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Pressekonferenz mit Erzbischof Henryk Hoser

Am 05. April fand die erste Pressekonferenz mit Erzbischof Henryk Hoser in Medjugorje statt.

„Seid Träger der Frohen Botschaft“, so lautete der Aufruf von Erzbischof Henryk Hoser bei der Pressekonferenz am 5. April 2017 in Medjugorje. Er wurde von Papst Franziskus dorthin entsandt, um sich die pastorale Situation unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Pilger anzusehen.

Zu Beginn berichtete er über seine bisherigen Eindrücke. Anfänglich sei Medjugorje ein unbekannter Ort in der Welt gewesen, ein Ort zwischen den Bergen, doch heute kenne man ihn rund um den Globus. Jährlich kommen ca. 2,5 Millionen Pilger aus über 80 Ländern nach Medjugorje, und seit 1986 wurden sage und schreibe 37 Millionen Hostien ausgeteilt. Diese Zahlenbilanz ist von großer Bedeutung auch für die weitere Entwicklung von Medjugorje. Denn nach Lourdes, das um 150 Jahre älter ist, kommen noch heute sechs Millionen Pilger pro Jahr.

Nach Erzbischof Hoser´s Einschätzung besuchen die Menschen einerseits aufgrund der Erscheinungen Medjugorje, die am 24. Juni 1981 begannen, andererseits, weil sie in Medjugorje etwas Außergewöhnliches suchen und entdecken. An diesem Ort herrscht eine Atmosphäre des Friedens und die Menschen erfahren eine tiefe Spiritualität. Hier erlebt man etwas Sakrales. Sakral bedeutet etwas Weihevolles, etwas Göttliches. MEDJUGORJE ist ein sakraler Raum. Es ist ein Ort der tiefen Marienverehrung, aber wenn man dies noch hintergründiger betrachtet, dann ist es eine Christus Verehrung. Im Mittelpunkt steht die Feier der Eucharistie, die Verkündigung des Wortes Gottes, die Anbetung, in der Jesus Christus wahrhaftig anwesend ist und in der seine Gottheit und Menschlichkeit erkannt wird. Viele Pilger finden in Medjugorje zum Rosenkranzgebet, bei dem Gott durch das Leben Jesu in meditativer Form angerufen wird. Die Menschen entdecken die Geheimnisse des Glaubens. Zum Beispiel das große Geheimnis des Leidens, des Todes und der Auferstehung Jesu in Form des Kreuzweges. Ein besonderer Aspekt in Medjugorje ist die Beichte; die Erfahrung der persönlichen Vergebung. Erzbischof Hoser hob hervor, dass Medjugorje ein sehr fruchtbarer Boden sei. In den letzten Jahren gab es durch Medjugorje 610 Priester- und Ordensberufungen, die meisten in Italien, Amerika und Deutschland. In einer Zeit, in der die Berufungen in einer Krise stecken, ist dies etwas Neues, etwas das tief berührt.

In Medjugorje gibt es nach seiner Beurteilung drei verschiedene und wichtige Kategorien. In der ersten ist die Pfarrei Medjugorje zu nennen. Diese schon sehr alte Pfarrei kümmert sich um die Einwohner von Medjugorje, deren Zahl um ca. 1000-1500 angestiegen ist und noch immer weiter wächst. Auch die Seher werden der Pfarrei zugerechnet.

Die zweite Kategorie sind die Pilger: 2 - 2,5 Millionen Menschen kommen jährlich nach Medjugorje; mit tendenziellem Anstieg. Für die Priester sind die hohen Pilgerzahlen eine große Herausforderung; auch die Infrastruktur hat sich dadurch verändert. Es gibt Hotels, Restaurants etc. Die Anzahl der Menschen wächst und man benötigt immer mehr Unterkünfte …

Und der dritte Bereich sind die Gemeinschaften. Viele geistliche Gemeinschaften und auch rein humanitäre Aktivitäten sind aus der Inspiration der Geschehnisse in Medjugorje entstanden. Davon sind viele Zusammenschlüsse hier ansässig, auch einige, die nicht von hier angespornt wurden, aber das Phänomen begleiten. Einiges ist auch durch die Franziskaner entstanden, wie zum Beispiel das Mutterdorf und das Projekt Domus Pacis.

Ein weiterer wichtiger Baustein, der durch die Pfarrei und die Franziskaner erwuchs, sind die Seminare, die im jährlichen Rhythmus zu den verschiedensten Themengebieten stattfinden: Es gibt seit 23 Jahren ein Seminar für alle Pilgerleiter, seit 21 Jahren das Seminar für Priester, seit 17 Jahren für Eheleute, seit 4 Jahren für Ärzte und medizinisches Personal und im letzten Jahr fand zum ersten Mal das ‚Pro Life‘ Seminar statt und nicht zuletzt gibt es ein Seminar für Menschen mit speziellen Bedürfnissen.

Medjugorje zeigt eine besondere Intensität des Lebens. Erzbischof Henryk Hoser unterstrich, dass für Papst Franziskus die Heiligtümer sehr wichtig seien, dass er sie aus der Kongregation des Klerus heraus genommen habe und sie der Kongregation für die Neuevangelisierung zuordnete. Medjugorje befindet sich auf dieser geraden Linie der Neuevangelisierung. Es gibt eine wachsende Dynamik und diese zeigt, dass die Bedürfnisse der Pilger immer stärker werden.

Am Ende seiner Ausführungen erwähnte Erzbischof Hoser, dass die Menschen in Medjugorje zur Quelle kämen. Sie stillten ihren Durst nach Gott, nach dem Glauben. Die Menschen entdeckten den Glauben und dies geschehe durch Maria. Die Mutter Gottes werde in Medjugorje als die Königin des Friedens angerufen. Er wies darauf hin, dass dies ein uralter Anruf für Maria sei. Erzbischof Hoser bemerkte, dass Papst Franziskus anlässlich der aktuellen Weltsituation sage, der dritte Weltkrieg fände schon - aufgeteilt in Stücke - statt. Die schlimmsten Kriege seien die Bürgerkriege. Er selbst hat den Genozid in Ruanda miterlebt. Weiter erwähnte er den Krieg in Syrien, in einem der ältesten christlichen Länder der Welt. Wenn man sich diese Situationen in der Welt ansehe, dann sei die Anrufung der Muttergottes als „Königin des Friedens“ enorm wichtig. Deshalb spielt auch Medjugorje eine spezifische Rolle. Erzbischof Hoser ruft alle Menschen dazu auf, dass sie Träger der Frohen Botschaft seien und dass in Medjugorje ein neues Licht sei. Die Welt bedarf dieses Lichtes, eine Welt die zerbricht und immer mehr in die Dunkelheit fällt.

Erzbischof Henryk Hoser machte in der Pressekonferenz sehr deutlich, dass er sich beim Urteil über die Echtheit der Erscheinungen zurückhalte, weil dies die Arbeit der Kommission sei. Er bat um Geduld, denn je mehr Inhalt vorhanden sei, desto mehr Zeit brauche man um alles zu untersuchen und zu prüfen. Aber er sagte, dass alle Erscheinungen einen gemeinsamen Nenner hätten, nämlich den Aufruf Mariens zur Umkehr und dass man das Leben in Sünde verlassen solle.

Quelle: Gebetsaktion Wien (Anmerkung: Der Text wurde überarbeitet.)