden nicht sterben, wenn sie dieses letzte Stück Brot zu essen hätten. Man stirbt, weil man es nicht erhalten hat."
So lädt uns die Gospa ein, etwas in der Welt zu ändern. Wir nennen es Mary's Meals. Wir hätten gerne in vielen Ländern Mitarbeiter auf allen Ebenen. In Deutschland gibt es sie schon. In den USA auch. Wir sind uns alle nahe durch unseren gemeinsamen Weg mit der Königin des Friedens. Was für eine große Familie sind wir geworden. Die Freude in meinem Herzen ist groß, denn die Möglichkeit zu helfen ist auch groß. Pater Slavko war und ist weiterhin ein guter Lehrer dafür. Er tat auch nichts anderes. Das lernte ich bei ihm. Das Franziskus Gebet ist nicht neu und doch so aktuell: Mache mich zu einem Werkzeug Deines Friedens.
Kaiser Karl ist auch ein guter Fürsprecher für diese Mission. Als gebürtige Habsburgerin trage ich ja doch eine große Verantwortung. Oder?

Quellennachweis: Gebetsaktion Wien; Heft 4. Quartal 2004