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Erzbischof Hoser – Eindrücke seiner Exzellenz von Medjugorje Anfang April 2017

Komplette Pressekonferenz mit Erzbischof Hoser zum Nachhören

Der Erzbischof sprach auf Französisch, die Fragen der Reporter wurden auf kroatisch gestellt.
Die Übersetzung aus dem französischen übernahm Milona de Rambures, aus dem Kroatischen übersetzte Vikica Dodig.

Erzbischof Hoser – Eindrücke seiner Exzellenz von Medjugorje Anfang April 2017

Hinweis: Die komplette Pressekonferenz in Textform, können Sie hier als PDF herunterladen.

„Meine Damen und Herren, guten Tag,

zu Beginn möchte ich einige Erklärungen abgeben, sowie einige Entschuldigungen. Der Rahmen meiner Mission wurde vom Heiligen Stuhl bestimmt, so wie wir das gehört haben, um den Zustand der pastoralen Realität der Pilger genau zu prüfen. Es ist mein erster Besuch in Medjugorje. Ich bin angekommen, die Situation vor Ort gar nicht kennend, aber auch wissend, dass es sich um einen Ort handelt, der bekannt ist für internationale Pilgerfahrten. Ich bediene mich der französischen Sprache, denn sie war seit langem und ist auch heute noch die Sprache der Diplomaten. Ohne Zweifel erwarten sie, dass ich über meine Eindrücke spreche wie auch meinen Ratschluss, aber ich muss sagen, dass Medjugorje früher in der Welt nicht bekannt war. Es war ein kleiner Ort, irgendwo verloren zwischen zwei Bergen, was der Name Medjugorje bedeutet. Jetzt ist Medjugorje in der ganzen Welt bekannt. Und man muss auch wissen, dass die Pilger aus 80 Nationen der Welt kommen. Die Wichtigkeit dieses Pilgerortes kann man mit anderen vergleichen, z. B. Wenn 2,5 Millionen Pilger nach Medjugorje kommen, dann muss man sagen, dass nach Lourdes 6 Millionen kommen, aber Lourdes gibt es seit mehr als 150 Jahren. Medjugorje hat ein jugendliches Alter von kaum 36 Jahren. Es ist die Zeit diese erste Ausrechnung zu überlegen, die heute wichtig für die zukünftige Entwicklung dieses Ortes ist. Also warum? Warum kommen so viel Menschen her? Auf der einen Seite haben sie wahrscheinlich davon gehört, was man als Erscheinungen von Medjugorje kennt, die zum ersten Mal in 1981 stattgefunden haben. Auf der anderen Seite entdecken die, die hierher kommen etwas Außergewöhnliches. Die erste Sache ist die Atmosphäre, das Ambiente. Die Atmosphäre des Friedens und des Befriedens. Es ist auch eine Atmosphäre des inneren Friedens; der Beruhigung des Herzens. Sie erfahren ebenso einen großen Raum der tiefen Geistlichkeit. Sie entdecken wieder oder entdecken überhaupt in ihrem Leben, was der Sinn des Heiligen, des Sakralen ist. In Medjugorje begegnen sie sowohl der heiligen Zeit, wie auch dem heiligen Raum. Sakral heißt: Speziell der Göttlichkeit gewidmet. Allgemein sagt man, dass Medjugorje ein Ort des marianischen Kultes ist. Und das stimmt! Aber wenn man in die Tiefe geht, dann sieht man, dass der Kult von Medjugorie hauptsächlich christozentrisch ist. Denn im Zentrum steht die Feier der Hl. Eucharistie, das Verbreiten des Wortes Gottes, die Anbetung des Allerheiligsten Sakrament des Altares und man bemerkt, dass das Allerheiligste eine reelle Gegenwart Jesu ist in seiner Göttlichkeit, wie auch in seiner Menschlichkeit. Manche finden zum Rosenkranzgebet, welches im Endeffekt ein meditatives Gebet über das Geheimnis unseres Glaubens ist. Schlussendlich, den Kreuzweg betend, treten sie ein in das österliche Geheimnis, das Mysterium, nämlich der Passion des Leidens und der Auferstehung Christi. Dieses Panorama beende ich mit dem starken Akzent des Sakramentes der Versöhnung, der Vergebung, die persönliche Beichte, und die persönlich gestaltete Beichte. Vom religiösen Standpunkt aus ist Medjugorje ein sehr fruchtbarer Boden. Man hat ausgerechnet: In diesen vergangenen Jahren gab es 610 geistliche Berufungen, sowie auch Priesterberufungen, die durch Medjugorje inspiriert wurden. Die größte Anzahl ist in Italien, in den USA, wie auch in Deutschland. Wenn man die Krise der Berufungen kennt, besonders in den Ländern der altertümlichen Christenheit der Jahrtausende schon, wie z. B. im oxidentalen Europa, dann ist es manchmal erschütternd. Wenn man die Anzahl der Kommunionen nennt, die einzige Art, mit der man ungefähr sagen kann, wieviel Pilger kommen, so kann man sehen, 37 Millionen Kommunionen sind in den letzten Jahren ausgeteilt worden. Es gibt auch Raum zum Irrtum in dieser Ausrechnung im Zeitraum von 1986 – 2016. Die Anzahl der Pilger ist größer, denn nicht alle nehmen die Hl. Kommunion.

In der Ausrichtung der Situation von Medjugorje muss man drei verschiedene Kategorien unterscheiden. Die erste davon ist die Pfarrei, die seit langem existiert und die also die Pfarrmitglieder, die hier leben betreut. Deren Anzahl ist um 1.000 Menschen angewachsen, vielleicht bis heute auf 2.500 Menschen, und Neue, die dazugekommen sind.

Die Historie, die hier existiert, nämlich die Geschichte der Pfarrei, die auch im letzten Jahrhundert, im Jahre 1933, dieses Kreuz über Medjugorje aufgestellt hat, diese Geschichte macht, dass diese Erde hier das Phänomen annehmen und willkommen heißen konnte, was heute in der Pfarrei Medjugorje passiert. In diese Pfarrgeschichte sind auch diejenigen, die wir Seher nennen, mit ihrem persönlichen Lebensweg eingeschrieben.

Die zweite Kategorie sind die Pilger. Wie ich gesagt habe, kommen jedes Jahr bis zu 2,5 Millionen. Die Anzahl hat Neigung zu wachsen. Es ist natürlich eine riesige Herausforderung für den und die Hirten, die diesen Ort bedienen. Dieses Phänomen ist sozusagen der Grund, warum die Infrastruktur wächst, um den Bedürfnissen der Pilger gerecht zu werden. Auch dieser Raum hier, in dem wir uns treffen, wie auch die Anbetungskapelle, wie auch der offene Raum für die Messen außerhalb der Kirche, das sind einige Elemente, die aus diesem Grund langsam aber sicher gebaut wurden, so, wie die Pilger gekommen sind. Auf der anderen Seite sehen wir die Entwicklung der Stadt. Es gibt mehr und mehr Hotels, Restaurants, Geschäfte. Das erinnert mich ein bisschen an das kleine Lourdes. Man weiß nicht, dass Lourdes nach Paris der zweitgrößte Ort im Hinblick auf Hotels in Frankreich ist. Vielleicht ist das die Zukunft von Medjugorje, was Sarajevo betrifft. Also wächst die Bevölkerung und es wächst auch die Fähigkeit, die Pilger zu empfangen.

Aber wir haben noch eine dritte Kategorie: Es haben sich in Medjugorje verschiedene Gemeinschafen angesiedelt, Organisationen, die Gutes tun und es sind ungefähr 30. Manche sind hier ansässig durch die Inspiration von Medjugorje, und haben auch sogar ihre Wurzeln hier. Auf der anderen Seite gibt es die, die aus anderen Ländern kommen und auch andernorts gegründet wurden, sich aber hier angesiedelt haben, um diese Atmosphäre zu leben und dieses Phänomen von Medjugorje anzunehmen. Natürlich gibt es auch Dinge, die hier ursprünglich geschaffen wurden. Besonders möchte ich etwas nennen, was durch die Franziskanerpatres erwuchs: Es heißt Mutterdorf und ist ein karitatives Werk. Genau genommen ist es eigentlich das Dorf Mariens. Es lohnt sich, es zu besuchen, wenn es sie interessiert, denn die Idee das Leben, das schwere Leben dieser Kinder zu begleiten - und sie werden in allen Phasen ihres Lebens begleitet – ist ein sehr wichtiges Werk. Es sind Waisenkinder, es sind junge Menschen, die in Schwierigkeiten sind, es sind Männer, die von Drogen und anderen Dingen, wie Alkohol etc. abhängig sind und auch Menschen mit Behinderungen, derer sich die verschiedenen Gemeinschaften annehmen. Das ist ein Ausdruck der aktiven Liebe, die ganz intim mit dem christlichen Glauben verbunden ist. Es gibt ein weiteres Werk, was wichtig ist, das Domus Pacis heißt, auch ein Werk der Franziskanerpatres. Ein Haus für Exerzitien, welches eine in sich geschlossene Einheit ist, und die Exerzitien in Stille gelebt werden. Man hat ausgerechnet und gezählt, 1.200 Gruppen, haben Domus Pacis durchlaufen und das sind ca. mehr als 42.000 Teilnehmer. Diese Art von Exerzitien oder Seminaren verändert die Menschen von innen heraus. Eine andere wichtige Erfindung der Pastorale von Medjugorje sind die Seminare. Es gibt jährliche Seminare, nach speziellen Themengebieten angeboten: Seit 23 Jahren gibt es das Seminar für alle Pilgerleiter, seit 21 Jahren gibt es Seminare, die nur für Priester offen sind; es ist die Ausbildung der Priester. Seit 17 Jahren gibt es Seminare, die ausschließlich für Ehepaare stattfinden, und seit 4 Jahren gibt es jetzt schon eine neue Art des Seminares, welches auf Ärzte ausgerichtet ist, wie auch auf andere medizinische Berufe. Letztes Jahr wurde zum ersten Mal das Seminar für das Leben organisiert, ein ‚Pro Life‘ Seminar; für das menschliche Leben. Es gibt natürlich auch ein Seminar für die Menschen mit Behinderungen. Diese Übersicht zeigt die Intensität des christlichen Lebens hier in Medjugorje, welches aus dieser Pfarrei ein Modell macht, dem man auch absolut folgen sollte, dem man auch an anderen Orten folgen sollte.

Wir haben ein großes Angebot der Pilgerorte in der Welt und es ist so, dass der Hl. Vater die Realität dieser Heiligtümer als  so wichtig empfindet, dass er persönlich die Verantwortung für die katholischen Heiligtümer in der Welt jetzt von der Kongregation für den Klerus in den Zuständigkeitsbereich des päpstlichen Rates für die Förderung der Neuevangelisierung übergeben hat.

Heutzutage stirbt die persönliche Beichte weltweit, besonders in unseren alten christlichen Ländern. In vielen Ländern gibt es keine Anbetung des Allerheiligsten mehr, in vielen Ländern kennt man nicht den Kreuzweg, man betet auch nicht den Hl. Rosenkranz. In der französischen Bretagne sagte man mir einmal: ‚Ich habe das letzte Mal den Kreuzweg gebetet – und zwar – das war - vor 30 Jahren‘. Es ist so eine Austrocknung des spirituellen Raumes und des Heiligen, und diese Austrocknung bedeutet, dass der Glaube überall stirbt und in eine Krise kommt. Die Menschen kommen hierher zur Quelle. Sie löschen ihren Durst des Heiligen; den Durst nach Gott. Und sie erfahren einen direkten Kontakt mit Gott. Sie spüren, so würde ich sagen, die Göttlichkeit hier durch das Wirken und das Kümmern der Jungfrau Maria. In Medjugorje liegt der Akzent auf dem Titel der Hl. Jungfrau, nämlich der Königin des Friedens. Man könnte sagen, das ist nichts Neues, denn in der ganzen Welt gibt es Kirchen unter dem Anruf der Königin des Friedens. Aber wenn man den weltlichen Umstand anschaut, den, des Lebens von heute, dann sieht man, was heute passiert. Nämlich wie der Hl. Vater Franziskus es nennt: den dritten Weltkrieg in kleinen Stücken, was bedeutet, er ist fragmentiert. Es ist die grausamste, die am meisten verwundende und die zerstörendste Form des Krieges: nämlich Zivilkriege, die Kriege zwischen den Menschen eines Volkes. Ihr, die hier auf dem Balkan lebt, ihr habt diesen Krieg, diesen Bürgerkrieg erlebt. Ich habe den Genozid in Ruanda erlebt. Alles das, was ihr in Syrien seht, im Nahen Osten, da sieht man, dass die ältesten Länder des christlichen Lebens zerstört werden. Man benutzt sogar chemische Waffen. Das ist unsere heutige Landschaft. Und wie viele politische Konflikte in jedem Land stattfinden und dauernd präsent sind. Also, das Hingehen zur Königin, unserer Lieben Frau des Friedens, ist enorm wichtig. Das ist die spezifische Rolle von Medjugorje und sie ist extrem wichtig. Sie sind und sie sollten, liebe Freunde, die Träger der guten, der frohen Botschaft sein. Und sagt der ganzen Welt: Hier in Medjugorje findet man das Licht. Denn wir brauchen dieses Licht, diese Orte des Lichtes in dieser Welt, die so durch Dunkelheit zerstört wird. Ich wünsche ihnen, dass sie sich einschreiben in die Seminare oder irgendwelchen Aktivitäten anschließen, weil, sie werden etwas entdecken, von dem sie noch nicht einmal etwas ahnen. – Danke.“

Erzbischof Henryk Hoser machte in der Pressekonferenz sehr deutlich, dass er sich beim Urteil über die Echtheit der Erscheinungen zurückhalte, weil dies die Arbeit der Kommission sei. Er bat um Geduld, denn je mehr Inhalt vorhanden sei, desto mehr Zeit brauche man um alles zu untersuchen und zu prüfen. Aber er sagte, dass alle Erscheinungen einen gemeinsamen Nenner hätten, nämlich den Aufruf Mariens zur Umkehr und das Leben in Sünde zu verlassen.

Fragen der Medienvertreter

Wir haben ungefähr 20 angemeldete Fragen, auf die wir sicherlich nicht alle antworten können...
Beginnen wir – aus gutem Grund - mit einem Reporter aus Polen.

Frage:
Ist es möglich, dass ein Franziskanerpater aus Polen dauerhaft hier in diese Pfarrei kommen kann, um hier zu arbeitet und nicht nur von Zeit zu Zeit? – Danke.

Sprecher:
Das ist eine Frage für den Provinzial der Franziskaner hier, um die polnische Provinz zu fragen, dass sie einen Priester herschickt, der dauerhaft hier arbeiten kann, so wie andere Priester hier auch.

Frage:
Exzellenz, aus Erfahrung von all dem, was Sie in diesen Tagen hier erlebt haben, wo sehen sie Medjugorje in der Neuevangelisierung, die die Kirche so sehr, wie wir das heute wissen, betont? – Vielen Dank.

Antwort Erzbischof Hoser:
Ich glaube, das Medjugorje schon in der geraden Linie der Neuevangelisierung liegt. Die Zahlen, die ich genannt habe, sind der Beweis. Auch die wachsende Dynamik der Gegenwart der Pilger hier bedeutet die Notwendigkeit, die wachsende Notwendigkeit.

Frage:
Guten Tag, Exzellenz, ich möchte zuerst für diese wunderbaren Worte danken, die sie über Medjugorje gesagt haben. – Man hört mich?! – Danke auch im Namen des kroatischen Volkes für diese wunderbaren Worte über Medjugorje. Wir haben nicht so viel erwartet, so eine klare Unterstützung. Es gab alle möglichen Spekulationen, doch ich habe im Internet eine Angabe gefunden, dass sie letzte Woche schon mit den Sehern gesprochen haben, d. h. mit einigen der Menschen, die diese, ich will es mal so nennen, diese nahe Begegnung hatten. Welchen Eindruck haben sie auf sie hinterlassen?

Antwort Erzbischof Hoser:
Es ist wahr, dass der Kontakt mit den Sehern  in meine Mission eingebunden war. Aber nicht in dem Sinne der Vertiefung des Phänomens, denn das gehört in den Bereich der Glaubenskongregation und der Kommission die der Kardinal Ruini geführt hat, und die Resultate sind im Vatikan, um die Geschichte zu zeigen und die Erfahrungen zu beschreiben usw.

Ich hab das Gefühl, es war ein sehr normaler Kontakt mit den Sehern, die ich getroffen habe. Ein sehr direkter Kontakt. Man soll nicht vergessen, das sind ja keine Ragazzi, keine jungen Kinder, sind keine Mädchen, keine Buben. Manche sind sogar schon Großmütter. Man muss auch sehen, worum es geht, um ihre Rolle zu verstehen und anzuerkennen. Nämlich sie sind in das ganz normale Leben eingetaucht. Im Familienleben, im professionellen Leben. Sie wollen ihre Kinder und ihre Enkel ernähren und das ist eine große Nähe zu den normalen Sorgen, die wir alle haben. Manche sind krank, andere machen sich Sorgen, wie sie ihr Leben finanzieren sollen, also, das bedeutet das normale Leben. Und ich würde sagen, gemäß dem, was sie sagen, waren sie privilegiert und hatten dieses Geschenk der Erscheinung, die sie in sich vertieft und verinnerlicht haben. Es ist nicht meine Rolle, mich über die Wahrhaftigkeit der Erscheinungen als solches auszusprechen; die Kirche hat das noch nicht getan.

Frage:
Erzbischof Hoser, es ist uns eine besondere Ehre, dass sie heute hier bei uns sind. Sie haben uns von Anfang an sehr überrascht. Wir dachten, dass sie wie ein Diplomat ganz leise hier hindurchgehen und  dass sie sich nicht sehr an die Medien wenden werden - und jetzt ist es schon das dritte Mal. Einer der wichtigsten Punkte war, als sie in der Predigt über die Beichte gesprochen haben, als das Wunder von Medjugorje. Deshalb möchte ich sie fragen: In einer Botschaft hat die Muttergottes hier gesagt, dass sie hierher gekommen ist, um das Werk, was sie in Fatima begonnen hat, zu vollenden. Dieses Jahr sind es 100 Jahre Fatima. Ich war letztes Jahr am 13. Mai dort. Kardinal Parolin hat die Messe gefeiert. Es waren schätzungsweise 200 bis 300.000 Menschen anwesend. Ich bin durch’s ganze Heiligtum gegangen und habe nirgendwo irgendjemanden gesehen der beichtet z. B. während dieser Messe. Später erfuhr ich, dass die Beichtstühle irgendwo bei der neuen Basilika sind, ganz tief. Ein Priester hat mir gesagt, dass es sehr angenehm dort ist, aber keiner ist gekommen um zu beichten, obwohl er eine ganze Stunde dort gesessen hat. Wenn sie dies kommentieren könnten? – Vielen Dank.

Antwort Erzbischof Hoser:
Sie können die Geschichte der Erscheinungen lesen und sie können die Geschichte zu den ganzen verschiedenen aufeinanderfolgenden Erscheinungen lesen, die anerkannt sind: Z. B. die von La Salette, die Mitte des 19. Jahrhunderts geschah, von der Rue du Bac (in Paris), Lourdes, Fatima, Banneux in Belgien, in dem Jahr, wo Hitler an die Macht gekommen ist, aber auch von Guadalupe im heutigen Mexiko. In all diesen Erscheinungen gibt es einen gemeinsamen Nenner: Die Jungfrau Maria ruft zur Umkehr auf. Sie ruft auf, dass wir das Leben der Sünde verwerfen sollen. Sie zeigt auch die Herausforderung jedes Zeitalters. Und ich möchte gerne enden mit den Erscheinungen von Kibeho, ich habe dort 21 Jahre lang gelebt, in Ruanda. Ich war Mitglied der medizinischen Kommission der Erscheinungen. Diese Erscheinungen begannen 1 Jahr nach denen in Medjugorje. Und die Hl. Jungfrau hat schon das Spektrum des Genozids vorausgesagt, der 12 Jahre später stattgefunden hat. Es war auch eine Art Warnung oder Mahnung und die Botschaft war ähnlich wie die Botschaft, die hier aus Medjugorje gegeben wird. Es ist auch der Ruf zur Umkehr, zum Frieden und diese Erscheinungen wurden von der Kirche anerkannt. Das sind zwei, so etwas Ähnliches wie Schwesternorte, durch den historischen Kontext und auch durch die zeitliche Nähe. Es gibt nur wenige Unterschiede, 1 Jahr Unterschied. Und natürlich gab es am Anfang auch viele Zweifel: Sind diese Seher echt, erfinden sie Geschichten? Man hat auch eine gewisse Anzahl von Sehern sozusagen beiseitegeschoben. Also lade ich sie alle zur Geduld ein, denn je vollkommener und komplexer das Problem ist, umso mehr braucht es Zeit, um zu gültigen Schlussfolgerungen zu gelangen, die wirklich wertvoll und wirklich wahrhaftig sind.

Frage:
Mosignore Hoser, ich danke ihnen für das, was sie gesagt haben zu diesem Ort, der mir das Leben neu geschenkt hat. Als ich sie, als ich ihr Bild sah auf dem Erscheinungsberg, auf dem Podbrdo, unter der Statue der Madonna, der Muttergottes, bin ich in Tränen ausgebrochen und zwar in Tränen der Freude. Das habe ich versucht, in ganz Italien zu verbreiten. Sofort durch ihre ersten Interviews habe ich verstanden, was sie von diesem gesegneten Ort halten. Ich frage sie: Durch Indiskretionen, die in Italien verbreitet wurden, weiß man, dass Kardinal Ruini nach 3 ½ Jahren anscheinend die Arbeit der Kommission, der verlangten Kommission, abgerundet hat, abgeschlossen hat und zwar die Wahrhaftigkeit der ersten Jahre der Erscheinungen in Medjugorje bestätigend. Ich frage sie, was denken sie über diese Konklusionen wenn sie das Dossier der internationalen Kommission gelesen haben sollten?

Antwort Erzbischof Hoser:
Leider habe ich dieses Dokument nicht gelesen, dieses Material der Kommission, denn es wurde nicht publiziert. Nach meiner Rückkehr in den Vatikan werde ich sicher Zugang dazu haben und kann auch mit Kardinal Ruini sprechen. Aber jetzt, in diesem Moment, kann ich nichts sagen. Meine Mission besteht nicht nur darin, die Menschen zu befragen, die hier arbeiten und hier für die Situation verantwortlich sind, sondern auch Orte dieser PIlgerfahrt hier zu besuchen. Das ist der Grund, warum ich auf diesem Weg geklettert bin, der nicht gerade leicht ist, der bis zur Statue der Muttergottes führt. Der wohl verdient, dass wir, das alle dort gegenwärtig sind, einfach schon deshalb, weil dort die Statue der Muttergottes steht. Ich bin dort einer Gruppe von Pilgern begegnet, und unter anderem auch polnischen Pilgern. Ich habe zu ihnen einige Worte über die Marienverehrung gesprochen und natürlich hat die Presse dann schon verbreitet, dass ich eine Pilgergruppe hinaufgeleitet habe, aber das ist nicht wahr. Solche Fragen wurden schon beim Heiligen Stuhl verkündet, d. h. in der Aussage 2014 am 17. Januar wurde von Frederico Lombardi, dem damaligen Sprecher des Vatikans, gesagt, dass die Resultate der Untersuchung der Kongregation für die Glaubenslehre zur weiteren Bearbeitung übergeben wurden. Das ist nämlich die letzte offizielle Information, die wir haben.

Frage:
Erhabener, Exzellenz, Erzbischof, die ganze Zeit, wenn sie über die Geschehnisse in Medjugorje sprechen, dann sprechen sie über Erscheinungen und nicht die sogenannten Erscheinungen. Ich möchte Euch eine persönliche Frage stellen: Glauben sie persönlich, dass es sich hier um Erscheinungen handelt oder worüber haben sie mit dem Bischof von Mostar, Ratko Peric, gesprochen, der nicht daran glaubt und gegen diese Erscheinungen ist? – Vielen Dank.

Antwort Erzbischof Hoser:
Ja, also ich spreche mein Urteil nicht aus. Ich kenne nicht alle Details und die Fülle Arbeit der Kommission des Kardinal Ruini. Also, ich enthalte mich des Richtens. – Was ich denke über die Erscheinungen? Wenn ich darüber spreche, dann ist es einfach, weil wir das hier so sprechen. Ich spreche dieses Wort mit Anführungszeichen aus. Aber wenn ich‘s spreche, sieht man halt die Anführungszeichen nicht. Ich warte auch, wie sie alle. Ich warte auf die endgültige Entscheidung dieser Kommission, und vor allen Dingen warte ich auf den Hl. Vater, wie er sprechen wird.

Frage:
Verehrter Erzbischof, einige Kommentare, die sie über Medjugorje gesagt haben, haben hier schon viele Emotionen hervorgerufen. Bei vielen Kollegen sehe ich sogar, dass sie Tränen abwischen wegen dieser Worte von ihnen. Das, was mich interessiert ist, weil wir es gewöhnt sind, aus den Kreisen der Kirche verschiedene Kommentare über Medjugorje zu hören: Sie sind der besondere Gesandte des Papstes. Was denkt der Papst in Wirklichkeit über Medjugorje, über die Erscheinungen und vor allem über die Früchte, über die sie hier sprechen? – Vielen Dank.

Antwort Erzbischof Hoser:
It’s a very good question, wie man so sagt; ist also eine gute Frage. Aber natürlich weiß ich nicht, was der Hl. Vater denkt – er hat‘s mir nie gesagt. Er muss also auch warten, denn der Papst wird alles berücksichtigen, das ganze Material und all die Arbeit, die geschehen ist, aber in seinem Urteil wird die Wichtigkeit, die große Wichtigkeit von Medjugorje als ein Ort der Neuevangelisation zum Tragen kommen. Dieses Bewusstsein wird in seinem Urteil Gewicht haben und ich spreche nicht über das letzte Gericht.

Frage:
Gelobt seien Jesus und Maria. Vater, Erzbischof, ich möchte als erstes auch eine große Dankbarkeit aussprechen für ihre Wärme, Offenheit und die Ehrlichkeit, mit der sie uns beschenken, nicht nur Medjugorje, sondern alle, die damit verbunden sind. Und jetzt die Frage: Mit all den Aussagen, die sie in der Vorbereitung hier nach Medjugorje gegeben haben, weil es mir noch etwas unklar ist. Sie haben gesagt, dass sie hier ihre Mission in vollkommen anderen Bedingungen und auf eine andere Art und Weise werden tun müssen. Und meine Frage ist: Wie unterscheidet sich die Art und Weise, von dem, was sie bis jetzt getan haben? Und sie haben gesagt, dass diese Marienerscheinungen bedeutend anders sind als alle anderen Erscheinungen, obwohl sie vorhin eine Reihe an verschiedenen Orten erwähnt haben und die Verbindung darin. Was ist das, was hier anders ist und danke ihnen und danke für Polen, dass wir sie haben.

Antwort Erzbischof Hoser:
Madame, sie haben sicher bemerkt, dass die Besonderheit der Erscheinungen hier ein neues Format ist, denn das war noch nie in der Vergangenheit bekannt. Sicher nicht in dieser Dimension. Zuerst das lange Andauern der sogenannten Erscheinungen. In Medjugorje wird sie schon 36 Jahre andauern. Die Seher von Medjugorje, ‚Sin fine di Gentes‘, wie wir in der Messe singen, sagen uns, es ist ein offenes Ende. Das heißt so viel wie, es ist noch kein Ende ausgesprochen. Auch wenn es natürlich in der Hagiographie gewisser Heiliger dieses Phänomen schon gibt, nämlich, dass sie ein ganzes Leben lang Erscheinungen hatten. Die zweite Spezialität hier sind die Anzahlen. Manche haben gezählt, sie haben bis zu 47.000 persönliche, individuelle Erscheinungen gehabt. Es gibt hier 6 Seher, die persönliche Erscheinungen haben und zwar oft. Das kann vielleicht so eine Anzahl bringen nach 36 Jahren. Und dann sind das Erscheinungen, die nicht an einen Ort gebunden sind. Denn in Lourdes kam die Jungfrau Maria immer in der Grotte. In Fatima war sie über einem Eichenbaum. Aber gemäß den Sehern hier folgen die Erscheinungen dem Menschen, begleiten den Menschen und sie haben diese Begegnung zu Hause oder auf dem Weg, auf dem Weg zur Kirche, ich weiß nicht, so, auf diese Weise. Das sind spezifische Dinge hier, die auch die Schwierigkeit bereiten, um alles genau zu berechnen und wahrhaftig gut zu entscheiden.

Sprecher:
Sehr bald beginnt das Gebetsprogramm, es ist kurz vor fünf und es gibt noch viele Fragen. Ich hoffe, dass sie aus dem, was der Erzbischof gesagt hat für sich herausziehen können, was sie noch fragen wollten. Mehr als 10 Fragen sind noch übrig geblieben, die aber der Erzbischof in diesem Moment einfach aus zeitlichen Gründen nicht mehr beantworten kann. Ich bedanke mich bei allen, dass sie gekommen sind – vielen Dank an Erzbischof Hoser für diese Worte, für die Bemühungen, und dass er nach Medjugorje zu uns gekommen ist – vielen Dank, Vater.