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Diskussion über die Ereignisse von Medjugorje

Vorbehalte, Vorurteile und Diskussionen betreffend die Ereignisse von  Medjugorje
Die Diskussion über die Ereignisse von Medjugorje dreht sich seit vielen Jahren um die immer gleichen Themen. Auffällig ist, dass es neben den profunden wissenschaftlichen Studien über Medjugorje und der Fülle von Bekehrungs-, Berufungs- und Heilungsberichten von Medjugorje - Pilgern aus aller Welt eine kleine Anzahl von Schriften gibt, deren Autoren die Vorurteile gegen den Wallfahrtsort immer wieder ungeprüft weitergeben, fragwürdige Quellen nennen und sich gegenseitig zitieren.
Die Oase des Friedens, Wien hat einige dieser analysiert.

Grundsätzliche Klarstellung

ln der manchmal sehr heftig geführten Diskussion zwischen jenen, die den Erscheinungen von Medjugorje positiv zugeneigt sind, und jenen, die sie scharf ablehnen, spielt das von der Gospa versprochene und (noch) nicht realisierte Zeichen eine große Rolle. Während die Erstgenannten dieses Zeichen als eines der zehn Geheimnisse verstehen, die von der Gospa den Sehern anvertraut werden und auf ihr Offenbarwerden warten, sehen die zweiten in seinem Ausbleiben einen sicheren Beweis gegen die Echtheit der Erscheinungen.
Als ein zusätzliches Argument bringen sie die Ablehnung der Seher ins Spiel, der Forderung der von Bischof Zanic einberufenen Kommission Folge zu leisten und dieses Zeichen in einem versiegelten Kuvert bei der Kommission zu deponieren. Da sich der Seher lvan als einziger in einer gewissen Form dazu doch geäußert hat, wird seine Äußerung als Betrug interpretiert und als besonders schwer wiegendes Argument ausgelegt.
Worum geht es eigentlich? lst es überhaupt möglich, in diese Unklarheiten etwas Licht zu bringen?

Das Zeichen in der Bibel
Die Bibel spricht oft von den Zeichen, und zwar in einem doppelten Sinn. Sie spricht von den Zeichen, die Gott von sich aus den Menschen, denen er einen besonderen Auftrag anvertraut, verspricht und später auch realisiert. Von Mose angefangen über die Richter bis zu den Propheten dienen solche Zeichen dazu, diese Männer zu überzeugen, dass sie keine Angst vor ihrer Aufgabe haben sollten, weil Gott mit ihnen am Werk ist.
Auch Jesus tut viele Zeichen (Wunder), um zu zeigen, dass die Herrschaft Gottes, die er verkündet, schon jetzt am Werk ist, wenn die Menschen sich im Glauben auf seine Botschaft einlassen. Die Bibel kennt auch solche Zeichen,die von manchen Menschen gefordert werden, weil sie nicht bereit sind zu glauben. Solcher Zeichenforderung hat Jesus immer entschieden widersprochen. Stattdessen hat er in diesem Zusammenhang auf das geheimnisvolle Zeichen des Jona, das heißt, auf seinen eigenen Tod und seine Auferstehung hingewiesen.
Von diesem Bibelbefund ausgehend können wir in Bezug auf das Zeichen von Medjugorje zumindest fragen, inwiefern dieses Zeichen von den Sehern gefordert beziehungsweise von der Gospa selbst versprochen wurde, um uns seinem echten Sinn vielleicht doch etwas zu nähern.

Die Seher fordern Zeichen
Es wurde tatsächlich schon am 25. Juni 1981, das heißt am zweiten Erscheinungstag, vom Zeichen gesprochen. ln seinem ausführlichen Gespräch mit der Seherin Vicka über die Ereignisse der ersten Tage fragt P. Janko Bubalo (Tisucu susreta s Gospom u Medugorju. O svojim iskustvima govori vidjelica Vicka, Jelsa 1985) Vicka in Bezug auf das Thema Zeichen: „Hat jemand von euch sie (die Gospa) etwas gefragt?" Vicka: „lch habe schon gesagt, dass lvanka etwas über ihre Mutter fragte.“ Und Mirjana fragte: „ob sie uns ein Zeichen hinterließe, damit nicht alles Mögliche über uns geredet wird.“
Noch zweimal wiederholte sich die Forderung der Seher nach einem Zeichen mit gleicher oder ähnlicher Begründung. Am vierten Tag (dem 27. Juni 1981) fragten Jakov und Mirjana und am fünften Tag (28. Juni 1981) Vicka. In ihrem Gespräch mit P. Janko Bubalo betont Vicka immer wieder, wie sie in diesen ersten Tagen unter einem starken Druck von allen Seiten standen. lhnen wurden Lüge, Betrug, Drogenabhängigkeit und ähnliches vorgeworfen. Niemand wollte ihnen glauben, dass sie die Gospa sehen.
ln einer so angespannten Atmosphäre kam jemand auf die ldee, das Zeichen zu verlangen. Wenn wir bedenken, dass es bei den Sehern damals um ahnungslose Kinder ging, die keine Ahnung von Erscheinungen und noch weniger vom Zeichen hatten, muss diese ldee von Erwachsenen gekommen sein. Von den älteren Frauen kam auch der Vorschlag, die ihnen erscheinende Gestalt mit dem Weihwasser zu besprengen, was Vicka auch am dritten Tag (26. Juni 1981) tat. Dabei sprach sie: „Wenn Du tatsächlich die Gospa bist, bleibe bei uns, wenn nicht, dann verschwinde!" Die Gospa hätte mit einem Lächeln darauf reagiert.

Kein direktes Versprechen
Die Reaktion der Gospa auf diese dreifache Forderung nach einem Zeichen ist zumindest sehr interessant und verdient unsere Aufmerksamkeit. Vordergründig mag befremdend erscheinen, dass sie ihnen in dieser für die Seher beinahe trostlosen Situation keinen Trost spendete, indem sie ihnen ein Zeichen versprochen hätte. Dazu kam es aber nicht. Beim ersten Mal hat die Gospa gar nichts geantwortet. Lediglich hatte Mirjana nach der Erscheinung gemerkt, dass sich die Uhrzeiger an ihrer Armbanduhr in die entgegengesetzte Richtung gedreht hatten. Dies blieb völlig rätselhaft bis heute, ist aber auch von keiner großen Bedeutung. Beim zweiten Mal hat die Gospa ihnen gesagt: „Meine Engel, es gab immer Ungerechtigkeit. lhr aber, habt keine Angst!“ Beim dritten Mal gab die Gospa gar nichts zur Antwort. Doch diese Ermutigung, dass sie keine Angst haben sollten, genügte damals offensichtlich den Sehern, jeglichen Druck von außen auszuhalten und ihrem Auftrag treu zu bleiben. Sie waren nämlich von Anfang an überzeugt, dass die Gospa für sie einen wichtigen Auftrag hat, dem sie sich tapfer gestellt haben.

Das Zeichen wird doch versprochen
Aus dem Gespräch von P. Janko Bubalo mit Vicka geht hervor, dass die  Gospa, nachdem sie sich in den ersten Tagen so ablehnend verhalten hatte, ihnen etwa zwei Monate später das Zeichen von sich aus doch versprochen hat. Dieses Zeichen ist aber eines der ihnen anvertrauten zehn Geheimnisse, und deshalb kann sie nicht viel darüber sagen. Sie darf nur so viel verraten, dass es auf dem Berg der ersten Erscheinungen plötzlich auftauchen und da ständig bleiben würde.
Auf die Frage von P. Janko, ob lvan der Kommission doch etwas von diesem Zeichen verraten hätte, antwortete Vicka: „lch habe ihn diesbezüglich nicht gefragt und werde ihn auch nicht fragen. lch denke aber, dass er ihnen keine Antwort gegeben hat. Vielleicht hat er ihnen irgendeine Geschichte erzählt, aber darüber will ich kein Wort sagen. Nur dir sage ich: wer ohne dieses Zeichen nicht glaubt, wird auch mit lhm nicht glauben.“
ln einem anderen ähnlichen Zusammenhang, wo es schien, dass sie nicht die ganze Wahrheit gesagt hätten, antwortet sie: „Man muss auch mit uns Verständnis haben. Wir waren Kinder, keine Engel. Du weißt wohl, dass niemand immer sagt, was er denkt. Jeder meint, dass er sich manchmal aus der Klemme helfen kann und dass er nicht immer alles sagen muss.“

Vom versprochenen Zeichen zum Zeichen der Zeit
lm späteren Verlauf der Erscheinungen und der so zahlreichen Botschaften kommt das Thema Zeichen eigentlich nicht oft vor. Doch kann man dabei sehr interessante Beobachtungen machen. Das Zeichen erhält immer neue Aspekte. Am 1. März 1984 begann die Gospa, über die Seherin Marija Pavlovic besondere Botschaften für die Pfarre von Medjugorje zu geben. ln ihnen kommt die besondere Erwählung der Pfarre und ihr Auftrag in Bezug auf die Pilger zum Ausdruck.
ln einer Botschaft heißt es: „lhr aus der Pfarre, betet mehr, und euer Gebet soll Zeichen der Hingabe an Gott sein!" (13.06.85). Sich an die Pilger wendend, sagte sie: „Medjugorje ist ein Zeichen für euch alle und ein Aufruf, dass ihr betet und dass ihr die Tage der Gnade, die Gott euch gibt, lebt" (25.04.92). Nur so können auch sie „ein Zeichen denjenigen sein, die weit von Gott und seiner Liebe sind" (25.05.05).
Selbst ihr so Ianges Bleiben ist für die Gospa „ein Zeichen, dass ich euch unermesslich liebe und dass ich von jedem Einzelnen wünsche, dass er heilig wird“ (09.10.86). Nachdem sie mehrmals auf die Bedeutung der Zeichen der Zeit hingewiesen hat, spricht die Gospa in einer Botschaft ihre Mahnung aus: „Meine lieben Kinder, ihr sucht Zeichen und Botschaften und seht nicht, dass euch Gott mit jedem morgendlichen Sonnenaufgang zur Umkehr und zum Weg der Wahrheit und des Heils aufruft“ (25.09.98).
So bleibt einerseits das Thema Zeichen für die Zukunft offen. Man kann nur spekulieren, wann und in welcher Weise dieses Versprechen eingelöst wird. Andererseits ist es tief verwoben in das Geschehen von Medjugorje. ln der Anfangsphase diente es den Sehern, um die anfänglichen Schwierigkeiten zu bestehen, später wurde die Pfarre von Medjugorje immer mehr zum Zeichen für die Pilger und schließlich wurden die Pilger zum Zeichen für alle Menschen, die Gott suchen.

Pater Dr. Ivan Dugandzic OFM
Professor für Neues Testament und ehemaliger Dekan der Theologischen Fakultät der Universität Zagreb

"Nur noch drei Tage"

Der Vorwurf lautet, dass die Gottesmutter am 30. Juni 1981 gesagt hätte, die Erscheinungen würde nur noch drei Tage andauern, jedoch drei der Seher bis heute bezeugen, dass sie regelmäßige Erscheinungen hätten. Kritiker von Medjugorje stützen ihre Argumente auf eine französische und englische Übersetzung der Tonbandaufzeichnungen von Gesprächen zwischen P. Jozo Zovko und den Sehern zu Beginn der Erscheinungen. Durch die Ungenauigkeit der Übersetzungen aus dem Kroatischen verändern sich die ursprünglichen Aussagen; zum Teil verlieren sie sogar ihren Sinn.

Das Gerücht von den „Nur noch drei Tagen“ der Erscheinungen
Am Abend des 30. Juni 1981 erzählte Mirjana Dragicevic-Soldo dem Pfarrer von Medjugorje, P. Jozo Zovko: „lch habe die Gospa gefragt, wie viele Tage sie mit uns bleibt. Wie viele Tage sie genau mit uns bleibt. Sie hat gesagt: "Drei Tage".
Daria Klanac hat die Tonbandaufzeichnungen der Gespräche von P. Jozo mit den Sehern zu Beginn der Erscheinungen wörtlich niedergeschrieben und dadurch wertvolle Arbeit geleistet (Daria Klanac, Na izvorima Medjugorja, Ziral, 1997).
Zehn Jahre davor erschien eine Abschrift der Tonbandaufzeichnungen in französischer Sprache, die durch ihre ungenaue Übersetzung bis heute für Kritik an Medjugorje sorgt. Darin wurde aus dem Wort von den „Drei Tagen" die Formulierung "Nur noch drei Tage", was der Botschaft der Gottesmutter einen völlig anderen Sinn verlieh  (vgl. P. lvica Siveric, La face cachee de Medjugorje, Psilog, 1988, Seite 44).
lvica Siveric deutete die "Drei Tage" als einen chronologischen Zeitbegriff, etwa vergleichbar der Aussage: Heute ist Montag, in drei Tagen komme ich wieder. So konnte die Fortdauer der Erscheinungen über den 3. Juli 1981 hinaus für manche zum Anlass von Kritik an der Echtheit der Erscheinungen werden.
Der Bibelwissenschafter P. Dr. Ljudevit Rupcic weist in seinem beeindruckenden Werk "Noch einmal die Wahrheit über Medjugorje" (L.Rupcic, V. Nuic, Verlag Kresimir, 2003, Seite 93) darauf hin, dass der Ausdruck "nach drei Tagen" in der Bibel - sowohl im Alten, als auch im Neuen Testament - immer wieder als theologische Kategorie vorkommt: Der dritte Tag ist der entscheidende Tag, der kritische Tag, an dem etwas endgültig abgeschlossen ist und etwas völlig Neues beginnt.
"Am dritten Tag" ist also ein besonderer theologischer Ausdruck zur Bezeichnung der Heilswende in einer zuvor schweren und gefährlichen Lage: Joseph befreit seine Brüder am dritten Tag aus der Gefangenschaft (Gen 42,18); nach drei Tage Iangem Warten schließt Gott seinen Bund mit dem Volk (Ex 19,11); nach drei Tagen wird Jesus von den Toten auferstehen (Mt 27,63).
P. Jozo Zovko hatte den Sehern an mehreren Tagen die Frage gestellt, wie lange die Gottesmutter noch erscheinen wird. Die kommunistischen Behörden hatten bereits begonnen, Druck auf die Seher auszuüben.
ln den Tagen davor waren die Seher von der Polizei verhört und wiederholt zu medizinischen Untersuchungen gebracht worden: am 27. Juni in die Ambulanz in Citluk, wo sie Dr. Ante Vujevic untersuchte, und am 29. Juni zur Psychiaterin M. Dzudza im Krankenhaus S. Mujic in Mostar. Vickas Vater wurde der Entzug des Reisepasses angedroht, was ihn als Gastarbeiter in Deutschland und Alleinernährer der Familie besonders getroffen hätte. Es lag nahe, dass auch der Arbeitsplatz von Mirjanas Vater, der im Staatsdienst stand, gefährdet war. Zudem hatten einige Priester den Eltern der Seher vorgeworfen, ihre Kinder seien besessen und hätten einen Exorzismus nötig.
Am 30. Juni blockierte die kommunistische Miliz den Zugang zu den Häusern der Seher und verbot ihnen, auf den Erscheinungsberg zu gehen. Die Seher beschlossen, sich bei Mirjana in ein Zimmer einzuschließen und auf die Erscheinung zu warten, als zwei Bekannte, Mica lvankovic und Ljubica Vasilj-Gluvic, sie besuchten und behaupteten, dass eine lnspektion unterwegs sei und es am besten wäre, wenn sie einen Ausflug machen würden. Was die Jugendlichen nicht wussten, war, dass Mica, eine Sozialarbeiterin aus Citluk, und Ljubica, eine Beamtin der Regierung in Sarajevo zu  ihnen geschickt worden waren, um sie zur Zeit der Erscheinung wegzubringen. Die Frauen fuhren mit den Sehern nach Capljina und zum Kravica-Wasserfall. Auf dem Rückweg kamen sie zur Erscheinungszeit gerade durch das Dorf Cerno. Die Jugendlichen baten die beiden Frauen, das Auto anzuhalten, entfernten sich etwas von der Straße und erlebten die Erscheinung. Am selben Abend überbrachte Mirjana Jozo Zovko die Botschaft von den "Drei Tagen".
Es ist kaum zu übersehen, dass die Situation der Jugendlichen alle Anzeichen der biblischen "Drei Tage" enthielt. Unter dem enormen Druck, dem die Seher und Priester der Pfarre ausgesetzt waren, hatten sie verängstigt die Frage gestellt, wie lange die Gottesmutter noch kommen würde und verstanden jetzt die volle Dimension dieser prophetischen Worte nicht. P. Jozo wurde einige Wochen später, am 17. August, von den Behörden verhaftet, da er als Anführer hinter den Ereignissen gesehen wurde. Heute ist es eindeutig, dass sich die Botschaft nicht auf eine bestimmte Anzahl von Erscheinungen bezog, sondern auf die Anwesenheit der Gottesmutter unter ihnen und zum Ausdruck bringen sollte: "Habt keine Angst. lch bin mit euch, was auch geschieht."
Der Bibelwissenschafter Univ. Prof. P. Dr. lvan Dugandzic weist im Zusammenhang mit Medjugorje darauf hin, dass wir in der Bibel immer wieder tiefen Erfahrungen der Menschen mit Gott und ihren subjektiven lnterpretationen dieser Erfahrungen begegnen. Es sei ein uralter philosophischer Grundsatz, dass jeder Mensch bei dem, was er erfährt, dieses auf seine eigene Weise erfährt: "Mit dem Menschen, den er in seinen Dienst ruft, akzeptiert Gott auch seine Schwächen. Das einzige, was er verlangt, ist, dass der Mensch seinen Ruf akzeptiert und sich in seinen Dienst stellt. Genau das können wir auch an den Sehern von Medjugorje beobachten. lhre Grenzen im Begreifen und in der lnterpretation der Botschaften sowie Schwächen in ihrem praktischen Leben sind kein Hindernis, dass sie „liebe Kinder“ genannt werden. Sie waren von Anfang an zum Dienst bereit, allen Hindernissen zum Trotz. Die Früchte ihres Dienstes sprechen für sich."

Die Seher haben die Familie gewählt

Die Wahl der persönlichen Lebensgestaltung ist wesentlicher Bestandteil der menschlichen Freiheit. Bei den Sehern von Medjugorje ist die Entscheidung zur Ehe und Familie für den zuständigen Ortsbischof ein weiterer Beweis dafür, dass die Erscheinungen nicht echt sind.
Bischof Peric aus Mostar kritisierte diese Entscheidung der Seher in seiner berühmt gewordenen Rede in Dublin am 17. Februar 2004 folgendermaßen:
Im Zusammenhang mit dem Kloster hat Marija (Pavlovic) 2001 auf die Frage eines italienischen Journalisten: „Warum ist niemand von euch Priester oder Ordensschwester geworden?“, ihre Entscheidung so beschrieben: Jahrelang habe ich gedacht, dass ich Ordensschwester werde. Eine Zeit lang habe ich ein Kloster besucht, mein Wunsch war sehr groß. Schwester Oberin hat mir aber gesagt: „Marija, wenn du kommen möchtest, bist du willkommen; wenn aber der Bischof entscheidet, dass du über Medjugorje nicht reden darfst, musst du gehorsam sein“. In dem Moment habe ich überlegt, dass meine Berufung vielleicht darin besteht, dass ich bezeuge, was ich gesehen und gespürt habe, und dass ich den Weg der Heiligkeit auch außerhalb des Klosters suchen könnte.
Marija hat, wie viele andere Gläubige in der Diözese Mostar, jahrelang miterlebt, wie Franziskanerpatres vom zuständigen Bischof ohne nachvollziehbaren Grund in der Ausübung ihrer priesterlichen Dienste beschnitten wurden (die leidvollen Erfahrungen von P. lvan Prousina und P. lvica Vego, P. Jozo Zovko und P. Slavko Barbaric sind hinlänglich bekannt), wie die Geschehnisse von Medjugorje, ohne dass die Seher als erste Zeugen dieser Ereignisse befragt worden wären, vom bischöflichen Ordinariat in Mostar voreilig und gegen vatikanische Empfehlungen verurteilt wurden; wie der Bischof bei seinen öffentlichen Auftritten in Medjugorje, wie den Firmspendungen, die Gläubigen öffentlich kritisierte und als Judasse und Verräter bezeichnete.
Marija ahnte wohl zu genau, dass sie im Fall eines Klostereintrittes als erste Reaktion des Bischofs das Verbot erhalten hätte, niemals mehr über die Erscheinungen und die Botschaften der Gottesmutter sprechen zu dürfen.
Dass die Seher einen deutlichen Wunsch nach einer geistlichen Berufungen in sich hatten, bezeugen die frühen lnterviews, die Prof. Rene Laurentin im Jahr 1984 mit ihnen führte. Unter anderem fragte er die Seher, ob sie lieber ins Kloster gehen oder heiraten möchten. Marija Pavlovic, Jakov Colo, Vicka lvankovic und lvan Dragicevic antworteten: „lns Kloster gehen“.
lvanka lvankovic sagte: „Heiraten. lch weiß nicht, was ich in ein paar Jahren beschließen werde.“
Und Mirjana Dragicevic gab zur Antwort: ,,lch weiß nicht." (Das Geschehen von Medjugorje, R. Laurentin, L. Rupcic, Styria, 1985, Seite 83)
Drei Jahre nach Beginn der Erscheinungen war es also für vier der sechs Seher klar, dass sie einen geistlichen Beruf ergreifen. lvan Dragicevic besuchte auch eine Zeit lang das Priesterseminar in Visiko. Waren es die intellektuellen Herausforderungen oder die Art und Weise, wie man ihn behandelt hat - Tatsache ist, dass er es wieder verließ.
Die Gründe, warum diese Berufungen sich nicht entfaltet haben, liegen natürlich in erster Linie bei den Sehern selbst. ln aller Freiheit haben sie in Anbetracht aller sie betreffenden Umstände die Für und Wider abgewogen, sich für das Sakrament der Ehe entschieden und Familien gegründet.
Wenn geistliche Berufungen nicht ausreifen können, müssen sich aber auch jene fragen, die sie verlangen, ihren Mangel beklagen oder sie für Visionäre verpflichtend verlangen. Denn wenn eine geistliche Berufung als besondere Gabe geschenkt wird - ist dann nicht gerade die christliche Gemeinde aufgerufen, ihr fruchtbares Erdreich zu sein, in dem der Same der Berufung Wurzeln fassen und wachsen kann.
Heute erleben wir, wie die Familien in der Krise stecken und wie Ehen in Großstädten zu mehr als 50 Prozent scheitern und geschieden werden. Wir wissen aber auch, dass das Fundament der Heiligkeit in der Familie gelegt wird. Und insofern könnte die Entscheidung der Seher für die Familie auch ein Zeichen für uns alle oder zumindest ein Anlass zum Nachdenken sein.

Ist die angekündigte Heilung nicht eingetroffen?

Als Argument gegen die Echtheit der Erscheinungen wird immer wieder angeführt, dass die bei der sechsten Erscheinung am 29. Juni 1981 von der Gottesmutter angekündigte Heilung eines vierjährigen Jungen niemals erfolgt sei.
Tatsache ist, dass der gelähmte Knabe Daniel Setka an diesem Tag von seinen Eltern aus Mostar nach Medjugorje gebracht wurde. Die Seher haben ihn der Gottesmutter anempfohlen. Die Gospa hätte das Kind angeschaut und gesagt: „Das Kind wird geheilt.“ Die Heilung von Daniel ist im Pfarrbüro in Medjugorje verzeichnet. Sie wird in der Literatur über Medjugorje immer wieder erwähnt, so z.B. im Buch des Augenzeugen Stipe Cavar, eines Diplomingenieurs der Elektrotechnik: Ein Bub aus Krivodol (Daniel Setka, Sohn von lvan und Andja, der am 21.9.1978 im Krankenhaus in Mostar gewesen war), der taubstumm und an der rechten Seite gelähmt war, ist total genesen. (Stipe Cavar, Die ersten Monate der Erscheinungen in Medjugorje, 2001, CIP-Katalogizacija Nacionalna i univerzitetska bibliotheka Bosne i Hercegovina, Sarajevo, Seite 50, Tagebucheintrag vom 16.8.1981).
Ein lnterview mit Daniel Setka aus dem Jahr 2006, in dem er über seine Heilung spricht, ist im Werk „Medjugorje, Tajna Gospinih Ukazanja“ von Zarko lvkovic auf Seite 154-155 nachzulesen. (Medjugorje, Tajna Gospinih Ukazanja , Zarko lvkovic, Vercernji list d.d., 2006)

Hat Vicka die beiden Franziskanerpatres zum Ungehorsam ermuntert?

Dem Konflikt zwischen dem Ortsbischof und den Franziskanern der Herzegowina fielen die beiden jungen Franziskanerpatres, P. lvan Prusina und P. lvica Vego im Jahr 1982 zum Opfer; sie wurden aus dem Orden ausgeschlossen. ln ihrer Not baten sie die Seherin Vicka um einen Rat. Diese sagte daraufhin, dass der Bischof voreilig gehandelt hätte. Bischof Zanic hat über diesen Satz viel gesprochen und geschrieben, wobei sich Vicka's Aussagen von den seinen unterscheiden. Das Bischöfliche Ordinariat Mostar gibt im ,,Spiegel der Gerechtigkeit" neun angebliche Aussagen der Muttergottes zu den beiden Kaplänen wieder, die, nach der Behauptung des Ordinariats, aus einem Tagebuch von Vicka stammen sollen, das jedoch bis heute nirgendwo aufgetaucht ist. Vicka´s eigenhändigen Aufzeichnungen über ihre Begegnungen mit der Gottesmutter, die sie vom 9. Februar bis zum 25. März 1982 auf einem Terminkalender niederschrieb, übergab sie am 27. Mai 1983 Bischof Zanic. Der war damit aber nicht zufrieden, weil er überzeugt war, dass es Aussagen der Gottesmutter gegen ihn geben müsse, in denen sie die beiden Mostarer Kapläne zugleich in Schutz nehmen würde. Derartige, vom Bischof vermutete Aussagen der Gottesmutter, sind bis heute von niemandem bezeugt worden. Das Urteil gegen die beiden Franziskanerpatres wurde von der Apostolischen Signatur, dem obersten Gerichtshof des Heiligen Stuhls, im März 1993 aufgehoben. P. Prusina leitet heute als Seelsorger die Kroatenmission in Zürich. P. Vego hat dem enormen Druck nicht standgehalten. Er hat den Orden verlassen und geheiratet.

Das Gerücht vom "Kleinen Krieg in der Herzegowina"

Medjugorje wurde in den Jahren 1991 bis 1995 vom Krieg am Balkan völlig verschont. Besucher und Pilger aus dieser Zeit bezeugen, dass Medjugorje wie eine Oase des Friedens in einer Gegend war, die vom Krieg stark betroffen war. Dennoch hält sich hartnäckig die erfundene  Geschichte vom "Kleinen Krieg in der Herzegowina", obwohl es von Anfang an heftige Proteste dagegen gegeben hat.
Am 2. Februar zitierte es der Dogmatiker Manfred Hauke für die deutsche "Tagespost":
"Medjugorje wird gerne als „Oase des Friedens“ während des Bürgerkriegs am Beginn der 90er Jahre erwähnt. Es gibt freilich auch unbequeme Fakten, welche diese harmonische Sicht stören. Als 1992 die Einkünfte aus der Pilgerindustrie zurückgingen, gab es Presseberichten zufolge einen gewalttätigen Streit zwischen drei am Wallfahrtswesen verdienenden Familienclans. Bei einer „Säuberungsaktion“ seien dabei 140 Einwohner Medjugorjes getötet worden, während 600 andere flüchten mussten. „Dies alles wurde vor der Außenwelt geheimgehalten, da es sich natürlich nicht in Einklang bringen ließ mit ihrem Glauben an die Königin des Friedens“ (R. Franken, Eine Reise nach Medjugorje, 2000, 45). Es gibt also nicht nur gute Früchte des Phänomens Medjugorje."
So absurd diese Vorwürfe auch klingen - jeder, der Medjugorje kennt und es während des Krieges besucht hat, weiß, dass es eine solche Blutfehde nie gegeben hat -, ist es doch eine Tatsache, dass diese erfundene Geschichte seit Jahren Leute zu begeistern vermag. So dauerte es Jahre, bis sie aus der Online-Enzyklopädie "Wikipedia" entfernt wurde.

Wie kam es jedoch zu einer solch absurden und unwahren Behauptung?
Der niederländische Anthropologe Mart Bax veröffentlichte 1995 ein Buch mit dem Titel „Medjugorje: Religion, Politics, and Violence in Rural Bosnia“, in dem er packend die Geschichte vom „Kleinen Krieg in der Herzegowina" erzählt: Eine Fehde zwischen zwei Clans in Medjugorje hätte mindestens 140 von 3000 Dorfbewohnern das Leben gekostet und weitere 600 in die Flucht geschlagen. Schon kurz nach Veröffentlichung des Buches äußerten Historiker Bedenken betreffend der Authentizität dieser Geschichte. Die Franziskaner von Medjugorje wiesen die Geschichte vom „Kleinen Krieg" entschieden zurück und bezeichneten sie als erfunden. Ihre Presseerklärung wurde nicht zur Kenntnis genommen.
Obwohl es für Wissenschaftler einfach gewesen wäre, die Bax'schen Thesen zu überprüfen, machte sich niemand dle Mühe, vor Ort im Sterberegister nachzusehen. Daraus wäre ersichtlich gewesen, dass im Jahr 1992 in Medjugorje 29 Menschen verstorben sind. Diese Daten liegen auch im Bischöflichen Ordinariat in Mostar auf.
Die heute 67-jährige Ljerka Sivric aus Medjugorje, über die im Buch von Bax gesagt wird, dass sie im Hof ihres Onkels Djure drei menschliche Leichen mit den Füßen an ein Rohr gebunden, die Hände am Rücken und mit dem Kopf nach unten in einen Brunnen hängen sah, wurde am 22. Februar 2010 mit diesen Aussagen konfrontiert. Durch das Telefonat erfuhr sie an diesem Tag zum ersten Mal, dass derartige Geschichten über sie im Umlauf sind und war darüber zutiefst schockiert. Sie wies die Geschichte von Mart Bax entschieden zurück, weil sie nie stattgefunden hat und überlegt derzeit eine Klage gegen ihn. ln Medjugorje gibt es mehrere Familien mit dem Namen Sivric, jedoch seit Jahrzehnten nur eine einzige Ljerka. Der von Bax erwähnte Onkel Djure hat hingegen nie existiert.
Auch Manfred Hauke sah sich auf seinen Beitrag in der „Tagespost“ mit zahlreichen Briefen empörter Leser konfrontiert, die aus eigener Erfahrung wussten, dass dieser „Kleine Krieg in der Herzegowina“ nie stattgefunden hat. Er schrieb an Mart Bax und erhielt am 16. Februar 2010 von diesem einen Brief, in dem es unter anderem heißt: lch bin mir bewusst, dass es in meinem Werk Fehler und Lücken gibt; bei jedem Forscher kommen die vor, aufgrund von falscher lnformation und/oder verkehrter lnterpretation. Meine Gesundheit macht es mir zurzeit leider unmöglich, noch an irgendeiner Diskussion teilzunehmen.

„Geistliche Begleiter der Seher“

lmmer wieder wurden in der Vergangenheit P. Tomislav Vlasic und P. Jozo Zovko als die geistlichen Begleiter der Seher genannt.
Als Bestätigung wurde unter anderem angeführt, dass P. Jozo Zovko im italienischen Sprachraum gelegentlich als „padre spirituale“ (geistlicher Vater) der Seher vorgestellt wurde.
Tatsache ist, dass nach Aussagen der Seher weder P. Tomislav Vlasic, noch P. Jozo Zovko ihre geistlichen Begleiter waren. P. Jozo Zovko wurde Mitte August 1981, also kurze Zeit nach dem Beginn der Erscheinungen, von den Kommunisten verhaftet und bis Februar 1983 eingesperrt. Anschließend war er in verschiedenen Pfarren außerhalb von Medjugorje tätig. Allein schon durch seine Abwesenheit von Medjugorje konnte er nicht „langjähriger geistliche Begleiter“ der Seher sein, wie es auch seine Mitbrüder im Orden und die Seher selbst bezeugen.

Ein Priester hätte, unter Berufung auf Seher, eine „mystische Ehe“ geführt

Von Kritikern wird angeführt, dass P. Tomislav Vlasic unter Berufung auf die Einsprechung durch die Gospa und die Seherin Marija Pavlovic, eine ,,mystische Ehe" mit einer Dame aus Deutschland geführt hätte.
Es ist völlig absurd, dass Marija Pavlovic oder die Gottesmutter eine solche „mystische Ehe“ jemals gutgeheißen haben sollen. Die Seherin hat das wiederholt auf Anfragen unmissverständlich klargestellt. Die Botschaft der Gottesmutter an die Seherin vom Januar 1988, die von P. Tomislav Vlasic in Richtung einer Anerkennung seiner Gemeinschaft durch die Gottesmutter interpretiert wurde, ist eine kurze Botschaft, bestehend aus zwei Sätzen, und betont einen Monat vor dem Beginn jener Exerzitien, zu denen sich die Jugendlichen der Gebetsgruppe aus Medjugorje Ende Februar 1988 mit P. Tomislav Vlasic nach ltalien zurückgezogen hatten, die Freiheit des Einzelnen als besondere Gabe, durch die er sich für Gott entscheiden kann:
„Liebe Kinder! Heute gebe ich euch eine besondere Gabe, die Gabe der Freiheit, damit ihr euch für Gott entscheidet. lch segne die Freiheit und die Entscheidung eines jeden von euch.“
Marija Pavloivc, die sich sehr nach einer Gelegenheit gesehnt hatte, sich in der Stille zum Gebet zurückzuziehen, schloss sich daraufhin den Exerzitien der Gebetsgruppe an.
Wie viele andere Mitglieder kehrte sie nach fünf Monaten nach Medjugorje zurück.
lhre Erklärung vom 11. Juli 1988, zu der sie von einem italienischen Priester und einem Journalisten gedrängt wurde, war, rückblickend betrachtet, nicht notwendig, da es keine von ihr getätigte Aussage über die Gemeinschaft von P. Tomislav Vlasic gab, für die sie sich hätte rechtfertigen müssen.

Warum so viele Erscheinungen?

Ein immer wieder vorgebrachter Einwand gegen die Echtheit der Erscheinungen von Medjugorje ist ihre Anzahl und die tägliche Wiederholung. Kritiker stellen Vergleiche mit Lourdes, Fatima oder Pontmain an, ohne jedoch auf die veränderten Voraussetzungen einzugehen, unter denen die Botschaft des Evangeliums durch Privatoffenbarungen neu aktualisiert wird für unsere heutige Zeit.
Sind Dauer und Wiederholung schon Kriterien, dass Erscheinungen nicht echt sind?
Die Dauer und Häufigkeit der Erscheinungen von Medjugorje werden oft mit anderen Privatoffenbarungen verglichen.
So hatten die Sehenden von Pontmain in der Bretagne nur eine Erscheinung am 17. Januar 1871 und dann keine weitere mehr.
Bernadette, die Seherin von Lourdes, hatte im Jahr 1858 achtzehn Erscheinungen, die zwischen fünfzehn Minuten und einer Stunde dauerten, wobei die ersten siebzehn Erscheinungen sich unregelmäßig auf einen Zeitraum von weniger als zwei Monten verteilten. Die letzte Erscheinung fand am 16. Juli, also drei Monate später, statt und hatte den Charakter eines behutsamen und schweigenden Abschieds. (vgl. R. Lauretin, L. Rupcic, Das Geschehen von Medjugorje, Styria,1985)
Zeitliche Begrenzung, Seltenheit und Unverhofftheit gelten als gute Echtheitsmerkmale. Aber muss man deshalb dem Himmel länger dauernde Kontakte verbieten? Und welche Gründe könnte die längere Dauer der Erscheinungen haben?
Der bekannte Mariologe Rene Laurentin erwähnt folgende Gründe für die Iange Dauer der Erscheinungen in Medjugorje: Wir leben in einer Welt, die die Wiederholung Iiebt. Wir sehen täglich fern. Was nicht wiederholt wird, geht unter. Das macht eine langdauernde Wiederholung der Botschaft sinnvoll.
Die schwierige Lage der Länder des Ostblocks, die anhaltende und planmäßige Machtausübung des Atheismus machten auch eine langdauernde Hilfe und Unterweisung erforderlich. Die lange Dauer war offensichtlich notwendig, um eine für die Friedensbotschaft wenig aufnahmebereite Welt zusensibilisieren, noch dazu von einem Ostblockland aus, wo die Kommunikation behindert war.
Ähnliches gilt auch für die große Zahl der Botschaften: Häufigeres und längerdauerndes Reden konnte für die Kirche des Schweigens hinter dem eisernen Vorhang nur ein Gewinn sein.
Die Botschaften waren von Anfang an eher kurz und lassen sich in einem Wort zusammenfassen: Friede verdeutlicht durch das Wort Versöhnung während drei andere Wörter den Weg nennen, um zu diesem Frieden zu gelangen und ihn von innen her aufzubauen: Gebet, Bekehrung, Fasten (vgl. ebd.).
ln einer säkularen Welt fällt es uns manchmal schwer, unter den vielen Stimmen, die täglich an unser Ohr dringen, jene zu erkennen, die notwendig sind für unser persönliches Leben. Vielleicht spricht die Gottesmutter deshalb so viele Jahre zu uns, damit wir den Klang ihrer Stimme, ihrer Worte, immer besser kennen lernen und fähig werden, sie von anderen "Botschaften", die uns umgeben, zu unterscheiden.
Die Übereinstimmung der Worte der "Gospa" mit der biblischen Botschaft und der Lehre der Kirche wurde in den vergangenen 29 Jahren immer wieder in Diplomarbeiten und Studien nachgewiesen. Theologische Fehler konnte man der Gottesmutter kein einziges Mal nachweisen.
Das Überirdische ist für viele Menschen unserer Tage aus dem Blickfeld verschwunden - entweder weil sie nicht daran glauben, oder weil es sie einfach nicht (mehr) interessiert. Die täglichen Erscheinungen der Gottesmutter sind in dieser Situation wie eine ständige, behutsame Erinnerung daran, dass unser irdisches Leben in ein größeres Ganzes eingebettet ist und es sich lohnt, dass wir uns nach der Ewigkeit ausstrecken, die uns umgibt.
Das kommunistische Regime des ehemaligen Jugoslawiens hat in den Erscheinungen sehr schnell einen bedrohlichen Feind des Totalitarismus erkannt und sie mit allen Mitteln zu bekämpfen versucht. Doch trotz der Einschüchterungsversuche der Seher und der vielfältigen Schikanen, wie z.B. dem jahrelangen Vorbot, den Erscheinungs- und Kreuzberg zu betreten, trotz der unangemessen hohen Steuern, die im Ort eingehoben wurden, und der ungerechten lnhaftierung und Verurteilung des Ortspfarrers P. Jozo Zovko waren die Behörden letztlich ohnmächtig dieser unfassbaren Macht gegenüber.

Als ein Medjugorje-Pilger im März 1983 das erste Mal von Medjugorje zurück nach Wien fuhr, machte er sich Sorgen, dass es vielleicht das letzte Mal war, dass er bei einer Erscheinung dabei sein konnte, denn niemand wusste (und weiß es), wie lange die täglichen Erscheinungen andauern werden. Umso glücklicher ist er heute, dass sie bisher nicht aufgehört haben.
P. Slavko Barbaric hat einmal einer Pilgerin auf ihre Frage, was das bedeutet, wenn die Gottesmutter in Medjugorje sagt, dass das ihre letzten Erscheinungen sind, geantwortet: "Vielleicht heißt das, dass sie uns niemals mehr verlassen wird."
Das darf auch unsere Hoffnung sein und dafür dürfen wir beten – möge die Gottesmutter, als die Königin des Friedens, bei uns bleiben.

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