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Vorwort zur Zeitschrift Oase des Friedens von Dr. Christian Stelzer

Vater, ich faste für jene, die hungrig sind .....

Mein Reisegefährte Oktavian und ich waren bei unserer Fahrt durch das südostafrikanische Land Malawi Anfang Mai beinahe fassungslos, als wir am Stadtrand von Blantyre, umgeben von Baracken und einfachen Häusern, eine große Kirche erblickten, die mit jener von Medjugorje identisch ist. Hinter den Türmen der Pfarrkirche Chilomoni erhebt sich der Michiru Mountain, auf dessen Gipfel ein zehn Meter hohes Betonkreuz weiß leuchtet, zu dem ein Kreuzweg mit Stationen aus Holzkreuzen und Bronzetafeln führt - gleich wie auf den Krizevac und gefertigt vom selben Künstler.
Wiederholt hatte ich davon gehört, dass ein englischer Geschäftsmann und Medjugorje-Freund zu Beginn des neuen Millenniums hier den Kreuzberg von Malawi errichten wollte - für alle Menschen, die nicht die Möglichkeit hätten, nach Medjugorje zu pilgern. Davor zu stehen und zu sehen, wie sehr die Königin des Friedens in einem der ärmsten Länder des afrikanischen Kontinents verehrt wird, war beeindruckend.
Jene Medjugorje-Freunde aus Malawi, die sich für die Errichtung dieses Heiligtums eingesetzt hatten, organisierten während der schweren Hungersnot im Jahr 2002 auch die erste Hilfe für die notleidende Bevölkerung. Sie baten Medjugorje-Freunde aus Schottland um Unterstützung, und es war am Fuße dieses Kreuzberges, wo Mary`s Meals, die Mahlzeiten Mariens, begann. Spontan organisierte Magnus MacFarlane-Barrow, dessen Familie mit den Medjugorje-Freunden in Malawi seit Jahren in Verbindung stand, die ersten Schulmahlzeiten für 200 Kinder. Die Ernährungsinitiative zeigte unvorstellbare Auswirkungen: Von überall strömten nun die Kinder in die Schulen, wo Mary`s Meals angeboten wurde. Etwas zu essen zu haben und in die Schule gehen zu können waren für viele von ihnen bisher unerfüllbare Wünsche, die auf einmal wirklich wurden.
Heute stellt Mary`s Meals tägliche Mahlzeiten in 450 Schulen allein in Malawi bereit. Welche Freude empfand ich, als ich nach unserer Ankunft auf dem Weg vom Flughafen zu unserem Quartier an einer Schulwand die Tafel erblickte: „Mary`s Meals is now feeding 603.673 children in Malawi“ (Mary`s Meals ernährt jetzt 603.673 Kinder in Malawi).
Es war wie ein Willkommensgruß der Gospa an uns, so als wolle sie uns sagen: „Es ist möglich mit eurer Hilfe, viele meiner Kinder zu ernähren.“
In unserer wunderbaren Schöpfung gäbe es genug Nahrung für alle. Der „Bericht über die Nahrungssicherheit“ der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) hält fest, dass die Weltwirtschaft bei ihrer derzeitigen Entwicklung - ohne Einsatz von Gentechnik - problemlos zwölf Milliarden Menschen ernähren könnte und jede erwachsene Person dabei eine tägliche Nahrungsration von 2700 Kalorien erhalten könnte. Dennoch hungert beinahe eine Milliarde Menschen, 300 Millionen davon sind Kinder. Hunger und seine Folgen sind die häufigste Todesursache in der Welt.
Die Gottesmutter zeigt uns einen Weg. Oft betete P. Slavko: „Vater, ich faste für diejenigen, die hungrig sind...“. Wie viele Menschen würden gerne so essen, wie wir fasten! Dieses Gebet könnte man fortsetzen: „..damit wir begreifen, dass dein tägliches Brot für alle reicht und du uns lehrst, es gerecht zu verteilen.“ Hunger ist oft die Ursache von Unfrieden und Krieg. Die Gospa lehrt uns den Weg zum Frieden. Gehen wir in ihre Schule und lassen wir uns von ihr zeigen, wie wir uns für den Frieden einsetzen können - durch Gebet, Fasten, Umkehr, Versöhnung und Liebe.
In ihrer Botschaft vom 25. Mai sagt uns die Gottesmutter, dass wir entschlossen im Glauben und Gebet sein sollen, „ bis eure Gebete so stark werden, dass sie das Herz meines geliebten Sohnes Jesus öffnen“.
Jesus kennt unsere Nöte und Sorgen, wir aber vertrauen oft zu wenig auf seinen Heiligen Geist und seine Barmherzigkeit. In der Schule der Gospa wird unser Glaube entschlossen und unser Gebet stark. Lassen wir uns im Herz-Jesu-Monat in besonderer Weise von ihr führen, damit wir an seinem Herzen Trost und Kraft finden.

In dieser OASE lädt uns Christan Zaruba aus unserem OASEN-Team ein, mit ihm die Worte der Gottesmutter zu betrachten.
Wir bringen ein Interview mit Gay Russell aus Malawi, die maßgeblich seit dem Jahr 1984 am Aufbau der Medjugorje-Bewegung im Süden von Afrika mitgewirkt hat.
Unser „Monatsheiliger“ ist der Jesuiten-Missionar Jose de Anchieta.
Viel Freude am Lesen und einen gesegneten Herz-Jesu-Monat wünscht Ihnen
Christian Stelzer
Oase des Friedens Juni 2013