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Medjugorje - Nachlese in Paderborn

In der  Laurentiuskirche im westfälischen Paderborn fand am Freitag, den 14. November 2014, ein Gebetstreffen mit dem „Seher“ Ivan Dra­­gicevic aus Medjugorje statt.
Es wurde veranstaltet vom Medjugorje-Zentrum „Maria Königin des Frie­dens“, vertreten durch: Gebetsgruppe „Regina Pacis“.
Wie bekannt ist, nimmt Ivan Dragicevic seit Jahren an dem Frie­dens­ge­bet im Wiener Stephansdom mit Kardinal Schönborn teil. So hat er einen Tag vor dem Wiener Friedensgebet für den 14. No­vem­ber sein Erscheinen in Paderborn zugesagt.

Übersetzer und Seher Ivan

Wir, zwei von den Millionen Pilgern, die oft die von der Kirche anerkannte Gebetsstätte Medjugorje in Bosnien-Herzegowina besuchen, haben Jahr für Jahr erlebt, wie voll, ja, wie überfüllt immer die Pfarrkirche St. Jakobus in Medjugorje ist. Deshalb betraten wir überpünktlich um 15:30 Uhr die Laurentiuskirche in Paderborn, waren aber überwältigt von dem unerwarteten Andrang in der großen Kirche. Fast alle Bankreihen waren schon besetzt.
Vor dem Vortrag des „Sehers“ Ivan wurde von einem der Veranstalter eindringlich und unmissverständlich für die Gläubigen betont: „Zur Übernatürlichkeit der Erscheinungen soll bzgl. aller  Aussagen über Medjugorje einer endgültigen Entscheidung der Kirche nicht vorgegriffen werden. Die letztliche Entscheidung über Medjugorje als Wallfahrtsort steht noch aus. Zudem ist ein derartiges Urteil von der Kirche nicht zu erwarten, solange die täglichen Erscheinungen bei drei Sehern andauern.“ 

Ab 17:00 Uhr wurde der Rosenkranz gebetet und während des  Gebetes begab sich Ivan nach vorne, kniete sich vor der mit Blumen geschmückten Marienstatue nieder und hatte die Erscheinung der Gottesmutter. Die Begegnung mit der Gottesmutter,  ─  Gospa ist ihr Name in Kroatien ─  dauerte, soweit es mir erinnerlich ist, ungefähr zehn Minuten. Beeindruckend war die atemlose Stille in der Kirche! Unfassbar, dass so viele Menschen eine derartige Stille ausströmen können! Wie ich Ivan im Profil beobachten konnte, bewegte er während dieser Begegnung lautlos die Lippen. Die Sprache vollzieht sich also tonlos und entzieht sich dem menschlichen Gehör. Die Gläubigen verharrten inzwischen andächtig im Gebet und brachten der Gottesmutter ihre Anliegen dar.
Danach wurden das Magnificat und die noch fehlenden Gesätze des Rosenkranzes gebetet.
Anschließend erfolgte das persönliche Zeugnis des „Sehers“ Ivan. Sein fast einstündiger Vortrag wurde von einem deutschen Sprecher übersetzt. Er begann mit den ersten Tagen der Erscheinungen im damals kommunistischen Jugoslawien. Ivan schildert sich als einen Jungen, scheu, zurückhaltend, ungebildet, der mit seinen Eltern auf den Tabakfeldern hart arbeitete. Er hatte noch nie von Erscheinungen, auch nicht von den kirchlich anerkannten Marienerscheinungen in Lourdes und Fatima gehört. Es war für ihn unvorstellbar, dass Gott auf diese Weise in das Leben eines Menschen eingreifen könnte. Er selbst war vermutlich nach eigener Einschätzung weder mitteilsam noch redegewandt. Er war ein Junge, der sich vornehmlich für Fußball interessierte.
In ihren Botschaften nannte die Gospa die Gründe für ihr Erscheinen auf der Erde: „Ich bin gekommen, um der Welt zu verkünden, dass Gott existiert.“ Sie weist daraufhin, dass Staat, Gesellschaft und Kirche ihre Grundlage in der Familie haben. Gesunde Familien müssen Zeit füreinander haben, Zeit für das Gespräch, für gemeinsame Auseinandersetzung mit Problemen, Zeit für das Gebet in der Familie und für das Lesen in der Bibel. Eine gesunde Gesellschaft erfordert Familien, die eine Einheit leben:  Kinder in Harmonie mit den Eltern, Eltern in friedlicher Gemeinschaft mit ihren Kindern. Der Mangel an Zeit wird immer wieder als Vorwand benutzt. Es herrscht jedoch ein Mangel an Liebe. Der Mensch investiert Zeit in das, was er liebt. „Stellt Gott wieder auf den ersten Platz in eurem Leben!“ ruft die Gospa alle Menschen auf. „Habt Zeit für Gott! Empfangt die Sakramente! Betet mit dem Herzen! Liebt euren Nächsten!“ Die Gospa wünscht die Heilung der Familien, indem sie Gott und das Gebet in die Familien zurückbringt. Die Basis einer lebendigen Kirche ist die lebendige Familie!
Ivan sprach auch über die Begegnung mit der Gospa an diesem Abend. Sie habe ihre Freude über die vielen Gläubigen ausgedrückt, mit dem „Seher“ für die Priester und die Kranken gebetet und alle Besucher in der Kirche gesegnet.
Am Ende seines Zeugnisses versuchte Ivan mit menschlichen Worten auszudrücken, wie er jedes Mal zu Anfang der Erscheinung in die andere Dimension geführt wird. Die Gegenstände im Raum, z. B. Tisch und Stühle entschwinden, das Irdische löst sich auf, das Materielle existiert nicht mehr, er erlebt eine Herrlichkeit, die unfassbar ist, die sich dem menschlichen Fassungsvermögen und jeglicher irdischen Vorstellungskraft entzieht. Er beklagt das Unvermögen und die Kraftlosigkeit der menschlichen Sprache, um diese Herrlichkeit in Worte zu fassen.        
Wie Ivan immer wieder erlebt, braucht er nach der Begegnung mit der Gospa oft Stunden, um sich wieder in seine Wirklichkeit hineinzufinden.
Die tägliche Erscheinung Mariens bedeutet auch Auftrag. Ivan hat von Gott viele Gnaden erhalten und ER fordert von ihm viel. Gott hat das Leben des „Sehers“ durchkreuzt und der Auftrag kann auch ein Kreuz bedeuten. Seine Pflichten als berufstätiger Geschäftsmann und als Familienvater muss er mit seinem Auftrag verbinden: Er muss seine Anonymität aufgeben und über Jahre vor Massen von Pilgern und Gläubigen in unendlicher Geduld die Botschaften verkünden.


Besonders erwähnenswert ist die persönliche Ausstrahlung Ivans: Er ist zurückhaltend, vor allem aber ist er nüchtern und frei von jeglicher Selbst-Inszenierung. Eine Frage hat ihn lebenslang begleitet und lässt ihn bis heute nicht los: „Warum hat Maria mich als Werkzeug ausgewählt? Warum ausgerechnet mich? Ich bin durchschnittlich, ungebildet und introvertiert. Als die „Seher“ der Gospa eines Tages diese Frage stellten, bekamen sie eine Antwort, die an Direktheit nicht zu wünschen übrig ließ: „Ich habe nicht die besten ausgewählt.“ Der darauffolgende Gottesdienst in der Laurentiuskirche mit der Eucharistiefeier, zelebriert von Msg. Otto Brauer mit zwölf weiteren Priestern aus verschiedenen Bistümern,  war der Höhepunkt des Tages.  In seiner beeindruckenden Predigt, theologisch fundiert, mit starkem Aktualitäts- und Realitätsbezug, sprach Pastor Ludger Jakob von der Friedensbotschaft Medjugorjes: „Die Wurzel des Friedens finden wir nur in unseren eigenen versöhnten Herzen. Das wirkliche Wunder von Medjugorje findet im Beichtstuhl statt ─ im Sakrament der Versöhnung.  ─  Wir alle erfahren heute Abend hier, dass das Reich Gottes mitten unter uns ist.“Dechant Gregor Kauling leitete anschließend die Eucharistische Anbetung mit von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Gebeten und Fürbitten und erteilte den Eucharistischen Segen.  

Wir anwesenden Gläubigen spürten die starke Kraft dieser Eucharistiefeier, die vereinende Kraft des Glaubens! Wenn auch das endgültige Urteil der Kirche über die Übernatürlichkeit der Erscheinungen noch nicht gesprochen ist, das starke Licht der Freude von Medjugorje aus Bosnien-Herzegowina erstrahlt auch in Paderborn in Westfalen und hüllt uns aus der Ferne in seinen Glanz.

Von H. O.

Aufzeichnung der Veranstaltung

Die DVD zu dieser Veranstaltung kann bei Josanto Media unter der Mailadresse info(Bitte entfernen)@josanto-media(Bitte entfernen).com bezogen werden.